Qualitativ hochwertiges Audiointerface?

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memoriesdonotopen
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Hallo!

Ja, man liest viel über das Thema. Aber irgendwie waren nicht die richtigen Antworten dabei. Ich suche, wie viele andere Personen, ein gutes Audiointerface.
Ich kann 200 Euro ausgeben - aber auch 700 Euro: solange es sich lohnt. Kurz zu meiner bisherigen Hardware... ich habe einen Mac und arbeite mit Cubase Pro. An Mikrofonen besitze ich mehrere Neumann TLM103 sowie die beiden KM183. Ich möchte nicht nur hier und da mal eine Gitarre oder Gesang aufnehmen, sondern auch einen Flügel. Also einen akustischen Flügel. Dafür bin ich mikrofontechnisch schon mal ganz in Ordnung ausgestattet. Nur blicke ich bei der Wahl eines Interfaces nicht durch.

Ich brauche mindestens 4 Mikrofoneingänge. Das Focusrite Scarlett 18i20 3rd Gen, das Focusrite Scarlett OctoPre und das Steinberg UR44C sind mir direkt ins Auge gefallen. Was würdet ihr empfehlen und wieso? Natürlich haben beide Focusrite mehr Eingänge, aber woran könnte man außerdem einen Kauf festlegen?
Was sind die qualitativen Unterschiede im Klang?

Bin gespannt auf eure Meinungen :)
 
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saitentsauber
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hm, das könnte eine lange Diskussion geben; hat ja auch was mit Geschmack und Vorlieben etc. zu tun.
Ich meine, dass die Audiointerfaces heutzutage auf einem sehr gutem Niveau sind und sich in der mittleren Preisliga vom Klang her nicht unterscheiden. Da sollte man einfach schauen, was man möchte und wie das in dem jeweiligen Interface umgesetzt wurde/wird.
"4 Eingänge" ist ja schon ein wesentliches Kriterium ;), dann folgt Latenz/Directmonitoring ja/nein// Wandlerqualität (Deine Mics sind ja eher ober Liga)
 
Telefunky
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Audient ID44
https://www.thomann.de/de/audient_id44.htm

Weil ich seit 8 Jahren ein ID22 habe, das im Vergleich zu 2 Telefunken V676a ausgesprochen überzeugende Ergebnisse liefert.
(nicht wirklich vintage, aber auch nicht so nüchtern-modern wie zB RME)
Die Audient Vorstufen sind sehr rauscharm, die Monitor-Sektion ist tadellos, der Preis fast schon erschreckend niedrig.

btw die Telefunken würden heute (einsatzfertig im Rack) vermutlich pro Kanal um 800€ liegen. Altersbedingt brauchen die idR eine Komplett-Überholung + spezielle Phantomspeisung.
 
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memoriesdonotopen
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Wandlerqualität (Deine Mics sind ja eher ober Liga)
Genau daher frage ich. Welches ist denn dafür empfehlenswert? Die beiden Focusrite sind ja sehr gut bewertet. Wobei ich zahlentechnisch keine großen Unterschiede sehe zu günstigeren.

Ausserdem wäre es vermutlich nicht schlecht, Angaben zur Verwendung der Aufnahmen zu machen.
Naja, die Verwendung ist ja vorerst egal. Man weiß ja nie, was man in Zukunft umsetzen möchte. Aber wenn ich die Möglichkeit habe, würde ich natürlich jetzt passend zu meinem bisherigen Equipment nichts laufen, was die Qualität verschlechtert. Versuche viel rauszuholen bezüglich der Hardware.

Schaue ich mir gleich mal an, danke!
 
adrachin
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Erst mal eine Anmerkung, das Focusrite Scarlett OctoPre ist ein Vorverstärker mit ADAT IN/OUT. Interface Funktionen hat das eine.

woran könnte man außerdem einen Kauf festlegen?

Steht doch im Strang Titel:

Qualitativ hochwertiges Audiointerface

Dein eigenes Kriterium..... (;

Die Forusrite Scarlett als auch das Steinberg markieren eher den unteren Rand des Spektrums. Gute und sicher auch zuverlässige Interfaces der Einsteigerklasse.

Bei Forusrite ist das Clarett die Mittelklasse:


Was ist der Unterschied? Im wesentlichen der grössere Dynamikumfang. Wozu ist der gut? Der ist entscheidend für die Abbildung der Transienten. Je besser und genauer die abgebildet werden, desto klarer das Klangbild.

Willst Du Qualität und Klang, solltest Du das in Erwägung ziehen.
 
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memoriesdonotopen
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Willst Du Qualität und Klang, solltest Du das in Erwägung ziehen.
Vielen lieben Dank!
Gibt es Parameter, an denen sich eine gute Qualität ablesen lässt - wie zum Beispiel der Dynamikumfang?

Und ich habe beim Steinberg sogar 32bit gelesen. Da wäre ich mit meiner Kenntnis erst mal so dran gegangen, als wäre das besser als ein 24bit, wie das Focusrite.
 
adrachin
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Die Bit Tiefe hat keinen direkten Zusammenhang mit der Dynamik des Interface. Die wird durch den Wandler bestimmt. Zumeist steht das bei den besseren Interfaces im Datenblatt. Beispiel Clarett:

Dynamikbereich (min. Gain): 118 dB

Das ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Mein UAD Apollo X bringt es auf 127 dB Dynamikumfang. Ander Kaliber dieser Preisklasse ebenso.

Ich hatte zuerst das Apollo USB. Das war noch um die 109 dB. Dann kam das UAD MKII mit was um die 119 dB. Und nun das X. Und das ist hörbar. Anständige Abhöre, KH oder Monitore, vorausgesetzt.

Ich würde mir an Deiner Stelle auch mal die Motu Interfaces ansehen. Kenne ich persönlich zwar nicht, habe aber immer wieder gutes darüber gehört. Auch hier im Board. Preis Leistung stimmt da auch.
 
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Bin auch für Audient und siedle diesen über Focusrite (gehört) und Steinberg (nicht gehört) an.
  • ID44, wie @Telefunky schon anmerkte. Vier Eingänge sofort aber kein USB-C (449,-)

  • ID14 MK2 (habe ich), Nur zwei Eingänge wenn die erstmal doch reichen könnten, USB-C und erweiterbar durch Preamp Audient ASP800 mit weiteren 8 Eingängen (199,- + 699,-). Viel Eingänge in Top-Qualität.

  • ID44 MK2, Wenn es nicht sofort sein muss. Gibt es so noch nicht aber könnte rauskommen. Habe diesbezüglich Audient angeschrieben, normalerweise sagen sie mir ganz klar, "machen wir nicht" wenn ich nach etwas nachfrage was nicht geplant ist. Die Antwort hier war aber "Ich kann dazu nichts sagen sonst bekomme ich ärger mit meiner Marketing-Abteilung (sinngemäß). Keine Ahnung wann das sein wird.
 
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So sind sie halt, die Zahlentricks der Anbieter... :D
Die 32bit sind ein Fliesskommaformat, dh weder vergleichbar noch für die Wandlung relevant.
Kein einziges der genannten Interface kann mit exakt mit 24bit digitaliseren, meist liegt die (reale) Genauigkeit irgendwo bei 20-22bit.
Und auch das ist praktisch nicht relevant, wenn man sich die effektiven Pegel dieser „bit-Werte“ vor Augen hält.
22bit (132dB) überschreiten bereits den von @adrachin zitierten Dynamikumfang um 5dB.
(mit anderen Worten: es ist alles Marketing-Gewäsch)

Auf der Eingangsseite (Aufnahme) sieht das so aus, dass ich am ID22 mit Abschluss Widerstand gemessen ein Grundrauschen von -92dB habe, bei maximal nutzbarem Gain.
Ein durchaus guter Wert, der aber noch im 16bit (96dB) Wertebereich liegt ;)

Der eigentliche Vorteil des 24bit Formats liegt in seiner Dynamik-Reserve: man muss nicht so exakt aussteuern, sondern kann reichlich headroom lassen.

Ein wichtiger Faktor beim AD/DA Wandler ist die Stabilität des Takts (selten in den Spezifikationen genannt) und die zeitliche Genauigkeit der Wandlung (Phasenabweichung), ebenfalls nur selten angegeben.
Dh 2 Interfaces mit den gleichen numerischen Standard-Werten können uU drastisch unterschiedlich arbeiten.

Auch beliebt: der Hersteller wählt praxisferne Wertebereiche für die Messungen, die üblicherweise in dB Angaben erfolgen.
Die sind aber immer relativ zu einer Bezugsgrösse, bei meinem IconnectAudio4+ zB auf einen Mikrofon Ausgangspegel von satten 1000mV bezogen. Dazu müsste man ein SM58 wirklich aus vollem Hals anbrüllen... was ja gelegentlich auch vorkommen soll.

Laut Datenblatt hat das iCA4+ (auf den ersten Blick) so 10dB „bessere“ Werte als das ID22, in der Praxis liegt es 10dB darunter.
Wunsch und Wirklichkeit liegen also satte 20dB auseinander. ;)

Wegen der dB Rechnerei:
1 bit steht für 6dB (Verdopplung des Pegels), dh 16bit decken einen Bereich von 96dB ab, 24bit entsprechend 144dB.
Bei der (Audio) Digitalverarbeitung ist der Maximalpegel als 0 dB definiert, deswegen das negative Vorzeichen bei vielen Angaben.
(ist am Anfang alles Kauderwelsch, hat aber praktische Vorteile)
 
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Habe gerade auf der Audient Website geschaut:
https://evo.audio/products/audio-interfaces/evo-16/overview/

Finde ich mega-interessant weiß aber nicht ob die Preamps mit denen des Audient vergleichbar sind, wahrscheinlich nicht. Das Teil wird für 469,- angeboten. Habe mich mit der EVO Reihe bisher nicht befasst, da es nur die kleinen Modelle gab die mir von vorne herein zu kompakt waren.
 
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Die Preamps sind mit Sicherheit andere, weil bei Evo digital gesteuert.
Und egal wie „smart“ - autogain wäre für mich absolutes nogo.
 
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OK, dachte Autogain kann man ausschalten und zu den Preamps stand folgendes auf der Website:
Our EVO Preamp technology not only has all the sonic advantages of an analogue mic preamp, but combines it with digitally controlled precision, giving you the ability to set your gain with pin-point accuracy, right down to the decibel.
Das hat sich für mich so gelesen wie Analoger Signalweg mit Digitaler Steuerung (wie beim Amp X von Bluguitar...)

Aber wie gesagt, ich habe bisher nix von der Evo-Reihe gehört und die eher kritischen Bewertungen zu den Produkten beziehen sich eher auf Windows-Treiber.

Allerdings steht nirgendwo bei der Evo-Reihe dabei, die gleichen Preamp wie die großen Konsolen von Audient zu verwenden, was ja bei der Audient-Reihe ja der Fall ist.
 
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Analoge Signalwege digital zu steuern ist ja nicht per Definition schlecht.
(und wird häufig genutzt ua bei RME, UAD, Apogee)
Aber die ID Preamps sind diskret aufgebaut und relativ „delikate“ Exemplare, da kann man das nicht dranstricken.
Die og Anbieter nutzen integrierte Preamp Chipsätze von TI und THAT, wo die Funktion bereits im IC implementiert ist.
 
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Hallo,

...ich würde eine Lanze für RME brechen, wenn die aktuellen nicht absolut über dem Preislimit lägen ;) - und ob derzeit was Gebrauchtes von RME noch innerhalb des maximalen Wunschlimits zu bekommen ist, ist fraglich (aktuell hat RME für Neuware lange Lieferzeiten...). Falls Du einen Firewire-Anschluß zur Verfügung hast, könnte ein gebrauchtes Fireface 800 was für Dich sein, die liegen gebraucht um die 500 €...

RME ist halt eine andere Klangwelt, das ist Geschmacksfrage ;) Im Gegensatz zur oft vertretenen Meinung finde ich RME nicht "kalt" (habe selbst ein UFX), sondern "klar" und "natürlich", was für mich, da ich vorwiegend in der Klassik unterwegs bin, von Vorteil ist, da wäre mir ein "färbendes" Interface eher im Wege.
Unabhängig vom Geschmack wäre auch noch Treiberstabilität und -versorgung in Betracht zu ziehen... da habe ich mit Audient keinerlei Erfahrung, nur mit MotU und RME (MotU war bei meinen Geräten sehr gut, RME ist exzellent...).

Viele Grüße
Klaus
 
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RME sind mit Abstand die Treiber-Könige :great:
Ob man Audient oder RME Vorstufen „besser“ findet, ist tatsächlich Geschmacksache.
 
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Im Gegensatz zur oft vertretenen Meinung finde ich RME nicht "kalt" (habe selbst ein UFX), sondern "klar" und "natürlich", was für mich, da ich vorwiegend in der Klassik unterwegs bin, von Vorteil ist, da wäre mir ein "färbendes" Interface eher im Wege.
Als „kalt“ würde ich RME auch nicht bezeichnen wollen. Für mich trifft es eher „steril“, im Sinne von „der Ton ist sauberst freigelegt“.
Über die Qualität der Vorstufen gibt es technisch keinerlei Grund zur Diskussion.

Die gibt es aber bei den Vorverstärkern der Rundfunktechnik (V76, V676a, etc) auch nicht.
Als Design Richtlinie gab es seinerzeit nur „den bestmöglichen unverfälschten Ton“.
Damit wurden zahllose Werke der Klassik in herausragender Qualität aufgezeichnet.

Vom Hörempfinden her sind die 2 Varianten aber durchaus unterschiedlich in der Wirkung.
Warum ? da habe ich null Plan - ich kann es mir nicht erklären...
Audient liegt für mich subjektiv ziemlich genau in der Mitte, von beiden etwas.
(vermutlich würden die IDs „vintage“ klingen, wenn sie mit Übertragern hoher Qualität ausgestattet wären, was aber eine völlig andere Preisdimension nach sich ziehen würde)
 
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Bassturmator
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...ich würde eine Lanze für RME brechen, wenn die aktuellen nicht absolut über dem Preislimit lägen ;) - und ob derzeit was Gebrauchtes von RME noch innerhalb des maximalen Wunschlimits zu bekommen ist, ist fraglich (aktuell hat RME für Neuware lange Lieferzeiten...). Falls Du einen Firewire-Anschluß zur Verfügung hast, könnte ein gebrauchtes Fireface 800 was für Dich sein, die liegen gebraucht um die 500 €...

+1 sage ich mal als zufriedener Nutzer eines Fireface 400.
 
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Kann nur beipflichten zu RME, hier ein Fireface 800...
Andere hätten bestimmt genug Motive zugunsten ihrem neuen Kram die älteren Top-Interfaces stiefmütterlicher
zu behandeln. Aber nein...

Treiber bereitgestellt für Fireface 400 und 800 die ja auch schon paar Jahre auf dem Buckel haben.
Nicht nur leicht zugänglich im Support zu finden sondern von 10.4.8 Tiger bis 12.X.X Monterey. Dazu supports Intel und M1. Respekt.
Zeigt auch die Sorgfalt und die Wertschätzung des eigenen Produkts das man so hoch entwickelte.
 

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