Liedtexte lernen Trick?

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Patrick Kranig
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Hallo,

Wir Sänger kennen alle den Wert einer guten Performance für eine sichere, emotionsgeladene Aufnahme und Probe:

... und darum lernen wir unsere Lyrics auswendig (auf der Bühne zu 95% sowieso=:

Ich tu mich da manchmal ein bisschen schwer, wie handhaben dass denn die Profis (also Ihr) in der Praxis?

Gerne Tipps :)
MFG
 
Es gibt eine Reihe Mnemotechniken, z.B. Sätze an abstruse Geschichte binden, falls Text und Performance es nicht schon hergeben.

Für Lern-Junkies empfehle ich (immer wieder) ... Anki (hier im MB 'mal suchen). Ist elektronisiertes Kartenlernen mit Suchtpotential. Kostenlos, es sei denn, man ist ver-Apple-t - dann hilft nur die Online Variante per Browser.

Anbieten könnte sich für Dich zB:
  • Formales/Orientierungspunkte (Anzahl Strophen usw je Stück)
  • Titel - vs. - besungens Thema
  • 1. - letzte Strophe je Song
  • usw.
  • dh jede sinnvolle Aufteilung
 
wie handhaben dass denn die Profis (also Ihr) in der Praxis?

Ob Profi oder Amateur spielt da nur eine untergordnete Rolle.

Bei beiden führt die Wiederholung meist zum Erfolg. Und da man Songs beim Proben recht häufig wiederholt, lernt man den Song automatisch. Natürlich sollte man früh genug anfangen, die "Krücke", also das Textblatt oder das Display, wegzulegen.

Ausnahmen sind die Sorte Profis, die kaum oder gar nicht proben, sondern sich einfach Noten und Texte zukommen lassen und direkt spielen. Die nehmen ihr Papier/Display dann aber eben auch gern mit auf die Bühne.

...
 
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Elton John und Kunze haben einen Teleprompter.

Für mich ist es Pflicht und Ehre, alles auswendig zu können.

Ich singe dazu 100 x im Auto mit und dann sitzt es.

Falls eine Passage schwer zu merken ist, übe ich sie eben nochmal extra und mach mir ne Eselsbrücke.

Ich hasse es, wenn ich als Zuhörer zu einer Veranstaltung im Rock / Popbereich gehe und auf der Bühne Notenständer entdecke.
 
Hi,
möchte mich hier nicht als Profi aufspielen, aber folgende Vorgehensweise hat sich für mich bewährt:

- Songstruktur erfassen, d. h. viel viele Strophen, Refrains, Soli, was ist gleich
- Logische Abfolge im Text erfassen, was erzählt der Text, was wird in jeder Strophe erzählt
- Text abschreiben, überprüfen ob er so für mich singbar ist (auch rhythmisch), evtl. manche Stellen vereinfachen
- Lernen, in dem man Text vom Blatt absingt (nicht mit voller Stimme, sonder einfach, dass es bequem und nicht anstrengend von statten geht), dabei im Rhythmus laufen.
- Zwischendurch immer wieder den Text aus dem Gedächtnis aufschreiben und/oder rezitieren.
- Wenn man Text kann trotzdem immer wieder auswendig singen, damit er ins Langzeitgedächtnis übergeht.

Bin auf weitere Tips gespannt. Mich würde interessieren wie sich Schauspieler lange Texte einprägen.
 
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Moin :)

Meine Erfahrung dazu ist diese hier, und zwar völlig unabhängig davon, ob es sich um eigene Songs und Texte handelt oder um Coverversionen:

Mitsingen (und wenn es noch so oft getan wird) ist etwas völlig anderes, als selbst und am besten auswendig zu singen. Es fehlt das Fangnetz, das beim Mitsingen aufgespannt ist. Gut zum Einprägen der Songstruktur, gut zum grundlegenden Auswendiglernen - aber noch lange nicht für die absolute Selbstverständlichkeit, wenn man vorne alleine am Mikro steht.

Im Proberaum bei der wöchentlichen Wiederholung geht das etwas besser, dass diese Sicherheit kommt. Aber für mein anderes Projekt geht das nicht, und das bereitet mir beim Lernen durchaus Schwierigkeiten.

Die Tipps von @nasi_goreng - insbesonders mit dem Aufschreiben und Rezitieren - sind da ganz wunderbar, setze ich teilweise auch so um.

Schauspieler*innen haben (außer bei langen Monologen) den Vorteil, dass es Stichworte und ein Miteinander gibt und können ihre Passagen so mit einem Gegenüber mit dem Skript in der Hand üben. Das können Sänger*innen leider nicht.
 
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Zwischendurch immer wieder den Text aus dem Gedächtnis aufschreiben und/oder rezitieren.
ich lerne Liedtexte (klassicher Gesang) relativ leicht und schnell. Für mich ist die Kombination von Text und Noten das, womit ich mir beim Auswendiglernen am allerleichtesten tue. Trotzdem gibt es dann auf der Bühne und im Stress oft unangenehme "Denkphasen" die der Interpretation garnicht gut tun.
Wenn ich aber den Text richtig gut rezidieren kann (dafür brauche ich ein vielfaches der Zeit vom normalen Auswendiglernen), dann sitzt das auch und ich kann relativ entspannt auf die Bühne.
Und wie ja schon einige Male gesagt wurde, das Zauberwort heißt Wiederholung!
lg Thomas
 
Ich hab’s einfach aufgegeben und schon im Kindergarten nach Texten gefragt; Auswendiglernen kann ich nicht, und Lesen hingegen schon sehr früh.

Klar, irgendwann (meist nach dem Konzert…) hat man’s dann auch drin, aber mit den Noten vor der Nase kommt man auch bei kleinen Aussetzern besser wieder rein, und in den allermeisten Genres ist das akzeptabel.
 
und in den allermeisten Genres ist das akzeptabel.

Echt? Ist das überhaupt genreabhängig oder eher Frage des Einsatzgebietes?

Chor? Okay.
Arie? Nee.
Dinnermusik? Okay.
Metal, Rock, Pop. Rap? Nee.
Tanzmucke? Vielleicht.
Lied? Okay.
Bei allem, was mit Entertainment/Show zu tun hat: dickes Nein. Da muss zumindest die Front dem Publikum zugewandt sein.


..
 
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Ich empfinde es als extrem hilfreich, mir die zumeist englischsprachigen Texte erst mal zu übersetzen. Hat man eine Story, die man, wenn man Phantasie hat, mit entsprechenden Bildern und Szenen verbinden kann, dazu noch die Melodie, die Highlights setzt ... all das zusammengenommen ist für mich eine gute Strategie, den Übungsaufwand und die Anzahl der Wiederholungen in Grenzen zu halten. Manchmal helfen zusätzlich auch Gestenfolgen/Choreografien ...
 
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Ich mache es beim Texte lernen genauso wie beim Auswendiglernen am Instrument, zwei wichtige Dinge helfen mir:

- vom kleinen zum großen
Also erstmal Zeilen oder kleinere Abschnitte, dann die zu größeren Blöcken zusammensetzen

- im Kopf vorneweg sein
Wenn ich eine Zeile / einen Abschnitt spreche, muss ich im Kopf schon den /die nächste und übernächste "vorhören".
Das übe ich, in dem ich immer die Übergänge alleine übe.

Wenn ich also zB das hier lernen will

Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp,
Zu tauchen in diesen Schlund?

Einen goldnen Becher werf ich hinab,
Verschlungen schon hat ihn der schwarze Mund.


.. und kann schon die zweizeiligen "Blöcke", habe aber Probleme, den jeweils nächsten sofort parat zu haben,
dann spreche / singe ich den Übergang "in diesen Schlund einen goldnen Becher" ein paar Tage x mal, schnell, als wäre es ein Wort. Dabei auch gern visuell irgendwas vorstellen.

Danach ist automatisch im Kopf schon klar, was auf "in diesen Schlund" folgt. ;)
Hoffe das ist verständlich.

Natürlich muss man auch die großen Zusammenhänge erfassen, Musik / Bilder / Eselsbrücken nutzen usw. Das sind bei mir aber eher Zwischenschritte.
Es muss ja auf der Bühne ohne Nachdenken einfach "fließen", und das geht nur, wenn ich es automatisiere.

Später kommt dann noch Üben unter erschwerten Bedingungen - also Ablenkungen. ZB nebenbei Radio oder einen Film laufen lassen, deutlich schneller singen/sprechen oder irgendwas anderes ablenkendes.
 
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Mir ist aufgefallen, dass ich schwere Stücke, die ich intensiv üben musste später besser auswendig kann, als die einfacheren.
Ich merke auch einen Vorteil beim Üben, wenn ich ein Stück immer wieder wiederhole, dass es sich besser setzt, als wenn ich mein Programm durchspiele und jedes nur einmal.

Wenn etwas dann sitzt, dann reicht auch die gelegentliche Wiederholung.
Daher versuche ich neues (und wenn es nur der Text ist - Noten / Harmonien laufen bei mir leichter nebenher) erst mal durch intensives Üben und häufiges Wiederholen zu verankern.

Und natürlich immer gleich Text und Melodie verküpfen. Unser Gehirn arbeitet hochgradig assoziativ.
Auch da eine interessante Erfahrung: Ich habe eine Weile bei Musicals mitgespielt. Da erschien es als große Hürde, Noten, Text UND Choreografie gleichzeitig zu lernen, allerdings saß die Kombination von allem zusammen nachher wirklich sehr gut.
Also durchaus beim Lernen alles gleichzeitig verknüpfen. Dafür lieber zuerst mit dem Tempo etwas runter.
 
Mir fällt es als Sänger und Gitarrist eigentlich immer recht leicht, weil ich wie @chris_kah schon schrieb immer Text und Gitarre miteinander verknüpfe.

Neue Songs übe ich dann immer Zuhause schon bis zur „Vergasung“, so dass ich maximal bei den ersten zwei Proben mit Band Papier brauche.

Der andere Vorteil ist, dass ich bei uns der Haupt Songwriter bin, wir keinen Wert auf Massenkompatibilität legen, Coversongs die wir spielen 90% der Masse eher unbekannt sind und somit (außer bei mehrstimmigen Parts) doch einige Freiheiten bestehen.

… obwohl, wir haben vor einigen Jahren mal „Wire to wire“ Zweistimmig gesungen, da brauchte ich ehrlich gesagt die Anfangszeilen der Strophen (A4 groß gedruckt auf die Bühne geklebt), sonst wär es aber sowas von schief gelaufen, da konnte ich mir die Abfolge der Strophen einfach nicht merken.
 
Echt? Ist das überhaupt genreabhängig oder eher Frage des Einsatzgebietes?

Chor? Okay.
Arie? Nee.
Dinnermusik? Okay.
Metal, Rock, Pop. Rap? Nee.
Tanzmucke? Vielleicht.
Lied? Okay.
Bei allem, was mit Entertainment/Show zu tun hat: dickes Nein. Da muss zumindest die Front dem Publikum zugewandt sein.
Kommt ja aufs Instrument an. Klavierspieler haben ja kein Problem damit, Noten und Texte aufs Pult zu stellen, bei akustischen Gitarren ist es kein Problem, sich einen Spickzettel auf das Instrument zu kleben (bei langen Liedern wie "American Pie" stößt man allerdings damit an Grenzen – die ersten Zeilen der Strophen können aber schon ein wenig weiterhelfen), bei Solidbody-Gitarren funktioniert das schon weniger gut.

Und es kommt auf das Lied an.

Ich hab mal ein Lied geschrieben, das eine lange Reihe von Aufzählungen beinhaltete und bei dem jede Zeile mit "Du bist mein ..." begann (Du bist mein Himmel und mein Glück, du bist mein vor und mein zurück, usw.). Da bin ich regelmäßig gescheitert.

Hanns Dieter Hüsch (Klavier- bzw. Orgelspieler) ist ausschlielich mit Texten auf dem Instrument aufgetreten.
 
Und es kommt auf das Lied an.
Natürlich, mir fällt es immer leichter, wenn ich mich mit dem Song identifizieren bzw. mich da wirklich reinfühlen kann.

Love Songs kann ich mir zum Beispiel schlecht merken, hat aber auch damit zu tun, dass ich mich da oft nicht wirklich reinfühlen kann, das ist dann der Job für denjenigen, der es geschrieben hat.

Emotionen, die jemand anders in Text gefasst hat find ich am schwierigsten adäquat rüber zu bringen und mir zu merken, wenn ich da keine Verbindung zu meinem Leben aufbauen kann.
 
Kommt ja aufs Instrument an.

Da wir uns hier im Sub "Sängeralltag & Praxis" befinden und das Thema mit den Worten "wir Sänger" eingeleitet wurde, beziehe ich mich selbstredend nur auf den Leadgesang, mit besonderem Fokus auf die "Stage-Front".

Hanns Dieter Hüsch (Klavier- bzw. Orgelspieler) ist ausschlielich mit Texten auf dem Instrument aufgetreten.

Ungünstiges Beispiel. Hüsch war ja nicht irgendein singender Orgelspieler. Hüsch war als Kabarettist auf der Bühne rasant, eloquent, aufmerksam, sein Timing perfekt. Hier ein TV-Auftritt von 1974: Er redet lange Passagen frei ohne Versprecher, unterbricht sich selbst und steigt quer wieder ein. Er verliert dabei nie den Kontakt zum Publikum. Bei dieser atemlosen Dynamik darf er gern zwischendurch mal einen flüchtigen Augenblick auf einen Spickzettel wagen (wobei ich mich ernsthaft frage, ob er wirklich darin liest oder ob das nicht nur ein Manöver ist). Das ist nicht das gleiche wie ein Front-Sänger, der ein paar Songtexte nicht auswendig kann.




Letztendlich darf das jeder machen, wie sie will. Wenn meine Performance aber so ausgerichtet ist, dass ich in Interaktion mit dem Publikum gehen will oder auch in irgendeiner Art "schauspielern" muss, dann ist es suboptimal, wenn mein Blick auf einem Display oder einem Zettel klebt.

....
 
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Wenn meine Performance aber so ausgerichtet ist, dass ich in Interaktion mit dem Publikum gehen will oder auch in irgendeiner Art "schauspielern" muss, dann ist es suboptimal, wenn mein Blick auf einem Display oder einem Zettel klebt.
Dass man in Kontakt zum Publikum kommen will, ist ja generell so - und auch die Interaktion mit den anderen Musikern ist um Größenordnungen besser, wenn man auswendig spielt / singt.

Einen Spickzettel finde ich ok, um nicht rauszukommen und im Ernstfall wieder reinzukommen, aber grundsätzlich finde ich auswendig auf der Bühne schon deutlich besser - fürs Publikum sowieso, aber es macht auch mir mehr Spaß.
 
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Losgelöst vom Singen (ich rezitiere gern Gedichte, Schüttelreime, Limericks, Juxreime, Teile von Liedtexten in gesprochener Form usw.)

Ich schreibe den Text in passende Häppchen eingeteilt auf Karteikarten. Die werden nummeriert. Ich beginne mit 1. Und dann lerne ich Wort für Wort oder Satz für Satz (ggf. bei leicht zu Merkendem auch schon Strophe für Strophe).

Ich spreche laut und ich muss mich dabei mich bewegen. Sitzend funktioniert das nicht. Also laufe ich entweder in der Wohnung rum, oder gehe spazieren oder Gassi mit den Hunden.

Wenn ich alle Karteikarten eines Textes flüssig beherrsche, also den kompletten Text hintereinander kann, mische ich die Karteikarten. So kommt ggf. Karte 2 zuerst vor Karte 5 usw.

Dann sage ich nicht den Text der gerade gezogenen Karte auf, sondern den Text der Karte vorher oder danach.

So bekomme ich die Routine und damit Sicherheit, dass ich jederzeit, egal wo ich mich im Text befinde, loslegen kann.
 
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Springsteen kann nicht ohne Prompter. Reinhard Mey sagt er hört auf wenn er sich den Text nicht mehr merken kann. So unterschiedlich sind Vollprofis.
 
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ich habe seit kurzem ein i-pad in verwendung am mikroständer. da kann ich wunderbar beim singen ums mikro herum auf den text schielen....falls erforderlich.
 

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