Klingen bei euch auch preiswerter Gitarre verzerrt fast wie teure?

Und laut aktueller G&B (auch wenn es ne murksZeitschrift ist) bendet es sich darauf ganz normal. Ich denke, insoweit kann man einem Bericht trauen, da massive Umgewöhnungen bisher dann doch aufgeführt wurden. Lustigerweise ist die aktuelle G&B die erste, die ich seit ca. 8 Monaten gekauft habe, eben wegen dieser lustigen Gitarre (VIG/VGS Radioactive)
 
Also ich finde das Thema mal wieder sehr interessant.

Muss auch sagen, dass ich keine größeren tonalen Unterschiede bei höherer Verzerrung wahrnehme. Ich habe es schon immer so empfunden, dass der Amp zu 90% die Arbeit macht. Mit Singlecoils oder Stackedhumbuckern werden etwas weniger Frequenzen beschnitten, im Gegensatz zum Humbucker. Dort merkt man es dann eher. Zum bloßen Thrash-Metal spielen mit komprimierter Zerre (Engl), reicht imo eine druckvolle Gitarre und das richtige Setup.

Kleine Änderungen an der Pickuphöhe, der Saitenstärke, Saitenlage, Ampsettings, Tagesform, können das Gesamtbild im Direktvergleich auch schon verfälschen, weshalb ich das anspielen im Laden manchmal etwas erstaunlich finde. Man wird quasi getäuscht und erlebt häufig erst zuhause den "Aha-Effekt".

Meiner Meinung nach ist es tatsächlich etwas schwerer als die meisten meinen, da wirklich große Unterschiede rauszuhören. Alleine schon vor dem Hintergrund der Erwartungshaltung an die jeweilige Preisklasse.

Ich zitiere mal Marty Friedman an der Stelle: "People who spend their money to expensive tonewoods are wasting their money". Wird in diesem Kontext schon wirgendwo was dran sein. Am Ende kommt der Ton eben auch nochmal aus den Fingern. Ob da ein Vogelahornhals resonanter und besser klingt, als der normale, darüber scheiden sich eben die Geister und im Zweifelsfall muss es nicht so sein. Die Optik und Haptik macht da schon sehr viel aus und betäubt die Sinne eben mit. Oft sind es dann noch Bilder, die uns da eine Illusion schaffen oder der gewisse Wille viel oder wenig ausgeben zu wollen, sodass wir Details manchmal bewusst oder unbewusst ausser Acht lassen.

Später kommt dann eben immer die Überraschung und es muss eine Gitarre das zeitliche segnen.
 
Alternativ gibt's natürlich auch die Möglichkeit, eine Gitarre so gut wie "tot" zu machen. Ich hatte mal eine Steinberger (irgendwann muss mich mal jemand tüchtig dafür hauen, dass ich die - auch noch viel zu günstig - verkauft habe...), die war beinahe komplett resonanzbefreit. Das hat sich in einem, wie man vermutlich sagen würde "un-lebendigem" Ton niedergeschlagen, allerdings war es dann, speziell mit den verbauten EMGs, eine ziemliche Pracht, wie man selbst bei heftigster Zerre noch relativ komplexe Akkorde spielen konnte, manchmal war das schon fast wie bei einem Synthie.


Hallo Sascha,

ich übernehme das mal mit dem verhauen... cop.gif
Auch, weil du sie nicht MIR viel zu billig verkauft hast (was war das für eine?).

Zum Punkt "unlebendiger Sound" kann ich nur anmerken, dass an einer Steinie üblicherweise das an Leben erklingt, was man selber (jepp, mit der "der-Sound-kommt-aus-den-Fingern"-Technik") einhaucht. Da gibt's fantastische "Lebensmittel" für die linke wie rechte Hand. Ohne dass die Gitarre etwas hinzufügt oder wegnimmt. Aber das ist eine alte Grundsatzdiskussion, die zu führen ich hier gar nicht vorhabe. Wollte nur sagen: Doch, es lebt :D

Bernd
 
Hallo Sascha! Sehr schöner Beitrag:great: *bewert*

Danke danke...


Und nochmal danke.

Und laut aktueller G&B (auch wenn es ne murksZeitschrift ist) bendet es sich darauf ganz normal. Ich denke, insoweit kann man einem Bericht trauen, da massive Umgewöhnungen bisher dann doch aufgeführt wurden. Lustigerweise ist die aktuelle G&B die erste, die ich seit ca. 8 Monaten gekauft habe, eben wegen dieser lustigen Gitarre (VIG/VGS Radioactive)

Ich habe mir soeben diese G&B gekauft (was ich sonst nie mehr tu', größtenteils dank solch verhinderter Amateurpoeten wie Franz Holtmann, der dann so Dinge wie "auf einem gleißenden Strahl Sustains erhebt sich der Ton zur Sonne" oder ähnlichen Quatsch verzapft - und außerdem habe ich mir auf deren Website mal Soundbeispiele von einem anderen Autoren angehört, da wurde ich fast seekrank...), nur um des Berichts willen (üblicherweise lese ich die, wenn überhaupt, direkt im Supermarkt, aber das geht beim Kiosk nicht).
Finde ich wirklich interessant. Nur dass Neubundierungen dann vermutlich wirklich teuer werden und man die Klampfe vermutlich wird einschicken müssen.

Hallo Sascha,

ich übernehme das mal mit dem verhauen... Anhang anzeigen 165453

Super, jetzt geht's mir besser!

Auch, weil du sie nicht MIR viel zu billig verkauft hast (was war das für eine?).

Die mit Holzkorpus aber dennoch TransTrem dabei.

Zum Punkt "unlebendiger Sound" kann ich nur anmerken, dass an einer Steinie üblicherweise das an Leben erklingt, was man selber (jepp, mit der "der-Sound-kommt-aus-den-Fingern"-Technik") einhaucht. Da gibt's fantastische "Lebensmittel" für die linke wie rechte Hand. Ohne dass die Gitarre etwas hinzufügt oder wegnimmt.

Ich denke, dass mir diese "Lebensmittel" ganz gut bekannt sind... jedenfalls werde ich meistens nicht für mein Speedpicking (da nicht existent) geheuert, sondern eher, weil's vielleicht mit dem "Ton" schon einigermaßen zu gehen scheint.
War aber auch eh nur ein Vergleich - wenn man so 'ne Steinberger neben, sagen wir, einer typischen Strat hört, dann fällt einem schon ein wenig auf, wie wenig "Eigenleben" die entwickelt. Was ich persönlich aber auch fast schon als angenehm empfinde, meine derzeitige Hauptgitarre (eine G&L Legacy) ist auch mehr oder minder resonanzbefreit.
Ich habe die Gute damals dann auch aus anderen Gründen verkloppt, denn a) gefiel meinen fetten Grabschern das geringe Stringspacing nicht so gut und b) fand ich damals, dass das Ding echt scheiße aussah (finde ich immer noch, würde mich aber nicht mehr im Geringsten stören).

Wie dem auch sei, kurz noch mal back to topic:
Ich habe meinen letzten Beitrag ja schon korrigiert, denn selbstverständlich liegt die große Terz in der Opertonreihe nicht in der nächsthöheren Oktave sondern 2 Oktaben (plus Terz) darüber.
Ist aber auch recht egal, denn wer mal für jazziges Zeug so Oktaven gespielt hat, der weiß, wie sensibel das Ohr auch da auf kleinste Verstimmungen reagiert - und verzerrt wird der Effekt nur noch deutlicher.
Und wenn wir mal den von Zottelvieh vorgestellten ersten F-Akkord nehmen, dann sieht der ja (von unten nach oben) so aus:
F2 (ist, glaube ich, ein F2)
C3
F3
A3
H3
E4
Nur innerhalb der tiefsten 4 Töne finden wir schon reichlich Konfliktpotential.
Oktaven und Quinten (also zwischen F2 und C3, F2 und F3) sind ja noch relativ unkritisch, wenn denn die Intonation einigermaßen stimmt. Aber das muss eben auch gewährleistet sein.
Anders sieht das, wie schon erwähnt, mit dem A aus. Das liegt in der Obertonreihe vom F2 als A4 vor, also genau eine (durchaus kritische) Oktave vom gegriffenen A3 entfernt.
Noch schlimmer wird's, wenn wir uns mal so einen Abstand wie C3 zu H3 anschauen. Große Septimen sind verzerrt schon nicht immer wirklich gut zu verdauen, wenn jetzt (aufgrund der Gitarre, des Sounds, des Spielens) die Obertöne auch noch extra rausgekitzelt werden, dann haben wir den ersten Oberton des C3, nämlich die Oktave C4, die liegt genau eine kleine Sekunde neben dem H3, und da sind dann selbst bei geringer Lautstärke des C4s, gewisse Konflikte fast schon unvermeidbar. Sowas kann man immer lustig testen, indem man die Einzeltöne per DI aufnimmt und dann in unterschiedlichen Lautstärkeverhältnissen über einen Ampsim laufen lässt. Das kann durchaus ein Augen- (bzw. Ohren-) Öffner sein.

Gruß
Sascha
 
Die mit Holzkorpus aber dennoch TransTrem dabei.

Ich habe die Gute damals dann auch aus anderen Gründen verkloppt, denn a) gefiel meinen fetten Grabschern das geringe Stringspacing nicht so gut und b) fand ich damals, dass das Ding echt scheiße aussah (finde ich immer noch, würde mich aber nicht mehr im Geringsten stören).

Na, mit Holzkorpus und Transtrem gibt's die aber auch in schön :)


Ich denke, dass mir diese "Lebensmittel" ganz gut bekannt sind... jedenfalls werde ich meistens nicht für mein Speedpicking (da nicht existent) geheuert, sondern eher, weil's vielleicht mit dem "Ton" schon einigermaßen zu gehen scheint.

Das hatte ich vermutet, und eigentlich war das ja nicht an dich addressiert, sondern an den geneigten Diagonalleser mit EMG- und Carbonphobie :D

Bernd
 
Na, mit Holzkorpus und Transtrem gibt's die aber auch in schön :)

Nette Sammlung, aber so leid es mir tut: Ich finde nach wie vor nicht, dass diese Paddel, ob jetzt mit Holzkorpus oder nicht, schick aussehen.

sondern an den geneigten Diagonalleser mit EMG- und Carbonphobie :D

Hehe, den Begriff merke ich mir.

Beste Grüße
Sascha
 
Nette Sammlung, aber so leid es mir tut: Ich finde nach wie vor nicht, dass diese Paddel, ob jetzt mit Holzkorpus oder nicht, schick aussehen.

Noch nicht mal die beiden GS mit Kopf? Ohhhhhh… ;)
Macht nix, bleibt mehr für mich, ich steh' drauf :D

Bernd
 
Also bei mir klingt jede Gitarre anders, auch verzerrt (bei nem gewissen Zerrlevel vielleicht nicht mehr, aber so viel Zerre hab ich nie drin. Wobei, selbst wenn ich in der Laune für Stoner/Doom bin und mit der vollen Ladung Fuzz spiele klingt trotzdem noch jede Gitarre anders). Der Preis ist da aber nicht unbedingt ausschlaggebend, gibt auch günstige Gitarren die gut klingen. Außerdem ist das auch Geschmackssache.
 

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