Reparatur an Caravelle Korpus

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Otto1300

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Hallo zusammen,
ich habe hier eine alte Caravelle. Abgesehen davn, dass sie ziemlich "verdreckt" und doch einige kleinere Schrammen hat, nervt mich eine Stelle dann doch etwas mehr.
Wie beseitigt man so einen Schaden ?

IMG_1180.webp


Der Schaden soll nicht unbedingt perfekt unsichtbar werde, aber das blanke Holz sollte schon wieder versiegelt und am Ende optisch eben nicht sofort in's Auge springen.
Wie macht man sowas, ohne das unliegende Finish, welches unbedingt erhalten werden soll, zu beeinträchtigen.

Danke und schönen Abend

Markus
 

Versiegeln mit mehreren Schickten Sekundenkleber,damit baust du sozusagen eine Lackschicht auf zum Schluß auf gleiche Höhe schleifen und polieren
 
Solche Stellen sind oft mehr als einen Millimeter tief. Ich würde davon abraten diese Mulde aufzufüllen.
 

Kann man das auch farblich angleichen?
 
Sekundenkleber würde ich nicht nehmen, der wird oft milchig.
Was ist das sonst für ein Lack?
Eventuell mal testen, ob du mit Isopropanol den Dreck weg bekommst. Aber erst an einer nicht sichtbaren Stelle testen, damit du nicht aus Versehen den Lack auflöst, oder trübe machst.
Dann würde ich mit einem Wattestäbchen versuchen, den Dreck aus dem Loch zu lösen.
Es gibt Farbstoffe (benutzt man z.B. bei Airbrush als durchsichtige Farbe), also nicht Pigmentfarben, die könnte man stark verdünnt nach und nach in das Loch tupfen, bis du den passenden Farbton des umgebenen Lackes erreichst.
Als Fülllack kannst du mehrere Schichten UV-Kleber verwenden, oder halt einen passenden farblosen Lack, mit dem du nach und nach das Loch auffüllen kannst.
Am Ende schleifen, und mit dem anderen Lack polieren.
Wenn du sehr geschickt bist, kannst du auch erst mit Holz-Spachtel füllen, und dann die Maserung nachzeichnen.
 
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  • #6
Ich danke erstmal für die bisherigen Antworten.

Das Loch ist tatsächlich etwa 1mm tief.
Der "Dreck" geht schon grob weg mit Isopropanol. Die Verunreinigungen sind aber doch schon älter und damit wohl eher tief in den Poren.
Mir geht es nicht darum den Schaden komplett "verschwinden" zu lassen. Einfach weniger auffällig wäre entt, wenn man am Ende sieht dass das Teil eben alt aber doch wieder etwas gepflegt aussieht, wäre das gut.
die immerhin 60 Jahre darf man schon sehen, im Moment sieht das Teil eher "schmuddelig" aus.

Caravelle 03_1.webp


Hab' ich nicht mal irgendwo Farb-Zusätze gesehen, die man Nitro-Klarlack bemischen kann um z.B. Sunburst-Finishes selbst zu erzeugen ?

einen schönen Abend

Markus
 
Vorsicht!!!

Wenn die Gitarre mit Nitrolack lackiert ist, sollte zum Reinigen kein Isopropanol verwendet werden. Das löst den Lack an und ruiniert das Finish. Waschbenzin/Feuerzeugbenzin ist besser geeignet.
 
Die Vergrauung sitzt sicher schon tiefer im Holz.
Du kannst le tonkinois Bootslack nehmen. Der ist auf Ölbasis wird sehr hart und läßt sich mit zB Künsterölfarben oder Ölfarbenpigmenten passend einfärben.
Oder erst mit Künsterölfarben den Farbton nachmalen und dann den Lack drüber.
So habe ich das bei meiner Baglama gemacht.
 
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Ganz ehrlich? Das ist kein Schaden. Das sind einfach Spielspuren. Nichts wofür man sich schämen müsste oder was man hässlich finden sollte. Sie sind über viele Jahre entstanden und ein Teil der Geschichte dieses Instruments.

Vieles was Du jetzt probieren könntest, könnte im Extremfall nach hinten losgehen und sollte es sich wirklich so extrem stören, geh damit zu einem Profi, der viel Erfahrung mit der Ausbesserung von Nitrolacken hat und lass ihn das machen.

Ich würde es so lassen. Ist doch schön wenn ein Instrument eine Geschichte erzählen kann und besser als die künstlichen Relic Gitarren ist es auch noch!
 
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  • #10
Ein sehr schöner Bass übrigens. Der würde sehr gut zu meiner Cavarelle Gitarre in der gleichen Farbe passen.
Sie hat auch einige Kratzer, die etwas mehr als Spielspuren sind . Daher lese ich hier ganz aufmerksam mit
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Siehe mein Avatarblid
 
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  • #11
Ich denke ich werde erstmal eine fast identische Stelle am Rücken, nach einer vorsichtigen Reinigung, die Stelle mit Klarlack zu versiegeln und sehen wie es wird.
Nachdem die Einzelteile von leichtem Rost und einem matten Belag gereigt sind, und auch der Korpus nach der Reinigung wieder etwas mehr glänzt, gefällt sie mir viel besser. Ich denke tatsächlich auch, daß diese "unschöne" Stelle durchaus bleiben darf...

Ich danke für eure Hinweise und vor allem für eure Meinungen...

Ich muss jetzt noch den Toggle-Switch erneuern, dann geht's an den Zusammenbau. Ich denke, daß ich mich dann im Framus-Vintage-Thread auch nochmal dazu melden werde...

Danke nochmal, und einen schönen Abend...

Markus
 
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  • #12
Naja, alles wieder zusammengefummelt...

Man benötigt schon ein wenig Geduld um den ganzen Kabelkram wieder durch die Löcher zu fummeln ohne irgendwelche Kebel einzuklemmen...
IMG_1183.webp


Den Schalter hab' ich nicht erneuert, die Federkontakte etwas zurechtbiegen und Kontaktspray haben gut geholfen um von "nur mit Gewalt schaltbar" und "Wackeln wie Kuhschwanz" in Neutralstellung zu einem wunderbar funktionierendem Schalter zu gelangen.

Die Masseleitung vom Saitenhalter zur Schaltung meinte aber irgendwie sich irgendwo tief in den Korpus zurückziehen zu müssen, was dann doch etwas Nerven gekostet hat und zur Strafe dann um etwa 10 cm verlängert wurde.

Egal, der ganze Kram ist wieder zusammengebaut und funktioniert (soweit mit meinen Mitteln messbar) recht gut.

So sieht das Teil jetzt im Moment aus...

Caravelle 05.webp


Blöderweise passen die Saiten die ich besorgt hatte nicht... wer kann den schon ahnen dass ein Saitensatz für einen Höfner 500/1 oder 500/2 so knapp bemessen sind, dass sie nicht auch für einen anderen Vintage Shortscale-Bass passen würden....

Naja... wenn alles wieder passt, gibt's auch schönere Bilder zusammen mit der kleineren Schwester (Atlantik 5/113) und evtl. der größeren BL-10...

Die drei machen sich zusammen schön recht gut, dann aber wirklich im Vintage-Thread...

einen schönen Abend

Markus
 
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  • #13
Sieht hübsch aus. (y)
Ich weiß nicht, wie du es gemacht hast, aber man kann Schläuche durch die richtigen Löcher ziehen, die steckt man dann auf die Potis oder Buchsen, und dann kann man die ganze Konstruktion bis durch die Löcher ziehen .
 
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  • #14
Ja ja... schon mit schläuche, war kein großes Thema.

Nur hat sich die Platine laufend an irgendwas verhakt, oder weil der Body eben ziemlich schmal ist, sich in diesem verkeilt...

Kein Thema, am Ende hat's funktioniert ohne irgendwelche Kabel zu verklemmen.

Danke übrigens...

Markus
 
  • #15
Zuerst ausschließen, ob es Nitrolack ist -> ist das E-Fach lackiert? ...wenn ja in diesem mit einem Watte-Ohrstick Nitrouniversalverdünnug an den Lack halten -> löst er sich an, ist es zu 99% Nitrolack. Wenn sich nichts anlöst, ist es vermutlich PU-Lack.

Bei Nitrolack zu einem erfahrenen Gitarrenbauer gehen. Nitrolack restaurieren ist nicht ohne.

PU-Lack: Ab mit der Gitarre zu einem sehr guten Kfz-Lackiermeister -> die Farbe messen lassen und sich diesen Lack in einer kleinen Menge anfertigen lassen. Lass Dir auch gleich entsprechende Polierpasten mitgeben. Ein gut sortierter Kfz-Lackierer hat kleine Plastikbecher und die können Dir entsprechendes abfüllen.
Zu Hause trägtst Du dann mit einem feinen Pinsel Schicht um Schicht auf, dazwischen immer trocknen lassen. Dieser Prozess kann über 2, 3 Tage gehen.
Ist die Vertiefung gut aufgefüllt, beginnst Du mit dem Polieren. Ich mache das mit 3 Polierpasten, die letzte ist die Feinste und ab da beginnt es zu glänzen.

Polieren ist sehr anstrengend. Ich habe dazu einen Kleinpolierer von Proxxon. Es geht aber auch mit entsprechenden Aufsätzen mit einem Dremel.

Ich kannte in Neumünster (Schleswig-Holstein) einen alten sehr erfahrenen Lackiermeister, der konnte auf Anhieb sagen, was das für Lack ist, den das Objekt hat. Ob Auto, Möbel, Gitarre oder sonst was. Der hatte auf alles eine Antwort. Der ist leider im Ruhestand.
 
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