Sehnenscheidenentzündung durch Akkordeon

  • Ersteller Gaga.Signor
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Hallo Seelchen,
ich habe diese Art Erfahrung mehrfach gemacht; auf der Gitarre (linke Hand), dem Schlagzeug (beide Hände) und auch auf dem Akkordeon (rechte Hand). Der Grund war immer zu ehrgeiziges und dadurch falsches Üben. Bei mir hat sich das immer nach einigen Wochen der Abstinenz wieder gegeben. Wenn man es danach deutlich entspannter angeht, sollte das Problem auch nicht wieder auftreten. Gute Besserung!
 
Absolut - bei mir auch.
Ich habe eine "Expertin" im Haus. vielleicht können wir mal telefonieren.
Ich möchte Dich auch nicht verunsichern, aber Tennisarm - Golfarm ... als Diagnose von einem Orthopäden ... Logo. Geh mal zum Psychologen, der wird eine andere Diagnose haben. Beim Kiesertraining wird Dir durch Training geholfen, der Chirurg schnippelt Dir den Knoten weg und der Buddhist meditiert sich das weg.
Ich denke der Hauptschlüssel liegt im kürzer Treten - Abstand nehmen und das muß sich nicht mal zwangsläufig auf das Akkordeonspiel beziehen.
 
Ihr habt ja schon recht, oft kann auch eine Fehlbelastung dahinter stecken. ABER sollte man jedoch in sich hinein hören und abwägen und das nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn wenn wirklich etwas Ernstes dahinter steckt, dann kann sich etwas schlimmeres und/bzw langwieriges einstellen. Ich hab schon Menschen erlebt, die aufhören musste ein Instrument zu spielen, weil sie eben keinen rat eingeholt haben. Und das wollen wir ja alle nicht!

Wie geht´s dir eigentlich, Seelchen?! Schon besser geworden, oder bestehen noch Probleme?!
 
Hallo, danke für eure Antworten, ihr drei.
Du machst mir ja Hoffnung, Waldgyst. Ein paar Wochen "ohne" werde ich schon durchstehen.
Was für eine Expertin meinst du denn, Klangbutter? Ich bin selber recht ärzte-skeptisch, aber der heute hat sich zumindest mal mehr mit dem Arm befaßt, als der vorige.

Slash, mein aktueller Beitrag steht noch auf der vorherigen Seite, hast du vielleicht nicht gelesen. Geht dem Arm gerade nicht besonders :(
 
Eiweh, hab ich tatsächlich überlesen :redface:
Allewetter, gleich auf beiden Seiten?! Es handelt sich dabei um eine Etzündung am "Knochenvorsprung" der Elle und Speiche. Das weißt du ja sicherlich?! Unschön, aber mit entsprechender PT wieder in den Griff zu bekommen! Nur ist jetzt leider wirklich Schonzeit angesagt und das in jeglicher Hinsicht, Überlastung vermeiden!

Nun hast du zumindest eine Diagnose und weitere Schritte können eingeleitet werden. das wird schon wieder! :)

~Slash~
 
Hallo mal wieder. Das scheint ja ein Dauerthema zu sein mit der Sehnenscheidenentzündung. Hier 2,5 Jahre nach der Thread-Begründung mal mein neuester Stand:

Ich habe ja damals auch von Problemen in Hand und Unterarm geschrieben und eben eine Sehnenscheidenentzündung vermutet. Nun, nach vielen vielen Ärzten (Neurologen, Orthopäden) und Physiotherapeuten ist es viel besser geworden. Ich kann wieder unbelastet Akkordeon spielen und wenn Probleme auftreten, dann meist durch andere (monotone und anstrengende) Tätigkeiten. Außerdem weiß ich jetzt was ich tun kann, damit es wieder weg geht.

Die "Lösung" kam durch einen englischen Physiotherapeuten, der mir viel besser qualifiziert schien als seine einheimischen Kolleginnen und Kollegen (hier in Österreich). Der meinte, es wäre eine Sache der Nerven, die irgendwo zwischen Halswirbelsäule und der Hand eingeklemmt bzw. von einem Muskel zusammengedrückt würden. Zur Behandlung machte er etwas, das er Nervenmobilisation nannte und das im Wesentlichen aus "Auswärtsbewegungen" von Hand und Arm bestand, zusammen mit Druck und Massagen auf bestimmte Punkte (wo der Nerv durchgeht) an Schulter (vorne), Ellenbogen (innen) und Hand. Dabei hat es dann insbesondere beim Schulterpunkt bis in die Hand gekribbelt und die Probleme waren bereits nach der ersten Behandlung sensationell viel besser.
Er hat mir auch Übungen zum selbst machen gezeigt, die alle im Prinzip auf dieser Auswärtsbewegung bestehen, also der Dehnung von Schulter-Arm-Hand-Innenseite. Im Stehen einfach mal so tun, als ob man rechts und links von sich zwei Wände wegdrücken müsste so weit es geht. Handflächen zeigen nach außen, Brust raus, Schultern nach hinten. ich spüre dabei immer noch die angenehme Dehnung in Schulter und Hand. Auch sensationell gut tut mir das Ineinandergreifen beider Hände hinter dem Rücken, eine von unten, eine von oben. Das braucht vielleicht eine Weile, bis sie sich erreichen, hilft mir aber wirklich sehr gut.

Soweit mal von mir, vielleicht ist es ja eine Inspiration für jemanden. Jedenfalls bin ich schockiert, wie wenig eigentlich Ärzte wissen bzw. wie eng begrenzt ihr Blick ist. Dafür habe ich jetzt mehr Respekt vor der Fachrichtung Physiotherapie, wenn sie professionelle und wissenschaftlich betrieben wird; leider betrifft das viele schlecht ausgebildete und schlecht bezahlte Krankengymnast/innen nicht, hier kriegt man immer nur die gleichen, nicht sonderlich ganzheitlichen Trainingsprogramme zur Stärkung einzelner Muskeln. Denn, wie mir der englische Physiotherapeut gesagt hat, dürfe er in England durchaus Diagnosen stellen, hier aber nicht. Na ja und diesen Unterschied hat man eben gemerkt.

Alles Gute!

Christian
 
Danke fürs mutmachen, slash (ich schreib mal klein, da nur mit linker hand). pt kriege ich leider nicht, zumindest nicht vom orthopäden, denn der braucht sein budget angeblich für patienten nach op`s, unfällen, etc. hab eine cortisonspritze und eine ellenbogenbandage bekommen. wenn ich soweit bin, dass ich wieder spielen kann, werde ich mal meinen hausarzt wegen pt bemühen, der hat mir auch in anderen fällen schonmal verordnungen geschrieben. ich möchte unbedingt die fehlbelastungen in zukunft vermeiden und meine akkordeonlehrerin konnte mir nicht recht weiterhelfen, sie fand meine spielhaltung in ordnung.

christian, vielen dank für den langen beitrag. wie ich umseitig geschrieben habe, ist es bei mir jetzt auch keine sehnenscheidenentzündung, sondern laut arzt eine kombi aus golfer- und tennisarm (wobei die "golferarm"-probleme=innenseite stärker ausgeprägt sind). hatte sowas schon vermutet und dazu viel gegoogelt und habe viele hinweise von betroffenen gefunden, die in die richtung deines beitrags gehen, also dass oft muskelverspannungen mit druck auf Nerven, sowie sehnenverkürzungen zu den problemen führen. hab auch häufig gelesen, dass dehnübungen hilfreich sein sollen - die von dir beschriebene übung hab ich gerade mal probiert und spüre ein deutliches ziehen zwischen ellenbeuge und schulter, hab den eindruck, die dehnung tut gut.
sollte es in den nächsten zwei wochen mit schonung und bandage nicht besser werden, werden übrigens noch handgelenk und halswirbelsäule untersucht.

tja, dass es schwierig ist, kompetente ärzte zu finden, ist leider auch meine erfahrung, ich hatte über jahre eine schultersteife, und da hab ich mit orthopäden so einiges erlebt... mit physiotherapeuten hab ich aber ganz gute erfahrungen.
 
Eine gute Übung ist (wenn bei mir z.B. die Hand einschläft), den Arm nach unten zu strecken, das Handgelenk rechtwinklig nach außen abzuwinkeln, Handballen zum Körper. Manchmal reicht das schon, zur Verstärkung kann man dann mit der anderen Hand über dem Kopf den Kopf zur anderen Seite ziehen, das heißt, dass man an der kranken Seite die Wirbellöcher weiter macht und dadurch dei Nerven entlastet. Im Prinzip ist die Wirkung so wie die von Christian beschriebene Übung.
Noch ein Wort zu Diagnosen: Diagnosen sind immer Hilfskonstruktionen, sozusagen Modelle um einen Weg zur Therapie zu finden. Sie sind nicht in Stein gemeißelt. Außerdem ist es immer sehr schwierig, voneinander abzugrenzen ob ein lokaler Schaden vorliegt oder ein durch eine Nervenirritation (hier im HWS-Bereich) fortgeleiteter Schmerz.
 
Ja, diese Übung kenne ich auch vom Sport, Ambrosius. Problem ist momentan, dass es sehr schmerzhaft ist, die Hand abzuwinkeln, aber mit leicht abgewinkelter Hand geht es - und tut auch gut.
 
Ja, naja die PTs/im allgemeinen Mediziener haben es heutzutage auch nicht leich, qualifizierte und kompetene Arbeit zu leisten bzw motiviert zu sein. Was natürlich keine Entschuldigunmg für eine schlechte Threapie sein soll! :(

Wie, Seelchen...der Orthopäde hat dir keine Überweisung zu PT gegeben?! WAs ist denn das?! Kam da hinterher ein Huhn hereinspaziert?! Unglaublich...echt! :eek:

Jau, die Übung passt soweit ganz gut, die hier beschrieben wird. Letzten Endes wird die Muskulatur gedehnt, was bei einer Epycondilitis wichtig ist. Den Kopf muss man nicht unbedingt mit einbeziehen, kann man aber, so wird die eh schon verkürzte Schulter-Nackenmuskulatur mit gedehnt - kann nicht schlecht sein! ;)
Also: Hände nach unten, oder zur Seite stämmen, Schulterbläter nach unten und zusammen ziehen, Brust raus und die Spannung mind 7s aufrecht erhalten, feine Sache! Die Hand muss zunächst nicht mit abgewinkelt werden, schließlich ist ja der Ursprung der dafür verantwortlichen Muskulatur entzündet! Später kann das mit eingebaut werden. Was auch ganz gut ist: eine Flasche in die Hand nehmen und locker baumeln - hat auch einen dehnenden Charakter. Die Bandage kannst du auch weg lassen, bringt sehr wenig :cool:

Als Akkordeonhaltung versuch mal beide Ellenbogen~ auf Schulerhöhe zu halten und Handgelenke locker, nicht zu weit einknicken...leichter gesagt, als getan, was?! ;)

Naja, viel Glück weiterhin! :)

~Slash~
 
Ist aber nicht der erste Orthopäde, der Schwierigkeiten mit einer Verordnung macht, und selbst mit der steifen Schulter damals mußte ich oft betteln, um eine Verordnung pro Quartal zu kriegen. Die "Baumelübung" mit Flasche in der Hand kenne ich noch von dieser Schultergeschichte.
Die "gute Haltung" am Instrument versuche ich immer wieder ;)
 
Nach meiner Oberarmtrümmerfraktur hat die Krankenkasse insgesamt 18 x Physiotherapie übernommen, alle, die darüber hinaus gingen, musste ich selber bezahlen. Es hätte keinen Sinn gemacht, die mal vom Hausarzt oder abwechselnd Orthopäden aufschreiben zu lassen. Habe ganz viel, in jeder freien Minute, die empfohlenen Übungen zuhause gemacht - wollte ja schnell wieder für's Akkordeon fit werden....Habe Hanteln gekauft und mit Besenstiel geübt. Der Türrahmen war ein Übungsort wie die Arbeitsplatte in der Küche ;)
Gruß Moewejutta
 
Ist aber nicht der erste Orthopäde, der Schwierigkeiten mit einer Verordnung macht, und selbst mit der steifen Schulter damals mußte ich oft betteln, um eine Verordnung pro Quartal zu kriegen.

Es sind nicht die Ärzte, die die Physiotherapie verweigern! Es ist das System, das die Ärzte dazu zwingt! Sie bekommen bei Großzügigkeit wegen "Unwirtschaftlichkeit!" einen Regreß, also eine Geldstrafe, hochgerechnet auf alle Patienten, so dass diese in die tausende gehen kann.
 
Und dieses System ist echt --> :mad: Da wird definitiv an der falsche Seite gespart! Und wir müssen dann mit der wenigen Zeit versuchen etwas vernüftiges auf die Reihe zu stellen (wenn der PT denn noch motiviert ist) und gelingt das in der Zeit nicht, sind wir die dummen und alle schimpfen auf Mediziener. :(
(Wobei natürlich auch schwarze Schafe dabei sind - die gibt es aber überall!)
 
Ich möchte das auch gar nicht dem Arzt in die Schuhe schieben, ich weiß, dass die Ärzte da auch nur einen sehr engen Handlungsspielraum haben und je nach Patientenzusammensetzung auch sehr gut überlegen müssen, wer die Physiotherapie am nötigsten braucht.
Ich werde jetzt einfach auf eigene Faust Dehnübungen machen und hoffe mal, ich mache es richtig.
 
@ Seelchen, Ambrosius hat nur Recht! Und aus eigener Erfahrung muss ich sagen, wenn man eben diese 18 PT's hatte, kann man durchaus selber genau das tun, was der PT mit einem tut und berät. Und der ganz sicher die Motivation hat, zu helfen! Dort ist es Pflicht, doch es gibt auch zuhause jede Menge Hilfsmittel, wie ich es selber erfahren habe. Erst jetzt, nach über einem Jahr kann ich sagen, dass mein rechter Arm wieder ok ist. Trotz des Nagels und der 6 Schrauben, die mir für immer erhalten bleiben. Obwohl ich gerade heute nach mehrstündigem Spielen wieder bestimmte Übungen machen muss, um schmerzfrei schlafen zu können. Da hätte auch die doppelte Anzahl an PT's nichts genützt. Man muss selber tun!
 
Ja, genau das schreibe ich doch, moewejutta, dass Ambrosius mit der Belastung der Ärzte recht hat und ich eigenständig üben werde - es klingt ein bißchen, als hättest du das Gegenteil herausgelesen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Seelchen, Du schreibst, es wird noch mehr untersucht, woran Deine Beschwerden liegen könnten, wenn sie sich nicht bessern.
Und je nach Befund wird sicher ein Rezept über 6 Behandlungen ausgestellt werden.
Und erst dann kann ein/e PT sagen, welche Übungen für Dich relevant sind.
Auf eigene Faust würde ich nur das tun, was guttut. Ja, das machst Du ja auch.
Deine Beschwerden sollen sich aber auch bessern.
Eigentlich haben wir gerade etwas die Mitte dieses Quartals überschritten und bei uns werden noch Rezepte über PT's ausgestellt.
Natürlich gibt es ein Budget, aber bis jetzt gab es bei uns keine Probleme.
Vielleicht versuchst Du doch den Hausarzt, der Dich gut kennt.
Du brauchst sicher nur 1 Rezept über 6 Stück (sind ja immer nur 20 Minuten), weißt dann aber genau, was für Dich richtig ist und Du selber üben kannst.
Und wenn ein entsprechender Befund da ist, ist es durchaus möglich, hier ein Rezept auszustellen.
Ich schreibe da aus eigener Erfahrung aus der Praxis, in der ich arbeite.
Liebe Grüße
Jutta
 
Selber etwas machen ist bis weilen schon gewagt. Sicherlich ist das ok, was mit dem Arzt/PT nach absprache als Hausprogramm mitgegeben wurde ok. Aber ohne näheres selbst machen, würde ich lassen. Es gibt genügend Kontraindikationen, die man beachten sollte, damit nichts schief läuft. Und sind wir mal ehrlich: wir Menschen sind schon faul und machen nur das, was uns gut tut und nicht das, was weh tun könnte - klar! Aber es gibt im Bereich der PT auch Dinge, die nunangenehm sind, die man dennoch üben sollte. UND ein PT sorgt für die korrekte Ausführung der Übungen - selber kann man das nicht immer richtig erkennen, ob eine Bewegung korrekt ausgeführt wurde...Gründe stehen oben ;)

~Slash~
 
Also was ich jetzt selber mache, sind nur die hier genannten Dehnübungen, das spüre ich richtig, dass die gut tun - vielen Dank nochmal für die Anregungen. Ich habe einiges über das "Aushängen" an einer Reckstange gelesen, aber da müßte ich mir zunächst mal ein Türreck besorgen und bin auch ohne Rücksprache mit einem Fachmann etwas ängstlich - d.h. ich würde auf jeden Fall dann den Arzt vorher nochmal fragen.

Der Orthopäde hat schon klar gesagt, dass er mir keine Verordnung geben kann weil er das Budget generell für Patienten nach OP`s braucht. Mein Hausarzt wollte mir eine Verordnung ausstellen, hat aber dann für "Epicondylitis" gar keine Indikation zur PT in seinem Rechner gefunden, d.h. anscheinend ist PT bei dieser Erkrankung gar nicht als Kassenleistung vorgesehen. Ich denke, ich mache nichts falsch, wenn ich den Arm schone und mehrmals am Tag dehne, sollte es sich nicht bessern, wird ja eh weiter geschaut.
 

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