Mythos "schneller Hals"

von milamber, 19.01.18.

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  1. milamber

    milamber Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.01.18   #1
    Weiß jemand von Euch wie eigentlich dieser komische Gedanke entstand, dass ultraschlanke Hälse irgendwas mit Geschwindigkeit zu tun hätten?

    Ich frage jetzt nur aus reiner Neugier und weil wir hier im Biergarten sind ;) :).
     
  2. elmwood_3100

    elmwood_3100 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.01.18   #2
    Wahrscheinlich weil Eddie van Halen als erster unbedingt Kramer Hälse auf seine
    Strat Bodies schraubte und das mit der Begründung "die sind richtig schön Flach
    und schlank"
    tat. Seitdem hieß es dann auch in den damaligen Gitarrenfachzeitschriften
    "Der Hals ist flach und schlank und verleitet zum schnellen Spiel!"
     
  3. Silenzer

    Silenzer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.01.18   #3
    Im Umkehrschluss heißt das auf einer 8 Saiter oder ner fetten Paula dürfte ich dann nicht shredden können, weil der Hals riesig ist ? :D

    Ein flacher Hals macht von der Daumenposition mir die stretches zu mindest leichter und eine kurze Mensur bedeutet weniger Abstand zwischen den Bünden, weshalb ich weg sparen kann, aber ehrlich gesagt sind für mich Maße so ein minimaler Unterschied bei der Endgeschwindigkeit, dass ich auch keine Ahnung habe wo dieser Mythos herkommen mag.
     
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  4. stoffl.s

    stoffl.s Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.01.18   #4
    An dem Mythos haben wahrscheinlich auch Firmen wie Ibanez gut mitgearbeitet, die ja auch extrem schlanke Hälse herstellen und die ihre Gitarren ja auch als Shredder Gitarren positioniert haben. So entsteht wahrscheinlich der Eindruck, dass der schlanke Hals sich schneller spielen lässt.
     
  5. milamber

    milamber Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.01.18   #5
    Also ich persönlich kann flache Hälse nicht spielen. Ich fühle mich da total unwohl und bin dadurch auch viel langsamer :D.

    Aber … allein Malmsteen war ja auch schon damals ein Beweis dafür, dass ein dünner Hals absolut nichts mit der Geschwindigkeit zu tun hat. Der hat doch die fetten Prügel von Fender gespielt.
    Und Blackmore würde man auch nicht gerade als den langsamsten Spieler bezeichnen. Natürlich ist das jetzt kein shredding nach der heutigen Definition.
     
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  6. Minor Tom

    Minor Tom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.01.18   #6
    Einen Grund, dass schlanke Hälsen schnellere Geschwindigkeiten erleichtern, könnte ich mir vorstellen:

    Schnelle Geschwindigkeiten sind leichter zu erreichen, wenn von den Fingern nur wenig Kraft ausgeübt wird. Die entspanntere Handhaltung mit einem nur wenig abgespreizten Daumen erleichtert das!

    Einfach mal die Hand in die Luft halten und den Daumen abspreizen. Dabei spannt sich automatisch die Hand an (zumindest bei mir :))
     
  7. milamber

    milamber Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.01.18   #7
    Das liegt nur daran, dass Du es gewohnt bist. Das ist anatomisch nicht begründbar.

    Ich habe 10 Jahre lang nur eine einzige Gitarre gespielt, die auch einen dünnen Hals hatte. Zu dem Zeitpunkt fand ich das normal.
    Erst als ich angefangen habe weitere zu kaufen, die einen dickeren Hals hatten, musste ich feststellen, dass der dünne Hals eigentlich absolut nichts für mich ist :D. Inzwischen spiele ich meine Gibson mit einem fetten Hals am liebsten und empfinde sie weitaus bequemer als alle anderen. Bei der Geschwindigkeit merke ich jetzt zwar keinen messbaren Unterschied zu den dünneren Hälsen, aber ich habe einfach ein besseres Gefühl und es fühlt sich angenehmer an.
     
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  8. stoffl.s

    stoffl.s Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.01.18   #8
    Ich bin da bei @milamber, wenn ich so einen dünnen Hals in der Hand hab, dann fühl ich mich nicht wohl und kann daher eher nicht schneller spielen. Ich glaub auch nicht, dass die Handhaltung bei so einem Hals da viel vorteilhafter ist.
    Letztlich ist es aber auch gewöhnungssache.
     
  9. milamber

    milamber Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.01.18   #9
    eben.
    Ich habe auch schon ziemlich oft gelesen, dass Leute von einem dünnen auf einen dickeren Hals umgestiegen sind, weil sie gemerkt haben, dass es für sie bequemer ist.
    Den umgekehrten Fall habe ich noch nie mitbekommen (was jetzt vielleicht nichts zu bedeuten hat).
     
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  10. Jiko

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    Erstellt: 19.01.18   #10
    Ich bin definitiv kein schneller Spieler, aber ich muss sagen, dass ich auf kräftigeren Hälsen lieber spiele und definitiv nicht langsamer als auf schmalen. :D Aber letztendlich lasse ich hier nur meinen Senffleck zurück und gebe ich ab hier den Thread zurück an die schnelleren Spieler, die das Thema wahrscheinlich näher am Thema beurteilen können. ;)
     
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  11. DirkS

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    Erstellt: 19.01.18   #11
    Naja, Kramer hat ihn erst viel später für sicher nicht wenig Geld abgeworben, als er schon auf dem Höhepunkt war. Nach Anfangszeiten mit einer Ibanez Destroyer und Fender Strats, die er nicht mochte, wurde er bekannt mit selbstgebauten Gitarren aus Charvel Parts. Die berühmten 3 Stripes-Gitarren, mit denen er richtig bekannt wurde, entstanden so (schwarze mit gelben Streifen, rote mit weißen und schwarzen Streifen, weiße mit Schlagbrett und schwarzen Streifen). Kramer nahm Eddie erst deutlich später unter Vertrag und baute die Charvel-Eigenkreationen mehr oder weniger nach. Obwohl man die für Eddie gebaute Gitarre so nie dem Publikum anbot (war zu teuer in der Herstellung, Käufer bekamen nur "etwas ähnlich Aussehendes", außerdem war Kramer ja kein eigenständiger Gitarrenhersteller, man kaufte selbst die Bauteile fremd ein, etwa bei ESP oder Sports) war die Verpflichtung von Eddie ein Marketing-Volltreffer für Kramer. Zuletzt kam Eddie wieder zurück zu Charvel, parallel dazu gründete er sein eigenes Brand (EvH), das den Markt preislich unter Charvel abdeckt. Dazwischen gab es auch andere Marken, die er gespielt hat, etwa MusikMan usw.

    Aber btt: Ich finde schon, dass sich dünne Hälse (etwas) schneller spielen lassen. Ist aber subjektiv, ich bin mit diesen Hälsen aufgewachsen, vielleicht flutscht es bei mir deshalb besser bei den 80er Techniken wie Sweeping, Tapping, Shredding. Möglicherweise ist auch der Attack schneller, da weniger Holz in Schwingung gebracht werden muss, aber ob das tatsächlich hörbar ist, sei dahingestellt.

    Sicher ist, dass man mir dünneren Hälsen leichter die tiefen Saiten erreichen kann, weil kein dicker Hals die Greifhand stören kann.

    Ich persönlich finde von der Haptik viel wichtiger den Unterschied zwischen lackierten und unlackierten (also geölten) Hälsen. Viele Lacke bremsen, insbesondere in Verbindung mit Handschweiß, der bei längeren Auftritten zwangsläufig und bei Jedem entsteht, den Lagenwechsel ein.
     
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  12. InTune

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    Erstellt: 19.01.18   #12
    Das ein flaches Halsprofil „schnell“ ist, wurde IMO in den 80ern z.B. von Steve Vai beschlossen. Ibanez baute dann die entsprechenden Gitarren dazu. Ein schlanker Hals war da auch für mich ein positives Bewertungskriterium. Nachdem ich dann aber der darauffolgenden Vintage Mode gefolgt bin, habe ich mich schnell auch an 58er Les Paul Hals Shapes gewöhnt und deren tonale Vorzüge zu schätzen gelernt. Wenn ich jetzt einen Wizards Hals in die Hand nehme, kommt mir das immer wie „Spielzeug“ vor.
    Wirklich schnell war ich aber bisher auch auf keinem Halsprofil.
     
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  13. benny barony

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    Erstellt: 20.01.18   #13
    Ich hab da jedes Mal wieder den Satz von X-Ray Conrad im Sinn, fand ich einfach zu gut:

     
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  14. Silenzer

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    Erstellt: 20.01.18   #14
    Also ich bin tatsächlich vom Gibsonhals auf die Shreddhälse umgestiegen, weil für mich das bequemer ist. Ibanez ist mir aber schon wieder zu dünn ;D Mehr so Richtung ESP.
     
  15. shadok

    shadok Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.01.18   #15
    Geschwindigkeit, - wo fängt die eigentlich an? - so man sie für sein Spiel braucht, ist imho grösstenteils von den eigenen Fähigkeiten, der Spieltechnik, abhängig. Habe hier 7 Klampfen mit unterschiedlichen Profilen und Halsstärken, sehe da keine signifikanten Unterschiede. Vielleicht paßt der "schnelle Hals" ja eher in den "Hype-Thread"...
     
  16. Plektomanic

    Plektomanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.01.18   #16
    Ja ,es ist komisch ...
    Ich hab zwar eher keine dünnen Hälse , eher normal,bei den Strats einmal 60´s C shape , einmal Clapton V (Fast mein Lieblingshalsshape) aber dann gibts da noch die Fette V von Epiphone (die auf dem Avatar) mit 58er Halsprofil , also so dick wie Anno Dunnemals :opa: , da spiel ich so manche Sachen flüssiger und schneller als auf den anderen , Ja auf der SG mit ebenfalls normaler halsdicke geht es auch gut schnell ab , das merk ich schon .
    Und dann hab ich noch die Ganz alte Esp/Ltd. Kirk Hammett , was ist das für ein Halsprofil eigentl. ? Da geht fast alles von alleine , echt , Jumbobünde sehr niedrige Schnarrfreie saitenlage , eine typische Metalaxt .
    Ich bin der meinung dass ein dünnerer Hals nicht Zwangsläufig schneller ist ...Physikalisch gesehen , Ja ..man hat weniger Material und ist dementsprechend schneller am Ort des geschehens :-)rofl:).
    Leute die es WIRKLICH draufhaben , also Perfekte Technik , die Finger sind nie weiter als 5 mm vom griffbrett entfernt und Virtuosen werden da wohl eher den Unterschied merken . ich würde mich als guten durchschnittlichen spieler einordnen , der diese Regionen eher selten betritt (wenn ich gut drauf bin , viel gespielt habe und auch die Stimmung gut ist, dann klappt alles ..)
    Ich mein ich würde nicht sagen dass es quatsch ist , Jimmy Page hat seine Les Paul auch "Rasiert" (Lack entfernt und Material abgenommen , damit der Hals dünner wird ) .
     
  17. OldRocker

    OldRocker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.01.18   #17
    Hi,
    ich glaube schon, dass es mit der "Gesamt-Spiel-Haptik" (ich nenn das jetzt mal so...) zusammenhängt. Viele Heavies spielen für ihre Shreddersounds die klassische Handhaltung, dh. Daumen hinten am Hals, Finger mit der "Spinnengrifftechnik :)" direkt in fast 90 Grad Winkel von unten aufs Griffbrett. Zusammen mit niedrigem Saitenzug durch dünne Saiten und niedriger Saitenlage fühlt sich sich eben ein sehr flacher Hals mit geringer Wölbung haptisch wohl besser an als ein 50ies Prügel.
    Spielt man "Schlampertechnik mit Daumen rüberlappend ists eher Geschmacksache, doch es fühlt sich meist unbequem an wenn man die Hand dabei zu sehr schliessen muss.
    Die Strat auf meinem Avatar hat einen Hals, der hinterm Bodyansatz so gut wie gleich dick bis zur Kopfplatte weitergeht-ich fühl mich darauf wohl. Einen Vorteil hat der brutalo Hals auch noch: bei ner Session muss ich nie meine Gitarre verleihen:D...

    Gruss,
    Bernie
     
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  18. Jeckstadt

    Jeckstadt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.01.18   #18
    Mich würde nicht wundern wenn die ein Marketingzug war um die Materialeinsparung zu rechtfertige, oder sich auf den Markt gegenüber der Konkurrenz eine Nische zu brechen. Aber sei es drum. Ich persönlich mag flachere Hälse lieber, da ich somit besser mit den Fingern klar komme. Ich habe aber auch eher Handwerkerhände mit nicht alzu langen Fingern.

    Ich glaube jeder sollte einfach auf dem Hals den er Komfortabel findet am schnellsten sein. Je nach Handform Armhaltung...
     
  19. glombi

    glombi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.01.18   #19
    Ich mir auf zwei Fenders (Strat & Tele) einen Warmoth U-Hals mit durchgehend 1“ gemacht. Ich weiß nicht, ob ich damit Objektiv wirklich besser zurecht komme, aber ich mag definitiv keine Gitarren mehr mit normalem oder gar dünnem Hals anlangen - Auch ein Mittel gegen Gas, denn von der Stange findet man so Prügel nicht :rolleyes:.
    Ich glaube jedenfalls auf dem dicken Hals schneller zu sein, aber das ist bei mir mehr als relativ... :o
    --- Beiträge zusammengefasst, 20.01.18 ---
    Leider ist der Standard heute eher flach bis Flunder, Auswahl mit dicken Hälsen kenne ich jedenfalls (zum Glück) keine...
     
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  20. thejone

    thejone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.01.18   #20
    Ich glaube, dass persönlicher Geschmack eine große Rolle spielt aber auch die Art von Musik die man machen möchte und natürlich von den Fähigkeiten des Benutzers.
    Erstmal sollte man drüber Sprechen was hier überhaupt mit Geschwindigkeit gemeint ist. Also ich finde relevante Geschwindigkeit ist so um 700 Noten/Minute bei klassischen 3 Noten pro Saite. Natürlich können auch viel langsamere Geschwindigkeiten schon sehr schnell sein abhängig von der Komplexität des Fingersatzes. Wenn es langsamer ist, dann geht es wohl mit fast allen Gitarren die keine furchtbar hohen Saitenlagen haben.
    Fürs klassische Shreding (wie zB. Dream Theater) ist man meiner Meinung nach am Besten bedient mit super dünnen Hälsen. Die Gitarre die ich am einfachsten zu spielen finde hat einen 20" Radius also fast flach und etwa 15mm Halsdicke im ersten Bund. Das ist der dünnste Hals den ich je irgendwo gespielt habe. Der flache Hals steigert meiner Meinung nach weniger die Geschwindigkeit an sich (die hängt ohne hin an der rechten Hand und der Synchronisierung beider Hände) sondern es erleichtern die klassische Gitarrenhaltung der linken Hand und macht damit Stretchings leichter und IHMO auch die Präzision links. Ich habe auch eine Fender Strat, da ist der Hals beim ersten Bund schon 20mm dick. Daher neige ich dazu den Daumen hier über den Hals zu legen. Daher fühlt sich eine Am Strat für mich auch wie ein anderes Instrument an im Vgl. (in etwa so wie E-Gitarre und Westerngitarre). Man spielt damit einfach unterschiedliche Sachen. Bzgl. der Malmsteen Strat sollte man erwähnen, dass das Halsprofil bei Fender modern C heißt und als flach gilt. Dazu habe ich keine Daten gefunden. Dabei spielt aber sicher eine Rolle, dass Malmsteen es bevorzugt den Daumen über den Hals zu legen, das kann ein Grund sein aus dem er etwas dickere Hälse bevorzugt. Dazu kommt, dass seine bevorzugten Patterns mit einer Position ohne Streching gespielt werden können. Sofern die Bünde ausreichen, kann man mit einer Strat auch fast alles spielen aber es ist einfach deutlich schwieriger DT auf einer Strat zu spielen, da ist die Gitarre einfach irgendwie im Weg. Auf der anderen Seite punktet die Strat mit ihrem unfassbaren und unverwechselbaren Sound, da ist sie IMHO nicht von Shreding-Gitarren zu schlagen. Das witzige an einer Strat ist, dass man garnicht so gut spielen können muss damit die gut klingt, irgendwie klingt das ganze Pentatonikzeug mit Viertelton-Bendings und ab und zu eine Blue-Note erstaunlich vertraut und sinnvoll.
    Letzten Endes ist es wohl Geschmackssache. Man wird jedenfalls sicher nicht einfach so schneller wenn man eine Gitarre mit dünnen Hals kauft; das ist wohl Marketing......

    Viel Spaß beim Musizieren!

    Grüße J
     
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