Musikpädagogikstudium

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Hallo zusammen,

ich mache zur Zeit mein Abitur auf dem 2. Bildungsweg und möchte danach ein Lehramtsstudium anstreben.
Als Hauptfach würde ich gerne Mathematik oder Deutsch nehmen, aber vor allem möchte ich auch Musikpädagogik studieren.
Zur Zeit der Aufnahmeprüfung werde ich ca. 3 Jahre Gitarre spielen.
Als Zweitinstrument habe ich mir Klavier ausgesucht. (Zur Prüfungszeit ca. 2 1/2 Jahre Spielerfahrung)

Kurz zu meinem musikalischen Weg. Ich habe anfangs ein wenig Gitarrenunterricht genommen, diesen aber leider nach einigen Monaten abbrechen müssen. Somit lerne ich autodidaktisch, was aber sehr gut funktioniert!
Klavier habe ich mir einfach ausgesucht, da ich sehr gerne klassische Stücke höre (Mondscheinsonate, Für Elise etc...). Diese würde ich auch gerne nachspielen können. (habe auch vorerst ein Keyboard bekommen, welches ich zu Übungszwecken benutze.)

Nun zu meiner eigentlichen Frage...natürlich zur Eignungsprüfung :D
Ich strebe die Uni Münster an, da diese am nächsten an meinem Wohnort liegt. Da ich nicht direkt ins Studentenleben einsteige, sondern schon in etwas fortgeschrittenem Alter mein Studium beginne (mit 30) kommt ein Umzug nicht wirklich in Frage. Meine Frau würde mich erschlagen xD

Jetzt suche ich natürlich Tipps, wie ich mich am besten auf die Prüfung vorbereiten kann.
Natürlich habe ich noch ca 2 Jahre Zeit, bis diese ansteht, aber ich möchte das häppchenweise lernen und am besten recht frühzeitig, damit es super sitzt!

Hier der Prüfungsverlauf an der Uni Münster:

Prüfungsverlauf

Die Prüfung beinhaltet folgende Teile:
Klausur (einstündig): Gehörbildung
Klausur (einstündig): Musiktheorie
1. Instrument: ca. 8 - 10 min Programm (aus mindestens 2 verschiedenen Epochen*), Schwierigigkeitsgrad Mittelstufe 2 (lt. Lehrplan des VDM)
2. Instrument: ca. 8 -10 min Programm (aus mindestens 2 verschiedenen Epochen*), Schwierigigkeitsgrad Unterstufe 2 (lt. Lehrplan des VDM)
1 Lied: Volkslied / Kinderlied / Schlager etc. (entfällt, wenn Gesang als Instrument gewählt wird)
1 Text: Lyrik oder Prosa
Kolloquium: ca. 10 min
* Populäre Musik ist zulässig (siehe Infos in der rechten Spalte)

Musiktheorie lerne ich über diese Seite. Habe mir vor einiger Zeit auch diesen Trainer dort gekauft. Finde ich super und es funktioniert auch alles.
Komme ich bei der Prüfung hin, wenn ich diese Seite hoch und runter abarbeite oder brauche ich noch zusätzliche Kenntnisse?

Muss ich auch gesanglich etwas vortragen oder reicht das Bespielen eines Intruments?

Was ist mit "1 Text: Lyrik oder Prosa" gemeint? Das sagt mir jetzt gerade nicht ganz soviel.

Wenn mir jemand weiterhelfen kann, wäre ich super froh. Auch studierende aus Münster sind jederzeit willkommen, mich mit Informationen einzudecken :D

LG,
Chris
 
HaraldS

HaraldS

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Wenn es dir ernst ist, Musikpädagogik studieren zu wollen, solltest du nicht alles auf eine Karte setzen und nur an einer Universität die Aufnahmeprüfung machen. Selbst ohne Umzug gibt's doch Duisburg, Essen, Dortmund und Osnabrück in erreichbarer Nähe. Ich bereite gelegentlich angehende Studenten auf Aufnahmeprüfungen vor und kann nur jedem raten, ca. 4 Aufnahmeprüfungen an unterschiedlichen Unis/Musikhochschulen zu machen.

Erst mit der Routine kommt die Sicherheit, und nur mit einer gewissen Menge an Prüfungen bekommst du eine realistische Einschätzung deines Könnens. Denn was ist, wenn du am Prüfungstag in Münster einen miesen Tag hast oder erkältet bist? Willst du davon deine berufliche Zukunft bestimmen lassen, nur weil du dadurch die Prüfung nicht bestehst? Wenn es dir ernst ist, mache mehrere Prüfungen.

Dann brauchst du schlichtweg Unterricht. Mir ist kein Musiker bekannt, der alleine durch online-Kurse sein Handwerk gelernt hätte - das ist ja distanziertes und unpersönliches Lernen. Gerade Musiktheorie muß an der Praxis erfahren werden und die Praxis sollte durch die Theorie untermauert und begründet werden. Daher brauchst du sofort Hauptfachunterricht (Gitarre), möglichst bald Nebenfachunterricht (Klavier) und innerhalb des nächsten Jahres Musiktheorieunterricht. Vergiss das Keyboard falls es ungewichtete Tasten oder weniger als 88 Tasten hat, das nützt dir fürs Klavierlernen nichts. Du brauchst eine gewichtete 88er-Tastatur. Außerdem kann ich nur dringend empfehlen, in einem Chor mitzusingen. Das schult das Gehör und bietet dir ein Forum, selbstgeschriebene Chorsätze auszuprobieren und ggf. zu dirigieren. Auf jeden Fall stärkt Chorsingen die Sozialkompetenz und verschafft dir eine Vorerfahrung, die dir später im Studium extrem viel nützen wird und nicht nachholbar ist.

Letztlich ist bei einer Aufnahmeprüfung auch das Gesamtbild des Bewerbers ausschlaggebend. Es kann eine Rolle spielen, ob er glaubhaft eine langfristige künstlerisch-pädagogische Entwicklungen erwarten lässt. Dazu ist es halt wichtig, daß du zeigst, daß du eine langfristige künstlerische und evtl. pädagogische Vergangenheit hast. Insbesondere im Alter ~30 kann sowas erwartet werden, immerhin hattest du ~20 Jahre für musikpraktisches Lernen Zeit.

Harald
 
crushiii

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Das hört sich schonmal nicht schlecht an, bis auf den Unterricht :D Unterricht ist natürlich nicht gerade billig und bei dem Packen, den du vorschlägst, wirds nicht günstiger!
Prüfungen an verschiedenen Unis zu machen ist natürlich nicht das Problem. Ich kann Münster ja weiter nach hinten legen und erst einmal Erfahrungen sammeln. Das ist auf jeden Fall ratsam.
Ist es denn theoretisch egal, wann ich die Eignungsprüfung ablege oder muss ich die in einem bestimmten Zeitfenster vor dem Studienbeginn absolvieren?

Was ich mich natürlich frage ist: Muss ich bei meinem Hauptinstrument, sowie in der Musiktheorie so extrem gute Kenntnisse haben, dass ich ohne Unterricht gar keine realistische Chance habe? Ich meine, ich will Musikpädagogik immerhin erst studieren :) Klar sind Vorkenntnisse vorteilhaft, aber muss ich denn wirklich quasi ausgebildeter Musiker sein, nur um die Prüfung zu bestehen?
Für mich als Außenstehender hört sich das ziemlich hoch angesetzt an. Hoffe, du kannst das nachvollziehen.

Es ist mir auf jeden Fall ernst, ein Lehramtsstudium anzustreben :) Am liebsten halt Mathematik oder Deutsch. Ich wollte Musikpädagogik gerne anstreben, aber es ist keinesfalls ein Muss für die berufliche Zukunft. Ich würde es gerne versuchen. Jedenfalls im Rahmen meiner Möglichkeiten und die sind leider etwas begrenzt. Meine Frau hat nur eine Teilzeitstelle und macht nebenbei eine weitere Ausbildung und ich beziehe nur BAföG.
Da kann ich natürlich nicht 3 verschiedene Unterrichtsfächer in unserer Musikschule buchen :D Oder halt 2, je nachdem, wie sie es hier anbieten. Es würde höchstens noch Privatunterricht bei Musikstudenten gehen, aber da habe ich mich noch gar nicht erkundigt.

Also ein Wunsch könnte ich mir damit erfüllen, aber wenn ich realistisch gesehen eher geringe Chancen habe, dann kann ich mich früh genug um Alternativen im Lehramtsstudium kümmern. Die Welt geht dadurch nicht unter. Ich verliere die Musik deswegen ja nicht :) Das ist auch das Wichtigste oder?
 
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Die größte Schwierigkeit ist es meist nicht, die Prüfung zu bestehen, sondern sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Ich habe selbe Aufnahmeprüfung Jazzgitarre für Schulmusik in Köln und für Künstlerische Ausbildung in Würzburg gemacht (https://www.musiker-board.de/showthread.php?t=360954&p=4294435#post4294435) und kann das ohne zu übertreiben als Wettkampf bezeichnen. Es gibt nur so und so viele Plätze, die an die besten Bewerber verteilt werden. Die Prüfung bestehen meist deutlich mehr Leute, als am Ende dann genommen werden. Außerdem wirst du an den Musikhochschulen primär als Künstler ausgebildet, gerade in den Praxisfächern, egal ob du nun Lehramt studierst oder sonst was.
Vielleicht ist die sinnvollste Methode, dich mal in Münster nach einem Dozenten umzusehen, der an der Hochschule unterrichtet und bei dem vorbeizuschauen. Der kann am besten abschätzen, ob es realistisch ist, die Prüfung zu schaffen, oder ob du dich lieber neu ausrichtest.
 
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Letztlich ist bei einer Aufnahmeprüfung auch das Gesamtbild des Bewerbers ausschlaggebend. Es kann eine Rolle spielen, ob er glaubhaft eine langfristige künstlerisch-pädagogische Entwicklungen erwarten lässt. Dazu ist es halt wichtig, daß du zeigst, daß du eine langfristige künstlerische und evtl. pädagogische Vergangenheit hast. Insbesondere im Alter ~30 kann sowas erwartet werden, immerhin hattest du ~20 Jahre für musikpraktisches Lernen Zeit.

absolut richtig! Während eines Jazz Workshops hat uns Frank Sikora erzählt, dass genau auf diese Dinge s.o. besonderes Augenmerk gelegt wird. Es werden nämlich auch Fragen gestellt , wie man seine berufliche Zukunft als Musiker einschätzt. Kommen da so träumerische und unrealistische Antworten, dann hast keine Chance genommen zu werden . Ausserdem wird auch erwartet, dass man schon einen gewissen Namen in der regionalen Szene sich erspielt hat und wenigstens mal eine CD Produktion vorweisen kann usw.
 
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absolut richtig! Während eines Jazz Workshops hat uns Frank Sikora erzählt, dass genau auf diese Dinge s.o. besonderes Augenmerk gelegt wird. Es werden nämlich auch Fragen gestellt , wie man seine berufliche Zukunft als Musiker einschätzt. Kommen da so träumerische und unrealistische Antworten, dann hast keine Chance genommen zu werden . Ausserdem wird auch erwartet, dass man schon einen gewissen Namen in der regionalen Szene sich erspielt hat und wenigstens mal eine CD Produktion vorweisen kann usw.

Ist das tatsächlich ernsthaft gemeint?
Dann habe ich mir anscheinend die Zukunft falsch vorgestellt, denn mein Ziel ist es eigentlich, jungen Menschen die Musik näher zu bringen. Jeder soll die Chance bekommen, das schönste der Welt kennen und schätzen zu lernen! Für mich steht der Pädagogische Teil im Vordergrund. Ich möchte kein Berufsmusiker oder dergleichen werden, sondern ein Lehramt anstreben, um den Schülern zu ermöglichen, sich im musikalisch-künstlerischen Bereich einzubringen.
Oder ich habe euch gerade einfach falsch verstanden :)

Also die Bedingungen, die du aufzählst finde ich grad extrem. Namen in der regionalen Szene? (bei der Uni oder beim Wohnort?) eine CD Produktion? o_O Das hört sich so an, als würde man mit genug Kenntnissen und spielerischen Talent mal eben so alles machen können, was man möchte!
 
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Ist das tatsächlich ernsthaft gemeint?
Dann habe ich mir anscheinend die Zukunft falsch vorgestellt, denn mein Ziel ist es eigentlich, jungen Menschen die Musik näher zu bringen. Jeder soll die Chance bekommen, das schönste der Welt kennen und schätzen zu lernen! Für mich steht der Pädagogische Teil im Vordergrund. Ich möchte kein Berufsmusiker oder dergleichen werden, sondern ein Lehramt anstreben, um den Schülern zu ermöglichen, sich im musikalisch-künstlerischen Bereich einzubringen.
Oder ich habe euch gerade einfach falsch verstanden :)

Also die Bedingungen, die du aufzählst finde ich grad extrem. Namen in der regionalen Szene? (bei der Uni oder beim Wohnort?) eine CD Produktion? o_O Das hört sich so an, als würde man mit genug Kenntnissen und spielerischen Talent mal eben so alles machen können, was man möchte!

ich geb nur das wieder , was Frank uns erzählt hat und Frank gehört ja zu dem Gremium an der Musikhochschule in S , die die Aufnahmeprüfungen abnehmen und die Bewerber dann befragen . Ja, das Leben ist hart.
Was glaubst du, wieviele Leute sich an ner Musikhochschule bewerben und Musik studiern wollen und wieviel Plätze es dafür gibt.
Ich geb dir da eher den Rat, es an ner PH (Pädagogischen Hochschule ) zu versuchen. Da kannst auch Musik auf Lehramt studiern , musst halt noch andere Lehramtsfächer dazu noch belegen und die Aufnahmeprüfung ist nicht so hart wie an ner Musikhochschule
 
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So in etwa war es von mir geplant. Ich möchte Musik als Unterrichtsfach studieren. Also, dass ich neben meinen Hauptfächern auch Musik unterrichten kann! Mehr eigentlich nicht.
 
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du kannst auch an Unis Musikwissenschaft studiern. Die haben auch keine harten Aufnahmeprüfungen wie mir mal einer erzählt hat, der das gemacht hat, aber dann Studium abgebrochen hat. Das wäre vielleicht auch noch ne Hintertür für dich ;)
 
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Er will doch Musik auf Lehramt studieren. Musikwissenschaft ist ja wieder etwas völlig anderres.
Und dazu braucht man mit Sicherheit keine CD Produktion vorweisen, noch regional aufgetreten sein ;-)

Man muss es nun auch nicht schwerer reden als es ist.

Ich studiere selbst in Dortmund und kenne viele die auch in Münster die Prüfung gemacht haben.
Die sagen einstimmig, dass das dort in etwa die einfachste Prüfung ist, die man hier in der Gegend machen kann.
Sowohl in Münster als auch Dortmund werden auch alle Studenten angenommen, die die Prüfung bestehen. Es sind ganz normale Unis, keine Musikhochschulen wie die Folkwang.
Letztlich ist es aber so, dass grade mal 50% die Prüfung bestehen. Meist aus unrealistischen Motiven heraus.

Zum Themenstarter:
Wenn ich das richtig lese, spielst du jetzt seit einem Jahr Gitarre und seit einem halben Jahr Klavier und zwar autodidaktisch.
Ganz ehrlich: ich sehe keinen Weg, wie du da eine Prüfung bestehen willst.
Ich glaube es gibt bei uns im Studium nur ganz wenige Leute, die ihr Hauptinstrument weniger als 10 Jahre spielen.
Es gibt keinen, der sich nicht mit einem Lehrer gezielt auf die Prüfung vorbereitet hat. Das ist einfach unumgänglich.
Als ich die Prüfung gemacht hab, habe ich etwa 16 Jahre Musikunterricht gehabt und trotzdem hab ich mich ein halbes Jahr etwa 6-8 Stunden täglich auf die Prüfung vorbereitet.

Ich sag dir das jetzt nicht um dir Angst zu machen, sondern um dir klar zu machen, dass das eine ernste Prüfung ist, und kein gummeliges "ich geh mal da hin und mach die Prüfung".
Alles was in so einer Prüfung abgefragt wird ist Grundlage für sämtliche Kurse an der Uni. Du kannst kein Stück analysieren, wenn dir die harmonischen Zusammenhänge zwischen den Akkorden nicht klar sind.
Auch der Gehörbildungsteil zielt darauf ab "kann der Prüfling auch in Stress-Situationen sein musikalisches Wissen nutzen?"
Es wird in der Praxis so gut wie nicht vorkommen, dass du ohne Instrument frei irgendwelche Noten aufschreiben musst.

Ein Musikstudium ist anders, als die meisten anderen Studiengänge.
Bei letzteren wird langsam ausgesiebt, wer nicht reinpasst. Beim Musikstudium direkt am Anfang.
Es geht aber auch nicht anders. Immerhin bekommt bei uns jeder Student Unterricht, der an einer Musikschule locker mal 200€ im Monat kosten würde.
Gäbe es am Anfang keine Prüfung, würde sich ja jeder da einschreiben, schon alleine um den Unterricht mitzunehmen.

Du solltest auch anfangen ein wenig mehr zu investieren.
Alleine die Frage ob es reicht, wenn man den Stoff einer Internetseite kann, bringt mich schon ein wenig zum Schmunzeln. Besorg dir wenigstens ein paar Fachbücher zur Harmonielehre, wo das Ganze nicht nur so Kindergartengemäß aufbereitet ist.
Es geht auch in der Prüfung nicht darum, dass du das theoretisch verstehst (das wird sowieso erwartet), sondern, dass du das alles unter Zeitdruck anwenden kannst.
Beispielsweise wurde uns das 8-taktige Melodiediktat (vllt 50 Noten) dreimal vorgespielt, das hat insgesamt keine 2 Minuten gedauert. Wer dann nicht alles mitgeschrieben hatte, hatte Pech.

Zum Instrumentalfach möchte ich noch sagen: Es kommt nicht nur auf den Schwierigkeitsgrad der Stücke an, sondern primär auf deine Interpretation.
Wenn du etwas aus der Romantik spielst, solltest du wissen wie man das interpretieren muss. Wenn du etwas Klassisches spielst ebenso.
Ich hab in meiner Aufnahmeprüfung Danza Caracteristica von Leo Brouwer gespielt. Das war zugegebenermaßen etwas über dem verlangten Niveau, aber durchaus auf dem Niveau, auf dem sich die meisten Studenten bewegen, die die Prüfung bestanden haben.
Kannst du ja mal auf Youtube anhören.
Hast du dir schon Gedanken gemacht, was du evtl für Stücke spielen möchtest?

Insgesamt will ich aber noch sagen: Jede Prüfung ist machbar, aber es verlangt eben auch immer einen gewissen Einsatz: viel Zeit, einen guten Lehrer, gewissenhafte Vorbereitung.
Vllt gehst du einfach mal in Münster in den Musikbereich der Uni und fragst ein paar Studenten, was sie alles in der Prüfung genau machen mussten und welche Stücke sie gespielt haben.
Irgendwo gibt es auch sicher einen Studienberater etc, das sind ganz gute Anlaufstellen um einen ersten Eindruck zu bekommen
 
matzefischmann

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Hallo!
Auch von mir ein paar Takte, um das Gesagte zu untermauern. Dein Ziel ist mir klar. Allerdings wirst Du, und hier muss ich ein paar meiner Vorredner beipflichten, nicht weiter als bis zur Aufnahmeprüfung kommen. Ich beschreibe Dir kurz meinen Werdegang, nicht um mich darzustellen, sondern nur um zu zeigen, was nötig ist/sein kann, um die erste große Hürde zu nehmen.

Ich habe seit meinem 5. Lebensjahr Erfahrung auf Instrumenten gesammelt. Anfangs ganz klassisch mit Blockflöte, dann aber recht schnell umsgeschwenkt auf Trompete. Nach ein paar Jahren kam Querflöte hinzu (alles mit "vernünftigem" Unterricht), ein paar Schnupperstunden Klavier (das ich dummerweise nicht fortgeführt habe) und E-Gitarre autodidaktisch. Ansonsten kann ich mir noch auf ein paar anderen Instrumenten helfen. Daneben war ich in Chören und unterschiedlichen Gruppen unterwegs (Blaskapelle, "echte" Volksmusik, klassische Ensembles, Bands, etc.). Schulisch hatte ich zwei Jahre Leistungskurs Musik und deneben noch einen Lehrer, der mir ein bisschen mehr Einblick in die Materie Theorie und Gehörbildung gab.

Nach meinen Abitur habe ich vier Jahre etwas anderes gemacht, dann aber war klar, ich studiere LA, davon soll ein Fach Musik sein. Ich habe Kontakt mit dem zuständigen Professor aufgenommen und mich erkundigt, wie der Ablauf der Prüfung, die Anforderungen, etc. sein werden. Dann habe ich die Querflöte wieder ganz energisch in die Hand genommen, den Unterricht wieder aufgenommen (ca. 3/4 Jahr vor der Aufnahmeprüfung) und mich für die anderen Prüfungsteile vorbereitet.

Langer Rede, kurzer Sinn: Investiere Zeit und zur Not auch Geld, um Dich optimal auf die Anforderungen vorzubereiten. Ein kleines Keyboard zum Üben zu Hause ist, vorsichtig ausgedrückt, das Geld nicht wert. Du willst etwas erreichen, also musst Du was dafür tun. Auch wenn Du keine 19 mehr bist, da kommen 19 Jährige, die spielen Dir den Hintern weg - auch auf einem kleinen Keyboard. Aber das nur, weil sie eben in ihrem Fach sehr gut sind. Mondscheinsonate und Elise sind zwar ganz nett, aber damit wirst Du niemanden vom Hocker reissen. Hinter Dir stehen Cracks, die ihr Instrument seit Jahren beherrschen. Daneben, und das wurde schon erwähnt, kommt es auch die Interpretation an. Bei meinem Examen hatte ich z. Bsp. von Bach die Partita a-Moll und eine Ballade von Reinecke im Programm. Beides sicher nicht extrem scher, aber auch nicht ganz ohne, viel wichtiger ist aber, auch zu wissen, WIE man die Stücke vorträgt. Was also in einer bestimmtenm Epoche zum guten Ton gehört, sollte man auch wissen. Das "nachspielen" wollen, weil's gefällt ist da der falsche Ansatz.

Meine Aufnahmeprüfung ist nun auch schon wieder fast 10 Jahre her, aber so viel hat sich nicht verändert - außer dass ich in Regensburg war und (viel wichtiger) die Zahl der Bewerber immer mehr gestiegen ist. Was das bedeutet, sollte klar sein! Mehr Bewerber --> mehr Auswahl für die Prüfer!

Also: Werde Dir klar darüber, was dieser Schritt bedeutet. Nimm persönlich Kontakt auf, investiere was möglich ist, besuche Vorbereitungskurse (wenn welche angeboten werden)!

Viele Grüße
Matze

PS: Was Du bei der Prüfung abliefern musst, steht doch exakt beschrieben im Verlauf. Genau lesen!
 
crushiii

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Also, wie ich das sehe, habe ich keine realistische Chance? Ich meine, es ist kein Weltuntergang. Ich komme nunmal auf Deutsch gesagt aus der Unterschicht und konnte mir weder ein Instrument, noch Unterricht leisten obwohl das Interesse immer da war. Ich habe so wenig Erfahrung und bis zu den Prüfungen wäre es wie gesagt so bis zu 3 Jahre.
Ich deute es gerade so, dass ich einfach zu wenig Erfahrung habe. Nicht, weil die Prüfungen so schwer sind, sondern die Komkurrenz zu stark ist. Ich finde das auch keineswegs schlimm. Es war nur ein Wunsch von mir, aber kein Muss. Darum ist es gar nicht schlimm.
Viel Geld kann ich nicht investieren, wenn das überhaupt drin ist. An nicht materiellen Dingen wäre ich bereit, alles zu geben, aber das ist leider in der heutigen Zeit nicht alles.
Durch mehrere schwer erkrankte Familienmitglieder habe ich sehr hohe Fahrtkosten, die auch noch den letzten Rest des Geldes verschlingen. Sei es, wie es ist.
Ich danke euch für die Hilfe und Tipps. Auch wenn es nicht positiv war, bin ich sehr froh, in diesem Forum immer auf kompetente Helferlein zu treffen, die einen den Weg aufzeigen können :)
So gesehen spare ich mir einige unangenehme Überraschungen, die mich eiskalt getroffen hätten. Ich bin anscheinend viel zu naiv davon ausgegangen, dass gerade für ein Lehramtsstudium nicht die höchsten Ansprüche gestellt werden!!!

LG,
Chris
 
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Ich komme nunmal auf Deutsch gesagt aus der Unterschicht und konnte mir weder ein Instrument, noch Unterricht leisten obwohl das Interesse immer da war.
Umso bemerkenswerter, dass du kurz davor bist, zu studieren. Vielleicht solltest du direkt anfangen zu studieren, warum nicht Deutsch und ein zweites Fach außer Musik? Das soll wie gesagt keinesfalls deine musikalische Aktivität schmälern. Also fleißig weiterüben und das schönste Hobby der Welt haben! Wenn du irgendwann gut genug bist kannst du ja auch neben der Schule noch Instrumentalunterricht geben oder bei der derzeitigen Situation ja auch die ein oder andere Vertretungsstunde geben, Schülerbands leiten oder was auch immer. Man findet immer eine Ecke!
 
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Joa wie gesagt, ich habe es nie als MUSS angesehen. Mein Hauptfach wird wohl Mathematik werden und dann eventuell Deutsch oder etwas aus der Naturwissenschaft. Ich muss mich da nochmal ein wenig erkundigen und Inhalte einsehen.
Mein Hobby bleibt mir so oder so erhalten ob ich es beruflich nutzen kann oder nicht.
Mit dem Studium ist auch eher ein Zufall gewesen. Bin eigentlich berufsunfähig, aber kriege da die Chance auch ohne abgeschlossene Ausbildung das Abitur nachzumachen :) Lang lebe das Bistum xD Paar Jahre Berufstätigkeit und schon werden einem die Türe geöffnet! Nach all dem Hin und Her, berufliche Reha blablub wirds auch Zeit, dass es eine recht simple Weiterbildungsmöglichkeit gibt. Die Ämter helfen einem nicht so wirklich weiter -.-
 
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Dann geb ich auch mal meinen Senf dazu...

Wenn du Lehrer werden willst, würde mich erstmal interessieren, für welche Altergruppe und welche Schulform, denn
-> an Grund- ,(Förder-) und Hauptschulen herrscht oft/meist ein solcher Fachlehrermangel, dass du auch als fachfremder Lehrer Musik unterrichten kannst/darfst/musst. (Die Förderschulen hab ich in Klammern gesetzt, da deren Zukunft ungewiss ist).


-> die Aufnahmeprüfungen Prim und Sekundarstufe I (also nicht Gymnasium) in MS und DO sind m.E. machbar, wenn du dich nicht nur auf die Praxis, sondern auch auf die Theorie, schulpraktisches Klavierspiel und Gesang gut vorbereitest. Mir sind einige gute Instrumentalisten bekannt, die an der Theorie oder am Gesang gescheitert sind.
-> Nimm zumindest stundenweise Unterricht in deinen Fächern und bereite das vor, was du vorspielen willst. Bedenke aber dabei, dass du nach 3-4 Jahren ein zweites Programm, das schwerer ist vortragen können musst - als Prüfungsleistung. Auch daran sind schon Stundenten gescheitert.

Ich will dich nicht entmutigen, Musik unterrichten ist möglich (vor allem an Grund- und Hauptschulen), die Aufnahmeprüfung und das Studium verlagnen dir aber auch was ab! [Im SII-Bereich sind auch die Naturwissenschaften auf Grund ihrer Praktika und den ähnlichen Studieninhalten der Bachelor-MAsterstudierenden nicht zu unterschätzen...]

Grüße C&B
 
crushiii

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Also ich hatte an Haupt- oder Realschule gedacht, wobei ich mich da noch nicht ganz entscheiden kann. Ich habe auch noch ein wenig Zeit dafür. Am wichtigsten ist mir, dass ich MAthematik studieren kann. Der Rest wäre eine super Zugabe :)
Als ersten Schritt habe ich mich erstmal darum gekümmert, dass ich ein Instrument mit kompletter Klaviatur bekomme. 61 Tasten bringen es da einfach nicht. So komme ich keinesfalls weiter. Wenn die Beschaffung erfolgreich war, kann ich im nächsten Schritt auch über Unterricht nachdenken, wobei ich glaube, Klavier und Theorie gut miteinander verbinden zu können. Für die Gitarre hatte ich Unterricht, komme alleine aber momentan einfach besser voran. Das lag aber wohl eher an dem Lehrer. Leider haben wir hier nicht soviel Auswahl bei Gitarrenlehrern, so behelfe ich mir einfach selbst.
Autodidaktisch habe ich einiges drauf. Habe mir schon sehr viel selbst beigebracht. Alleine aus dem Grund, dass ich sehr gerne lerne und mich in eine Sache reinsteiger, die ich unbedingt erlernen möchte. Höchste Motivation ist sicher einer der wichtigsten Eigenschaften, die man fürs autodidaktische Lernen benötigt. Ich bin mir sicher, dass ich bis zu einem gewissen Punkt auch sehr gut alleine klar komme und die Defizite dann immernoch mit Unterricht aufholen kann.
Dieses Forum ist sehr gut um Meinungen zu hören und Fehler im eigenen Spiel zu finden, so dass ich in der Hinsicht positiv in die Zukunft blicke :)

Das einzige, was mich gerade so ein wenig runterzieht sind die geringen Erfolgsaussichten. Wenn ich mich derart reinhänge und soviel investiere, habe ich ein wenig Angst, dass das musizieren zu einem Zwang wird, was sicherlich zu einem negativen Empfinden führen kann. Ich möchte nicht den Spaß an der Musik verlieren, nur weil ich mich gezwungen fühle, jede freie Minute zu nutzen und zu trainieren um eine Aufnahmeprüfung zu schaffen...hoffe, ihr versteht, wie ich das meine?


Trotzdem allen erstmal ein frohes neues Jahr :)
 
Backstein123

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Hi,
erstmal respekt das du mit ü30 auf die Uni willst und nochmal richtig dein Leben ändern willst.
Ich hab einen Bekannten der ist 32 und hat jetzt das erste lehrjahr seiner zweiten Ausbildung hinter sich.
Da bin ich mit meinen 26 noch recht früh dran:D
Aber sollte ich irgendwann noch ein Studium anfangen (bestimmt nicht fach "Deutsch":D) wäre ich auch locker ü30 und ich wüsste nicht ob ich mein leben dann noch so ändern kann/möchte.
Respekt also!

Aber zu einer sache möcht ich mich dennoch äußern:
Ich bin mir sicher, dass ich bis zu einem gewissen Punkt auch sehr gut alleine klar komme und die Defizite dann immernoch mit Unterricht aufholen kann.
Fehler die man am anfang macht bürgern sich ein und bleiben dann, wenn sie nicht sofort korregiert werden.
Mein Fahrlehrer hat mir mal gesagt: "Peter, am schlimmsten sind die, die heimlich sich das fahren beibringen. Die wissen sovieles nicht und bis man dennen ihre fehler ausgebügelt hat, sind locker zwei Schüler mit dem Führerschein fertig.".
Und ich glaube das er vollkommen recht hat.

Ich hab mir auch das Gitarrespielen selbst bei gebracht (ebenfalls "unterschicht" - wiederliches wort- und zu arm für Instrument und unterricht in der Kindheit) und denke das ich dafür nicht schlecht spiele. Aber ich merke immer wieder das ich vielles nicht weiß und Fehler mache die ein Gitarrenschüler nach nem halben jahr nicht mehr macht.
Guter unterricht ist nicht nur teuer, er spart dir eine unmänge an Zeit und sorgt dafür das du alles wissen tust was du wissen must!

Was ich an deiner stelle tun würde, eine paar Leher ausfindig zu machen und jeden von deinen plan erzählen. Mal sehen was die dazu sagen.
Ein guter Lehrer ist auch immer ein erlicher Lehrer, der dir sagt ob Er dich dort hin führen kann und ob er für dich eine möglichkeit sieht.

Ach eins noch:
Wenn in der Aufnahmeprüfung wirklich so fragen vorkommen wie " Warum willst du Musik studieren?" oder "wie stellen sie sich ihren Beruf nach dem Studium vor?" und du dann so Antwortest:
.. denn mein Ziel ist es eigentlich, jungen Menschen die Musik näher zu bringen. Jeder soll die Chance bekommen, das schönste der Welt kennen und schätzen zu lernen! Für mich steht der Pädagogische Teil im Vordergrund. Ich möchte kein Berufsmusiker oder dergleichen werden, sondern ein Lehramt anstreben, um den Schülern zu ermöglichen, sich im musikalisch-künstlerischen Bereich einzubringen.
Dann sollte dieser teil der Aufnahmeprüfung für dich kein problem sein:great:
 
crushiii

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Hi,
erstmal respekt das du mit ü30 auf die Uni willst und nochmal richtig dein Leben ändern willst.

Aber zu einer sache möcht ich mich dennoch äußern:

Fehler die man am anfang macht bürgern sich ein und bleiben dann, wenn sie nicht sofort korregiert werden.
Mein Fahrlehrer hat mir mal gesagt: "Peter, am schlimmsten sind die, die heimlich sich das fahren beibringen. Die wissen sovieles nicht und bis man dennen ihre fehler ausgebügelt hat, sind locker zwei Schüler mit dem Führerschein fertig.".
Und ich glaube das er vollkommen recht hat.

Ach eins noch:
Wenn in der Aufnahmeprüfung wirklich so fragen vorkommen wie " Warum willst du Musik studieren?" oder "wie stellen sie sich ihren Beruf nach dem Studium vor?" und du dann so Antwortest:

Dann sollte dieser teil der Aufnahmeprüfung für dich kein problem sein:great:

Erstmal danke für deinen Beitrag (Kekse unterwegs xD).
Also Ü30 bin ich ja noch nicht ganz. Werde in ein paar Wochen zwar 27, aber mein Abi werde ich voraussichtlich kurz vor der 30 bekommen. Wenn ich Wartezeit einkalkuliere....hmmm, dann kann das ja doch stimmen.
Aber mein Beweggrund ist eigentlich nicht die Änderung meines Lebens, sondern die Wiederaufnahme! Ich hatte ja schonmal geschrieben, dass ich berufsunfähig bin. Mir bleibt also keine Wahl, mich in irgendeiner Form weiterzubilden, um beruflich überhaupt noch irgendwann einmal was machen zu können (und ich habe noch etliche Jahre vor mir).
Ich habe schon einiges versucht, unter anderem eine Umschulung zum Mediengestalter, die ich aber aus gesundheitlichen Gründen 1 Jahr vor Ende abbrechen sollte -.- Ist echt ein Teufelskreis. Für mich als jungen Menschen ist die Einsicht, einen Beruf nichtmal zu Ende lernen zu können ziemlich belastend. Schon so vieles wurde mir empfohlen und noch mehr habe ich ausprobiert. Aber das Ende war eigentlich immer gleich: Abbruch aus gesundheitlichen Gründen :(
Wenn man sich darüber mal Gedanken macht, dann überlegt man sich, was ein ratsamer, nächster Schritt sein könnte.
Und die Chance, Abitur und Studium machen zu dürfen, ist in meinen Augen einfach perfekt. Es ist keine schwere Arbeit und ich habe so mal eben locker 9 Jahre überbrückt. Danach kann ich immernoch feststellen, dass ich nicht mehr richtig arbeiten kann :)
Was ich aber in den letzten 10 Jahren Krankheit alles gelernt habe, würde ich gerne an jemanden weitergeben. Ich wäre froh gewesen, jemanden zu haben, der mir das Eine oder Andere erklärt. In der Schule war ich nie gut. Alles was ich weiß, habe ich autodidaktisch nachgeholt in der endlosen Krankheitsphase (danke an Abfrager.de oder wie auch immer die url ist). So habe ich mir sehr viel angeeignet und.
Darum auch der Wunsch, Lehrer zu werden. Ich unterrichte gerne. In meinem früheren Beruf habe ich schon Schulungen gemacht und immer positive Rückmeldungen bekommen, darum sehe ich mich locker in der Lage, diesen Anforderungen stand zu halten. Es gehört zwar noch einiges mehr dazu, aber das ist auch nicht das größte Problem.

Nun aber mal zurück zur Musik, geht hier ja nicht um mich direkt xDDDD

Fehler, die sich am Anfang der "Musikkarriere" einschleichen, sind schwer wegzubekommen. Da hast du vollkommen Recht. Zum Glück hatte ich ja über mehrere Wochen einen Lehrer, der mich vor Haltungsfehlern etc bewahren konnte. Ich habe so lange Unterricht genommen, dass ich die meisten Grundlagen drauf gehabt habe. Haltung, Anschlagtechnik etc habe ich durch seine Hilfe gelernt. An sich war er auch ein sehr guter Lehrer, aber seine Haltung war mir einfach zu locker. Nach dem Motto: Wenns heut nicht klappt, klappts morgen und ansonsten findet sich ein geeigneter Zeitpunkt. Diese Haltung finde ich für einen Musikschüler einfach falsch. Man muss schon über ein enormes Talent verfügen um direkt alles richtig zu machen.
Wir haben angefangen mit einfachen Sachen, Powerchords und son Krams. Zwischendurch hat er mir in 5min versucht beizubringen, wie Tapping funktioniert. Da es in dem Rahmen nicht geklappt hat, hat er das aber wieder verworfen. So ging es mit einigen Techniken (Bendings z.B.). Immer wieder Techniken zu beginnen und nicht durchzulernen hat mir nicht allzu viel gebracht.
Ich habe es letztendlich dank dieses Forums, dem Internet und dem Lehrer doch gelernt. Dieses erzwungene, mehrgleisige lernen habe ich aber nicht gutheißen können, solange ich ihn mit 50€ im Monat bezahle Oo
Das war zwar nicht der einzige Grund, der zum Abbruch des Unterrichts führte, aber doch ein sehr großer.

Ich weiß auf jeden Fall, dass ich irgendwann wieder Unterricht brauche um einfach ein neues Level zu erreichen, aber davon bin ich noch ein wenig entfernt. Ich versuche so intensiv und langsam wie möglich, alles in mich aufzusaugen und zu lernen, so dass ich die Grundlagen immer weiter ausbaue. Dann überlege ich mir entweder erneut Unterricht zu nehmen oder mit Bekannten von mir zusammen etwas auszuarbeiten.
Gut, dass ich da noch nicht bin :D

Ich hab mir auch das Gitarrespielen selbst bei gebracht (ebenfalls "unterschicht" - wiederliches wort- und zu arm für Instrument und unterricht in der Kindheit) und denke das ich dafür nicht schlecht spiele.

Du hast Recht, das Wort an sich ist einfach erniedrigend, aber wie besser formulieren? :rolleyes: Eigentlich trifft genau das den Nagel auf den Kopf. Wir waren einfach zu arm um 3 Kindern eventuelle Freizeitaktivitäten zu finanzieren. Jedenfalls wenn es etwas kostspielig ist und Musik ist schon ein etwas teureres Hobby. Aber zum Glück ändern sich die Zeiten auch und man darf doch noch Hand anlegen und ein Instrument erlernen, auch wenn es mit Mitte 20 ein wenig spät ist! Zu spät ist es auf jeden Fall nicht!!!

Ich werde mir die nächsten Wochen noch weiter Gedanken machen und dann zu entsprechenden Stellen gehen und mich informieren.
Das Forum hilft aber auch immer super weiter. So einige Sachen hätte ich ohne diesen Thread einfach nicht bedacht!
 
Backstein123

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An sich war er auch ein sehr guter Lehrer, aber seine Haltung war mir einfach zu locker. Nach dem Motto: Wenns heut nicht klappt, klappts morgen und ansonsten findet sich ein geeigneter Zeitpunkt. Diese Haltung finde ich für einen Musikschüler einfach falsch. Man muss schon über ein enormes Talent verfügen um direkt alles richtig zu machen.
Wir haben angefangen mit einfachen Sachen, Powerchords und son Krams. Zwischendurch hat er mir in 5min versucht beizubringen, wie Tapping funktioniert. Da es in dem Rahmen nicht geklappt hat, hat er das aber wieder verworfen. So ging es mit einigen Techniken (Bendings z.B.). Immer wieder Techniken zu beginnen und nicht durchzulernen hat mir nicht allzu viel gebracht.
Eigentlich ist die Taktick "Heute oder eben morgen" nicht verkehrt.
Was meinst du wieviel Schüler schon abgesprungen sind weil ihr Lehrer sie einfach überfordert hat?
Man kann grade im bereich Musik nichts erzwingen, meistens kommt es irgendwann von selbst (aber nicht ohne üben:D).
Das er immer wieder mMn ungeziehlt irgendwelche neuen Technik übungen eingeworfen hat find ich dagegen sehr bedenklich...
Ich denke als Lehrer sollte man mit dem Schüler (grade wenn diese Erwachsen sind) einen "masterplan" entwickeln und diesen dann auch durch ziehen. Und das sollte auf den Schüler zugeschnitten sein.
Deshalb bin ich auch gegen "Kauf dir das Buch, das arbeiten wir dann durch"- Lehrer. Das könnte ich auch ohne die.
Du hast Recht, das Wort an sich ist einfach erniedrigend, aber wie besser formulieren? :rolleyes: Eigentlich trifft genau das den Nagel auf den Kopf. Wir waren einfach zu arm um 3 Kindern eventuelle Freizeitaktivitäten zu finanzieren. Jedenfalls wenn es etwas kostspielig ist und Musik ist schon ein etwas teureres Hobby. Aber zum Glück ändern sich die Zeiten auch und man darf doch noch Hand anlegen und ein Instrument erlernen, auch wenn es mit Mitte 20 ein wenig spät ist! Zu spät ist es auf jeden Fall nicht!!!
Joa ist schon ein glück manchmal Erwachsen zu sein und sich ein paar kleinigkeiten leisten zu können;)
Schade das ich im Moment meine Lehre nach mache, zwar für die Zukunft sehr positiv (ich lerne als nicht blöder aber Fauler ex Hauptschüler einen beruf der mit Abiuriennten bestückt ist und bin einer der besten:D) aber für die ganzen "ich will aber haben" wünsche der Gegenwart ein dickes Finanzielles problem... aber dann muss ich eben etwas warten.
Bin ja noch jung, ich kann warten:D
 
crushiii

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Das kenn ich sehr gut. Habe letztes Jahr 2 Gitarren bekommen (eine von Schwiegerpapa und eine von Mama finanziert). Alleine hätte ich mir die nicht leisten können!
Aber es gibt immer das eine oder andere, was man haben möchte. Gerade mit etwas teureren Hobbys. Ich fotografiere nebenbei auch noch sehr gerne und die Ausrüstung ist auch nicht billig xD
 

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