Neuer Nutzer der Hohner ORT 100

RPvonBER

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Hallo zusammen,
das ist mein erster Beitrag hier, ich freue mich, dabei zu sein.
Vor kurzem habe ich mir einen Hohner ORT 100 zugelegt, den ich schon seit einigen Jahren haben wollte.
Mein Exemplar weist einige Modifikationen auf, und besonders interessant finde ich, dass es über einen 8-Ohm-100-W-Endstufen-Einschub verfügt, mit dem man die interne Endstufe per Schalter umgehen kann.
Ich habe also ein paar Fragen an alle, die denselben Leslie-Verstärker wie ich besitzen und ebenfalls Umbauten vorgenommen haben:

1. Bisher habe ich nur einen Röhren-Gitarrenverstärker über den Hohner ausprobiert, den mir ein Freund geliehen hat. Ich fand, dass es ihm an tiefen Frequenzen mangelte und er die Höhen anhebte, was meiner Meinung nach ganz natürlich ist. Sollte ich mich stattdessen für einen Bassverstärker entscheiden, oder sollte ich warten, bis ein seltener Reussenzehn-Orgelverstärker oder ein Speakeasy AMA 122 zum Verkauf angeboten wird, um dem „klassischen Sound“ näher zu kommen?
2. Beim Spielen bestimmter Noten mit dem Gitarrenverstärker ist mir aufgefallen, dass einige Akkorde verzerrt klangen. Das heißt, dass bestimmte Notenkombinationen ein verzerrtes Signal verursachten. Liegt das am Verstärker oder sollte ich die Frequenzweiche und die Lautsprecher überprüfen?
3. Apropos, wer kann meine Hohner in Berlin-Brandenburg reparieren?
Anbei ein Foto der Hohner mit dem ausgeliehenen Hayden-Verstärker in meinem unordentlichen Wohnzimmer.

Viele Grüße,
Ronens
 

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Sieht gut aus, das Hohner! Und der Treppensteiger ist auch eine gute Idee.

Das mit seltsamen Frequenzen hatte ich mal bei meinem Rhodes. Mit einem bestimmten Verstärker dran musste ich das oberste A leiser machen, sonst hat er sich aufgeschaukelt. Muss nicht unbedingt ein Defekt sein.

An Verstärkern fürs Leslie habe ich schon viel durchprobiert. Da kommt es drauf an, welchen Klang du suchst, wie laut es sein muss/darf, wie schwer, wie teuer, spielst du Orgelbass ja/nein/vielleicht…
- HK CF100 - war gut und klein, nur für meine damalige extrem laute Band etwas knapp.
- PA-Endstufen - ging gut, solange das Instrument vornedran den Klang so formt, wie du das haben willst. Mir wurde es einfach zu groß und schwer mit den Endstufenracks.
- Dynacord-Röhrentops aus den 60er Jahren - das waren meist mal Gesangsanlagen, sind kompakt und handlich, aber relativ (😬) unwirtschaftlich. Zum Kaufpreis muss man eigentlich eine Überholung rechnen, man braucht DIN-Adapterkabel - da muss man schon intensiv Bock drauf haben! 😉 Trotzdem, für mich funktioniert es und am liebsten mag ich den alten Eminent im Blechgehäuse: http://download.bandecho.de/Manual/Dynacord_Eminent-EMT_Handbuch.pdf

Ach ja - je nachdem, wie sehr das an der Stelle eskalieren darf… Das Hohner dürfte von einer Weiche, die dem Verhalten der originalen Leslies nachempfunden ist, und evtl. auch einem Monacor KU516 als Hochtöner sehr profitieren. 100% wie ein Original wird es nicht, aber genug, dass es gescheit drückt und Spaß macht, der die Schlepperei aufwiegt 😇
 
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Der Gitarrenröhrenverstärker ist im Allgemeinen ungeeignet für die Verstärkung einer Orgel. Der Frequenzgang ist ein völlig anderer, der bei Gitarren benötigt wird. Bässe braucht man da schon gar nicht und deswegen fehlen die Bässe Dir.

Ein Fender* Twin Reverb klingt richtig gut mit einem Leslie (-nachbau).

Die Verzerrung bei Akkorden kommt wahrscheinlich von einer Übersteuerung der Eingangsröhre (und allen weiteren Röhren) des Verstärkers.

Bei den Hohner Orts gehen auch mal die Hochtöner kaputt. Die Monacor Empfehlung KU516 teile ich.

Eine defekte Frequenzweiche schließe ich aus.

Wenn ich so nachdenke: Hohner Ort, Reparatur, Hochtöner, Röhrenverstärker.. Das kostet Geld und am Ende könnte man gleich ein originales Leslie kaufen.

Michael
 
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Früher gab es mal den Tipp es mit einem Bass-Röhrenverstärker zu versuchen, der bildet den Frequenzgang der Hammond* bis 6000 Herz und den Bassbereich besser ab.
Hab es selber aber noch nicht probiert, ich habe ein 145er Röhrenleslie mit Original 147er Amp drinne.

Gruß Matze:opa:
 
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Stimmt natürlich. Auf der anderen Seite ist das ORT schon da - und ich finde das Verhältnis von Klang, Kosten und Packmaß nicht so schlecht. Mir hat so jahrelang ein Clio Grandtour für meinen kompletten Orgelkram gereicht - billiger kam man damals kaum vom Fleck 😉

Mein Vorschlag wäre, erst mal den Hochtöner mit Weiche anzugehen, weil da die größte Verbesserung stecken dürfte. Damit sollte auch der interne Verstärker gut klingen. @RPvonBER - sag gerne Bescheid, falls dich das interessieren sollte und du Hilfe dabei brauchst.
 
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Frequenzweiche und Hochtöner anzugehen macht Sinn und wird klanglich eine erhebliche Verbesserung hin zu einem Lesliesound bringen.

Bassröhrenverstärker ist auch gut. Nur macht man sich damit den Gewichtsvorteil des Hohner Orts wieder zunichte. Ok, aber vielleicht möchte man eine Röhrenverzerrung haben. Dabei ist zu beachten, dass den Klang eines originalen Leslies mit 40W maßgeblich die 6550 Endröhren produzieren. Die Verzerrung setzt weich ein und man kann wunderbar um den Clipping Punkt herumspielen. Mit einer Vorstufenröhre , die relativ rasch relativ barsch verzerrt, wird dies nicht zu erzielen sein.

Michael
 
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Der Gitarrenröhrenverstärker ist im Allgemeinen ungeeignet für die Verstärkung einer Orgel. Der Frequenzgang ist ein völlig anderer, der bei Gitarren benötigt wird. Bässe braucht man da schon gar nicht und deswegen fehlen die Bässe Dir.

Ein Fender Twin Reverb klingt richtig gut mit einem Leslie (-nachbau).

Die Verzerrung bei Akkorden kommt wahrscheinlich von einer Übersteuerung der Eingangsröhre (und allen weiteren Röhren) des Verstärkers.

Bei den Hohner Orts gehen auch mal die Hochtöner kaputt. Die Monacor Empfehlung KU516 teile ich.

Eine defekte Frequenzweiche schließe ich aus.

Wenn ich so nachdenke: Hohner Ort, Reparatur, Hochtöner, Röhrenverstärker.. Das kostet Geld und am Ende könnte man gleich ein originales Leslie kaufen.

Michael
Ich war tatsächlich zu dem Schluss gekommen, dass ein Gitarrenverstärker nicht in Frage kommt – eigentlich gar kein Gitarrenverstärker. Tatsächlich habe ich den Hohner so günstig ergattert, und er wurde sogar mit einem Flightcase geliefert, sodass alles, was ich damit mache, viel günstiger sein wird als der billigste Leslie 145 in dieser Preisklasse, der bei etwa 1200 Euro liegt!
Stimmt natürlich. Auf der anderen Seite ist das ORT schon da - und ich finde das Verhältnis von Klang, Kosten und Packmaß nicht so schlecht. Mir hat so jahrelang ein Clio Grandtour für meinen kompletten Orgelkram gereicht - billiger kam man damals kaum vom Fleck 😉

Mein Vorschlag wäre, erst mal den Hochtöner mit Weiche anzugehen, weil da die größte Verbesserung stecken dürfte. Damit sollte auch der interne Verstärker gut klingen. @RPvonBER - sag gerne Bescheid, falls dich das interessieren sollte und du Hilfe dabei brauchst.
Bei dem Gerät, das ich gekauft habe, war die Frequenzweiche umgebaut worden, und aus irgendeinem Grund war sogar der 12-Zoll-Tieftöner ausgetauscht worden; der Original-Tieftöner war zwar im Lieferumfang enthalten, aber den habe ich inzwischen einem Freund geschenkt. Vielleicht brauche ich den Monacur-Treiber gar nicht unbedingt und sollte stattdessen einfach den eingebauten Verstärker reparieren oder einen anderen Verstärker ausprobieren, den ich mir für den Eingang ausleihen kann!
Ich werde mich gerne an euch wenden, wenn ich Rat brauche :)

Beitrag automatisch zusammengefügt:

Frequenzweiche und Hochtöner anzugehen macht Sinn und wird klanglich eine erhebliche Verbesserung hin zu einem Lesliesound bringen.

Bassröhrenverstärker ist auch gut. Nur macht man sich damit den Gewichtsvorteil des Hohner Orts wieder zunichte. Ok, aber vielleicht möchte man eine Röhrenverzerrung haben. Dabei ist zu beachten, dass den Klang eines originalen Leslies mit 40W maßgeblich die 6550 Endröhren produzieren. Die Verzerrung setzt weich ein und man kann wunderbar um den Clipping Punkt herumspielen. Mit einer Vorstufenröhre , die relativ rasch relativ barsch verzerrt, wird dies nicht zu erzielen sein.

Michael
Das ist in der Tat eine Option. Ich habe einen Ashdown 15-W-Röhrenverstärker im Auge, der nicht allzu viel kostet und sich sowohl für zu Hause als auch fürs Studio eignet. Es sei denn, ich finde einen Speakeasy AMA 122 und einen Reussenzehn Organ Studio Amp.
Ja, je nach Soundwunsch. Ich spiele Rock und habe vor dem 145er noch ein Behringer* Mic Preamp, damit bekommen ich die Verzerrung von Jon Lord hin.
Aber die Endstufe vom Hohner ORT klingt ja auch gut, es gibt da frühere Youtube Aufnahmen von Barbara Dennerlein mit dem Hohner, das klingt richtig gut.
View: https://www.youtube.com/watch?v=0EK2PjyF08U&list=RD0EK2PjyF08U&start_radio=1

Frau Dennerlein ist meine größte Inspiration und mein Vorbild, warum ich mir die Hohner zugelegt habe!
Ich wende mich an euch beide: Ich muss tatsächlich den eingebauten Verstärker reparieren lassen, der sehr schnell verzerrt. Vielleicht ist eine Sicherung durchgebrannt oder ein Kondensator kaputt. Ich muss einen guten Techniker finden, der sich mit diesen Hohners auskennt und zu mir nach Berlin kommen kann, um das Problem zu beheben, aber wenn nötig, bringe ich das Gerät auch vorbei!
Vielen Dank euch beiden.
LG
Ronens
 
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  • #10
Verband der Servicestationen für Musikelektronik e.V.
Dort gibt es Techniker in Berlin.

Michael
 
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  • #11
Für den verstärker gibt es doch Schaltpläne. Den kann dir jeder einigermaßen geübte Elektroniker flottmachen. Das Besondere sind nur die Dioden in der Gegenkopplung die eine röhrenähnliche Begrenzung erreichen sollen. Der Rest ist Hifi.
 
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