Saitenlage

von PsiAgent, 20.06.06.

  1. PsiAgent

    PsiAgent Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.06   #1
    Hallo,

    ich hab eine günstige Westerngitarre von Ibanez gekauft (AW 10).
    Klanglich finde ich sie nicht schlecht, aber sie ist voll schwer zu bespielen. Barrê - Griffe sind fast gar nicht möglich. Ich hab schon 11er Saiten drauf, aber ich bekomme die Saiten beim Barré nicht gedrückt. Die Saitenlage ist auch echt schlecht (im 12. Bund hab ich über 5mm gemessen). Habe gehört das man die verstellen kann. Wüstte aber nicht wie :-( ! Im Schallloch ist eine Imbus-Schraube um den Hals zu verstellen. Da kann ich drehen wie ich will, da tut sich nix !! Was könnte man da machen ???

    Viele Grüße an alle die in diesem Forum helfen.

    Danke !!!

    Gruß

    Psi
     
  2. Lt.Dan

    Lt.Dan Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.06   #2
    Hallo,

    der Halsstab ist für die Krümmung des Halses. Da ändert sich jetzt nicht direkt an der Saitenlage etwas, sondern an der Halskrümmung. Hat also "nur" einen indirekten Einfluss.

    Saitenlage ließe sich durch ein Abschleifen der Brücke ändern - würde ich aber nicht selbst machen. Scheppert halt schnell, wenn man zu viel abfeilt.

    Ich weiß jetzt nicht, ob Du Anfänger bist und wie regelmäßig Du spielst, aber bei Westerngitarren muss man schon ne Weile intensiv üben, damit das mit den Barré-Griffen gut klappt. Ist viel schwerer als E-Gitarre und man muss sich dran gewöhnen (wird dafür aber auch mit nem geilen Sound verwöhnt, wenn ich das mal so anmerken darf!).

    Blöde Frage, aber hast Du beim antesten nicht gemerkt, dass die Saiten Dir zu hoch sind?
    Wie lange hast die Gitarre? Vielleicht kannst du deinen Händler mal fragen, ob er da was machen kann?

    Sorry, wenn ich mir das so durchlese, dann ist das glaub nicht direkt hilfreich. Vielleicht kannst trotzdem was mit anfangen...

    Ich hatte genau Dein Problem übrigens auch. Die Saiten sind auch noch immer ewig hoch, im Vergleich zur E-Gitarre oder zu all den anderen schönen Instrumenten im Geschäft. Aber Üben hat bei mir sehr geholfen. Zudem hat sich mir (auch durch diese Erfahrung) erschlossen, dass Westerngitarre n bissl deftiger zu spielen ist, als man landläufig meint (wenn mans richtig tut), aber wenn man dann sauber und fest greifen gelernt hat, auch nen wahnsinnigen Sound hergibt. Ich hab mich in den Westernsound verliebt!
     
  3. PsiAgent

    PsiAgent Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.06   #3
    Hallo,

    ja ich bin Anfänger, hab noch ne E-Gitarre und früher eine Konzertgitarre.

    Ich habe aber irgendwo gelesen, das der Saitenabstand ca 2 mm im 12. Bund sein sollte.
    Natürlich ist es zum üben gut. E-Gitarre spielen ist dann echt einfacher, weil man mehr Kraft in den Fingern hat. Aber so wie es zur Zeit ist macht mir das spielen keinen Spaß, weil mir einfach immer die Finger weh tun.

    Ich hab die Gitarre ersteigert, wußte also nicht wie die Saitenlage ist. Habe dafür aber auch nur den halben Preis bezahlt.

    Brücke abschleifen hört sich gut an, aber der ist doch aus Kunststoff. Außerdem ist die bei mir nicht gerade, sondern irgendwie ganz komisch !

    Dann müsste man diese am besten ausbauen, von unten abschleifen und dann wieder einsetzen !

    Ich habe mich natürlich auch in den Western - Sound verliebt ! War neulich im Musikgeschäft um die Ecke und hab eine Takamine Western gespielt. EIn Traum. Super Saitenlage und toller Sound. Einfach der Hammer, aber 1100 € !! :-(

    Gru und Danke

    Psi
     
  4. Taylorpicker

    Taylorpicker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.06   #4
    Sieht so aus, als wäre deine Ibanez tatsächlich schlecht eingestellt. Barree-Griffe sind auf den dickeren Stahlsaiten wesentlich schwerer zu greifen als auf der E-Gitarre. Daran wirst du dich gewöhnen müssen. Oder du machst Mädchensaiten drauf (<011), dann klingt sie aber nicht mehr. Ich versuche mal, die Einstellerei mit System zu erklären:

    1. Greife eine Saite im 3. Bund. Die Saite sollte nun auf dem 2. und 3. Bundstäbchen aufliegen. Zwischen dem 1. Bundstäbchen und der Saite sollte nur minimal Luft sein. Etwa so viel, daß ein Blatt Papier dazwischen paßt. Ist da mehr Platz, ist der Sattel zu hoch. Das ist der Grund, warum es so schwer ist, in den ersten Lagen Barree zu spielen.

    Am einfachsten ist es, die Gitarre komplett von einem Gitarrenbauer einstellen zu lassen. So teuer ist das gar nicht. Falls du selber Hand anlegen willst: Um den Sattel tiefer zu machen, mußt du ihn ausbauen. Bei einigen Gitarren ist er festgeklebt. Wie du schon geschrieben hast, ist es sinnvill die gerade Unterseite des Sattels zu bearbeiten. Dazu ein Stück feines Schmirgelpapier auf eine ebene Fläche befestigen (Reißnägel gehen prima) und die Unterseite des Sattels darauf abschleifen. Am besten vorher messen, wie dick das Ding ist und zwischendurch immer wieder nachsehen, wieviel davon jetzt weg ist. Vorsicht: wenn du zu viel abgeschliffen hast, brauchst du einen neuen Sattel.

    2. Die Halskrümmung: Greife eine Saite im 2. Bund und im 12. Bund. Die Saite Sollte jetzt zu den anderen Bünden dazwischen minimal Luft haben. Um das festzustellen drückst du mit einem Finger über einem Bundstäbchen die Saite in Richtung Griffbrett. Wenn da zu viel Luft ist, kannst du die Krümmung am Stahlstab nachstellen. Nach rechts drehen zieht den Hals nach hinten, links drehen entspannt den Stab wieder und der Hals kommt nach vorne. Immer nur wenig drehen, 1/8 Umdrehung oder so. Wenn sich bei dir gar nichts tut, ist wohl der Stahlstab kaputt. Wie man den auswechselt, weiß ich nicht. Ich hatte das Problem noch nie.

    3. Der Steg (heute auch gerne Brücke oder Bridge genannt): Wenn die ersten beiden Schritte gemacht sind, kontrollierst du den Abstand der Saiten zum 12. oder 14. Bund. 2 mm kannst du vergessen. Das kannst du bei der E-Gitarre machen, die Western scheppert dabei nur. Meine Taylor hat >3 mm und läßt sich hervorragend spielen, auch in den hohen Lagen. Wobei ich nur Fingerpicking spiele, für Strumming müßte sie evt. noch etwas mehr haben. Um Stegeinlage zu bearbeiten gehst du genauso vor, wie beim Sattel. Da die Stegeinlage aber viel breiter ist, rate ich, die Dicke (oder Höhe) an beiden Enden zu messen, damit das Ding nicht schief wird. Und zwischendurch immer wieder einbauen und probespielen.

    Ich wünsche dir viel Erfolg. Und kauf dir deine nächste Gitarre in einem Laden, bei dem die Einstellerei zum Service gehört.

    Viele Grüße
    Taylorpicker
     
  5. PsiAgent

    PsiAgent Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.06   #5
    Danke, das ist ja mal eine coole und verständliche Anleitung.

    Cool das es so Leute wie dich gibt, die uns Anfängern helfen. Die nächste Gitarre wird im Laden geholt, und zwar ne Takamine ;-)

    Danke !!!
     
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