Die verfluchten Entlein :D Oder: Der unfähige Musiker

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NoSoldier
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Guten Tag liebes Musikerforum,
zunächst einmal zu meiner Person: Ich bin ein Amateurmusiker (21), welcher seit ca. 5 Jahren mit Musik beschäftigt ist. Zunächst begann ich mit dem Klavierspiel und fügte etwa 2 Jahre später noch die Gitarre und den Gesang, jeweils unterstützt von Lehrern hinzu. Ich würde mich bei weitem nicht als fähig auf dem Gebiet der Musik umfassen, da zu den schwierigsten Stücken die ich "gemeistert" (also einigermaßen gut) spielen kann z.B. die Rachmaninov Prelüde Op. 3 Nr. 2 in C#-Moll zählt. Das Spiel nach Noten ist für mich innerhalb dieses Zeitrahmens - meiner Meinung nach - recht geläufig, aber natürlich noch bei weitem stark ausbaufähig, ebenso wie meine Fingerfertigkeit (muss mehr Etüden spielen >.<).
Vor kurzer Zeit begann ich mich stärker mit der Harmonielehre auseinanderzusetzen (Kirchentonarten, Stufentheorie, Zwischendominanten) und möchte nun "Alle meine Entchen" gewissermaßen vertonen (Gaaaanz langweilig in C-Dur) um mein Verständnis der Materie zu vertiefen und dann andere vermeintlich einfache Stücke ebenfalls anzugehen.[ Ich bin mir nicht sicher, ob der Thread an dieser Stelle in den Kompositionsteil gehört oder nicht, wenn ja bitte verschieben liebe Admins (<3).] Hierzu ging ich wie folgt vor:

1. Ich erspielte nach Gehört die Melodie beginnend mit C (weil soll ja C-Dur sein =) ). Und schrieb diese dann auf. (ehrm... ich nehm an ihr kennt sie, aber vielleicht zum Verständnis hier nochmal in einzelnoten, ist ja nicht so lang (Ein Buchstabe eine achtelnote, 2 = viertel usw.): 4/4 | c, d, e, f, gg, gg| a,a,a,a, gggg| a,a,a,a, gggg|f,f,f,f, ee, ee| d,d,d,d, cccc|
Ich weiß nicht genau wie das hier mit externen links läuft, daher so umständlich um etwas zu haben worüber wir uns unterhalten können. :)

2. Ich schrieb einmal die C-Dur Tonleiter auf um mir das vorhandene Tonmaterial anzuschauen, sortiert nach Stufen (Cmaj7, Dm7, Em7, Fmaj7, G7, Am7, Bm7b5).

3. Nun ging ich daran die Melodie nach geeigneten Chords zu untersuchen, welche ich in den einzelnen Takten verwenden könnte. Natürlich kam ich dabei zunächst auf die guten alten T, S, D Chords beim probieren, aber damit wollte ich mich natürlich nicht zufrieden geben. Daher schaute ich mir etwas näher die betonten Zählzeiten an und entschied die Chords nach jeweils einem halben Takt zu wechseln (Bauchgefühl). Womit ich für die Takte in etwa folgende Möglichkeiten sah (Erschlagt mich wenn ich Mist erzähle :) ) : |Cmaj7/Em7/Am7, G7/Em7/Cmaj7 | Am7/Fmaj7/Dm7, G7/ Em7/Cmaj7 | (Am7)/Fmaj7/Dm7, G7/Em7/Cmaj7 | Dm7/Bm7b5/Fmaj7, Em7/G7/Cmaj7 | Dm7/Bm7b5, Cmaj7|

Im Endeffekt suchte ich von meinen tonalen Hörgewohnheiten her erstmal auf die meisten der "7nen" zu verzichten. Hehe... Am Ende hatte ich durch herumprobieren etwas holpriges auf die Beine gestellt, das, wenn es auch nicht vom Hockerreißend schön klang, so doch seinen Zweck erfüllte. Dies ging ich dann mit meinem Gitarrenlehrer durch, wodurch wir am Ende auf die folgende Version kamen: |C, Em |F, Em7|Dm7, A7| Dm7, G7|B°7, Cmaj7|.
Meine Stufenanalyse hierzu wäre folgendes: | I, III | IV, III | [II, V/II] --> | II, V |VII, I |. Wobei ich mir bei dem B°7 Akkord etwas unsicher bin wie der da hinkommt, da er meiner II, V --> I Verbindung (auf dem Papier) im Wege zu stehen scheint. *duckundrenn*.

Jedenfalls fragt ihr euch sicherlich nun was ich eigentlich von euch will:

Macht das in Ansätzen Sinn, sich das so zu überlegen oder bin ich auf dem Holzweg?

Und:
Das auf der Gitarre zu spielen erscheint mir irgendwie eine Sache zu sein, es allerdings einigermaßen süffig auf Klavier zu tun eine komplett andere. Habt ihr Tipps wie man soetwas am besten auf dem Klavier arrangieren kann? Welche Lagen verwende ich am besten und gegebenenfalls warum?

Und die wohl etwas aufwändigere Frage: Wie kann ich nun aus einem solchen Thema, wie bekannt und banal es nun einmal sein mag eine rockige oder reggae, jazz, blues, w/e -Version daraus machen? Mein educated guess hierzu ist, dass es sich dabei um Rhytmik und Geschwindigkeit dreht, sowie gegebenenfalls Genretypischere Akkorde/Akkordverbindungen zu verwenden.

Ich hoffe ich hab jetzt nicht jeden mit der Wall of Text abgeschreckt, ich wollte nur meinen Kenntnisstand und das "Problem" so genau wie möglich abbilden, da mich hier (noch) niemand kennt und hoffe, dass mir jemand helfen kann mehr über diese Dinge zu erfahren. Denn ich möchte ein wenig weg von der "nach Noten spielerei". :)

Man könnte diesen Thread wohl auch als Hilfeschrei auffassen dahingehend, dass ich mir irgendwie verloren vorkomme (Trotz Lehrern) und gerne einen Weg sehen möchte, den ich beschreiten kann mich zu tieferem Verständnis zu führen, auf das ich es anzuwenden vermag.

Bis dahin verbleibe ich der Eure,
NoSoldier
 
Eigenschaft
 
Und die wohl etwas aufwändigere Frage: Wie kann ich nun aus einem solchen Thema, wie bekannt und banal es nun einmal sein mag eine rockige oder reggae, jazz, blues, w/e -Version daraus machen? Mein educated guess hierzu ist, dass es sich dabei um Rhytmik und Geschwindigkeit dreht, sowie gegebenenfalls Genretypischere Akkorde/Akkordverbindungen zu verwenden.

Eine ganz allgemeine Anmerkung dazu: Jeder Stil, jedes Genre, wie auch die von Dir genannnten, hat einerseits seinen ganz eigenen Rhythmus und seine eigene rhythmischen Phrasen und Phrasierungsweisen, andererseits seine eigenen harmonischen "Floskeln". Das zusammen macht einen Stil aus.
Es geht nun darum, dieses "Stil-prototypische" herauszuarbeiten und zu versuchen, es dem gewünschten Song (in dem Falle die Entchen ...) "überzustülpen". Der schwierigere Aspekt wird wahrscheinlich die Harmonik sein, denn die Rhythmik eines Songs läßt sich ja fast beliebig ändern.

Also: Zum BEISPIEL: Der von Dir genannte Reggae.

Prototypisch ist Reggaemusik in Moll, und hat wenige Harmoniewechsel.

Ich würde also mal beginnen, die Melodie in der parallelen Molltonart zu harmonisieren, und zu sehen, wo sich da Reggae-Harmonie-Standardfloskeln unterbringen lassen.

Wenn man ins Detail geht, ergeben sich wahrscheinlich noch jede Menge Detailprobleme, für die man individuelle Lösungen finden muß. Entweder muß man das Reggae-Muster an den Song anpassen, oder die Melodie des Songs an den Reggae. Halt das, was weniger "holprig" ist ...

LG, Thomas
 
Vielen Dank für deine Antwort Thomas. :)

Ich habe jetzt noch nicht weiter im Forum nachgeschaut, weil gleich das Bett ruft, doch morgen werde ich mal zum einen das Forum durchsuchen und zum zweiten mir ein paar gute alte Marley Songs anhören, um Reggae besser zu verstehen.

Liebe Grüße,
NoSoldier
 
Naja, Reggae war ja nur ein Beispiel ... aber das Prinzip gilt für jeden Musikstil, den Du anwenden willst ... insoferne gilt es (wie immer !), über einen langen Zeitraum aufmerksam und aktiv zuzuhören und wirklich zu verinnerlichen, was die musikalischen Eckpfeiler von Reggae, Polka, Tango, Salsa, Walzer, Swing, Funk, Beat, Boogie, Soul, R&b, Schlager, etc. ... und was weiß ich was noch alles, sind.
 
die "Entchen" in Moll hat Dvo&#345;ák schon als Thema in seiner Moldau verwurstelt...
 
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... und möchte nun "Alle meine Entchen" gewissermaßen vertonen ...

1. Ich erspielte nach Gehört die Melodie beginnend mit C (weil soll ja C-Dur sein =) ). Und schrieb diese dann auf. (ehrm... ich nehm an ihr kennt sie, aber vielleicht zum Verständnis hier nochmal in einzelnoten, ist ja nicht so lang (Ein Buchstabe eine achtelnote, 2 = viertel usw.): 4/4 | c, d, e, f, gg, gg| a,a,a,a, gggg| a,a,a,a, gggg|f,f,f,f, ee, ee| d,d,d,d, cccc|
Ich weiß nicht genau wie das hier mit externen links läuft, daher so umständlich um etwas zu haben worüber wir uns unterhalten können. :)

2. Ich schrieb einmal die C-Dur Tonleiter auf um mir das vorhandene Tonmaterial anzuschauen, sortiert nach Stufen (Cmaj7, Dm7, Em7, Fmaj7, G7, Am7, Bm7b5).

3. Nun ging ich daran die Melodie nach geeigneten Chords zu untersuchen, welche ich in den einzelnen Takten verwenden könnte.

Bei Punkt 3 kommt es nun darauf an zunächst die Stellen zu lokalisieren bei denen die Tonika, bzw. Dominante kommen muss. Das sind sozusagen dann die Eckpfeiler Deiner Reharmonisation.
Um diese Punkte zu finden braucht etwas Routine bzw. Gehör.
Danach arbeitet man sich von diesen Punkten aus rückwärts vor, d.h. wenn auf einem dieser Eckpunkte die Dominante steht, kann man, vorausgesetzt die Melodie lässt es zu, einen die Dominante vorbereitenden Akkord setzen, z.B. die IIm7 oder IV Stufe.

Dabei ist es ebenso wichtig die Form des Stückes zu erfassen und somit ein Gespür für schwere und leichte Takte/Taktteile zu bekommen. Ein instabiler Akkord (Dominante) steht eher auf einem leichten Takt/Taktteil.



Hier mal ein Beispiel für "Hänschen Klein" in F Dur:

[FONT=Verdana, Arial, Helvetica][FONT=Verdana, Arial, Helvetica]|| Am7(b5) D7(b9) | Gm7(b5) C9 | Bm7b5 Bbm6 | F/A C7/G |
| FMA7 F#o7 | Gm7 Bbm6 | F/C C13sus | F6 ||
[/FONT][/FONT]
 
Oder so ... (eine eher Jazz-orientierte Enten-Version in C-Dur) :

//: C maj / Gm/C / Fmaj7 / Em7 /
F#m7b5 B7b9 / Em7 A7b9 /
Dm7 Fm6 / Bb7-9#11 A7-9 /
Ab7#11 G7sus / Abmaj7 C#maj7 : //

LG, Thomas

- - - Aktualisiert - - -

Hier mal ein Beispiel für "Hänschen Klein" in F Dur:

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil ... :)

Ich habe mir Deine Akkorde angesehen und mir gedacht "was soll denn DAS sein ... ?!", ehe ich dann doch noch gelesen habe, daß Du (absichtlich ?) "Hänschen" bearbeitet hast, während ich die Akkorde im Kopf mit den "Entchen" in Einklang bringen wollte ...

Thomas
 
Naja, ich wollte eben mal nicht gleich mit der Tür in´s Haus fallen. Die "Entchen" überlasse ich ihm.

Bei Deinen "Entchen" würde ich CMA7 eventuell durch C6 austauschen und das C#MA7 im letzten Takt sollte in DbMA7 umbenannt werden. Ansonsten gefällt mir Deine REHA.
 
Bei Deinen "Entchen" würde ich CMA7 eventuell durch C6 austauschen und das C#MA7 im letzten Takt sollte in DbMA7 umbenannt werden. Ansonsten gefällt mir Deine REHA.

Du hast recht.

Aber bei so einer schnell hingefetzten Idee denke ich nur in Akkord-QUALITÄTEN, da mache ich (für mich im Denken) keinen Unterschied zwischen C6 und Cmaj7.
Außerdem, wenn ich so darüber nachdenke ... Der Cmaj7 hat gegenüber dem C6 den Vorteil, daß er einen schöneren Übergang zum folgenden Csus, mit der innewohnenden Linie C - B - Bb ... bietet.

Außerdem bekenne ich, daß ich eine enharmonische Wildsau bin ... und solche Dinge LAUFEND falsch notiere ...
Ich gelobe Besserung.. :)

Thomas
 
Vielen lieben Dank für eure Antworten. :)
Ich werde mich nach der Arbeit mal hinsetzen und mir anschauen, inwieweit ich mit euren Tipps zurechtkomme. Insbesondere der Teil mit zuerst stringent nach Tonika bzw. Dominante (Ich gehe davon aus Tonarteigene...und nicht eine zwischendominante irgendeiner Form) zu suchen gefällt mir.

Ein paar Fragen zwecks Verständnis hätte ich dennoch übrig:

Zum einen, welche Akkorde bereiten denn Dominante im allgemeinen vor? Nur die Subdominante und ihre Parallele? Also IV und II? Ich kenne mich in dem Bereich bisher nur in Dur aus, wie das mit den Mollharmonieen aussieht weiß ich um ehrlich zu sein noch gar nicht, möchte ich aber natürlich auch noch herausfinden. Eins nach dem anderen.

Meint Cudo mit schweren und leichten Takteilen soetwas wie die Betonung innerhalb der Melodie? Wenn ich mir z.B. lokal gesehen den ersten Takt der Entlein anschaue/anhöre, würde ich z.B. die erste Hälfte als eher leicht empfinden, wohingegen der zweite Teil des Taktes für mich ein "schwereres" Gefühl vermittelt, da die Betonung hier auf weniger Noten pro Zeit verteilt wird.

Gibt es vielleicht im Forum sowas wie eine "Tabelle" für Genretypische Prototypen, wie das mal genannt worden ist? Denn ich bin auch nicht gerade ein geborener Rhytmiker, bzw. ich kenne mich in der Pop-Musik noch eher wenig aus was gerade solche Dinge angeht. Harmonie ist ja gewissermaßen die Substanz des Ganzen, wohingegen die Rhytmik dann eben das Salz in der Suppe bildet. Ich habe mich dazu im Rhytmik-Forum mal umgesehen, aber nichts entsprechendes gefunden. Bei reggae sind mir z.B. die Offbeats natürlich ein Begriff also immer auf die "Und" den Chord ansetzen im 4/4 Takt. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es ohne Schlagzeug nicht recht "groovig" rüberkommt. Woran liegt das, dass manche Klavierstücke einfach komplett ohne ein anderes Instrument neben sich auskommen, z.B. Schlaginstrumente, will sagen einfach "schön" klingen. Bei alle meine Entchen bekomme ich das nicht hin, es fehlt gewissermaßen der groove...

Ich weiß ich frage viel und auch nicht unbedingt leicht zu beantwortende Sachen. Viel werde ich durch genaueres Zuhören bei einzelnen Sequenzen lösen müssen um solche Dinge herauszuarbeiten. Hinweise und gute Tipps um als Anfänger dahingehend zu starten wären trotzdem super. :)

Liebe Grüße,
NoSoldier
 
Zum einen, welche Akkorde bereiten denn Dominante im allgemeinen vor? Nur die Subdominante und ihre Parallele? Also IV und II?


Außer die von Dir genannten vielleicht noch die "Doppeldominante" (also II-Dur7) und/oder deren Tritonusstellvertreter, IV 7dim, ev. VII ... oder auch GAR NICHTS. Die Dominante ist "kräftig genug", daß sie "einfach so" auftauchen kann, und dennoch funktioniert ...

Meint Cudo mit schweren und leichten Takteilen soetwas wie die Betonung innerhalb der Melodie?

Mit Akzenten der Melodie hat das nichts zu tun. Schwere Zählzeiten meint: Die, wo Harmoniewechsel auftauchen. In einem Standard-4/4-Takt: Also 1 und 3.

Harmonie ist ja gewissermaßen die Substanz des Ganzen, wohingegen die Rhytmik dann eben das Salz in der Suppe bildet.

Ich denke, das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Eine Erläuterung würde hier jedoch den Rahmen sprengen ...

Allerdings habe ich das Gefühl, dass es ohne Schlagzeug nicht recht "groovig" rüberkommt. Woran liegt das, dass manche Klavierstücke einfach komplett ohne ein anderes Instrument neben sich auskommen, z.B. Schlaginstrumente, will sagen einfach "schön" klingen. Bei alle meine Entchen bekomme ich das nicht hin, es fehlt gewissermaßen der groove...

Weil manche Rhythmusarten/Groovetypen am Klavier (Solo=) halt einfach schwer darstellbar sind.
Blues: Geht leicht. Links eine langsame ostinate Bassfigur, und mit der richtigen rechten Hand läuft das schon ...
Swing: Geht leicht. Links einen Walking-Bass, rechts was immer man will, solange es richtig phrasiert ist, und schon funktioniert das
Funk: Schon schwerer. Dazu gibt es Tutorials auf YT
Latin: Noch schwerer, vor allem für Menschen, die sich nicht nur mit der Spieltechnik sondern überhaupt mit der Rhythmik erst einmal auseinandersetzen müssen

Jedenfalls: Die (authentische) Umsetzung eines bestimmten Stils auf dem Klavier ist dann noch einmal eine andere Baustelle ...

LG, Thomas
 
Zum einen, welche Akkorde bereiten denn Dominante im allgemeinen vor?

Ausser den schon Genannten (IIm7, IVMA7, V7/V, und subV7/V) gibt es noch chromatische Annäherungen von unten (#IVo7) und von oben (bVIo7oder auch bVIMA7).
Wenn Du Dich für einen entschieden hast, kannst Du auch diesen wiederum mit einem Akkord vorbereiten usw. usf.. Wichtig dabei ist nur der Harmonische Rhythmus und die Beachtung der avoids, dass diese nicht mit wichtigen Melodietönen kollidieren.

Harmonischer Rhythmus baut sich nach folgendem Schema auf:

Auf 4 Takte bezogen:
| stabil | instabil | weniger stabil | instabil |

Auf 2 Takte bezogen:
| stabil instabil | weniger stabil instabil |

Auf 1 Takt bezogen:
| stabil instabil weniger stabil instabil |


Die sehr allgemein gehaltene Regel lautet:

Ein instabiler Akkord (Dominante, Subdominante, Sekundärdominante, Erweiterte Dominante) sollte auf einem relativ instabilerem Taktteil stehen als der darauf folgende stabilere Akkord.


Schlechtes Beispiel:

|| CMA7 | A7 Dm7 | G7 CMA7 ||

Wenn Du´s geschnallt hast, müsstest Du uns nun erklären können warum das Beispiel schlecht ist.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Also, dass ich mich da "auskenne" ist natürlich bullshit und das habt ihr sicher alle selbst bemerkt. Ich bin heute etwas müde und es mangelt an Konzentrationsfähigkeit sich korrekt auszudrücken. Ich würde es eher mit "bekannt gemacht" beschreiben wollen im Nachhinein. :D
Wenn ich mir dein letztes Beispiel anschaue CUJO II, dann behaupte ich Stufentheoretisch ersteinmal folgendes:
Ich behaupte mit Blick auf den ersten und den letzten Takt, dass es sich um eine Akkordfolge in C-Dur handelt. Damit ergibt sich:
|| I || V/II II | V I ||
Tja.. was lese ich da nun rein? Wir haben ein Stück, dass mit der Tonika startet (muss ja irgendwie mit was T verwandtem auch losgehen), um dann direkt eine "Neben-/Zwischendominante" mit einem Quintfall zur II zu starten um dann die tonarteigene Dominante im Quintfall zur Tonika aufzulösen.
Mir scheint die dominante im 2. Takt ungenügend bzw. gar nicht vorbereitet zu sein. Zusätzlich ist der A7 "instabiler" als Dm7 und steht aber auf einer (4/4 Takt) stabileren Taktteil als die stabilere IIm7.
Geht das in die Richtung?

Liebe Grüße,
NoSoldier
 
Wenn ich mir dein letztes Beispiel anschaue CUJO II, dann behaupte ich Stufentheoretisch ersteinmal folgendes:
Ich behaupte mit Blick auf den ersten und den letzten Takt, dass es sich um eine Akkordfolge in C-Dur handelt. Damit ergibt sich:
|| I || V/II II | V I ||
Tja.. was lese ich da nun rein? Wir haben ein Stück, dass mit der Tonika startet (muss ja irgendwie mit was T verwandtem auch losgehen),
Ein Stück muss überhaupt nicht mit der Tonika oder etwas Tonikaverwandtem anfangen. Wer hat das denn behauptet?

um dann direkt eine "Neben-/Zwischendominante" mit einem Quintfall zur II zu starten um dann die tonarteigene Dominante im Quintfall zur Tonika aufzulösen.
Mir scheint die dominante im 2. Takt ungenügend bzw. gar nicht vorbereitet zu sein.
Auch darum geht es hier nicht. Außerdem kann nach einem Tonika-Akkord egal was folgen. Das A7 muss in diesem Falle also überhaupt nicht vorbereitet werden.

Zusätzlich ist der A7 "instabiler" als Dm7 und steht aber auf einer (4/4 Takt) stabileren Taktteil als die stabilere IIm7.
Jetzt endlich kommst Du darauf worum es mir in meinem vorhergehenden Post ging. Aber Du erzählst nur von dem A7. War sonst nichts?
 
hier ist eine youtube-sammlung von alle meine entchen ... zumindest eine techno-version ist dabei, andere umsetzungen (genres) wohl auch ...
https://www.google.de/search?q=yout...98,d.ZWU&fp=d78de4e0aa83d22a&biw=1440&bih=781

was turko über die umsetzung genretypischer musikrichtungen auf klavier geschrieben hat, finde ich sehr nachvollziehbar und richtungsweisend ... die frage stellt sich für mich, was für Dich im vordergrund steht: a) quasi eine handwerkliche übung, anhand eines (einfachen) songs wie alle meine entchen verschiedene umsetzungen auszuprobieren unter der maßgabe, dass das mit klavier und gesang alleine funktionieren muss, was dann bei einiger übung auch live dargebracht werden kann oder b) eine handwerkliche übung, welche die möglichkeiten eines homerecording einbezieht und dadurch andere instrumente (insbesondere schlagzeug, percussion und je nach genre gitarre und/oder keyboard) einbeziehen kann, dann aber nicht mehr oder kaum noch live dargeboten werden kann (obwohl es da auch mittel und wege geben wird).

eine weitere frage für mich ist, wie weit Du Dich in die handwerkliche umsetzung (bezüglich punkt a) auf klavier und gesang) reinschaffen willst. beispielsweise ist für reggae nicht nur der off-beat wichtig, sondern auch die bassbegleitung, die aber andere wege geht als für rock oder pop oder jazz (walking bass) üblich: sie ist sehr eigenständig und das erfordert einige übung, auch in bezug auf den gesang ...
geht es dir also eher um eine annäherung und eine anmutung? das halte ich eher für realisitsch als darüber "wirklich" mitzubekommen, wie die genres funktionieren, da dies eben auch von typischen stilmitteln wie instrumenten, einem band-ensemble etc. abhängt.

andersrum: es macht wahrscheinlich am meisten sinn, mit relativ einfach umzusetzenden genres anzufangen - auch da finde ich die hinweise von turk sehr hilfreich.

x-Riff
 
Zuletzt bearbeitet:
Sooo.... ich war im Urlaub. Bin jetzt wieder da.

Danke für eure Hilfe, sehr nett von euch, dass ihr versucht habt mir zu helfen. Ich habe mich mit ein paar Kollegen zu diesem Thema ein wenig kurzgeschlossen und bin zu dem Schluss gekommen, dass diese theoretischee Herangehensweise nicht die alleinig richtige ist Musik zu verstehen, da diese mich zunächst einmal nicht wesentlich darin unterstützt selbst Musik zu kreiren. Was ich hier machen wollte geht wohl schon viel zu weit, ich werde zu den "Basics" (ihr dürft ruhig lachen wenn ihr wollte :D ) zurückkehren und mich bemühen erstmal sowas wie einen gemütlichen 12 Bar Blues etc. schön bluesig auf die Reihe zu bekommen und dazu natürlich dann auch "solieren". Ich weiß zwar nicht genau, wie ich das alleine üben kann (und seien wir ehrlich: Musiklehrer fürs jammen bezahlen ist schon ein klitze kleines bischen teuer), aber irgendwie wird es schon gehen bis ich hier an meinem neuen Wohnort ein paar Musiker gefunden habe, die die Geduld aufbringen mich bei meinen Gehversuchen zu unterstützen.

Viele Grüße,
NoSoldier
 
Wenns dir primär ums solieren über fixe Harmonien geht, kannst du diese ja im vorhinein aufnehmen.
Für derartige Zwecke braucht es nichtmal viel Equpiment und auch nicht viel Knowhow.

LG Jakob
 

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