Keiner will mehr PRS Gitarren - was meint ihr dazu ?

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Meiner subjektiven Wahrnehmung nach haben jahrelang vor allem US-Nu-Metal Bands allesamt PRS & MESA Boogie Rectifier gespielt. Irgendwann kann man's einfach nicht mehr hören. Und obwohl ich beide Marken für sich genommen gut finde, würde ich sie alleine deswegen nicht kombinieren, weil man den Sound schon millionenmal gehört hat.

Gruß
Jo
 
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PRS hat zur Jahrtausendwende einen großen Popularitätsschub erfahren. Zu der Zeit war eine PRS Custom plus Mesa Boogie Rectifier ein typisches Setup für viele NuMetal-Bands.
Danach ist dann Mark Tremonti auf den PRS-Zug aufgesprungen. In den frühen 2000ern war ist der mit Creed auch schon ziemlich bekannt gewesen. Seine Nachfolgeband Alter Bridge ist jetzt zwar nicht so verbreitet (Creed kannte jeder Mainstream-Charthörer), aber ebenfalls eine bekanntere Band.
NuMetal ist ab 2003 dann endgültig implodiert und der mehr oder weniger Nachfolgetrend Metalcore hat wieder anderes Equipment populär gemacht (u.a. ESP, EMG-Pickups, Peavey 5150/6505).

Ein Gitarrist, der auch eine starke Bindung zu PRS hat, der aber den Leuten die keinen Metal hören wohl nicht so geläufig ist, ist Mikael Åkerfeldt von Opeth. Damals als Death Metal-Band gestartet, über die Jahre immer mehr progressive Elemente einfliessen lassen und mittlerweile beim 70s-Prog gelandet. Der Gitarrist hat auch eine besondere Beziehung zu PRS.


Mike Mushok von Staind, einer in den frühen 2000ern sehr populäre Band, hat von PRS ein Baritonmodell bekommen, welches lange produziert wurde, obwohl die Band in der Versenkung verschwunden ist. Die 27,7"-Mensur kommt tiefen Stimmungen sehr entgegen.

Mark Holcomb von Periphery hat auch ein schönes Signature-Modell bekommen:
Er setzt allerdings auf seine Signature Seymour Duncan-Pickups, obwohl PRS auch einige gute Modelle im Programm hat (Tremonti, /m\ usw...). Leider sind die auch nicht so günstig und man bekommt sie nicht überall. Dabei sind da wirklich interessante Sachen dabei.
Derzeit ist die Gitarre beim T. auf Rang drei in der Kategorie "Double Cut-Modelle". So schlecht scheinen PRS-Gitarren also nicht verkauft zu werden. Die Einführung der SE-Serie war ein geschickter Schachzug, weil man die jüngeren Gitarristen mit wenig Budget nicht mit einer Privat Stock-Gitarre erreichen kann. Man muss erst einmal sein Zahmedizinstudium beenden und langsam beruflich Fuß fassen, bevor man seine Vitrine mit so einer Klampfe bestücken kann :D.

Bei PRS liegt es nicht unbedingt nur an den Preisen, die Firma ist auch zu einer Zeit bekannt geworden, wo die Zeit der Gitarrenhelden schon zu Ende war. In den 90ern standen mehr die Bands im Fokus, denn einzelne Musiker. Jüngere Gitarristen haben natürlich andere Vorbilder als die alten Hasen. Da wird sich dann nicht an Eric Clapton oder Jimi Hendrix orientiert, sondern an Gitarristen wie z.B. den drei Klampfern von Periphery. Dadurch kommen auch wieder andere Marken in den Fokus.
Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn sich PRS ein paar "jüngere" Endorser an Land zieht, die Signature-Modelle aus der SE-Serie auf den Leib geschneidert bekommen und das Hochpreissegment dann den zahlungskräftigen Sammlern überlassen, die wahrscheinlich eher auf "klassische" Sounds stehen, wenn man bei PRS von so etwas reden kann.
 
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Ich hätte ja auch nichts gegen eine PRS einzuwenden und liesse mich vielleicht überzeugen, aber ich kriege auch selten eine in die Finger bei mir uppen Lande...
 
Mich hat eine PRS einfach noch nie gereizt.

Ich mag die Mensur nicht und das Halsprofil ist auch so gar nicht meines.
Für mich sehen die "nur" schön aus, aber das war es dann auch! ;)
 
Hat wirklich mal jemand bemängelt, dass eine PRS zu perfekt verarbeitet ist? Ich ärgere mich jedes Mal wieder, wenn ich eine R9 in der Hand habe (zum Fantasiepreis) und nach 2 Sekunden bereits die ersten Mängel bzw. Unsauberkeiten feststelle,

Persönlich bin ich mit meinen PRSi sehr glücklich. Von der Bespielbarkeit sind es die besten in meiner Sammlung und ihre überragende Qualität beweisen sie auch: Ss hatte ich zB meine SC 250 (also Singlecut) jahre lang im Drop B und Drop C und habe sie letztens auf D# Standard eingestellt. Oktavreinheit kurz eingestellt und fertig. Der Hals hat sich nach ganz kurzer Justierung für bessere Saitenlage keinen mm mehr bewegt, da musste nichts nachjustiert werden, nicht mal nach Wintereinbruch.. Ganz anders zB bei meiner Mayones (nun auch nicht gerade low-end). Da habe ich den Hals justiert und bei der nächsten Temperaturschwankung durfte ich schon wieder ran.

Ich habe das Gefühl, dass viele Musiker / Gitarristen doch recht konservativ und bevorurteilt sind. Siehe zB auch Debatte Röhrenamp / Modeler. Viele, die andere Marken / Produkte bashen, haben die wahrscheinlich nicht einmal selber getestet und plappern nur etwas nach. Wenn dann genug Leute etwas schlechtreden, leidet auch das Image des jeweiligen Produktes darunter und wirkt sich das eventuell sogar auf den Wiederverkaufswert aus.

Das sieht man oft bei "Boutique"-Produkten, die es wirklich nicht an jeder Ecke gibt - trotzdem hat jeder eine Meinung und weiß ganz genau bescheid...

Von daher kann ich schon glauben, dass sich gebrauchte high-end PRS schlechter verkaufen als zB gebrauchte Gibson Historics - die Vorurteile bzw. Unwissenheit spielen dabei vermutlich auch eine Rolle.
 
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Ich habe das Gefühl, dass viele Musiker / Gitarristen doch recht konservativ und bevorurteilt sind. Siehe zB auch Debatte Röhrenamp / Modeler. Viele, die andere Marken / Produkte bashen, haben die wahrscheinlich nicht einmal selber getestet und plappern nur etwas nach. Wenn dann genug Leute etwas schlechtreden, leidet auch das Image des jeweiligen Produktes darunter und wirkt sich das eventuell sogar auf den Wiederverkaufswert aus.
Ich stimme dir prinzipiell zu, sehe das aber bei PRS nicht. Mir ist zumindest nicht bewusst, dass PRS nen schlechten Ruf hätte oder sie jemand schlecht macht.
 
Eine PRS ist keine les paul und eine les paul ist keine PRS.Im spielgefühl,handling nicht und im sound erst recht nicht
Jetzt muss ich mich auch mal einmischen, als jemand der IMMER nur Gibson fixiert war. Ich glaube natürlich auch, das es mit am Mojo liegt, wollte ich doch früher als AC/DC Fan immer eine SG Standard haben. Irgendwann hatte ich dann eine und war zufrieden. Dieser knurrige Ton einfach geil. Hab auch (noch) eine Gibson Les Paul Studio. Ich mag beide Gitarren sehr, aber rein von der Bespielbarkeit her in Sachen Les Paul bzw. "Paula" finde ich PRS um Welten besser. Die Gibson war für mich immer ein "umständlich" zu spielendes Instrument, okay, vielleicht bin ich auch kein klassischer Les Paul Player, dennoch mag ich die Optik sehr. Da habe ich vor kurzer Zeit zu einer PRS S2 Singlecut gegriffen. Paula Form, wesentlich leichter als die Gibson, Verarbeitung mMn deutlich besser, Bespielbarkeit der hohen Lagen einfach besser.

Was den Sound angeht, die S2 gespielt über meinen 2204 Klon, klingt nicht weniger klassisch, als meine SG, oder Les Paul. In manchen Nuancen etwas anders und das ist auch gut so. Aber so die RIESEN Welt ist da jetzt auch nicht zwischen.

Ich finde man sollte auch einfach mal über den Tellerrand schauen und nicht immer an der "Tradition" festhalten, das macht die Sache wesentlich einfacher ;)
 
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Ich stimme dir prinzipiell zu, sehe das aber bei PRS nicht. Mir ist zumindest nicht bewusst, dass PRS nen schlechten Ruf hätte oder sie jemand schlecht macht.

Ich meine dieses generelle "doctor's / lawyer's / furniture guitar" Vorurteil und natürlich das "hat kein Mojo" Argument. Vielleicht das das jetzt langsam nachlässt, aber wenn ich einen Euro bekäme für jedes Mal, dass ich das lesen musste...
 
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Hat wirklich mal jemand bemängelt, dass eine PRS zu perfekt verarbeitet ist? Ich ärgere mich jedes Mal wieder, wenn ich eine R9 in der Hand habe (zum Fantasiepreis) und nach 2 Sekunden bereits die ersten Mängel bzw. Unsauberkeiten feststelle,
So etwas habe ich schon über ESP gelesen bzw. liest man öfters über in Japan produzierte Gitarren. Nach dem Motto: "Die Gitarren sind so gut verarbeitet, dass sie total charakterlos sind. Die haben überhaupt keinen eigenen Sound, was auch immer das sein mag, aber ich schwöre, die haben keinen eigenen Sound.".
 
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Momentan ist halt auch die ganze Relic-Geschicht extrem angesagt. Wir hören wieder Vinyl, wir wollen alte oder wenigsten alt aussehende Klampfen und bitte Gitarrenvertärker die auch wirklich das Vintage-Flair haben. Viele tolle Gitarren können bei mir nicht landen, weil es nicht funkt. Ich habe zum Beispiel eine sehr günstige Vintage SG, welche ich ebenso gerne spiele wie meine Duesenbergs. Einfach weil "wir uns mögen".
 
Daran habe ich auch schon gedacht. Schon mal jemand eine gerelicte PRS gesehen? Irgendwie passt "abgerockt" und PRS nicht zusammen. Das sind einfach makellose "Hochglanzgitarren".
Vielleicht möchte ja mal jemand seine Private Stock zum Cryo-Tuning bringen und sich später ein paar "authentische" Macken reinhauen lassen :D.
Die Marke ist jetzt auch erst gute 30 Jahre alt, aber in den 70/80ern hat man doch schon so manche "gespielte" Fender oder Gibson gesehen.
 
Jetzt muss ich mich auch mal einmischen, als jemand der IMMER nur Gibson fixiert war. Ich glaube natürlich auch, das es mit am Mojo liegt, wollte ich doch früher als AC/DC Fan immer eine SG Standard haben. Irgendwann hatte ich dann eine und war zufrieden. Dieser knurrige Ton einfach geil. Hab auch (noch) eine Gibson Les Paul Studio. Ich mag beide Gitarren sehr, aber rein von der Bespielbarkeit her in Sachen Les Paul bzw. "Paula" finde ich PRS um Welten besser. Die Gibson war für mich immer ein "umständlich" zu spielendes Instrument, okay, vielleicht bin ich auch kein klassischer Les Paul Player, dennoch mag ich die Optik sehr. Da habe ich vor kurzer Zeit zu einer PRS S2 Singlecut gegriffen. Paula Form, wesentlich leichter als die Gibson, Verarbeitung mMn deutlich besser, Bespielbarkeit der hohen Lagen einfach besser.

Was den Sound angeht, die S2 gespielt über meinen 2204 Klon, klingt nicht weniger klassisch, als meine SG, oder Les Paul. In manchen Nuancen etwas anders und das ist auch gut so. Aber so die RIESEN Welt ist da jetzt auch nicht zwischen.

Ich finde man sollte auch einfach mal über den Tellerrand schauen und nicht immer an der "Tradition" festhalten, das macht die Sache wesentlich einfacher ;)


ich hab PRS und les paul.Kann deiner erfahrung bestätigen mag beide sehr gerne.Aber vom handling gesehen kommt die les paul an die PRS nicht ran.Allein schon weil die paula ein klotz ist und die PRS dagegen eine feder.

klar liegen keine welten im klang zwischen les paul und PRS aber unterschiede sind schon da.Trotzdem bleib ich dabei eine PRS ist keine les paul und eine les paul ist keine PRS
 
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Nur weil ich es gerade durch Zufall gesehen habe und es passt. Von 00:48 - 01:05 im Video. :D

 
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Ganz im Gegensatz zu Fender/Gibson über Marshall/Fender/Vox... ;)
 
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Aber vom handling gesehen kommt die les paul an die PRS nicht ran.Allein schon weil die paula ein klotz ist und die PRS dagegen eine feder.
Und ich hab schon gedacht, das ginge nur mir so :) Exakt so sehe ich das auch, die PRS hängt super am Gurt ist 1Kg leichter als die Les Paul, tolle Bespielbarkeit und an Sounds fehlt mir auch nichts.
 
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Mich hat eine PRS einfach noch nie gereizt.

Ich mag die Mensur nicht und das Halsprofil ist auch so gar nicht meines.
Für mich sehen die "nur" schön aus, aber das war es dann auch! ;)

Welche der PRS-Mensuren, welches Halsprofil, welcher Griffbrettradius?

Mich haben PRS-Gitarren zuerst bezirzt, als ich Anfang der 1990er mit dem E-Gitarrespielen anfing. Aber für mich unerschwinglich.
2000 hätte ich mir eine in meinem Umfeld gebraucht kaufen können, ein anderer war schneller, so wurde es eine Parker Fly Deluxe.
2001/2 traf ich einen Schulfreund in München, der eine Custom 24 hatte. Wide Thin Profil - nicht meine Welt.
Optisch - bezogen auf die atemberaubenden Deckenmaserungen (für mich lieber Wölkchen als Flammen) - blieben PRS für mich immer heiß.
2011 konnte ich situationsbedingt über einen sehr ordentlichen Betrag verfügen. Und die Konsumentscheidung fiel auf eine Gitarre.
10 Top, Wölkchenahorndecke und ein Modell für Individualisten.

Ich unterstreiche die Beiträge, die sagen, dass Tele, Strat und Paula allein bei der Namensnennung dem geneigten Rezipienten einen ganz bestimmten Klang ins Gehirn setzen.
Diese PRS erfüllt meinen Wunsch, sowohl garstigen Singlecoil, schöne Zwischenstellungssounds, die man von der Strat kennt als auch fetten Humbuckerklang abrufen zu können, dazu
kommt noch die Option auf Sounds nach Vorbild eines P90 oder reduzierten Humbuckers (je nachdem wie man das interpretiert mit den 5 Singlecoils, die die Gitarre hat).

Ich mag nicht die Haptik von Strat und Tele, von daher freue ich mich, dass mir eine PRS in einem mir gefälligen Gehäuse eine Gitarre liefert. Auf das Halsprofil bezogen, hat dieses Modell nur eines, bei anderen
muss man bei eins, zwei alternativen Profilen probieren.

Und kürzlich kaufte ich mir eine PRS SE Mark Holcomb. Ja, sie hat eine Wide Thin Neck - und ich besitze u. a. eine Ibanez RG mit Wizard Hals. Ich finde flache Flundern nicht wirklich prickelnd. Aber mit dem 20" Radius ist das völlig anders als z. B. eine SE Tremonti mit 10".

Bezogen auf PRS finde ich die Modellpolitik etwas zu umfangreich und ich würde, weil sie in den Läden untergehen (im Custom Shop des "Store" in Köln sind 9 von 10 verkauften Gitarren 7ender und 6ibson, eine ist eine Duesenberg, eine Mayones, eine Music Man, eine Gretsch, eine Ibanez, eine Fame, ..., oder vielleicht eine PRS) meine Produkte nur in eigenen Läden verkaufen.
Entweder kauft der Kunde dort, was vorhanden ist, oder er kann in bestimmten Kategorien kostenfrei oder gegen Aufpreis ein Standardmodell individualisieren (z. B. Farbe) oder einen kompletten Customauftrag konfigurieren.
 
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PRS baut verschienene aber zumeist technisch-handwerkliche wie klangliche Präzisionsgitarren, das ist nicht jedermanns Bedarf oder Geschmack. Damit haben sie sich mE dennoch von Anfang an einen festen Platz im Dschungel erworben.
 
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