Ich habe den Amp auch seit ca. 3 Wochen, Herstellungsdatum 11/2011.
Ich kann deine Angaben nur bestätigen! Da ja fast jeder Plexi-Typ auch irgenwie anders klingt, kann man auch den 1960 Infinium ohne Schwierigkeiten als Plexi einstufen, wenn auch mit erweiternden Features (Infinum-Schaltung, FX-Weg, Master-Vol). Er klingt so, und verhält sich in der Ansprache auch so.
Ehrlich gesagt, ich bin überglücklich, wieder mit einem so runden und satten und dynamischen Sound spielen zu können. Den FX und den Master nutze ich nicht, würde aber sagen, dass der Mastereinsatz so in Richtung 800er geht.
Er ist solide und sauber verarbeitet, und wenn man noch nicht so geübt im Umgang mit solchen Röhrenboliden ist, sollte mann schon mal das Handbuch genau lesen und sich ernsthaft an dessen Verhaltensempfehlungen halten. Das möchte ich unbedingt den jungen Kollegen bzw. den Einsteigern bei Röhren-Modellen mit auf den Weg geben.
Da so ein Plexi in seinem Ursprungsbetrieb üblicherweise über das Gitarren-Vol.-Poti gesteuert wird, und sich auch die nutzbaren Regler übersichtlich sind, muß man nicht viel an dem Amp herum fummeln.
Dank der Neuauflage des Amps verbunden mit einigen Verbesserungen brauch man nun auch kein Patch-Kabel mehr, um die beiden Kanäle parallel zu schalten. Daneben kann man auch jeden Kanal separat nutzen, und schlussendlich gibt es als "Dreingabe" auch noch die die Känale kaskadierende "Randy Rhodes"-Schaltung. Das sollte man mal in aller Ruhe ausprobieren, möglichst dort, wo es auch ein bisserl lauter zugehen kann.
Daneben kann man natürlich auch den Master einsetzen, der im Plexibetrieb durch einen kleinen Schalter auf der Rückseite "gebypasst" werden kann (wie auch die FX-Schaltung). Beides zusammen (also Kanalwahl und Master) geben schon eine weite Auswahl an klassischen Gitarrensounds bis hinein in die frühen 80er.
Natürlich kann man aber auch ganz traditionell (vor der Zeit der FX-Wege) Effekte zwischen Gitarre und Amp bringen, z.B. jegliche Form des Overdrives oder auch Zerrer usw. Auch dass gibt noch mal eine weite Range an legendären Gitarrentönen. Ich z.B. nutze den "Bösen Affen" von Digitech. Aber da ist der Geschmack ja frei wie der Himmel offen ist ...
In der Band spiele ich den Amp mit einer
Ibanez* SZ320, allerdings mit PAF-Klonen bestückt. Und freue mich immer wieder über diesen runden, vollen Ton. Etwas "angestrattet" durch die Bauform der Gitarre.
Man muss natürlich auch sagen, dass der Amp originär nicht für Metaller gedacht ist; für sie hat Bugera ganz andere Kraftpakete im Angebot.
Entscheidend wäre auch noch, eine vernünftige, am besten 4x12er Box unter den Amp zu schnallen. Auch da sind Geschmäcker und Geldbeutel natürlich unterschiedlich. Da habe ich jetzt schon einiges probiert, und habe zunächst erst einmal eine Standard-Lösung. Aber wie gesagt, das ist noch eine Baustelle. Natürlich gehen die Standard Bugera-Kabinette auch, um etwas zu hören. Aber für meinen Geschmack sind sie eher auf den Metal-Betrieb ausgerichtet. Ich würde da eher in Richtung Greenback, V30 oder Eminence suchen.
Letztlich handelt es sich um einen tollen Amp, aber man muss auch wissen, was man von ihm will, und sich darüber im Klaren sein, dass das Gerät tierisch laut ist. Für Plexi Interessierte, die nicht ihre Rente auf den Kopf hauen wollen, eine prima Alternative, finde ich.
Grüße
f_f