Risse am Hals Korpus Übergang

von Sardon, 09.07.07.

  1. Sardon

    Sardon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.07.07   #1
    Hallo liebe Forumsmitglieder!
    Ich hoffe ein paar erfahrene Gitarren-Experten sind unter Euch und können mir anhand von zwei Bildern etwas Furcht nehmen! Nämlich die Furcht das der Hals meiner neuen, gebrauchten Klampfe nicht angebrochen ist oder der Leim sich langsam löst. Ich habe das gute Stück gerade erst bei Ebay-England ersteigert. Es ist Baujahr 2003. Es handelt sich um eine seltene Dimebag Darrell Signature von Washburn, eine Dime-Slime welche an der rechten und linken Seite, da wo der Hals in den Korpus geleimt ist Risse hat.
    Ich hoffe es ist nur im Lacküberzug. Diese Risse laufen ziemlich exakt an der Linie entlang wo der Hals an den Korpus grenzt. Meine Vermutung ist das über die Jahre der andauernde Zug der Saiten den Lack zum reissen gebracht hat, eben durch die Spannung, ich hoffe es zumindest so und das es nicht schlimm ist. Es knarrt, knackt nichts, man hört nix und vom Spielgefühl, verstimmen oder ähnliches ist auch nichts ungewöhnlich!
    Auf dem ersten Bild sieht es auf den ersten Blick nach einem wegbrechen des Holzes aus, da die Lackschicht ja denke so rund einen Millimeter dick ist hoffe ich das es nur der Lack ist, auf dem zweiten Bild sieht man eigentlich nicht viel, wollte nur die Stelle mal aufzeigen wo der Riss entlang läuft...
    Wäre süper wenn ihr mir ein paar Antworten dazu schreibt, ich hoffe die Bilder sind ausreichend.
    Danke und Grüße.:(
     

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  2. Slashjuenger

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    Erstellt: 09.07.07   #2
    Also auf dem ersten Bild sieht es schon ein bisschen so aus, als hätte der Hals mal eine Belastung abbekommen, die nicht unbedingt im Rahmen von normalem Saitenzug liegt. An der Stelle, die du beschreibst ist der Lack sehr dick (weil Spalt) zusammengeflossen. Ich könnte jetzt gesetzt dem o.g. Fall nicht genau sagen, in welche Richtung er sich vllt. verbogen hat.

    Könnten aber auch extreme Temperaturschwankungen sein. Wenn die in England 23 Grad hatten, wärs schon möglich, dass, FALLS die Gitarre mit dem Flugzeug auf den Postweg gebracht wurde und der Frachtraum vllt. nicht beheizt war (was ich allerdings bezweifel, aber da wissen andere besser), der Lack einer Temperatur von bis zu -18 Grad ausgesetzt war und dann an der dicksten Stelle dort gerissen ist. Überprüf mal den Korpus, ob sonst noch kleine Haarrisse zu finden sind.
    Genausogut wäre auch eine extrem hohe Temperatur dafür verantwortlich. Egal ob heiß oder kalt, Hölzer oder Lacke mögen schnell wechselnde Temperaturen nicht, auch wenn die Hitze idR schlimmer ist, da sie das Holz eher dazu bringt zu reißen.

    Möglich wäre auch, dass sich die Hölzer von Hals und Korpus bei Temperatureinflüssen unterschiedlich dehnen bzw. zusammenzeihen (Mahagony aus unterschiedlichem Wuchs kann sich da auch geringfügig verschieden verhalten) und sich so minimal voneinander getrennt haben.
     
  3. TheKing

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    Erstellt: 09.07.07   #3
    Hmm, bisher kenne ich diese Symptome nur von verschraubten Hälsen. Da liegt es daran, dass das Holz arbeitet und ständigen Spannungen ausgesetzt ist, während der spröde Lack einfach reißt.

    Hier könnte die Ursache vllt (!!) auch externe mechanische Belastungen gewesen sein... das wird sich jetzt aber so ohne weiteres nicht feststellen können. Aber idR, wie gesagt, sind das normale "Alterserscheinungen".

    Greets. Ced
     
  4. Sardon

    Sardon Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.07.07   #4
    Erstmal Danke für Deine schnelle Antwort!
    Du hast als eine Möglichkeit geschrieben das sich der Hals evtl. durch eine stärkere Belastung womöglich leicht verbogen hat, nach vorn oder nach hinten ist natürlich die Frage...die Halseinstellschraube war auch locker...ich habe diese leicht angezogen, man sagt ja ungefähr eine viertel Drehung und dann erstmal eine Stunde bis einen Tag warten...mehr habe ich aber auch nicht gedreht da die Saitenlage schon gut ist, Haupsache erstmal das Sie fest ist und keine Vibration verursacht. Es scheppert saitentechnich nichts...es könnte also sein das der Hals eine Belastung nach hinten bekommen hat? Den das würde evtl. erklären warum man die Halseinstellschraube ganz gelöst hat!? Um hier durch eine extremere Wölbung ein scheppern der Saiten zu verhindern? Die Saitenlage ist recht tief. Der Hals wirkt recht normal, nicht irgendwie verzogen oder zu sehr Bananeförmig. Grüße.
     
  5. Sardon

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    Erstellt: 09.07.07   #5
    Zur Antwort von TheKing:
    Auch ertsmal Danke und ich hoffe es auch, das es nur altersbedingt ist, eben durch langjährige Spannung, doch was wäre wenn man im schlimmsten Fall von einer starken Belastung ausgeht? Löst sich der Hals langsam, kann man so etwas reparieren? Ich gehe davon aus das eine Reparatur möglich ist, nur denke ich der Kostenpunkt wird schon sehr hoch sein, oder?
    Entfernen des Halses, die Flächen säubern, neu verkleben und dann eben das wohl teuerste, das Lackieren!
    Wird hier der ganze Korpus und Hals neu lackiert, kriegt man das wieder so wie im Original-Zustand hin?
     
  6. Slashjuenger

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    Erstellt: 09.07.07   #6
    Bei verschraubten Hälsen? Hätten nicht gerade verschraubte Hälse konstruktionsbedingt eher die Möglichkeit, ohne große Schäden zu wandern? Und die Übergänge sind doch auch idR nicht überlackiert? So stell ich mir das zumindest vor...
    Verstehe nicht so ganz was du meinst.

    Und das bei so einer Gitarre nach 4 Jahren schon solche "Alterserscheinungen", wie du sagst, auftreten, halte ich für ein wenig unrealistisch.
    Ich zweifel deine Kompetenz absolut nicht an, aber irgendwie kann ichs mir so nicht erklären.

    OT: Karl-Marx-Stadt? Kommst du aus Trier oder bist öfter mal da?
     
  7. astronaut

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    Erstellt: 09.07.07   #7
    Hallo,
    also für mich sieht es so aus als hätte sich der Lack in diesen Eckbereichen durch normale an dieser Stelle Spannungen leicht vom Untergrund gelöst. Dadurch werden diese Stellen dann etwas milchig. Ich glaube nicht dass die Halsverbindung schadhaft ist oder schaden nehmen kann. Kenn mich mit Leimverbindungen (Holztechnik) recht gut aus. Es muss schon sehr viel passieren bis sich ein eingeleimter Hals an dieser Stelle löst. Das Problem mit der Halsstellschraube habe ich bei meiner Washburn A20 auch. Insbesondere bei 09'er Saitensätze welche ich immer wieder mal ausprobiert habe. Da muss man immer mal wieder nachschauen. Mit den 010'er Sätzen ist es kein Problem. Da der recht kräftige durchgehende Hals aus Mahagoni ist, ist er nicht ganz so empfindlich und ist seit 25 Jahren unverändert gerade.
     
  8. Sardon

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    Erstellt: 09.07.07   #8
    Danke, du machst mir Mut das ich noch viele Jahre das Teil ohne Probleme spielen kann!!!:D
     
  9. TheKing

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    Erstellt: 09.07.07   #9
    Die Frage ist, ob sich eine "Schönheitsoperation" lohnt, wenn es der Riss nur im Lack ist... ich bin zwar nicht der Fachmann, aber ich schätze, dass dies hier zu 95% der Fall ist (nicht Festnageln ;-).
    Ja, beim letzten Punkt (keine Lackierung des Übergangs) hast du Recht. Bei Schraubhälsen sieht es aber häufig nach kurzer Zeit (>1,5 Jahre) schon so aus:
    Den Anhang 20198 betrachten bzw. Den Anhang 20199 betrachten (<= beides meine Strat)

    Steve Vai's EVO sieht schon so aus:
    [​IMG]

    Dies ist aber meist nicht weiter schlimm, da der Riss ausschließlich im Lack ist - hervorgerufen durch die Spannungen des Holzes denen der Lack nicht standhält.
    Bei manchen geschieht das schon nach einem Jahr... bei der Pacifica von User lake of fire zum Beispiel.
    Nein, ich wohne in der Nähe von Chemnitz. Zwischen 1953 und 1990 trug Chemnitz unter sozialistischer Führung den Namen Karl-Marx-Stadt (... so, wieder was gelernt... ) :)

    Greets. Ced
     
  10. Sardon

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    Erstellt: 09.07.07   #10
    Ok, wäre super wenn mir noch jemand sagen könnte wie es im schlimmsten Fall dann aussehen würde, Reparatur, Kostenpunkt und was genau die verschiedenen Arbeitsschritte sind...Danke und Grüße.
     
  11. TheKing

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    Erstellt: 09.07.07   #11
    Oops, ich sehe gerade, ich habe mich hier etwas missverständlich ausgedrückt:
    Es sollte heißen:
    Die Frage ist, ob sich eine "Schönheitsoperation" lohnt, wenn der Riss nur im Lack ist... ich bin zwar nicht der Fachmann, aber ich schätze, dass dies [<< der Riss im Lack) hier zu 95% der Fall ist (nicht Festnageln ;-).

    Also: Vermutlich sieht es viel schlimmer aus, als es es :) (aber ich habe damals auch Panik bekommen, als ich die Risse an meiner weißen Strat entdeckt hatte... stay cool)

    Greets. Ced
     
  12. astronaut

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    Erstellt: 09.07.07   #12
    Diese Risse sind in der Regel Lackrisse. Der Faserverlauf des Holzes ist ja ein ganz anderer. Das müsste sonst schon ein kapitaler Bruch sein. Diese Risse sieht man meist als Haarrisse recht häufig.
     
  13. Sardon

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    Erstellt: 09.07.07   #13
    Das hört sich gut an...ich denke ich bin in dieser Hinsicht etwas zu genau und übervorsichtig...werde erst mal meinen neuen Pu einbauen den ich mir für die Klampfe noch extra besorgt habe, ein original Bill Lawrence L500XL und dann noch dickere Saiten aufziehen, 13-56er und auf C runterstimmen...ich hoffe dann das es durch die dickeren Saiten und den etwas stärkeren Zug dann nicht schlimmer wird...falls`nein´ bin ich erstmal beruhigt!
    Durch das herunterstimmen geht ja glaube ich auch wieder etwas die Belastung auf den Hals verloren, Grüße.
     
  14. Slashjuenger

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    Erstellt: 09.07.07   #14
    Die Gesamtbelastung auf den Hals sollte nach Möglichkeit IMMER dieselbe sein. Deshlab wärs zB unsinnig auf ne Strat, die ich vorher noch mit 009ern in Standardstimmung gespielt habe, aufeinmal 013er aufzuziehen und ebenfalls in Standardstimmung zu bringen. Du würdest dich wundern, wie der Hals Kurven macht (OK, übertrieben, aber er verbiegt nach oben um die Spannung zu kompensieren).

    Also bei dicken Saiten schön brav runterstimmen, denn erst dann kommen sie auch wirklich zur Geltung. Du hättest bei dicken Saiten in Standardstimmung auch das Problem, dass dir die Modulation durch Bendings sehr viel schwerer fiele.
     
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