Musikalisch aber nicht gut genug für ein Studium in dem Bereich

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Vielleicht habe ich mir dazu ein falsches Bild gemacht und womöglich lag es an den Leuten selber die mir dieses andere Bild vermittelt haben (aus ihrer unzulänglichen Perspektive und ohne ihre eigenen Defizite bei der Sache anzusprechen...).
Na ja, die sozialen Barrieren sind ja da - aber es ist eben kein Auswahlprozess, bei dem an der Musikschule geguckt wird, aus welchem sozialen Umfeld die Bewerber*innen kommen.
Das Problem beginnt vorher: Kann man sich den Unterricht leisten? Gibt es überhaupt eine gute Unterrichtsmöglichkeit in der Nähe? Oder muss da jemand das Kind mit dem Auto über Land 50km je Tour zum guten Unterricht fahren? Wie teuer ist das (ggf. Leih-) Instrument? Kann man im freistehenden Eigenheim zu jeder Tages- und Nachzeit üben oder arbeiten die Eltern in - möglichst noch verschiedenen - Wechselschichten und man wohnt in einer hellhörigen Mietwohnung? - Vieles ist hier im Verlauf der letzten 45 Jahre - als ich meinen kostenfreien Unterricht in der Gemeinde hatte, da kein "richtiger" Unterricht erreichbar und evtl. auch bezahlbar war (die fehlende Erreichbarkeit hatte den Vorteil, dass man sich um die zweite Frage gar nicht kümmern musste...) - besser geworden, gerade das Angebotsvolumen. Andererseits ist auch die (zumindest technische) Qualität der Bewerber*innen für das Musikstudium größer geworden.
Und ein anderes Problem beginnt noch früher: Gibt es "Vorbilder", die jemanden überhaupt auf die Idee bringen, ein Instrument lernen zu wollen?
 
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die überhaupt jedem Interessierten die Möglichkeit bietet, sich an einer Hochschule zu bewerben
Die Forderung ist zwar nachvollziehbar, aber surreal wenn man sich mal ein wenig aus seiner Musikerblase hinausdenkt.

In unserer Gesellschaft ist es nun mal relativ weit relativ allgemein akzeptiert, dass Kinder, ab dem sie in irgendeiner Ausbildungsinstitution sind, sehr viel Zeit mit rechnen, lesen und schreiben verbringen. Überschlage doch mal, wie viele Stunden du nur durch Schulvorgaben mit einem Stift in der Hand bzw. einem Buch vor der Nase verbracht hast. Deswegen ist z.B. das Argument, Physik kann man einfach studieren beginnen wenn man es bis zur Studienreife schafft und nicht ganz blöd ist, Musik hingegen nicht ja auch nicht ganz fair, weil man bis zu diesem Punkt etwa 12 Jahre lang jede Woche mehrere Stunden Matheunterricht hatte und dazu noch Hausübungen sowie lernen für Tests und Schularbeiten hatte. Stell dir mal vor, in derselben Intensität wärest du an ein Instrument herangeführt worden....

Der (Schul-)Musikunterricht (zumindest den, den ich hatte) war hauptsächlich singen (bzw. eher mitsingen, irgendeine Form von Anpassung/Korrektur/... gab es nicht) und die wichtigsten Geburts/Sterbedaten diverser klassischer Großmeister zum Test zu lernen - obwohl mir da vielleicht etwas fehlt, sollten wir da z.B. mal die Rhythmuspyramide oder so gemacht haben kann ich mir gut vorstellen, dass ich mir das gar nicht gemerkt habe weil ich zu dem Zeitpunkt schon ein paar Jahre Noten vor der Nase hatte. Gut, das braucht man wohl nicht vertiefen.

Jetzt kann man am Schulsystem, am österreichischen wie wohl auch am deutschen, sicher einiges kritisieren (aber wohl nicht hier ;) ) aber wie soll das rein praktisch funktionieren, jedem Interessierten die Möglichkeit zu bieten? Klar, ich würde es wie wohl die meisten hier enorm begrüßen, würde schon in der KiTa musikalische Früherziehung zum Standard gehören und in jeder Grundschulklasse kommt ein Vorführkonzert um den Kids Instrumente zu zeigen und jeder, der sich für eines interessiert bekommt einmal die Woche ne halbe Stunde an den Regelunterricht drangehängt......

Aber das wäre einerseits mal ein enormer, personell nicht machbarer und selbst wenn schwer zu rechtfertigender Aufwand- denn mit einer ähnlichen Argumentation könnte ja auch jeder Sportler sagen, dass die läppischen 1-2 Stunden Sport/ Woche, zu denen die Schule verpflichtet niemals auf ein gesundes Leben vorbereiten, es gibt so viele Menschen mit Gesundheitsproblemen, die auf zu wenig Bewegung zurückzuführen sind. Da sollte man doch auch schon bei den Kleinen ansetzen? Und will jemand mal Sportwissenschaft studieren muss er ja auch rechtzeitig entsprechend anfangen, um überhaupt die Aufnahmeprüfung zu schaffen - also mindestens 10h Sport pro Woche, damit jeder Schulabgänger nur aus dem, was aus der Schule heraus vermittelt wurde auch die Option auf ein Sportstudium hat? Da wäre dann sogar noch das Argument "Gesundheit kommt doch bitte vor Kunst!".
Was ist mit Englisch? Sollte man da nicht auch noch mehr noch früher ansetzen, gerade in dem Alter wo man Sprachen quasi nebenbei lernt?
Andere Kunstzweige wurden ja auch schon thematisiert. Wenn man Musik diesbezüglich fördert, dann doch auch bildende Kunst? (Nicht zu vergessen, dass die Kids trotzdem noch in gleicher Qualität lesen/schreiben/rechnen müssen).

Und, es gibt ja (zumindest bei uns in Ö) ja zumindest einen Kompromiss, nämlich in Form von Musikgymnasien. Da kommt man zwar auch nicht ganz ohne Vorbau hinein, aber eben mit dem, den man von einem 10 Jährigen erwarten kann (und soweit ich weiß kann man unter natürlich entsprechend angehobenen Bedingungen auch mit 14 in die Oberstufe einsteigen). Und die haben eben explizit das Ziel, dir den Weg ins Konzertfach zu ermöglichen - und zwar, indem genau die vorher umrissenen Prioritäten eben mehr Richtung Musik gelegt werden. In diesem Rahmen geht das ja. Genauso gibt es z.B. Sportgymnasien.
Wenn du so eine Schule machst, dann wird es mit dem vorher angesprochenen Physikstudium allerdings zumindest deutlich schwieriger werden weil dir ziemlich viel abstrakte Denkübungsarbeit fehlt (in der du dafür dich eben mit Musik beschäftigt hast). Aber es ist nicht unmöglich, du könntest es natürlich trotzdem probieren.
Ich z.B. war ab Oberstufe in einer Schule mit technischen Schwerpunkt, ich konnte am Ende statisch unbestimmte Systeme berechnen, aber hatte vom Alter 14-19 keine einzige Wochenstunde Bio/Musik/irgendwas künstlerisches und nur 1h Geographie in der 1. und 2. Klasse dieser Schule. Dafür jeweils so etwa 5 Fächer, in denen die Anforderungen in punkto Mathematik und Abstraktion so hoch waren, dass wohl die allermeisten, die die ersten 3 der 5 Jahre erfolgreich geschafft haben wohl schon das Mathe-Abi einer normalen, allgemeinbildenden Schule ohne Vorbereitung geschafft hätten.


Worauf ich hinauswill:
Es ist illusorisch, jedem jungen erwachsenen Interessierten alle Möglichkeiten zu bieten, weil es in der heutigen Zeit viel zu viele Möglichkeiten gibt. Wenn man weiß, was man will gibt es ja entsprechende Möglichkeiten, das zu fokussieren. Aber weiß man das nicht und erwartet, allgemein alle Möglichkeiten haben zu wollen, wenn man mit Ende der Schulzeit zu überlegen beginnt, wohin es denn weitergehen soll dann verkennt man nunmal, dass man dafür nicht nur viel gelesen, geschrieben und gerechnet haben muss, sondern auch die ganze Zeit im Sportverein aktiv gewesen sein muss, ein Instrument gelernt haben muss, eine Sammlung eigener bildender Kunstwerke erstellt haben muss, 3 Sprachen sprechen gelernt hat, sich soviel für Bio/Geographie/... interessiert haben muss, dass man tatsächlich eine Idee hat, was man da eigentlich studieren will wenn man in diese Richtung geht uswuswuswusw......
(Mal umgekehrt formuliert, eigentlich hat man doch eh verdammt viele Möglichkeiten, wenn man's mal einfach nur planlos bis zu Studienreife schafft - und auch abseits davon sei natürlich der Vollständigkeit halber erwähnt -, zu bekriteln, nicht ausnahmslos alle Möglichkeiten zu haben kann man durchaus auch als vermessen bezeichnen, mindestens aber als realitätsfern)

Das geht nicht, die Zeit der Universalgenies, als ein Mensch tatsächlich das Wissen der Menschheit so +- in sich vereinigen konnte sind schon etwas länger vorbei - und dann ist da noch die kleinsten gesellschaftliche Zelle, die Familie. Natürlich mal der elterliche Vorbildfaktor und viele wegweisende Entscheidungen werden nun mal eher von den Eltern als den Kindern getroffen, wie eben z.B. die Wahl der Schule. Jetzt kann man natürlich einerseits sagen, dass es kein Mensch verdient hat, mit der Inkompetenz seiner Eltern bestraft zu werden und von öffentlicher - bzw. in dem Fall schulischer - Seite da trotzdem soweit möglich ein erfüllter Lebensweg ermöglicht werden muss, andererseits, wo sollte da der Kernfokus liegen? Da ist man wieder bei den Kernkompetenzen lesen-schreiben-rechnen und dann kommt alles andere - und da ist Musik nunmal ein Nebenschauplatz von vielen, wenn da kein Eigenantrieb in diese Richtung kommt kann man schwer vom System erwarten, dass es das "für einen erledigt".

Ist man in der Form mit dem Elternhaus gestraft, dass das Problem nicht darin liegt, das Kind nicht fördern zu können oder gar zu wollen, sondern es in eine falsche Richtung zu zwingen (egal ob "wia san alle Hackler, niemand von uns geht auf eine Uni, wennst 16 bist such dir ne Arbeit" oder "Natürlich studierst du Jus!") - was soll ich sagen, ganz wird man Darwin niemals mit einem noch so modernen Staat ausgleichen können.
 
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Vielleicht habe ich mir dazu ein falsches Bild gemacht und womöglich lag es an den Leuten selber die mir dieses andere Bild vermittelt haben ...

Es liegt eben in der Natur der Sache, dass es einen Unterschied macht, ob man eine Spezies von außen oder von innen betrachtet. Ethnologen wissen das, daher wird heute die aktiv teilnehmende der passiv beobachtenden Feldforschung vorgezogen, weil diese objektivere Erkenntnisse über Sozialverbände ermöglicht.

A....löcher gibt es in jedem gesellschaftlichen Segment, denen sollte man aber nicht auch noch die unverdiente Ehre zukommen lassen, sie zum Prototyp ganzer Gesellschaftsschichten hochzustilisieren. Die Asozialen am jeweils obersten und untersten Gesellschaftsrand haben sich mit ihren Schein- und Parallelwelten längst vom Rest der Gesellschaft verabschiedet, die kann man also getrost schon mal aus der Rechnung hinausnehmen - womit diese dann auch schon etwas günstiger aussieht.
,
"wia san alle Hackler, niemand von uns geht auf eine Uni, wennst 16 bist such dir ne Arbeit" oder "Natürlich studierst du Jus!"

Das beschreibt die beiden Extremfälle sehr gut. Allerdings ist Absteigen immer leichter als Aufsteigen, auch deswegen wird man an einer MHS auch kaum ambitionierten "Hackler-Nachwuchs" antreffen, sonder eher Juristen-Sprößlinge, die sich den Erwartungen des Elternhauses widersetzt haben.

Wenn man ganz naiv davon ausgeht, dass beide Kandidaten keine Unterstützung aus dem Elternhaus erhalten - allerdings mit dem Unterschied, dass der Hackler-Sproß ein Anrecht auf staatliche Unterstützung hat, der widerborstige Juristennachwuchs aber nicht - dann sieht das auf den ersten Blick durchaus nach Chancengleichheit aus.
Aber die Welt ist eben nicht gerecht, denn während sich für das Juristenkind das Umfeld in Sprache, Sitten und Gebräuchen kaum ändert - es wechselt von einer Elite in eine andere (wenn man den Begriff der Elite partout anwenden möchte), betritt ein Hacklerkind eine Terra incognita, die man ihm in seinem Elternhaus vielleicht sogar als "Feindesland" beschrieben hat.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Mit angsteinflößenden Zerrbildern im Kopf hisst du nicht selbstbewußt deine Fahne im zu erobernden Terrain, sondern machst dir in die Hose und siehst zu, dass du möglichst schnell wieder wegkommst. Dass solche Studierende häufig abbrechen, hat daher meist weniger mit ihrem Unvermögen zu tun, sondern mit ihrem anerzogenen Fluchtreflex: "Halte dich von den Großkopferten fern, da hast du nichts zu suchen!"
Mit einer solchen Indoktrination kannst du jedes Talent kaputtmachen, denn wenn jemand nur noch mit gesenktem Blick und eingezogenen Schultern durch die Hochschulflure schleicht, hat er bereits verloren, bevor es richtig losgeht.
Wenn es in einer Gesellschaft irgendwo stinkt, ist das eben nicht immer nur der Kopf des Fisches ...
 
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(...) aber wie soll das rein praktisch funktionieren, jedem Interessierten die Möglichkeit zu bieten?
Mehr Musikschulen, die aus Steuergeldern finanziert werden (also von der ganzen Gesellschaft), und der Musikunterricht für eine Pauschale von 100 € jährlich (oder 10 € mtl.) jedem Kind ab 5 Jahren anbieten.
Zu diesem Preis müssen nicht alle Instrumente unterrichtet werden, aber Instrumente, die in der Einsteiger-Ausführung verhältnismäßig günstig zu beschaffen sind (Gitarre, Key-Board, Flöte, Gesang, Trommeln ...), sollten in jeder Musikschule als Unterrichtsfach angeboten werden.

Gruß, Bert
 
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Und, es gibt ja (zumindest bei uns in Ö) ja zumindest einen Kompromiss, nämlich in Form von Musikgymnasien.
Die gibt es hier in D auch. Da kommen auch meist Kinder hin, die bereits musikalisch vorbelastet sind (weil es irgendwie gefördert oder früh erkannt wurde). Findet jedoch z.B. ein Schüler erst in der Oberstufe seine Liebe zur Musik und befindet sich gerade an einem allgemeinen Gymnasium, wird er Schwierigkeiten haben, einen "begleiteten Weg" zu finden mit dem er sich überhaupt die Voraussetzungen für einen Hochschulstudium an einer Musikschule schaffen kann. Diese Lücke stelle ich fest und das könnte man m.E. auch besser bzw. offener gestalten. Da finde ich jetzt nichts surreales dran und ich lebe auch nicht in einer Musikerblase. Grundsätzlich bin ich schon der Meinung, dass jeder Bildungsweg, jedem offen stehen sollte.

Wissen gut zu strukturieren und der (interessierten) Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, würde den Zugang zu vielen Wissensgebiete erleichtern. Wenn ich dabei die heutige Digitalisierung der Welt betrachte, bin ich durchaus der Meinung, dass unser Bildungssystem viel Raum für Optimierungen bietet. Warum sollte ich mich dann mit dem jetzigen Zustand zufrieden geben? Da geht noch was und lieber lebe ich für ein hochgestecktes Ideal als selbstgefällig - auf meinem Thron sitzend - den Ist-Zustand zu akzeptieren.
Mit angsteinflößenden Zerrbildern im Kopf hisst du nicht selbstbewußt deine Fahne
Wer hier Spezies von außen betrachtet ist noch nicht ganz raus.
sondern mit ihrem anerzogenen Fluchtreflex:
Sowas kenne ich aus der amerikanischen Geschichte. Die weißen Herren habe sowas auch über ihre schwarzen Sklaven behauptet...
 
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Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Mit angsteinflößenden Zerrbildern im Kopf hisst du nicht selbstbewußt deine Fahne im zu erobernden Terrain, sondern machst dir in die Hose und siehst zu, dass du möglichst schnell wieder wegkommst. Dass solche Studierende häufig abbrechen, hat daher meist weniger mit ihrem Unvermögen zu tun, sondern mit ihrem anerzogenen Fluchtreflex: "Halte dich von den Großkopferten fern, da hast du nichts zu suchen!"
Mit einer solchen Indoktrination kannst du jedes Talent kaputtmachen, denn wenn jemand nur noch mit gesenktem Blick und eingezogenen Schultern durch die Hochschulflure schleicht, hat er bereits verloren, bevor es richtig losgeht.
Und deine Schlussfolgerung daraus ist folgender Satz???:
Wenn es in einer Gesellschaft irgendwo stinkt, ist das eben nicht immer nur der Kopf des Fisches ...
Da liegt überhaupt kein Hase im Pfeffer!
 
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Mehr Musikschulen, die aus Steuergeldern finanziert werden (also von der ganzen Gesellschaft),
Ich glaube, du hast mein Kernargument nicht verstanden:

Für Musiker mag das natürlich vollkommen logisch sein, aber in dieser ganzen Gesellschaft gibt es auch Sportler, und zwar in so vielen Variationen wie Instrumentalisten. Und bildende Künstler in ebenso vielen verschiedenen Ausgaben. Und Journalisten/Autoren/.... all die "Textschaffenden Zünfte". Und einen Riesenhaufen Menschen, denen das schlicht am A vorbei geht. Sorry, wir sind nunmal leider in einem dämlichen Kompromisssystem, welches man Demokratie nennt (ein besseres ist uns nunmal noch nicht eingefallen) und jede dieser Gruppen kann sicher viele überaus sinnvolle Argumente vorbringen, warum genau an ihrer Tätigkeit/Berufung schon möglichst früh möglichst breit investiert gehört. Allerdings ist wohl kaum eines davon ---> mehrheitsfähig <---- , weil die aller-aller-meisten dieser ganzen Gesellschaft eben jeweils nicht zu der jeweiligen Interessentengruppe gehören. Und, es gibt dann noch ganz andere Interessentengruppen. Schonmal geschaut, wie viel z.B. die Esoterikbranche umsetzt? Ich kann mir gut vorstellen, dass würde man diese ganze Gesellschaft abstimmen lassen, was denn nun alles an Zusatz(aus)bildung gefördert werden soll ein Energetisierungs- und Potenzierungsseminar vor dem Instrumentalunterricht landet.

Bei aller Liebe zu Musik, aber sie im allgemeinen Bildungsweg so sehr über alles andere zu erheben, was auch keine entsprechende Berücksichtigung dort findet, das ist idealistisch, sicher gut gemeint, aber realitätsfern. Man kann aber Kinder und junge Menschen auch nicht alles davon machen lassen, damit sie egal, was vom Elternhaus kommt bzw. nicht kommt mit Anfang 20 die freie Auswahl zwischen Sportlehrer, Konzertfachstudent, Astrophysiker oder Französischübersetzer haben - einerseits motivationstechnisch, andererseits dem Umstand geschuldet, dass auch die Tage von Teenagern nur 24h haben.

Bleibt nur - und das meine ich schlicht pragmatisch - das es nun mal Sachen gibt, da muss es jemanden rechtzeitig hinwehen, vorerst mal unabhängig davon ob aus Eigenantrieb oder "geschubst".

Was nicht heißen soll, dass ich nicht sofort dafür wäre, wenn der zitierte Vorschlag umgesetzt werden würde, ich würde das feiern wie sonst wer :claphands:.
LG
 
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[1] Wissen gut zu strukturieren und der (interessierten) Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, würde den Zugang zu vielen Wissensgebiete erleichtern. [2] Wenn ich dabei die heutige Digitalisierung der Welt betrachte, bin ich durchaus der Meinung, dass unser Bildungssystem viel Raum für Optimierungen bietet.

Ad 1: Da ist doch schon vieles auf den Weg gebracht worden. Allerdings ist es keine triviale Aufgabe, Wissen gut zu strukturien, insbesonders, wenn du keine neuen Blasen schaffen möchtest, sondern möglichst heterogene Zielgruppen berücksichtigen willst - denn grade zwischen der noch vertretbaren breitenkompatiblen Vereinfachung und einer verfälschenden Simplifizierung ist die Grenze sehr schmal.
Ad 2: Da kann ich dir kommentarlos zustimmen.

Wer hier Spezies von außen betrachtet ist noch nicht ganz raus.

Womit wir beim alten Interaktionproblem von Beobachter und Beobachteten sind, das uns hier aber nicht weiterbringt.

Die weißen Herren habe sowas auch über ihre schwarzen Sklaven behauptet...

Das bitte WAS der Fall wäre? Das Bedürfnis, sich durch Flucht der Sklaverei zu entziehen ist ja wohl mehr als legitim - außer in den Augen der weissen Herren, aber die fragt heute eh keiner mehr nach ihrer Meinung.
Mit einem "Fluchtreflex", der auf einer ideologischen Fehlinterpretation, und somit auf einer in unserer Gesellschaft unangemessenen Vermeidungshaltung beruht, hat das - mit Verlaub - absolut nichts zu tun. Wenn ein Sklave geflohen ist, dann sicher nicht aus der Überlegung heraus, dass er "sozial unerwünscht" sei. Eine solche Gleichsetzung unterschiedlicher Motive ist absurd.

Da liegt überhaupt kein Hase im Pfeffer!

Sondern?

Mehr Musikschulen, die aus Steuergeldern finanziert werden ...

Es müssen ja nicht die Musikschulen sein - mit Schulprojekten wie "Jedem Kind ein Instrument" hat man doch längst eine weitaus niedrigschwelligere Einstiegsmöglicheit geschaffen. Und wenn man sich deren dürftige Erfolgsquoten anschaut (vom Unterrichtsniveau abgesehen), dann fragt man sich ohnehin, ob wir hier nicht eine realitätsferne Scheindiskussion führen.

Du kannst ja mal spaßeshalber so einer Horde hedonistischer Narzisten einen Deal vorschlagen: Eine Woche kostenloser Musikunterricht, wenn sie dafür drei Tage auf Selfies und schwachsinnige Posts in den asozialen Netztwerken verzichten. Viel Erfolg!
 
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Kleines OT am Rande
Es müssen ja nicht die Musikschulen sein - mit Schulprojekten wie "Jedem Kind ein Instrument" hat man doch längst eine weitaus niedrigschwelligere Einstiegsmöglicheit geschaffen. Und wenn man sich deren dürftige Erfolgsquoten anschaut (vom Unterrichtsniveau abgesehen), dann fragt man sich ohnehin, ob wir hier nicht eine realitätsferne Scheindiskussion führen.
Ich bin so ähnlich zu meinem ersten Unterricht gekommen (meine Eltern sind totale musikalische Analphabeten sei nebenbei erwähnt). Lehrerkonzert von der örtlichen Musikschule mit der expliziten Ausrichtung darauf, dass komplett Ahnungslose die Instrumente mal live sehen, fragen können usw..
Also der Rahmen etwas anders, für mich als Kind war's aber wohl von der Wirkung her gleich, du stehst mit einem Haufen anderer Mamas und Papas und ihren Sprösslingen da, wirst gefragt, was dich davon interessiert - was ich offenbar mit einem "Das da" und einem Fingerzeig Richtung Posaunist beantwortet habe. Das Instrument war mir ziemlich sicher bis dato gänzlich unbekannt.

Das weiß ich aus Erzählungen, eine eigene Erinnerung hab ich allerdings , nämlich das der Posaunist ziemlich blöd geschaut hat, als ich mit meinen 6 Jahren aus dem Ding tatsächlich einen Ton herausgebracht habe :D
Dann war ich zunächst etwas traurig, weil es hieß, dass ich erst mit Trompete beginnen muss weil man für Posaune eine gewisse Körpergröße braucht - und schupp, nächsten Herbst saß ich einmal die Woche im Unterricht.
Das ich dann über längere Zeit wohl bei was wie der E-Gitarre landen werde war da übrigens auch schon absehbar, meine Mutter (die brav gelitten hat) hat mir jedenfalls erzählt, dass ich ab dem Moment, wo ich kapiert habe das man damit kontrollierten Krach machen kann ich mich überaus lange freiwillig mit dem Ding beschäftigt habe :engel:
Deswegen hab ich wohl auch recht lange Posaune gespielt (bis 19), obwohl ich sonst quasi keinen Bezug zu Blasmusik hatte: Ich hab einfach gerne laut getrötet - und war in vielen Musikschulkonstellationen und später im Verein die einzige Posaune, und generell waren wir beim tiefen Blech seeeeeeehr wenige- gegen ein Heer an anderem Holz und Blech. Ich durfte quasi auf jedem Notenblatt mal alle Dynamikangaben um mindestens 1 nach oben korrigieren. Piano und Pianissimo gabs nicht 😅
 
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Es sind doch drei Themen, die sich hier verwinden:

1) Kunst hat (wie auch Sport) in unserem Bildungssystem einen geringeren Stellenwert als Lesen/Schreiben/Rechnen (besonders gerechnet wird an deutschen Schulen und Unis sehr sehr sehr viel). Haben ja schon Viele hier gesagt - man kriegt gezwungenermaßen eine ganze Menge mit in der Schule, was einem beim "klassischen" (Natur-)Wirtschafts-/Sozial-/Rechts-/etc-wissenschaftlichem Studium auch hilft.

2) Schule bringt uns ja im besten Fall auch bei, "wie man lernt", aber dies i.W. nur bei mentalen/geistigen Dingen. Will meinen: Abgesehen von evtl. etwas Werk-Unterricht, mal Rhythmus-Klopfen in der Musik-Stunde, und ein bisschen ungelenkes Rumturnen in den zwei Sportstunden pro Woche... lernt man im deutschen Schulsystem sehr "verkopft", denken/lernen/schreiben aber eben nicht "handfest" machen/gestalten/schaffen. Wiederum hilft dies, wenn man was "Geistiges" studieren mag - wer gelernt hat, sich Wissen anzueignen und Inhalte zu strukturieren, kommt im Studium gut voran.

3) "Kunst" (z.B. Musik, Malen, ...) und "Sport" (jeder Art) erfordern aber neben dem Lernen "im Kopf" auch das Lernen "mit dem Körper". Auch das kann man lernen bzw. muss es, wenn man ein Instrument oder eine Sportart intensiv verfolgt. Aber dank den beiden Punkten oben (=Kunst/Sport haben geringere Priorität als andere Dinge) lernen wir das nicht in der Schule, sondern müssen das separat erlernen.

Ist das naturgegeben? Nein, so funktioniert unser Bildungssystem.
Finde ich das richtig? Nein, mehr Balance wäre besser.
Ist das leicht zu ändern? Nein...
 
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(...) weil die aller-aller-meisten dieser ganzen Gesellschaft eben jeweils nicht zu der jeweiligen Interessentengruppe gehören (...)

Musikunterricht (etwas Theorie, Geschichte, Notenlesen, Instrument spielen ...) gehört zur allgemeinen Bildung - wie Mathe oder Geographie, also Bildung, die jedem zugänglich sein sollte, und während der Schulzeit kann auf dem von mir skizzierten Weg so viel Wissen und Fertigkeiten erworben werden, daß man später, wenn man daran interessiert ist, auch am Konservatorium oder an der Musik-Hochschule studieren kann, so wie es nach dem Abi mit Mathe, Bio, Medizin oder Geographie möglich ist (ohne einen kostspieligen Privatunterricht, den sich finanziell nur wenige leisten könnten).

Warum der Musikunterricht zum Hobby degradiert wurde, ist mir rätselhaft.

Gruß, Bert
 
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und somit auf einer in unserer Gesellschaft unangemessenen Vermeidungshaltung beruht
Genau hier liegt der Pfeffer. Du generalisierst das Verhalten einer bestimmte Gruppe von Menschen aufgrund ihres sozialen Hintergrunds. Keiner zwingt dich dazu aber du siehst es so und proklamierst es hier als wäre es gegeben. Wie kommst du dazu? Eine Gruppe von Menschen besteht ja aus Individuen die individuelles erlebt haben und somit persönliche Glaubenssätze gebildet haben die sich durchaus unterscheiden können. Hier anzunehmen, ein ähnliches soziale Umfeld würde zu gleichen Verhaltensmuster führen, ist schlichtweg an der Realität vorbei.

Zugegeben, es gibt gewisse Tendenzen und Wahrscheinlichkeiten bei Verhaltensmuster die sich wiederholen mögen. Die Schlussfolgerung jedoch, jemand aus der Unterschicht würde mit dem elitären Gebaren an (Kunst-)Hochschulen nicht klar kommen und damit die gegebenen Umstände (erschwerte Einstiegsbedingungen) als gerechtfertigt anzusehen ist m.E. schlichtweg borniert. Meine Sichtweise geht eher in die Richtung das elitäre zu entzaubern, es zu analysieren und so aufzubereiten, dass es als Wissensgebiet so präsentiert wird, dass es von jedem interessierten Menschen genutzt werden kann, unabhängig von seiner Herkunft.

Übrigens: Auch dieses elitäre Gehabe ist auch nur eine Handvoll Regeln die man gut aufbereiten könnte und jedermann zur Verfügung stellen könnte, sofern überhaupt sinnvoll und gewünscht.
 
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mit Schulprojekten wie "Jedem Kind ein Instrument" hat man doch längst eine weitaus niedrigschwelligere Einstiegsmöglicheit geschaffen. Und wenn man sich deren dürftige Erfolgsquoten anschaut (vom Unterrichtsniveau abgesehen)

Das Projekt kenne ich nicht, aber wenn schon das Unterrichtsniveau zu bemängeln wäre, kann es nichts werden.

Man kann ja den Versuch wagen - den Unterricht in den bestehenden Musikschulen für nur 10 € mtl. anbieten, ein paar Taler in die Hand nehmen (Steuergelder) und die Musikschulen mit Finanzspritzen auf das normale Betriebsniveau aufstocken, und nach 10 Jahren kann man gucken, wie hoch das wahre Interesse am Instrument-Unterricht ist.

Gruß, Bert
 
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Beste Vorbereitung für die Aufnahme an einer Musikhochschule.. :rofl:
 
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Beste Vorbereitung für die Aufnahme an einer Musikhochschule.. :rofl:
...genau so, wie der erfolgreiche Abschluss eines Musik-Studiums die absolute Grundvoraussetzung für den Erfolg als Musiker ist. :rolleyes:
Wie weit wollt ihr es denn in diesem Thread noch treiben?
 
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Beste Vorbereitung für die Aufnahme an einer Musikhochschule..

Also was denn jetzt - dann doch lieber gar keine "Musik für die Massen"? Oder ist dir das JeKi-Projekt in den Ansprüchen nicht elitär genug?

Die Schlussfolgerung jedoch, jemand aus der Unterschicht würde mit dem elitären Gebaren an (Kunst-)Hochschulen nicht klar kommen und damit die gegebenen Umstände (erschwerte Einstiegsbedingungen) als gerechtfertigt anzusehen ist m.E. schlichtweg borniert.

Was unterstellst du mir denn hier für eine absurde Schlussfolgerung: Da "jemand aus der Unterschicht" ohnehin mit den feinen Pinkeln nicht klar kommt, ist die Welt schon gut, wie sie ist? Nochmal zum Mitdenken: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Prüfungsanforderungen!
Es gibt aber auch kein großes buntes JeKaMi-Schild über der Tür, und zwar in keiner berufsvermittelnden Einrichtung - weder hier, noch auf den Fidschis, noch sonstwo.
Das hat man dir doch hier bereits von unterschiedlicher Seite her versucht, klarzumachen. - scheint aber irgendwie nicht anzukommen.

Es gibt hingegen (nicht nur an den MHS) unbestreitbare Unterschiede in der sozialen Herkunft von Studierenden - was aber nicht zu dem kurzsichtigen Fehlschluss verleiten sollte, dass die Ursache dafür in den Eignungsprüfungen liegt, weil in diesen angeblich keine qualitative, sondern eine soziale Auslese betrieben würde. Das ist schlichtweg Unfug und zudem eine böswillige Verdrehung der Fakten.

Die Ursachen liegen in gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die zur Zementierung sozialer Schieflagen beitragen - und zwar schon so lange vor dem Erreichen eines studienfähigen Alters, dass die Hochschulen darauf überhaupt keinen Einfluss mehr haben. Denen wäre es nämlich auch lieber, wenn sie sich die ganzen Vorbereitungs-, Aufbau- und Ergänzungsangebote für Studierende sparen könnten, die ohne diese Auffangmaßnahmen vollends durchs Raster fallen würden.
Die Hochschulen drängen seit Jahrzehnten händeringend darauf, die Bildungspolitik möge sich doch endlich einmal bequemen, etwas an der Basis und am Ausbildungssystem zu ändern. Und dies nicht nur aus einem durchaus vorhandenem sozialen Bewußtsein, sondern auch aus Eigeninteresse, weil es nämlich auf Dauer nicht funktionieren kann, dass eine Institution einerseits zukünftig benötigte Eliten generieren soll, andererseits aber zunehmend zur Resterampe einer verfehlten Bildungspolitik verkommt.

Dass sich die Verhältnisse ändern müssen, steht außer Frage. Aber angesichts einer zunehmend komplexen Realität bringt uns jegliche Form einer gesellschaftlich längst irrelevant gewordenen, ewiggestrigen Klassenkampf-Rhetorik keinen Schritt weiter.

...genau so, wie der erfolgreiche Abschluss eines Musik-Studiums die absolute Grundvoraussetzung für den Erfolg als Musiker ist.

Sagt WER? Das hat hier doch niemand behauptet, auch weil es natürlich völlig unsinnig wäre. Also halt mal den Ball flach!

Mein abschließendes Fazit: Die im Prinzip durchaus anregende Diskussion wird hier zunehmend von Leuten zerfleddert, die die Materie offensichtlich nur aus der Froschperspektive kennen. Da bin ich dann mal weg ...
 
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Es gibt keinen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Prüfungsanforderungen!
Wenn die Prüfungsbedingungen so gestaltet sind, dass sie nur von Leuten erfüllt werden können, die bereits ein Leben lang darauf vorbereitet werden, doch!
Aber angesichts einer zunehmend komplexen Realität bringt uns jegliche Form einer gesellschaftlich längst irrelevant gewordenen, ewiggestrigen Klassenkampf-Rhetorik keinen Schritt weiter.
Danke für deine Antwort. Ich räume hier lieber das Feld und mache Platz für weitere fortschrittlichen Gedanken zur Änderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. :prost:
Der Zauberer und ich glaube er hat es ironisch gemeint.
Mein abschließendes Fazit: Die im Prinzip durchaus anregende Diskussion wird hier zunehmend von Leuten zerfleddert, die die Materie offensichtlich nur aus der Froschperspektive kennen. Da bin ich dann mal weg ...
Vielleicht fällt dir auch nix mehr ein... :nix:
Auf jedem Fall unnötig das zu schreiben (nach dem 3. Bearbeiten) nachdem ich bereits weg bin, auch wenn mein Post unter deinem steht.
 
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MusikBert
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Wenn die Prüfungsbedingungen so gestaltet sind, dass sie nur von Leuten erfüllt werden können, die bereits ein Leben lang darauf vorbereitet werden, doch!

Ja, das sehe ich so.

Findet jedoch z.B. ein Schüler erst in der Oberstufe seine Liebe zur Musik und befindet sich gerade an einem allgemeinen Gymnasium, wird er Schwierigkeiten haben, einen "begleiteten Weg" zu finden mit dem er sich überhaupt die Voraussetzungen für einen Hochschulstudium an einer Musikschule schaffen kann.

Ja, viele Abiturienten können auf den letzten Drucker entscheiden, ob sie Jura, Medizin, Mathe oder Geographie studieren wollen; mit dem Abi-Zeignis können sie frei wählen. Aber mit der Musik-Hochschule sieht es schwarz aus.
Vermutlich kann man die anderen Fächer in der Studienzeit (4-6 Jahre) vollständig erlernen, aber für ein Musikinstrument braucht man wohl etwas länger. So gesehen ist es durchaus berechtigt, gewisse musikalische Fertigkeiten bereits vor dem Studiumanfang vorauszusetzen, aber es ist kein Grund, den Erwerb dieser Fertigkeiten auf eine zahlungsfähige Elite zu beschränken.

Gruß, Bert
 
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Ich würd gerne noch einen Gedanken ergänzen, nachdem ich mich jetzt durch die gesamte Diskussion gelesen habe.

Während ich keine Chance habe z.B. eine "kleine" Ausbildung in Medizin oder Architektur zu absolvieren, gibt es die in der Musik eben schon. Wer ein Instrument lernen will, kann Unterricht nehmen und z.B. an öffentlichen Musikschulen lernen. Sowas gibt es schlicht nicht für die meisten anderen "Berufszweige". Man kann sich nicht zum Hobby-Arzt oder Hobby-Architekten weiterbilden. Damit ist das, was an Musikhochschulen angeboten wird, eigentlich automatisch Begabtenförderung. Und damit ist es für mich vollkommen verständlich, dass dort eine z.T. bestimmt sehr harte Selektion betrieben wird. Es ist eigentlich vergleichbar mit Stipendien in anderen Bereichen, die wiederum auch nur an die Begabtesten vergeben werden und mit Mentorensystemen verbunden sind.

Und was die Diskussion über Auswahlkriterien angeht: Ganz so einfach ist es nicht. Ich bin z.B. trotz eines ziemlich schlechten Abischnitts in der Medizin gelandet, weil ich in einem Auswahlgespräch (ca. 20% der Studienplätze wurden damals so vergeben) ein vertieftes Interesse und Vorwissen wohl glaubhaft belegen konnte. Und im Gegensatz zu manchen 1,0-Abiturienten, habe ich das Studium in normaler Studienzeit abgeschlossen. Insofern gibt es die Möglichkeiten abseits des reinen Abischnitts, zumindest in der Medizin.
 
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Wer ein Instrument lernen will, kann Unterricht nehmen und z.B. an öffentlichen Musikschulen lernen.

Wenn er die 130 € monatlich aufbringen kann. Für Geige oder Klavier braucht man bestimmt 10 Jahre Unterricht, da kommt 'ne Menge Geld zusammen.

Während ich keine Chance habe z.B. eine "kleine" Ausbildung in Medizin oder Architektur zu absolvieren (...)

Doch; fürs Geld (etwa 2.200 €) kannst Du einen Heilpraktiker-Lehrgang absolvieren - eine 280-Stunden Ausbildung mit einer Abschlußprüfung, danach kannst Du sogar (als Beruf) praktizieren.

Gruß, Bert
 
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