Halsstab spannt nicht mehr. Ausgeleiert?

von Verdi1962, 31.08.20.

  1. Verdi1962

    Verdi1962 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.20   #1
    Hallo,

    ich habe mir vor zwei Wochen eine gebrauchte Ibanez Westerngitarre (AE 315 K-NT) für immerhin 500 Euro gekauft.
    Beim Spielen stellte ich eine deutlich zu hohe Saitenlage fest. Im zwölften Bund habe ich bei nicht heruntergedrückten Saiten einen Abstand von 4 mm zwischen tiefer E-Saite und Bundstab.
    Man sieht sehr deutlich, dass der Hals stark konkav ist. Das Verstellen des Halsstabes bringt eine Veränderung der Halskrümmung. Grundsätzlich funktioniert er also wohl.
    Allerdings bleibt selbst im allergünstigsten Fall noch ein Abstand von mind. einem Millimeter zwischen Griffbrett und Halslineal (das mit den Kerben für die Bundstäbchen.
    Der Hals lässt sich also nur von seeeeeehr konkav zu sehr konkav verstellen. Deshalb meine Frage: Kann so ein Halsstab irgendwann ausleiern?
    Oder woran könnte es sonst liegen?
    Die Saiten hatte ich gleich zu Anfang von 12er auf 11er gewechselt. Daran kann es aber meines Wissens nach nicht liegen, da diese ja weniger am Hals ziehen als 12er.
    Ich bin ratlos...
     
  2. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.20   #2
    Also eigentlich muss sich auch mit 12ern ein backbow einstellen lassen. Irgendwas ist also defekt. Aus der Ferne lässt sich da wenig zu sagen und aus der Nähe wird es fummelig, weil der Trussrodzugang im Korpus ist...

    Ab zum Gitarrenbauer damit würde ich sagen.
     
  3. .point

    .point Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.20   #3
    Auf jeden Fall vorsicht mit dem Halsspannstab. Ich habe mir mal einen E-Gitarrenhals versaut, weil ich die Schraube zu sehr angezogen hatte. Ich wollte auch den Hals spannen, habe aber nicht gemerkt, dass die Schraube schon am Anschlag war und sich gar nicht weiter anziehen ließ.

    Irgendwann ist dann die Imbusschraube ausgelutscht gewesen ... und nun ist der Hals ein wirtschaftlicher Totalschaden
     
  4. frama78

    frama78 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.20   #4
    gut... das passende Werkzeug muss man schon einsetzen. Stichwort metrisch vs zöllig. Das Problem ist, dass beide fast(!) gleich sind ;)

    Generell ist beim Trussrod aber immer Vorsicht geboten. Dann wie man weiß: nach "fest" kommt "ab"
     
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  5. revolverband

    revolverband Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.20   #5
    Hi,
    ich denke diese Frage könnte im Sub Modifikation, Technik, Gitarrenbau besser aufgehoben sein - da findest du eher die Experten.
    Allerdings denke ich, du solltest sie einfach bei einem Gitarrenbauer anschauen lassen. Der Hals könnte ja auch so verzogen sein, dass man mit dem Halsspannstab nix mehr machen kann. Am Sattel (das "Halslineal" ;)) ist der Abstand zum Griffbrett so hoch, wie der Sattel halt ist - direkt dort ist die Krümmung ganz egal.
    Ich hatte schon mal eine Gitarre, wo der Sattel einfach zu hoch war, aber dass der Hals deutlich sichtbar konkav war hatte ich noch nie. Und ich hatte schon viele Gitarren...
     
  6. peter55

    peter55 A-Gitarren, Off- & On-Topic Moderator HFU

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    Erstellt: 31.08.20   #6
    Äh, ... nein ... dort geht es ausschliesslich um E-Gitarren, hier handelt es sich um eine A- Gitarre ;)
     
  7. .point

    .point Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.20   #7
    Tja .... jetzt ist "hinterher" ..... und hinterher bin sogar ich etwas schlauer *lach
    Das ist aber auch schon viele Jahre her. Nur seitdem liegt die Klampfe und bräuchte mal einen neuen Hals.
     
  8. Verdi1962

    Verdi1962 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.20   #8
    Erstmal vielen Dank für Eure Rückmeldungen.
    1. Ich bin gelernter Mechaniker. Der Imbussschlüssel passt ;-)
    2. Wenn der Hals verzogen sein sollte ... könnte man den Hals "zurückbiegen", indem man ihn zwischen zwei Punkten lagert und dazwischen vorsichtig ein Gewicht ein paar Tage liegen lässt? Hat das schon mal jemand probiert?

    Grüße

    Peter
     
  9. blechgitarre

    blechgitarre Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.20   #9
    Ja hab das bei einem Eschenstiel, den ich als Gitarrenhals benutzen wollte schon wochenlang ausprobiert.
    Ohne Dampf und Hitze lässt sich Holz kaum biegen:bad:

    tut mir leid um deine Gitarre die doch einen stolzen Preis hatte.
    Wenn der Gitarrenbauer nicht helfen kann spiel Slidegitarre;)
     
  10. Hauself Zwo

    Hauself Zwo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.20   #10
    Ja, ich, vor etwa 45 Jahren.
    Es hat auch was gebracht - nämlich die Erkenntnis, dass es nichts bringt, wenn man das zu heftig und zu kurz macht. Mal schnell biegen führt zu "spreissel - knack - gebrochen - Totalschaden" (mein erster Versuch mit Einspannen in die Werkbank und gleich in die gewünschte Endstellung biegen.... ich rate dringend davon ab).

    Zweiter Versuch ein Jahr später: Im konkreten Fall war es eine No-Name-Westerngitarre, die jahrelang ohne Saiten (aber mit angezogenem Trussrod) herumgelegen war. Ich habe den Trussrod bis zum Schlackern gelockert, den Hals am 2. Bund und am Halsfuß abgestützt und etwa 3 Wochen ein Gewicht von einigen Kilos (schätzungsweise 5) am 7./8. Bund drangehängt. Naja, die Halskrümmung war nachher (mit Saiten und leicht angezogenem Trussrod) besser, aber nicht wirklich gut. Vielleicht habe ich auch nur Glück gehabt und zu wenig Geduld?
     
  11. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.20   #11
    Hallo Peter,

    dass Du den richtige Schlüssel benutzt hast habe ich mir gedacht, denn Du hast Dich ja in Deiner Anfrage sehr genau ausgedrückt.

    Was das biegen eines Halses betrifft, hatte ich erst kürzlich in einem anderen thread beschrieben wie ich sowas mache. Kurz: Du musst soviel Wärme einbringen dass sowohl die kristallinen Harze im Holz, als auch der Leim zwischen Hals und Griffbrett "weich" werden.

    Ich mache das mit einem schweren erhitzten Flachstahl von der Griffbrettseite aus.

    Ich würde aber vor so einer Maßnahme prüfen ob nicht mit ein zwei zusätzlichen Unterlegscheiben unter der Trussrodmutter der Stab sich besser spannen lässt. Wenn es ein konventioneller Stab ist besteht die Möglichkeit dass nur das Holz des Halses in dem Bereich zu weich ist und deswegen die vorhandene Unterlegscheibe zu weit eingesackt ist.

    Ist alles etwas schwierig mit Worten zu beschreiben. Rückfragen immer gerne...
     
  12. Avalanche

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    Erstellt: 01.09.20   #12
    Also spannst du das heisse Stahl aufs griffbrett? Am besten Fretless.
    Falls du das mal fotografieren könntest beim nächsten biegen,...
    wäre hilfreich für mich nach zu vollziehen.
    Bester Gruss
     
  13. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.09.20   #13
    Ja genau. Das funktioniert auch mit Bünden wegen der Wärmeabstrahlung.
     
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  14. Verdi1962

    Verdi1962 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.09.20   #14
    Hallo und danke für die bisherigen Rückmeldungen :great::great::great:.
    Das mit der Mutter klingt derzeit am schönsten, weil das vielleicht tatsächlich der Grund für die nicht ausreichende Verstellung sein könnte.
    Aber wie bekomme ich die Mutter dort hin :rolleyes:
     
  15. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.09.20   #15
    Na erst mal musst Du sie ja dort weg bekommen. Hast Du schon mal versucht über das allwissende internet herauszubekommen was für eine Art trussrod Ibanez da in den Gitarren verbaut? Das könnte sehr hilfreich sein. Wenn es ein "two-way-trussrod" ist erübrigt sich die Sache mit der Unterlegscheibe wohl...
     
  16. boisdelac

    boisdelac Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.20   #16
    Bei Akustik-Gitarren ist das Lineal mit den Bundkerben nicht so das richtige Werkzeug, um die Halskrümmung zu prüfen.

    Die Halskrümmung kann wohl mit Hilfe der tiefen der E-Saite geprüft werden. indem man diese am Bund 1 und dem Bund am Hals-Korpus-Übergang drückt. Dann wird der Abstand zwischen dem 7. Bund und der Saiten-Unterkante gemessen.

    https://www.lakewood-guitars.de/faq_topic.php?faq_id=63,q=saitenlage
     
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