PC-Netzteil defekt???

von Yoski, 18.09.16.

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  1. Yoski

    Yoski Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.09.16   #1
    Hallo!

    Ich habe ein etwas ungewöhnliches Problem mit Störgeräuschen im Audiosignal. Und zwar, wenn mein analoger Mischpult an gleicher Stromverteilerleiste wie der Computer hängt, dann streut der Computer anscheinend Störgeräusche in das Audiointerface, und über dieses, in die Konsole. Es sind diese typischen Geräusche, die man noch von alten Kisten kennt, wo jede Mausbewegung oder die Bewegungen des Lese/Schreibkopfes der Festplatte von einem Zischen und Ächzen begleitet wird.

    Ich habe mir mal sagen lassen, dass diese Geräuschkulisse typisch für sich langsam verabschiedendes Netzteil ist. Stimmt das? Oder liegt hier etwas anderes vor? Denn wenn der Pult an einer anderen Steckdose hängt, dann verschwindet das Zischen und Ächzen. Ich will nicht unbedingt 80 Euronen für neues Netzteil ausgeben, um dann das gleiche Problem wie zuvor zu haben. Vielleicht kann sich jemand einen Reim auf dieses Verhalten machen?

    PS.
    Übrigens, ich habe hier im Forum ein tolles Artikel des Users chris_kah zu elektro-magnetischen und elektrischen Störquellen gefunden. Einfach Klasse! Wenn jemand über meinen Beitrag hier stolpert, weil er gerade ähnliche Probleme durchleidet, dann empfehle ich wärmsten diesen Artikel:
    https://www.musiker-board.de/thread...n-stoerquellen-abhilfe-aufbaukonzepte.311055/
     
  2. chris_kah

    chris_kah HCA PA- und E-Technik HCA

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    Erstellt: 18.09.16   #2
    Danke übrigens für die Kekse für den verlinkten Beitrag ... ;)

    Dein Problem hört sich eher so an, als ob in deiner normalen Steckdose ein Problem mit dem Schutleiter vorliegt (weil das Problem bei einer anderen Steckdose verschwindet - was sehr ungewöhnlich ist).
    2. Möglichkeit: das Computernetzeil hat ein ungenügendes Netzfilter und streut tatsächlich Störungen in die Netzleitung ein. (Das würde auch noch auf dein beschriebenes Verhalten passen.)

    Mehr lässt sich aus der Ferne schlecht diagnostizieren.

    Gruß
    Christoph
     
  3. Yoski

    Yoski Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.09.16   #3
    Hallo Christoph!

    Danke, dass du dich persönlich zu Wort gemeldet hast.

    Ich muss gestehen, dass mir nach der Lektüre deines Artikels zunächst kotzübel war. In dem Altbau, in dem ich wohne, wurden die Stromleitungen zwar renoviert, aber die Handwerker haben anscheinend ganze Arbeit geleistet. An vielen Steckdosen ist die Schutzleitung einfach abgeklemmt. Und manche Steckdosen sind noch alte Dinger, wo der Stift oder die Pins für die Schutzleitung fehlen, obwohl die Leitung in der Wand dafür vorhanden ist. Was für ein Vollpfosten macht so was? Mir ist diese Schlamperei schon früher aufgefallen, erst aber erst nach der Lektüre deines Artikels ihre möglichen Konsequenzen bewusst geworden. Da ist mir der Schrecken in die Knochen gefahren. Ich werde morgen nach der Arbeit bei allen Steckdosen die Schutzleitung wieder dran machen, wo das möglich ist.

    Was jetzt den Pult angeht, da liegt hier zusätzlich ein Design-Problem vor. Es handelt sich um eine Konsole von D&R und zwar um die Dayner. Laut Handbuch ist sie vom Design her so konzipiert, dass, um Brummschleifen zu vermeiden, die Masse an allen Audioverbindungen mit dem Pult an einer Seite abgeklemmt werden soll. Das sagt das Handbuch. Dumm ist nur, dass ich, wenn ich so vorgehe, nie eine brummfreie Verkabelung hingekriegt habe. Im Gegenteil, Brummen ohne Ende.

    Brummfrei ist der Pult nur, wenn ich ihn an eine Steckdose anschließe, wo die Schutzleitung abgeklemmt ist.

    Das oben beschriebene Problem tritt sowohl bei an- wie abgeklemmter Schutzleitung auf. Sobald Computer und Pult an der gleichen Leiste hängen, treten die oben beschriebenen Geräusche auf (es ist nicht die typische Brummschleife). So sieht die besagte Geräuschkulisse in der FTT-Analyse aus. Wie gesagt, wenn man die Mausbewegt, dann springt das ganze in Lautstärke nach oben.)
    [​IMG]

    Die echte Brummschleife sieht dagegen so aus:

    [​IMG]

    Das Grundrauschen des Pults, wenn es an eine Steckdose ohne Schutzleitung angeschlossen ist:

    [​IMG]



    Ich sehe gerade, dass sich hier ein zweites Thema auftut und zwar das mit der echten Brummschleife im Pult und der Steckdose ohne Schutzleitung. Wenn alle Stricke reißen und ich den Pult brummfrei nur an einer Steckdose mit abgeklemmter Schutzleitung betreiben kann, würde eine RCD-Steckdose einen gewissen Schutz bieten?

    Grüße!

    Robert.

    PS:
    In der Vorschau sind die Grafiken sichtbar aber im Beitrag nicht. Keine Ahnung was los ist.
    Ich versuche die Grafiken im Anhang hochzuladen
     

    Anhänge:

  4. Yoski

    Yoski Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.09.16   #4
    Problem Gelöst!!!

    Die 'Computer-Geräusche', die in den Signalweg eingestreut wurden, stammen von dem Audiointerface. Normalerweise benutze ich die Echo Audiofire 12. Die A12 hat leider keinen separaten Kopfhörerausgang und alle Outputs sind mit dem Mischpult verbunden, was den Nachteil hat, dass ich den Pult in Betrieb nehmen muss, auch wenn ich nur in der DAW editieren will. Deshalb hatte ich zusätzlich die Echo Audiofire 2 an die Echo A12 kaskadiert. Die A2 hat einen separaten Kopfhörerausgang, was mir eben ermöglicht, in der DAW zu editieren ohne den Pult hochfahren zu müssen. Leider hat das kleine Mistvieh dann für die Störgeräusche gesorgt. Nun ist es aus der Signalkette raus und alles ist wieder in Ordnung.

    Das Pult zeigt jetzt bessere Werte, was das Grundrauschen angeht, auch wenn es an eine Steckdose angeschlossen ist, die über eine Schutzleitung verfügt. Siehe hier:

    [​IMG]

    Allerdings sieht die Messung eine Größenordnung besser aus, wenn es an einer Steckdose hängt, wo die Schutzleitung fehlt.

    [​IMG]

    Mit allen 24 Kanälen offen, sieht das Grundrauschen des Pultes so aus:

    [​IMG]


    Das kann sich doch sehen lassen oder?

    Grüße!

    Robert.

    PS: Kann ich als User das Thema als 'gelöst' markieren? Ich finde auf die Schnelle diese Funktion nicht.
     
  5. siebass

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    Erstellt: 27.09.16   #5
    moin Yoski,
    unabhängig von deinem gelösten problem:
    wenn du zur miete wohnst: sofort kontakt zum vermieter aufnehmen und um abhilfe bitten (nein, fordern in bitten form :-) ).
    wenn die hütte dir selber gehört: geld in die hand nehmen und nachbessern lassen!
    solche dinge sind tödlich.

    gruß, horst
     
  6. Yoski

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    Erstellt: 27.09.16   #6
    Bereits geschehen. Abgesehen davon, weißt du ob es rcd-steckdosen gibt für 'klassische nullung'?
    Gruß.
     
  7. siebass

    siebass Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.16   #7
    aus wikipedia:
    naja, wenn du keinen schutzleiter hast, dann bist du eben die 'Erde' wenn du einen entsprechen standort hast ... :evil: .
    anders ausgedrückt:
    das ist die lösung :great: !
     
  8. Yoski

    Yoski Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.16   #8
    soundtechnisch leider nicht. Die besten grundrauschen-werte habe ich an einer steckdose mit abgeklemmtem schutzleiter. aber das geht aus sicherheitsgründen leider nicht. Irgendwo habe ich gelesen dass es es rcd-steckdosen für die vetalteten installationen gibt. Wofür ist dann so eine rcd-steckdose gut, wenn sie für installationen konzepiet ist wo fi-schalter in dem sichrungskasten sowieso verbaut sind?
     
  9. siebass

    siebass Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.16   #9
  10. Yoski

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    Erstellt: 27.09.16   #10
    Danke Horst für dein Input. Wenn du zeit fändest mir kurz zu erklären in wie fern ein power conditioner die sache verbessert, dann wäre ich dir dankbar dafür. Was ich nicht verstehe ist wie so ein gerät einfluss darauf haben kann was letzendlich aus dem netzteil für die konsole rauskommt. Ich meine, egal wie sauber der strom ist, den das netzteil bezieht, wenn dasselbige (das netzteil) ihn dank bescheidener konstruktion wieder schmutzig macht. Müssten nicht da die netzfilter eher zw. dem netzteil und der konsole sitzen, damit das ganze sinn macht?
     
  11. siebass

    siebass Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.16   #11
    nee, das kann ich nicht wirklich und ich habe natürlich keine ahnung, ob so ein ding bei dir was bringen würde.
    sind irgendwelche filter drinnen die irgendwas filtern sollen :rolleyes:. und deswegen schrieb ich auch: wird heiß / kontrovers diskutiert.
    das ist mir auch alles viel zu theoretisch (obwohl ich mal elektriker und nebenbei elektroniker war, lange her). da bin ich inzwischen auf dem trip: ausprobieren.
    ich bin zwar auch kein freund von wahllosem schicken lassen und wieder retour - teilweise habe ich den eindruck, daß das ganz unschön übertrieben wird - , aber manchmal ist das die einzige variante etwas herauszufinden.
     
  12. Yoski

    Yoski Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.16   #12
    mir gehts gensu so. Dauert dann zwar alles länger bis man es auf die reihe kriegt, der lernfaktor ist dafür um so größer.

    In meinem fall (mischpult) habe ich gestern in einem englischsprachigen forum einen interessant ansatz gefunden. Da hat typ ein 1" zoll dickes kupferrohr in seinem mischpult verlegt und alle module (masse) damit verbunden. Mit dem ergebnis dass absolute ruhe in seinen pult eingezogen ist. Wenn es mir im winter labgweilig wird dann werde ich es ausprobieren.
     
  13. Tonsortierer

    Tonsortierer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.16   #13
    Bezüglich der RCD Steckdosen.
    Vor einem RCD (Fi) gibt es einen PEN ( in der Verteilung. PE+N)
    Hast du eine Klasische Nullung hast du einen PEN an der Steckdose. Hier ist die Erde direkt auf den Null gelegt, was spätestens im HAK passieren würde. Nicht mehr zulässig weil RCD Pflicht.

    Um große stemmerei zu vermeiden ist die Fi Steckdose eine Möglichkeit.
    Die Dose bekommt einen PEN und gibt einen getrennten PE und einen N wieder raus. Du kannst bei einigen Herstellern sogar weiterschleifen. Also im einspeisepunkt eines Raumes die RCD dose und alle weiteren werden durch diese versorgt. Sofern diese 3 adrig verlegt wurden und nur die erste genullt ist.

    Der Elektriker kann auch, was ich öfters mache, die Leitung mit einem stockmeisel einstemmen( wenig Schäden, Tapete aufschneiden, stemmen, zukleben) oder sie mit heißkleber auf dem Sockel festkleben. Bei der nächsten Renovierung wird sie dann unter Putz gelegt.

    (Wir haben öfters Fälle für nachinstalation wo stemmen nicht möglich ist.)


    Nur, Installation gleich durch fachfirma. Bei unsachgemäßer Installation durch Laien und Halbkräfte kannst du den PE unter Spannung setzten und das ist tödlich!!!!!

    Also RCD dose vom Fachmann installieren lassen.

    Mfg
    Toni
     
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  14. Yoski

    Yoski Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.09.16   #14
    Danke Toni für die ausführliche aufklärung. Ich betreibe den pult zur zeit natürlich an einer 'normalen' steckdose also mit dem schutzleiter dran. So groß ist der unterschied im grundrauschen auch nicht wie die letzten beiden grafiken zeigen.
    Grüße!
    Robert.
     
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