Kompositionslehre

von mYa, 02.09.07.

  1. mYa

    mYa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.09.07   #1
    Hallo!

    Kompositionslehre kann man ja studieren oder? Also Komponieren, zumindest hab ich da mal von gehört.
    Wie sieht das aus, ist das noch mit anderen Fächern gekoppelt und mit was?
    Was lernt man da eigentlich genau?
    Muss man da ein Instrument so perfekt beherrschen, als ob man dieses studieren wolle?
    Hat das hier wer studiert oder studiert es?

    Dankeeee

    Liebe Grüße,
    mYa
     
  2. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 03.09.07   #2
    Das ist ein Studiengang, den es an Musikhochschulen gibt. Wie bei jedem Musikstudium gibt es Haupt- und Nebenfächer. Als Nebenfach ist neben Klavier meist ein Orchesterinstrument oder Gesang vorgeschrieben. Lies dir mal das hier durch:
    Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf - Kompositionsstudiengang
    Elektronische Komposition an der Folkwang-Hochschule Essen
    Hochschule für Musik und Theater in München - Studiengang Komposition für Film und Fernsehen

    Das Handwerk: Analyse, Kontrapunktik, Instrumentation, Stilkunde, Musikwissenschaft, Musikpsychologie, Tonsatz, Akustik, evtl. Computer+Synthesizer programmieren, evtl. Musikvermarktung

    Naja, wenn du dich für einen Kompositonsstudiengang entscheidest, wirst du ja faktisch dein gewähltes Orchesterinstrument/Gesang studieren. Du mußt es nicht so tiefgehend beherrschen als wenn du es als Hauptfach im Studiengang "Künstlerische Ausbildung" gewählt hättest, aber du mußt es durchaus sicher und vorzeigbar beherrschen.

    Nicht direkt. Komposition und Tonsatz war mein künstlerischer Schwerpunkt im Studiengang "Schulmusik Sek II/I".

    Harald
     
  3. mYa

    mYa Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.09.07   #3
    Wow, danke für die Links. Sehr hilfreich und interessant. :great:

    Wie gut muss man den die Instrumente im Vorfeld beherrschen. Ich spiele nämlich weder Klavier noch ein Orchesterinstrument (und singen :rolleyes: ) bzw. also Klavier kann ich eher schlecht als recht spielen (spiele eigentlich Akkordeon was tasteninstrumente angeht) - hatte nur mal ein Jahr Klavierunterricht. Wobei einfache Sachen wie Akkordbegleitung + simple Stimme und Sachen wie unfaithful von Rihanna (ja, das is wirklich einfach) noch hinbekomme.
    Und Orchesterinstrument? Da spiel ich überhaupt nichts.
    Also nur mit Erfahrung im Komponieren (etwas zumindest), bisschen Harmoniekenntnisse und 8 Jahre Instrumentenerfahrung in Akkordeon und 2 Jahre in Gitarre käm ich wohl nicht weit oder kann man, was zumindest die Instrumente angeht, auch dort von vorne beginnen?

    Ich mein, bin erst 16, falls ich das je studieren will, könnte ich noch 3 Jahre lang dran arbeiten, aber wenn ich jetzt schon studieren wollte, ginge das nicht, oder?
    Steht nämlich soweit ich das gesehen habe, nicht genau da.

    Danke!
    mYa
     
  4. kleinershredder

    kleinershredder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.09.07   #4
    ich wollte das auch eigentlich machen. Jetzt habe ich mich entschieden nächstes Jahr Musikwissenschaften zu studieren.
    Z.B. in Köln musst du auf dem KLavier 3 Stücke aus verschiedenen Epochen spielen, etwa in dem schwierigkeitsgrad von der c-moll Fuge aus Bachs Wohltemperiertem Klavier I.
    Das ist aber die untergrenze meinte mein Klavierlehrer.
    Allerdings muss man auch eigene Kompositionen vorlegen um zu zeigen, dass man sich mit Musik auseinander setzen kann. Und man sollte sich auch mit zeitgenössischer Kompositionstechnik ein wenig auskennen.

    Das habe ich von einem Kompositionsstudenten gehört und ich behaupte nicht, dass nichts fehlt oder, dass es überall so ist.
     
  5. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 07.09.07   #5
    Verbindliches kann nur die jeweilige Hochschule festlegen. Oft antworten Hochschulen bei Fragen nach Schwierigkeitsgrad mit Bezug auf die Schwierigkeitsgrade bei "Jugend musiziert", da viele Musikschüler Erfahrung mit diesem Wettbewerb haben. Als Gewinner der Regionalwettbewerbe hat man meist gute Chancen, auch eine Aufnahmeprüfung zu bestehen. Wie dein Instrumentalspiel bei der Aufnahmeprüfung bewertet wird, hängt von vielen Faktoren ab: wieviele Plätze der Prof. in seiner Klasse frei hat, welchen Studiengang du wählst und ob es ein Zweit- oder Drittfach ist, und ob du vielleicht ein Mangelinstrument spielst (Oboe, Fagott, Horn).

    Na dann mal los. Ein Anruf bei der nächsten Musikschule und los geht's. Wenn dich das Komponieren von Musik umfassend interessiert, sollte dein Interesse auch groß genug sein, viel über alle möglichen Instrumente zu erfahren. Dazu mußt du Instrumente spielen. Nicht alle, aber günstigerweise viele, und einige halt auch recht gut. Auch Ensembleerfahrung ist sehr wichtig: du wirst im Kompositionsstudiengang mit Sicherheit Chorwerke, Streichquartette oder Werke für Sinfonieorchester schreiben - da ist es Gold wert, wenn man in solchen Ensembles mal selbst gespielt hat und die Bedingungen einschätzen kann. Das wird zwar bei der Aufnahmeprüfung nicht abgeprüft, aber es erleichtert die Praxis später.

    Übrigens gibt es an Musikschulen dann auch die Studienvorbereitende Ausbildung (SVA), die die Schüler auf das Bestehen einer Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule vorbereitet. Das solltest du dann unbedingt mitmachen, denn dort werden die zeitaufwändigen und langfristigen Lerninhalte wie Gehörbildung gelehrt und geübt.

    Wie einfach es ist, bestimmst du doch selbst - es gibt doch von Popmusik keine festgelegten Noten, wie etwas gespielt werden muß. Hast du mal versucht, den Song am Klavier komplett wiederzugeben, also Groove, Gesangsmelodie und die Piano-Fill-Ins? Wenn das farbig, abwechslungsreich und vorzeigbar sein soll, ist das schon nicht so einfach...ich habe selbst einige Zeit dran gebastelt.

    Lern ein Mangelinstrument, dann kannst du schnell in Orchestern mitspielen und bist ein gefragter Mitspieler. Neben den genannten Oboe, Fagott und Horn sind auch gut: Posaune, Tuba, Schlagzeug (klassisch!), Viola und Kontrabass.

    Nein, dort erst anfangen geht nicht. Bei der Aufnahmeprüfung wird Vorbildung vorausgesetzt. Vor allem wird vorausgesetzt, daß du in den letzten Jahren vor der Aufnahmeprüfung recht zielgerichtet auf einen Musikstudiengang hingearbeitet hast. Im Klartext: deine zukünftigen Instrumentallehrer wollen sehen, daß du dich z.B. seit dem Alter von 16 Jahren mit deinem Instrument beschäftigt hast.

    Entscheidend ist, ob du alle Aufnahmebedingungen der Hochschule erfüllst. Dazu zählt meist ein bestimmtes Altersfenster, das Abitur und eine bestandene Aufnahmeprüfung. Jede Hochschule bestimmt da ihre eigenen Details. Wenn alle Kriterien erfüllt sind, kann's losgehen.

    Harald
     
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