Rode NT-5 oder AKG C-1000 S MK-3

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Hallo,
ich suche ein paar Overheads, um mein Schlagzeug abzunehmen (2 Crash und ein Ride).
Hab mir schon ein paar Empfehlungen hier im Forum angeschaut und überlege nun, ob ich die Rode NT-5-S

Mikrofone, oder lieber die AKG C-1000-S MK-3
nehmen soll.
Alternativ hatte ich noch das Opus 53 von Beyerdynamic gefunden, das mir aufgrund des Preises gut gefällt.
Unterscheiden sie sich stark von einander (klanglich/qualitativ)?

Da ich nicht die Möglichkeit habe die Mikors zu testen, würde ich mich über ein paar Empfehlungen sehr freuen, vllt hat ja der ein oder andere schon Erfahrungen mit den Mikros gemacht.

Oder andere Alternativen? Mein Budgetrahmen liegt bei ca. 300€

Schöne Grüße und besten Dank schonmal im Vorraus :)
 
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Stand vor kurzem vor dem gleichen Problem - hatte die Opus 53 und die Rode NT5 in der End-Auswahl. Die C1000-S MK-3 kenne ich jetzt nicht, die alten C1000 haben mich aber nie so wirklich überzeugt ...

Die Opus 53 finde ich vom Klangeindruck sehr ausgewogen, haben einen recht angenehmen Eigenklang, evtl. etwas stärker in den Mitten. Bei den NT5 hatte ich den Eindruck, dass sie noch etwas feiner auflösen, allerdings auch etwas empfindlicher sind, was den Raum angeht - im guten Raum klingen für mich die NT5-Aufnahmen noch besser, detaillierter und feiner, ein schlechter Raum klingt aber auch immer deutlich durch. Die Opus 53 empfinde ich da als etwas unempfindlicher, dabei im Klang nicht signifikant schlechter - für mein Einsatzgebiet, also kleine Produktionen und Demos, meist im Proberaum, eher selten in einem optimalen Studioraum, sind sie damit ziemlich ideal. Preis/Leistung ist jedenfalls Klasse. Ob sich die teureren NT5 für dich rentieren, musst Du selbst entscheiden - ich hab's jedenfalls nicht bereut, die Opus gekauft zu haben :)
 
mini_michi
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Habe auch die Opus 53 Mics im Einsatz.

Kann den Post von Ratking nur unterstreichen. Die Opus 53 sind etwas stärker in den hochmitten, was in meinen Ohren allerdings nicht negativ ist. Preis/Leistung ist Top.

Das C1000 mochte ich auch noch nie. Muffig und IMHO auch nicht gerade fein auflösend. Habe es bei den letzten Aufnahme-Sessions unter die Snare gehängt (www.myspace.com/minimichiproductions -> beim IntoBlackMirror-Song)
War o.k.... mehr nicht.
Zu gute halten muss man dem C1000 aber, das es an und für sich robust wie hölle ist.

Das Opus dagegen wirkt recht fitzelig.... und bei den meisten die ich kenne ist schon ein kleiner Bruch im kleinen blauen Ring (tut der Funktion aber keinen Abbruch).

Sehr ordentlich sollen angeblich die HAUN's die es beim Thomann für 185€ gibt sein.
Dazu kann ich aber noch nichts genaueres sagen.


Grüße, Mini
 
Atomwolle
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Von den C1000ern rate ich dir ehrlich gesagt ab.
Ist zwar ein weit verbreiteter "Standard" unter Tontechnikern, aber langsam wirklich nicht mehr konkurrenzfähig - mit diesem Preis.
Ich hab schon mal für eine Choraufnahme als Stützmikros ein paar C1000er von der Schule mit hingestellt, habe die aber im nachhinein fast ganz weggelassen, weil die einfach nicht gut auflösen und dazu noch ziemlich dumpf sind.
Haun wäre jetzt auch meine Empfehlung gewesen.
Ich selbst habe übrigens 2 MCE 530 von Beyerdynamic, welche mit den Opus 53 baugleich sind und ich bin wirklich zufrieden. Das einzige was einen stören kann (!) ist, dass die Teile aus Kunststoff sind und deswegen wohl nicht so "Road-tauglich". Dafür aber auch sehr sehr leicht und klein. Muss jeder selber wissen, was am besten für ihn ist.
 
D-a-N
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@Atomwolle: Wenn die MCE 530 baugleich mit den Opus 53 sind, warum hast du dich dann nich für die Opus entschieden, da sie immerhin 15€/Stück günstiger sind. Style? Stereoschiene?
Sind die Opus 53 auch aud Kunststoff?

Viele Grüße,
D-a-N
 
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@Atomwolle: Wenn die MCE 530 baugleich mit den Opus 53 sind, warum hast du dich dann nich für die Opus entschieden, da sie immerhin 15€/Stück günstiger sind. Style? Stereoschiene?
Sind die Opus 53 auch aud Kunststoff?

Viele Grüße,
D-a-N

Servus D-a-N,
die Opus sind genauso wie die MCE530 aus Kunststoff. Einziger Unterschied ist die Farbe.

Viele Grüße
Moritz
 
D-a-N
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Ok Vielen Dank.
Aber warum ist das MCE dann teurer? Nur weil es wegen evt. wegen dem anderem Design eine höhere Nachfrage gibt? :screwy:

Viele Grüße,
D-a-N
 
mini_michi
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Naja, im Stereo-Set ist auch noch die Stereo-Halterung für XY-Mikrofonie usw. enthalten...
ich hätte auch lieber die schwarzen Mics gehabt... aber das war mir der Mehrpreis nicht wert.
Früher oder später werde die opus-Mics eh bei mir gegen Haun o.ä. ersetzt.

Grüße, Michi
 
Atomwolle
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mini michi hat den Grund ja bereits schon erwähnt.
Die Stereoschiene, der Koffer, der Windschutz und das sehr unauffällige Design durch die Farbe Schwarz haben mich dazu gebracht zum Stereose MCE 530 zu greifen.
Bei mir werden die aber wohl auch irgendwann ersetzt (Was nicht heissen soll, dass die Teile schlecht sind)
 
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Rode NT5, Beyerdynamic MCE 530 oder Opus 53 sind für Overhead-Mikrofonierung alle gleichwertig geeignet, finde ich. AKG C1000 wurden meiner Meinung nach hier schon gut beschrieben! Low Budget, kann man ganz am Anfang machen.

Vielleicht noch erwähnenswert: der Reparaturservice von Beyerdynamic. Auch heute noch sind die Mitarbeiter kulant, zuvorkommend und freundlich, auch wenn es zB um die Reparatur der Spitzenprodukte (MC930) geht.
Und für die MCE 530 gibt es heute noch Ersatzteile bei Beyerdnaymic zu bezahlbaren Preisen.
Für Overhead natürlich ein Klassiker: Beyerdynmic M201. Zur Zeit allerdings nicht lieferbar. Man kann spekulieren, warum. Auch gebrauchte M201 sind zu Höchstpreisen im Netz zu haben.
Kleinmembranmikrofone rollen allerdings gern von Verstärkern und Tischen auf harten, kalten Probenraumbetonboden...

Und auch die MBHO Haun Mikrofone wurden erwähnt. Sie sind der eigentliche Kracher, denn sie bieten für wenig Geld das, was man sonst nur von den ganz grossen Marken erwartet. (Die Beyerdynamic MC930 übrigens auch!) Ich empfehle besonders den Mikrofonverstärker MBP 603, an den man verschiedenen Charakteristiken schrauben kann. Feinmechanik vom Feinsten. Die Kugelcharakteristik KA100LK (vielleicht nicht gerade für Schlagzeug...aber für Stereoabnahme, auch Overhead) ist ein Ohrenschmaus.
Dann gibt es noch die KA100DK (DiffusfeldKorrigert). Und viele andere. Hier die Kapseln auf einen Blick:
https://www.citysoundpro.de/cs/produkte/auswahl/kategorie//hersteller/MBHO HAUN

Wer nicht so viel Geld ausgeben kann, nimmt ein Paar Haun MBC 660 L (189.- x2) zB für Overhead: so viel Kondensatormikrofon bekommt man nirgendwo für so wenig Geld! Auch Haun haben einen hervorragenden Reparatur-"Dienst" (darf man gar nicht so nennen eigentlich). Sie machen alle Reparaturen an ihren Mikrofonen zu einem bezahlbaren Kurs und sind kulant und freundlich.
Hier ein sehr schöner Artikel von Professional Audio:
https://www.professional-audio.de/test-kleinmembran-kondenstator-mbho-ka100lkka200nmbp603mbp648/

Alle erwähnten Kondensator-Modelle eignen sich übrigens auch unbedenklich für Gesang und Western/Konzertgitarre: MC930, MBP603&KA100LK, sogar Rode NT5. Die Dynamischen und Elektrets nach meiner Meinung nicht.
 
Bassturmator
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Na da haste ja mal `nen alten thread ausgegraben...

Die Dynamischen und Elektrets nach meiner Meinung nicht.

Das von Dir erwähnte dynamische M 201 funktioniert an beidem sehr gut. Gehört an der Western-Gitarre zu meinen Favoriten auch gegenüber teureren Kondensator-Mikrofonen.
 
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Na da haste ja mal `nen alten thread ausgegraben...
Allerdings! Wenn man aber allein in diesem Forum nachschaut, wie oft genau diese Art von Frage gestellt wird, ist jede Info hilfreich, finde ich. Und als dieser Thread gestartet wurde, kannte ich diese Mikrofone noch nicht gut.
Das von Dir erwähnte dynamische M 201 funktioniert an beidem sehr gut. Gehört an der Western-Gitarre zu meinen Favoriten auch gegenüber teureren Kondensator-Mikrofonen.
Das Beyerdynamic M201 ist eben ein sehr gutes Mikrofon mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis! Es kann vielleicht sogar mit einem Kondensatormikrofon in der Preisklasse mithalten, wie etwa dem MBHO MBC 660L. Die Qualität erkennt man nicht allein am Klang, sondern auch daran, dass die Fertigungstoleranzen vernachlässigbar gering sind, sodass es bei einem Paar-Kauf überhaupt nicht wichtig ist, dass es sogenannte "gematchte Paare" sind. Es gibt Mikrofon-Firmen, die bei diesem Thema völlig ausfallen.
Und wo wir gerade bei der Westerngitarre sind: ein interessantes Ergebnis erzielt man, wenn man die beiden genannten Mikrofone zusammen vor eine Westerngitarre (mit einem Musiker daran natürlich!) stellt. Das gibt eine wirklich schöne Mischung!
 
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Und wo wir gerade bei der Westerngitarre sind: ein interessantes Ergebnis erzielt man, wenn man die beiden genannten Mikrofone zusammen vor eine Westerngitarre (mit einem Musiker daran natürlich!) stellt. Das gibt eine wirklich schöne Mischung!

Vielleicht magst Du ja das genaue setup noch mal erläutern, also welches Mikrofon in welcher Position.
 
Drummerjoerg
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Wenn der alte Thread nun schon mal raus gekramt wurde kann man sagen, dass 2008 das C1000 durchaus noch Spruchreif für OHs war.
Ich persönlich habe die auch schon gehabt und getestet. Als beste Beschreibung empfinde ich für C1000 als OH: die Mikrofone klingen distanziert (klingt nach größerer Entfernung zur Quelle als es die Position erwarten lässt).

Wurden, wenn wir diesen Thread auch in 2021 im ca. 300 Euro Budget fürs Paar belassen, schon die Oktava MK012 erwähnt?
https://www.thomann.de/de/oktava_mk_01201_mkii_matched_pair.htm

Rode NT5 habe ich damals verkauft. In dem klanglichen Segment gefallen mir die AKG C451 mit der fest verbauten CK1 Kapsel (bitte die "Made in Austria") besser an den Overheads. Hier als spaced pair an einem restaurierten Tama Royalstar:

Tama Royalstar_1_F.jpg
 
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Wow! Ist das Dein Tama Royalstar? Gibts es ein Soundschnipsel von Deinem Set?
Die AKG C451 umgibt eine Legende. Ich habe vor vielen Jahren in irgendeinem Studio ein ähnliches Set wie auf Deinem Foto gesehen und alle Beteiligten hätten einen Schwur darauf abgelegt und die Schwerter gekreuzt. Damals (1990? 1992?) gab es nur Made in Austria. Fernostproduktion gab es in dem Umfang noch nicht. Wollte mir immer mal ein Paar kaufen, kam aber dann doch nie dazu. Und aus Fernost, die will ich nicht... Ich kaufe überhaupt nichts derartiges aus Fernost. Auch nichts von (auch deutschen) Traditionsunternehmen, die inzwischen in Fernost fertigen lassen.
Bei dem Link zu den Oktavas handelt es sich wohl tatsächlich um Made in Russia. Und von diesen Mikrofonen habe ich in einem anderen Forum einen Teilnehmer begeistert schwärmen gelesen. Auch ein Vergleich mit Neumann schien dem Teilnehmer nicht zu gewagt. Auf der Seite, zu der Dein Link führt, gibt es 388 Bewertungen zu den Oktavas. Es lohnt sich, da mal rein zu lesen, wenn man Mikrofone sucht. Preis/Leistung unschlagbar, kann man da unter anderem lesen. Wenn ich gerade suchen würde, könnte ich mir einen Kauf vorstellen.
Vorher würde ich allerdings beim selben Anbieter Haun MBC660 (https://www.thomann.de/de/haun_mbc660_l_pair.htm) in Erwägung ziehen. Die Haun-Mikrofone sind ein Ohrenschmaus und für das Geld nach meiner Erfahrung schwer zu toppen. (Davon habe ich aber schon zwei Paar...) Wer übrigens etwas mehr Kleingeld übrig hat: Haun bietet noch ein anderes Stereo-Paar an, die sind ebenfalls wunderbar und ebenfalls Preis/Leistungsmässig ganz weit vorne: Haun MBC440. (https://www.thomann.de/de/haun_mbc_440_stereo.htm) Für 599.- bekommt man ein universell einsetzbares Kleinmembran-Paar der Spitzenklasse. Und den Reparaturservice von Haun nicht vergessen: auch spitze.
Die Krönung von Haun sind die Vorverstärker MBP603, auf die man verschiedene Kapseln schrauben kann. Und die brauchen sich nach meiner Erfahrung vor der Neumann KM-Serie nicht verstecken. Auch nicht vor der KM84-Serie, die bis 1992 gebaut wurden und wirklich wunderbar sind.
Ich habe aber auch da eine Meinung: dreissig Jahre alte Mikrofone müssen revidiert werden. Kapselhalterungen und elektronische Bauteile altern, sodass es beim sogenannten Vintage-Mikrofon-Kauf zu bösen Überraschungen kommen kann bzw. gekommen ist :)...
 
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Vielleicht magst Du ja das genaue setup noch mal erläutern, also welches Mikrofon in welcher Position.
Entschuldigung! Deinen Post habe ich übersehen!
Gerne eine kurze Erläuterung: es gibt nach meiner Erfahrung eine beliebige Anzahl von Kombinationen, wie man eine Western-/Konzertgitarre aufnehmen kann. Der engagierte Laie (also ich zB) fängt mit einem einzelnen Mikrofon an, nämlich das, das er gerade da hat. Das ist aber auf lange Sicht unbefriedigend, denn eigentlich gehört eine akustische Gitarre Stereo aufgenommen. Und da tun sich Welten auf. Da der engagierte Laie oft nach dem ersten low-budget Starter-Mikrofon (oft ein altes ausrangiertes Elektret-Mikrofon vom Vater) gegen ein Mittelklasse (Unterklasse?)-Stereo-Paar tauscht, stehen also als nächstes zwei gleiche Mikrofone vor der Gitarre. Schon viel besser. Oft ist man aber auch dann noch lange nicht zufrieden.
Wenn man dann dreissig, vierzig Jahre Mikrofone sammelt, hat man irgendwann eine grosse Sammlung von Klein- und Grossmembranmikrofonen, die natürlich beliebige Kombinationen ermöglichen. Wenn man einmal von dem im Bild oben sichtbaren Schlagzeug absieht, bei dem sich wegen des gewünschten Stereoeffektes, Laufzeitunterschieden und Intensitätsunterschieden (die massgeblich den Gesamthöreindruck ausmachen!) ein gleiches Paar empfiehlt, kann man nach meiner Erfahrung durchaus ein Kleinmembranmikrofon und ein Grossmembranmikrofon vor einer Western-/Konzertgitarre kombinieren. Hat man das absolute Gehör (was auch immer das ist) oder ultra-hohe Ansprüche, muss man hier lange wegen der Position der Mikrofone experimentieren. Denn es gibt grosse Unterschiede: Kleinmembranmikrofone haben nach meiner Erfahrung oft ein feineres Klangbild, weil die kleinere Membran der auf sie treffenden Schallwelle "besser" folgen kann. Dafür haben sie einen geringeren Output und der nachfolgende Preamp muss gut sein (ein eigenes Thema...). Bei den Grossmembranmikrofonen verhält es sich umgekehrt. Sie haben grösseren Output, die grössere Membran ist aber auch träger.
So kann es zB sein, dass ein gutes Kleinmembranmikrofon am Übergang von Gitarrenkorpus zum Griffbrett sehr schön die mittigen Klanganteile der Gitarre und das hohe Klingen der Anschlaggeräusche aufnehmen kann, während ein Grossmembranmikrofon hinter dem Steg unten oder hinter dem Steg oben auf den Korpus der Gitarre zeigt und wunderbar das Holzige, Bauchige einer Gitarre aufnimmt. Es geht aber auch genau andersherum! Das ist wunderbar und wenn man jung ist, macht es Spass, so seinen eigenen Sound zu suchen und zu finden. Konkret in diesem Fall sprach ich von einem Beyerdynamic M201 und einem MBHO MBC 660L. Das sind zwei Kleinmembraner, eins mit, eins ohne Phantomspeisung. Wunderbar geht aber zB auch AKG C414 B-TL II (Grossmembran, hat eine kleine Höhenanhebung eingebaut) und ein MBHO MBC 660L oder ein Beyerdynamic M201. Noch besser: ein AKG C414 B-TL II und ein Beyerdynamic MC 930. Man bewegt sich hier immer noch im bezahlbaren Bereich und bekommt schon professionelle Ergebnisse.
Sollen wir noch weiter fantasieren? Wenn man diese Kombi an einen guten Preamp anschliesst (TFPro P2, M-Audio Octane, Roland ADA-7000 sind ältere, preiswerte Spitzenprodukte aus der Reihe "bezahlbar") und von dort aus in den PC geht, braucht man überhaupt keine EQ-Modifikationen, weil der Sound der aufgenommenen Gitarre sofort zufriedenstellend ist. Man braucht manchmal sogar nicht mal mehr Limiter oder Kompressor.
 
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Konkret in diesem Fall sprach ich von einem Beyerdynamic M201 und einem MBHO MBC 660L.
Jetzt hast du das ganze Universum erklärt aber nicht wie du die beiden Mikros genau positionierst.
Ich kaufe überhaupt nichts derartiges aus Fernost. Auch nichts von (auch deutschen) Traditionsunternehmen, die inzwischen in Fernost fertigen lassen.
Na da schränkst du die Auswahl ziemlich ein. Z.B meidest du, deiner Aussage nach, auch Audio Technika, die doch wunderbare Mikros anzubieten haben, aber leider auch in Fernost daheim sind. ich finde z.B die AT Kleinmembraner extrem empfehlenswert, während ich mit den schon fast allgegenwärtigen KM184 gar nicht warm werde.
Beim C451 muss man übrigens ziemlich weit in die Vergangenheit reisen um die guten zu finden, so ab Anfang der Neunziger haben sich die klanglich stark in Richtung spitz und zickig verändert. Aber das war auch die Mode damals, alles musste zischfrisch daher kommen.
ich habe mal, so gegen Ende der Neunziger neue Overhead Mikros für Liveanwendungen gesucht, da mir eines meiner C535 (ein super Allrounder übrigens) kaputt ging. Da hatte ich das C451, C391 und C430 getestet, jeweils bei zwei drei Live Jobs mit einer Band, mit der damals auf Tour war. Am Ende wurden es die C430 weil die alleine mir das Drumkit gut und plastisch abgebildet hatten. Da brauchte es kaum Stützen an den Toms. auch so kanns gehen. die hab ich übrigens heute noch immer mit, kann ja sein dass ich irgendwo die dort verwendeten KM184 austauschen muss ;-)
das Haun Pärchen vom T habe ich auch, setze sie aber sehr selten ein. keine Ahnung warum, aber wohl weil ich inzwischen eine gute Auswahl habe. Deshalb habe ich auch meine Oktava und NT5 inzwischen wieder verkauft. Die haben sich nicht durchsetzen können.
 
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Ist "Übergang von Gitarrenkorpus zum Griffbrett" und "hinter dem Steg unten oder hinter dem Steg oben auf den Korpus der Gitarre zeigt" nicht eine genaue Positionsangabe?
Die Veränderungen beim C451 in Richtung spitz habe ich auch wahrgenommen. Bei Kollegen, denn ich habe sie nie selber besessen. Heute sie neu kaufen, käme never-ever infrage.
Es werden auch viele Kollegen nicht mit den KM184 warm. Ich auch nicht.
Audio Technica ist sicher eine erwähnenswerte Firma. Vor allem wenn man bedenkt, dass deren Mikrofone keine Nachbauten sondern Eigenkreationen sind. Mit deren Kleinmembranern bin ich aber auch nie warm geworden. Zu spitz, zu wenig Seidenklang, wie ich sie zB von Haun MBP603 gewohnt bin.
 
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Interessante Posts! Ich bin auch engagierter Laie und nehme meine Gitarre mit einem TLM 102 am 12. Bund und einem MD 421II mit Fethead, oberhalb des Schalllochs, gezielt auf die E Saite, auf. Gefällt mir ganz gut.

Vocal nehme ich mit dem Sennheiser MK4 auf.

Ich nehme Gitarre übrigens nicht Stereo auf, weil ich denke, der Hörer sitzt ja vor der Gitarre und nicht mittendrin.
 
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