Das würde implizieren, das Tokai, ESP (mit der Edwards-Tochtergesellschaft) etc allesamt Lizenzen von Gibson gekauft haben. Ist das so?
Haben sie nicht. Japan ist ein kulturell anderer und Ausländern gegenüber relativ verschlossener (Binnen)Markt, das US-Markenrecht hat dort ungefähr den gleichen Stellenwert wie aktuell bei den Chinesen. Der Japaner an sich kauft seit jeher eh lieber inländische als Überseeprodukte. Das wird in den 70/80er Jahren noch ausgeprägter gewesen sein als heute, aber nach wie vor sind
ESP/Edwards/GrassRoots/Navigator/Tokai/Bacchus und wie die alle heissen dort sehr erfolgreich.
Diese Modelle waren und sind eigentlich auch nur für den japanischen Markt bestimmt, frühere Versuche zum Beispiel seitens
Ibanez eine relative ähnliche LP-Kopie auf dem US-Markt zu etablieren wurde von, in dem Fall Gibson, bekanntlich verhindert.
Fender hat aber auch eingreifen müssen und wenig später dafür einen Teil der Produktion an u.a. Fujigen (FGN) ausgelagert. Einem Hersteller, der nebenbei vorher unter dem Label Greco fantastische Kopien hergestellt hat.
Heutige Exportmodelle sehen - wie bereits erwähnt - in der Regel etwas anders aus, mit veränderten Kopfplatten, Potilayouts, spitzeren oder stumpfere Cutaways und so weiter. Beim einen Hersteller sind die Unterschiede grösser, beim anderen nicht.
Das was hier von z.B. Tokai im Original-, also quasi Lawsuitlook von einigen Händlern angeboten wird, dürfte meines Wissens eigentlich nicht so richtig legal verkauft werden. Aber ich bin auch kein Jurist, eventuell kann das jemand aufklären. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass die Mengen vergleichsweise gering sind und Gibson deswegen nicht einschreitet.