Knopfakkordeon, Knöpfe flüssig/schnell spielen

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leila123
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Hallo,
Ich spiele seit 2008 Knopfakkordeon und habe mir alles selber beigebracht.
Hab von ein Ältere person die "Standard Noten = C bis C gelernt".
Nun will ich schönere Lieder spielen. aber die sind so schnell des können meine Finger einfach nicht.
z.b. Zirkus Renz, für ca. 10 Sekunden kann ich schnell spielen und dann fangen meine finger an weh zutun.
was ist das?
Hier z.b.
http://www.youtube.com/watch?v=4wg9lxFNwjg
wie er das spielt so Schnell und auch ungefähr auf ein knopf ca. 10 mal drücken hinter einander.
Wie macht er das? und wie kann ich mir das Schnelle spielen angewöhnen?
und meine Finger sind auch sehr steif/fest, was kann ich dagegen machen?


mfg
Leila123
 
Eigenschaft
 
Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.

Was ist notwendig?
Zuerst langsam üben, guter Fingersatz, auch zwischendurch mal (wie Du es versuchst) kurz schnell spielen, um zu testen, wie sich das anfühlt und ob der Fingersatz funktioniert.
Dann aber dringend wieder langsam üben. Nicht zu viel auf einmal machen (Gesundheit).
Die Zeit für sich arbeiten lassen, d.h. über Nacht Gelerntes sacken lassen. Dann aber wieder dranbleiben und spüren, wie sich Probleme verändern. Was gestern noch problematisch war, kann am nächsten Tag funktionieren. Dann entdeckt man aber womöglich andere Schwierigkeiten, die man mit neuer Kreativität beseitigen muß.
Bestimmte Gestaltungsweisen muß man im höheren Tempo über Bord werfen - was langsam noch funktioniert und sogar nötig ist, bremst das schnelle Spiel in höherem Tempo aus.

usw.
...
Man müßte sehen, was Dein aktuelles Problem ist. Das Thema ist zu komplex und zu individuell als dass man hier einen Leitfaden erstellen könnte.

Abgesehen davon ... langsam ist doch auch schön! Dieser Typ trainiert ungefähr seit seinem 6 Lebensjahr, hatte Hilfe und sicher ein sehr leichtgängiges Instrument mit schnell ansprechenden Stimmzungen.
Wenn ich 60 Minuten dieser Art Musik ausgesetzt bin, will ich um keinen Preis der Welt mehr davon hören.
Es gibt auch andere Kulturen, die es wert sind beleuchtet zu werden.
 
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Hallo Leila,
habe diesen Faden erst jetzt gefunden. Dieses Forum ist ja so groß, daß man lange braucht um alles gelesen zu haben. Was mich jetzt wundert ist, daß so wenig Leute zu diesem Thema etwas zu sagen haben. Dein YT-Video ist typisch dafür, daß heutzutage viele Musikstücke viel zu schnell gespielt werden. Technisch ist das perfekt, die Interpretation im Sinne des Komponisten aber oft weit entfernt. Früher wurden die klassischen Stücke langsamer gespielt. Thilo Plaesser erklärt das in etwa so: die Technik (Instrumente) liessen ein so schnelles Spiel garnicht zu. Die heutige Leicht-gängigkeit der Tastatur oder die Tonansprache der Stimmzungen waren noch nicht so gut entwickelt. Es hat sich aber auch unser Zeitempfinden in den letzten Jahrhunderten geändert. Durch die Industrialisierung, Erfindungen der Dampfmaschine, Auto, Eisenbahn und Flugzeug etc. lassen uns die Zeit anders fühlen. Sogar Entfernungen schrumpfen scheinbar. Und so kommt es, daß manche Musiker so schnell spielen wie sie können. Schnelles
Spielen kann man aber trainieren. Das dauert aber viele Jahre, und ob Du dann noch jemanden findest, der oder die das bewundert, das weißt du heute noch nicht. Es gilt also herauszufinden, was und wie wollte der Komponist uns seine Musik überliefern. Sich selbst beim Spiel zuhören, in die Musik geistig eintauchen, das alles scheint bei diesem "schnellen Gehuddele" nicht vorhanden zu sein, - wie Mozart es damals schon nannte.
Also weiterhin - langsam üben, wie Uwe oben schon gesagt hat, nicht trainieren. Musik ist kein Sport.

Viel Spass und LG Chroma
 
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Genau.
Mir fallen bei dem Gedanken an Geschwindigkeit auch immer die Begriffe "Übersetzungsverhältnis", "Hebel" oder auch "Dimension" ein.

Schnelleres Spiel ist nicht immer zwangsläufig mit schnellerem Grundschlag verbunden. Oft gibt es neben einer Mikrostruktur bei höherem Tempo auch eine Makrostruktur. Ein gutes Beispiel dafür ist zum Beispiel die C Dur Scarlatti Sonate (K159) oder viele Jazzwalzer.

Beim ersten Lernen wird man sicherlich mit 3/8 zählen, später fühlt man nur noch die 1 im Takt - noch später sogar nur noch die 1 jedes zweiten Taktes - meistens verbunden mit höherem Tempo. Am Anfang holpert es über Pflasterstein (das kann auch so bleiben ohne langweilig zu sein, ist also kein ästhetischer Makel) später werden die Takte zusammengefasst und der 3/8 verliert an Bedeutung.
Dafür gewinnt die 4 Taktige Phrasierung an Bedeutung und so wirkt das Stück kleiner, es beginnt zu "fliegen", holpert nicht mehr über Pflastersteine. Trotzdem hetzt es hoffentlich nicht sondern bekommt sogar einen ruhigeren Charakter als es am Anfang mit den 3/8 hatte. Die Kunst ist also die Balance zwischen Stabilität und Präzision auf der einen Seite und Flexibilität und Leichtigkeit auf der anderen Seite zu bewahren.

Das ist vergleichbar mit der Gangschaltung von Fahrzeugen. Der Motor hat seinen Drehzahlbereich von 1000-8000, kann aber bei 8000 Umdrehungen sowohl 40 km/h als auch 320 km/h fahren.
40 km/h im ersten Gang wirken angestrengt und es ist doch nicht schnell.
Wenn man 150 km/h im 6. oder 7. Gang fährt und gute Strasse hat, fühlt es sich ruhiger an als die 40 km/h im ersten Gang.
Trotzdem werden alle Töne gespielt, wirken in dem Tempo allerdings nur noch wie feine Ziselierungen innerhalb einer großen Linie. Man schaut aus der Vogelperspektive drauf, wie aus einer anderen Dimension, der Grundschlag hat einen anderen Hebel.

Das scheint vielen Virtuosen besonders reizvoll zu sein. Nur oft verlieren sie die Ruhe, sondern spielen gewissermaßen immer noch im 1. Gang obwohl sie schon 150 km/h fahren ;-) -
Logisch dass das schnell nervt, auch wenn es beeindruckt, denn es steckt viel Energie darin.

Ich finde den Wechsel der Perspektiven sehr interessant, es schärft den Blick und trainiert die Virtuosität.

Vielleicht ist dies ein kleiner Tipp, wie man sich an schnelleres Tempo gewöhnen kann.

... Gang hoch schalten, indem man von "weiter oben" auf die Schwerpunkte blickt, also den Abstand der Betonungen erhöht.
 
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Bin auch überrascht, daß mir das Thema noch nicht aufgefallen war, da ich ja auch versuche, schnelle Folgen hinzubekommen - allerdings ist dein Beispiel von dem Spieler absolut NICHT mein Ziel!
Das ist mir viel zu schnell und zu chaotisch...

Wie Chroma schon sagte: technisch wohl perfekt (es beeindruckt mich auch sehr, die Knöpfe in dieser hohen Geschwindigkeit so sicher zu treffen) und wie Klangbutter schon schrieb: es geht auch MIR nach einer Weile auf den Geist...

Ich frage mich nur, warum DAS dein Ziel ist?
Dazwischen gibt es doch noch irre viel anderes, was aber deutlich leichter sein wird und trotzdem schön und auch beeindruckend ist!
UND Spaß macht!

...die "Standard Noten = C bis C gelernt".
Nun will ich schönere Lieder spielen...

Mir ist der Sprung von "Standardnoten C bis C gelernt" zu DIESEM Ziel nicht klar...
Das sind ja keine "schönen Lieder" mehr - das sind Meisterstücke der Virtuosität!
Warum denn so extrem?
Da stecken doch viele Jahre (auch manchmal Jahrzehnte) maximalen Übens drin - das kann man meiner Meinung nach als Autodidakt ohne geniale Züge nicht hinbekommen!

Und es hilft tatsächlich, erst quasi Zeitlupe zu spielen und nur kleine Sequenzen testweise schneller zu machen.
Die Steigerung passiert dann von alleine...und es wird auch gefühlt leichter.
Trotzdem bleibt es eine harte Nuß - für derartige Dinge ist nicht jeder geschaffen und auch meine Finger streiken öfter, machen nicht das, was ICH gerne hätte...

Ich bin ja erst seit Mitte Dezember 2014 totaler Neuling auf dem Knopf-Akko, muß mir alles alleine beibringen und übe gerade "La Revenant" - da gibt es auch Abschnitte, die für mich unspielbar klangen - aber nach und nach etwas leichter werden.

Also, ich denke: kleinere Brötchen für sich selbst zu backen macht eher satt als nach einer Hochzeitstorte von anderen zu schielen...
Ich gebe aber zu, daß auch ich die größeren Brötchen auf dem Nachbarstisch im Auge habe!

Bei solch hohen Zielen und deiner Aussage zu deinem jetzigen Können ist ja Frust oder Verzweiflung schon so gut wie sicher!
Das ist doch traurig für die Musik und nimmt dir ganz viel Freude...

Oder habe ich was falsch verstanden?

Was mir übrigens auch hilft beim Schnellspielen:
Da ich zwar die Knöpfe nach Noten zum Lernen finde (ganze Stücke so zu erarbeiten ist für mich mühsam!), aber meist beim Üben die Noten "vergesse" - spiele ich eigentlich etwas mehr "geometrisch": also im Prinzip kleine Figuren, die jeder Takt für sich ergibt.
Heute kam mir bei gedanklichen Trockenübungen sogar der Vergleich mit Blindenschrift, da man sich ja nicht nur die Punkte, sondern auch die Leerstellen dazwischen merken muß!

Das passt auf mich ganz gut, da ICH ja in gewisser Weise (mit meiner Art zu lernen), tatsächlich wie blind bin - denn ich weiß meist nicht, WAS ich gerade spiele...
Es ist zwar peinlich, das zuzugeben - aber es ist eben so bei mir und deswegen lebe ich damit auch.
Ich habe beim Lernen mit Lehrer und nach althergebrachtem (wenn auch bewährtem) System leider einige Blockaden und die kann ich auf diese Weise umgehen - sonst könnte ich überhaupt KEIN Akko lernen und das wäre schade!
Das begrenzt natürlich das erreichbare Niveau - aber lieber so als gar nicht.

Das ist jetzt aber KEIN Tip von mir - ich schreibe das nur auf, weil es meine Erfahrung ist.


Für steife / feste Finger gibt es wunderbare Gymnastikübungen (mit und ohne Hilfsmittel), wo man sich sicher im Internet oder auch beim Physiotherapeuten um die Ecke einen Haufen Tips holen kann.

Ich hoffe, du findest andere schöne Stücke, die für dich spielbar sind und die dich auch glücklich machen!

Lieben Gruß von Karin


 
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Leute, das ist ja nett von Euch, dass Ihr versucht, dem TE zu helfen. Aber bedenkt bitte auch, dass das Posting, auf das Ihr reagiert, 2 Jahre alt ist und der TE seither auch nicht mehr online war. Entweder, er ist am Üben oder ...
 
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Ich finde es eher gut, dass der Faden wieder an die Oberfläche kommt. Es geht ja nicht nur um den Ersteller sondern wir profitieren ja alle davon.

Ich denke, das wir Hobbyspieler mit einem mittelmäßigen Niveau an der Stelle alle das gleiche Problem haben, nämlich schnelle Passagen auf Tempo zu bringen, ohne, dass es hinterher an den kritischen Stellen rumpelt, getreu dem Motto 'Augen zu und durch'
Ich habe leider auch viele Stellen, die ich nie richtig und korrekt eingeübt habe. Solche Sachen, die dann so in den Fingern sind, später zu korigieren ist nahezu unmöglich.

Momentan steht bei mir 'Marina' auf dem Notenständer. 90% davon sind leicht, ein paar Takte bedarfen etwas der Übung und dann hat das Teil einige wirklich kniffelige Übergänge.

Bei dem Stück will ich nun mal alles richtig machen und über getreu dem Motto: Wer langsam übt, übt schnell. ICh bin mal gespannt, wie lange das dauert. Auf irgendeinen faulen Kompromiss will cih mcih aber nciht einlassen.

Übt ihr alle schulmäßig perfekt?
 
Mir ist die Abwesenheit von leila123 seit diesem Tag inzwischen auch aufgefallen.

Aber auch ich finde (wie morigol), daß es in so einem öffentlichen Forum eigentlich fast NIE nur allein um die TE geht, sondern daß durch stilles Mitlesen viele Leute da was finden können auf Fragen, die sie selber nicht gestellt haben - aber doch gerne Antworten, Tips, Erfahrungen dazu hätten.

Viele lesen doch erst eine Weile mit, bevor sie sich anmelden und auch danach schreiben ja nie alle was dazu.

Klangbutter hatte ja schon erwähnt, daß das Problem viel zu individuell ist, als daß man hier DIREKT helfen könnte - denn da spielen ja noch andere Faktoren eine Rolle.

Aber auch ICH hoffe auf allgemeinere Tips von Leuten, für die das schnelle Spielen kein Problem (mehr) ist und ein paar Hinweise oder sogar Tricks, wie man das besser üben kann.
Manches liegt ja ganz nah und man sieht es nicht - ich liebe diese wundervollen AHA-Effekte!

Also hoffe ich auf etwas neues Leben bei diesem Thema...
:)
Lieben Gruß von Karin
 

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