Modale Funktionsharmonik / phrygisch oder äolisch?

von DC1407, 23.01.07.

  1. DC1407

    DC1407 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.01.07   #1
    Hallo Forum,

    ich hatte eben "für Spaß" ein Song mit den Akkorden

    / Em / Em / Cmaj7 / Am /
    / G / Em /

    versucht näher zu betrachten. Wie kann ich nun feststellen, ob die "Komposition" in E-phrygisch oder E-äolisch gedacht ist?

    Funktionsreihe in E-phrygisch wäre:
    Em7 Fmaj7 G7 Am7 Bm7b5 Cmaj7 Dm7

    Funktionsreihe in E-äolisch:
    Em7 F#m7b5 Gmaj7 Am7 Bm7 Cmaj7 D7

    In beiden Modi kommen die oben gespielten Akkorde (nur Dreiklänge bis auf Cmaj7) vor. Wenn ich versuche statt eines G-Dur-Dreiklangs Gmaj7 oder G7 zu spielen gibt mir das nicht wirklich Aufschluss darüber, was "richtig" ist. Wie geht man bei einer Akkordfolge vor, auf die verschiedene funktionsharmonische Modi zutreffen würden? Oder ist es ohne Hilfe der darüber gespielten Melodie hier nicht möglich, einen Modus zu bestimmen?
     
  2. konbom

    konbom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.01.07   #2
    Also ich glaube, dass das ohne die Melodie wirklich nicht genau bestimmt werden kann. Mit Melodie jedoch sehr wohl. Sollte während eines Em-Akkordes ein F auftauchen kannst du so gut wie sicher sein, dass es phrygisch ist. Außerdem wird Äolisch im Jazz nur sehr selten verwendet, also wäre phrygisch doch wahrscheinlicher...

    MfG
     
  3. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 23.01.07   #3
    @DC1407
    Wie du schon bemerkt hast, kann man aus den Akkorden den Modus nicht eindeutig ableiten. Alle Akkorde wurden aus e, g, a, b, c, d gebildet. Da hier der Ton f bzw. f# fehlt, passen diese Akkorde zu phrygisch und äolisch.

    Möchte man phrygisch kadenziell unterstreichen, so muß der Kadenzklang die charakeristische Note für den Mode enthalten. Das ist hier das f.

    F bzw. Fmaj7 und Dm bzw. Dm7 wären die Kandezklänge, die eindeutig auf phrygisch deuten würden. (z.B. Em, F, Em oder Em, Dm7, Em)

    (mit Kadenzklänge meine ich die Akkorde, die ein gewisses Auflösungsbestreben in die Tonika haben.)

    Gruß
     
  4. MathiasL

    MathiasL HCA Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 27.01.07   #4
    Super Beispiel !
    DC hat auch gleich alles richtig beantwortet,bzw die anderen.Ohne Melo kann man
    hier eine Entscheidung einfach nicht herbeiführen bzw erzwingen.

    DC:was hälst Du von halbtaktig G.. D/F# im vorletzen Takt?,..erstens wäre dann
    die Tonart klar,und zweitens kriegst Du so einen Trugschluss hin ,bzw einen
    formalen Abschluss der Form, sodass man es beim Spielen leichter hat, die Form zu halten, weil ja im ''cyclemode'' E m immer drei Takte nacheinander kommt.

    Grüße!
     
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