Lauten-Userthread

  • Ersteller Ersteller Uschaurischuum
  • Erstellt am Erstellt am
  • #181
Ich würde gerne wissen, ob ihr schon Erfahrungen mit Basslauten habt. Wie gut sie klingen und wie schwer es ist mit dem Daumen die Basssaiten dazu zu spielen. Mit meiner Gitarrenlaute spiele ich normalerweise einfache Akkordbegleitung.
Vor langer, langer Zeit besass ich eine Basslaute, sprich: eine Gitarrenlaute mit 6 Basssaiten. Es handelte sich um ein altes Stück, das in kosmetischer Hinsicht relativ gut erhalten war, aber leider eine sehr hohe Saitenlage hatte. Das spielen oberhalb der offenen Position war als mühsam. Nichtsdestotrotz habe ich einige nette Begleitungen hinbelommen! Irgendwann ist sie dann implodiert ...

Mein Gitarren-Begleitstil ist eher bassbetont, d.h. mein Daumen ist recht aktiv. Da hatte ich wenig Mühe, die freien Basssaiten mit einzubeziehen.
Ich weiß nicht, wieviele Basssaiten das Instrument hat, das du in Aussicht hast; es gibt sie meines Wissens mit 6, 4 oder 3 Basssaiten. In allen fällen wird die höchstklingende Saite auf das F unter dem tiefen E der Gitarrensaiten gestimmt, und die restlichen folgen der diatonischen Tonleiter nach unten. Meine 6 Bässe waren also F-G-A-H-C-D. Eine 4-bässige hätte dann A-H-C-D und eine 3-bässige H-C-D.
Damit kann man gerade die Akkorde, die bei der Gitarre keinen richtig tiefen Grundton haben, um einem solchen ergänzen. Schon die erste Basssaite verstärkt den D-Akkord, der sonst recht dünn ist, und die 2. Basssaite den C-Akkord, dessen tiefsten Grundton bei der Gitarre erst auf der 5. Saite liegt.
Ich würde es auch in Betracht ziehen, für Stücke in G-Dur die 6. Basssaite von F auf F# umzustimmen, und bei F-Dur die 3. Basssaite von H auf B.
Den Vorteil über der normale Gitarre bzw. Gitarrenlaute, finde ich, sind eben die nach unten abgerundeten Akkorde. Mit etwas Übung kann man natürlich kleine Bassläufe dort spielen, wo die Gitarre nicht hinkommt.

Cheers,
John
 

  • #182
Ich habe hier auch noch zwei Basslauten die auf eine Restaurierung warten. Vom Alter her würde ich die aber eher in die 1920er bis 1930er einordnen.
 
  • #183
Moin, hier meine Schulz - Basslaute
PXL_20230306_100734086.jpg
Kann mir jemand mehr über - Schulz, Nürnberg - sagen?
Auf dem Foto ist das Instrument neu besaitet (danke an Axel K.)
Ich probiere noch, aber der Klang ist toll!
Gruß Bernd
PXL_20230325_155122798.NIGHT~2.jpg
GrößenvergleichBasslaute - Konzertgitarre

Ich bin durch Zufall zu diesem Instrument gekommen (ein Geschenk), die Vorbesitzerin war gestorben und eine gute Freundin hat diese Basslaute in ihrem wunderbaren Weidenetuis vor der Ignoranz der Nachkommen gerettet
Sie konnte nicht selbst spielen, hat aber an mich gedacht..., der ich 6 Saiten bedienen kann. Ich zeigte Interesse, habe die Gitarrensaiten einigermaßen gestimmt.
Wie auch immer blieb sie bei ihr bis unsere Freundin kurz vor ihrem Tod (Krebs ist ein A...loch) mich fragte, ob ich die Laute erben wolle. Was für ein Erinnerungsstück💚
Sie wird "gitarrenmäßig" gespielt, allerdings erziehen mich das schmale Griffbrett und der ausgekehlte Bereich zwischen den Bünden zu sauberem Greifen. Die Bodunsaiten schwingen gut mit und geben dem Klang Volumen.
Falls jemand mehr Interesse an Informationen zu diesem Instrument hat, oder auch mehr Wissen über die Geschichte der Basslaute... bitte melden 🙏
Noch mal liebe Grüße in die Runde
 
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  • #184
Sie wird "gitarrenmäßig" gespielt, allerdings erziehen mich das schmale Griffbrett und der ausgekehlte Bereich zwischen den Bünden zu sauberem Greifen. Die Bodunsaiten schwingen gut mit und geben dem Klang Volumen.
Erstmal mein Beilied zum Tod deiner Bekannten - verbunden mit Glückwünsche zu deinem tollen Vermächtnis!
Ich habe oben berichtet (Posting #181 in diesem Thread) wie ich mit meiner 6-bässigen Basslaute umgegangen bin:
Mein Gitarren-Begleitstil ist eher bassbetont, d.h. mein Daumen ist recht aktiv. Da hatte ich wenig Mühe, die freien Basssaiten mit einzubeziehen.
... In allen fällen wird die höchstklingende Saite auf das D unter dem tiefen E der Gitarrensaiten gestimmt, und die restlichen folgen der diatonischen Tonleiter nach unten. Meine 6 Bässe waren also F-G-A-H-C-D. Eine 4-bässige hätte dann A-H-C-D.
Damit kann man gerade die Akkorde, die bei der Gitarre keinen richtig tiefen Grundton haben, um einem solchen ergänzen. Schon die erste Basssaite verstärkt den D-Akkord, der sonst recht dünn ist, und die 2. Basssaite den C-Akkord, dessen tiefsten Grundton bei der Gitarre erst auf der 5. Saite liegt.
Im Grunde findet man die Grundtöne für Akkorde von A, H, C, D, E, F und G auf der 6. Griffbrettsaite oder einer der Basssaiten deiner Basslaute. Die D-Basssaite fand ich besonders wertvoll, weil der Grundton des häufig (von mir) verwendeten D-Dur-Akkord erst auf der 4. Saite einer "normalen" 6-saitigen Laute oder Gitarre zu finden ist.
Übrigens: meine damaligen Basslaute hatte "normale" hochstehende Bünde, aber die 6-saitige Laute, die ich noch besitze (und gelegentlich spiele) hat "ausgekehlte" Bereiche zwischen den Bünden. Ja, eine gute Haltung der linken Hand ist schon wichtig!
Viel Spass mit der Laute!
Cheers,
Jed
 
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  • #186
Danke gidarr🙏
 
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  • #187
Hallo Miteinander
ein guter Freund kam mit einer Gitarrenlaute zu uns und sagte: da schau, gehört meiner Mutter die 90 Jahre alt ist und würde die Laute uns gerne schenken.
Naja, das nehmen wir doch gerne an. Zudem diese gar nicht sooo im schlechten Zustand ist. Da ist ein Schild von Robert Barth Stuttgart drauf. Anscheinend gibt es diese Firma sogar noch. Man kann sogar drauf spielen, auch wenn die Saiten schon nicht mehr die neuesten sind:sneaky:.
Ich kann die Saiten auch nicht so recht einordnen, aus welchem Material die wirklich sind. Die Basssaiten sind umwickelt mit Metall und die Diskantsaiten wie umwickelt mit Kunststoff oder ähnliches...keine Ahnung (auf Fotos sieht man es).
Etwas das gemacht werden muss ist der Sattel. Der hat sich schon etwas gelöst, hält aber erstaunlicherweise noch. Vermutlich wurde damals ein Leim verwendet, den man mit Wärme lösen kann.
Was meint ihr zu diesem Instrument? Da hab ich echt keine Ahnung was es überhaupt Wert ist.
Für mich wäre es ein schönes Projekt, die Gitarrenlaute für meine Lebenspartnerin wieder funktionstüchtig zu machen. Sie spielt schon recht gut Gitarre und möchte darauf für sich ältere Musik spielen.

Hier mal ein paar Fotos
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Hier sieh man den Sattel der sich etwas gelöst hat
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Und hier die Saiten
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Grüsse
Rolf
 
  • #188
Hallo Rolf,
Das sieht doch nach einer guten Basis aus. Der Steg (ich denke den hast du gemeint) muss geleimt werden, die Bünde auf der Decke kann man ersetzen, allerdings spielt in diesen Lagen eh' kein Mensch mehr.
Oft ist die Saitenlage bei den Dingern das grösste Problem, durch den Saitenzug und die teils unvorteilhafte Lagerung über Jahrzehnte verzieht sich der Hals doch merklich und die Saitenlage wird sehr hoch.
Eigentlich sind das Gitarren im Lautengewand, somit kann man einen Satz low tension Nylonsaiten aufziehen oder wirklich sanfte Stahlsaiten (z.B. Optima Bergfee). Hauptsache wenig Zug....
Persönlich verwende ich hier Nylons, aber jeder so wie er es mag.
Zum Wert, in den gängigen Portalen findet man sie zuhauf, also sollte man keine Wunder erwarten. Robert Barth ist kein unbekannter Name, aber auch er hat damals schon Instrumente in Mengen zugekauft und dann sein Schild drauf geschraubt. Es wird also mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht in seiner Werkstatt entstanden sein.
Spielbar machen und Freude daran haben!!

Lieben Gruss, Michael
 
  • #189
Hallo Michael,
ja ich meinte den Steg. Den werde ich entfernen und etwas abschleifen, damit der nimmer so hoch ist. Weil Saitenlage ist hoch, vermutlich weil Hals zu Korpus in den vielen Jahren sich verzogen hat.
Aber zum etwas spielen wird es auf jeden Fall reichen.
Aber dennoch die Frage: was sind das für Saiten die drauf sind. Vielleicht umwobene Darmsaiten?
 
  • #190
Wenn es tatsächlich Darmsaiten sind wirst du öfter nachstimmen da Darmsaiten auf Wärme und Feuchte stärker reagieren.
Die farblich umsponnenen Enden sprechen für Darm.Schon mal erkennt man an den Enden sogar den Darmkern. (Bild 7 rechts Mitte)
Der Klang soll wärmer sein und gut zu solchen Lauten passen weshalb sie trotz der Stimminstabilität gern aufgezogen wurden.
Alte umsponnene Darmsaiten können schon klanglich nachlassen oder einknicken.
In jedem Fall würde ich die erst mal belassen und testen.
 
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  • #191
Noch was zu den Saiten: Grundsätzlich sind das normale Konzertgitarrensaiten (früher eben Darm, heute Irgendwasanderes, also Nylon oder Carbon oder...) Wenn du eine Alternative zu den vorhandenen Saiten suchst: Vermutlich lohnt es sich, da mal mit Aquilas herumzuprobieren, die teilweise historische Klangfarben "nachahmen" (Ambra 800/900 usw.), da gibt es einschlägige Diskussionen zu den Unterschieden auf Klassikgitarrenforen (www.forum-klassikgitarre.de oder www.classicalguitardelcamp.com).
Klanglich ist das Teil halt einer Gitarre doch wohl näher als einer (Renaissance- oder Barock-) Laute.
 
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  • #192
Die Ambra 900 wären sicher eine gute Wahl und einen Versuch wert. Die Diskantsaiten (vor allem die hohe e) reissen allerdings gerne mal an den scharfen Kanten der Wellenbohrungen. Mit einer Feile die Kanten zu brechen kann da Abhilfe schaffen.
 
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  • #193
Vielen Dank erstmal für die Infos.
Jetzt geht's erst mal ans reparieren des Stegs. Von der Decke entfernt hab ich den schon, mit Föhn ging das Recht einfach.
Die Mechanik reinigen und wieder gängig machen.
Saiten probiere ich die Ambra aus.
Saluti
 

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