Silvester-Auftritt abgebrochen

von jerosguitar, 01.01.14.

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  1. jerosguitar

    jerosguitar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.01.14   #1
    Hy!

    Ich bin Sänger, Gitarrist und Keyboarder und trete auch manchmal als Alleinunterhalter auf.

    Bisher hatte ich schon bei div. Festlichkeiten, Hochzeiten, Geburtstage gespielt und hatte immer ein positives Feedback.

    Gestern hatte ich meinen ersten Sylvester Auftritt.

    Dieser wurde von einer Agentur vermittelt. (Anm: Name der Agentur entfernt.)Laut Vertrag stand 20:30 - 2:30 beste moderne Tanzmusik.

    Mein Repertoire umfasst über 6 Stunden aus allen Stilrichtungen, weil mir wichtig ist, dass mein Angebot breit gefächert ist.

    Als ich dort angekommen bin, musste ich bereits um 19 Uhr anfangen, da die Gäste zu Abend essen.

    Ausgemacht wurde eher leise und gemütlich, also habe ich eher Swing, Pop gespielt...nichts aufdringliches.

    Ich habe das Programm dann langsam aufgebaut und schnellere Nummern gespielt.

    Um 22 Uhr kam der Hotelbesitzer auf mich zu und forderte mich auf, mehr Oldies zu spielen und das tat ich auch.

    Im gleichen Moment kam eine verärgerte Frau auf mich zu und sagte, ich solle gefälligst was zum Tanzen spielen.

    Gesagt, getan...ich spielte eine Reihe von Rock´n Roll Nummern und die Gäste tanzten dabei und applaudierten zwischendurch.

    Um 23 Uhr machte ich eine Pause...der Hotelbesitzer kam auf mich zu und forderte mich auf, "mehr Gas zu geben"..mehr Fox und so...

    Ich teilte ihn mit, dass ich nicht nur Rock´n Roll Nummern habe, sondern auch andere Richtungen (die durchaus Tanzbar sind und für Stimmung sorgen)

    Er meinte, meine Musik sei "kacke"...darauf hin teilte ich ihn mit, dass ich ja auch abbauen kann und er meinte "Wennst abbaust, kriegst kein Geld"

    Ich lies mich nicht erpressen und baute ab und fuhr heim.

    Ich denke, dass ich es mit meinem Repertoire nicht jedem Recht machen kann.

    Ich habe in etwa 20 Minuten Swing, 25 Minuten Pop (unaufdringliche "Radiomusik"), ein paar Balladen, 50 Minuten Oldies, 90 Minuten deutsche Schlager (von schnulzig bis zu
    alkoholgetränkten Stimmungsliedern), und ca. 4 Stunden sonstige Pop/Rock und Latin Songs, die meiner Meinung nach, alles andere als langweilig bzw. "kacke" sind.

    Offensichtlich wollten die Leute dort eher einschlägige Musik hören und davon habe ich nicht 6 Stunden, ist im Moment unmöglich. (Die Gäste waren zwischen 40 und 60, eher Geschäftsleute aus hohen Kreisen)

    Ein paar Gäste waren verwundert, warum ich abbaute und meinten, dass die Musik denen gefalle, aber ich bin da zu dünnhäutig, wenn der Veranstalter mich derart kritisiert.

    Das Erlebnis war für mich sehr ernüchternd.

    Ich werde in Zukunft keine Hotel Aufträge mehr annehmen, da ich offensichtlich mit meinem Repertoire nicht ins Konzept reinpasse.

    Im weiteren muss ich noch rausfinden, ob die Agentur trotzdem auf die Provision Anrecht hat.


    LG Manuel
     
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  2. netstalker

    netstalker HCA Funk- und Netzwerktechnik HCA

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    Erstellt: 01.01.14   #2
    Junge, Junge - ich würde sagen: falsche Reaktion!
    Einen schlechten Ruf hat man unter Veranstaltern sehr schnell....und der beschränkt sich nicht auf Hoteliers.
    Wie hätte ich als Bandleader reagiert? Als erstes: Derjenige, der die Rechnung bezahlt hat das sagen.
    Wenn der Hotelier ein Programm bestellt ist das für dich als Dienstleister erst mal die Richtung; auf Anfragen der Gäste kann man höflich aber bestimmt antworten "Der Gastgeber/Chef/Hotelmanager/... hat mir ein festes Programm vorgegeben; ich werde nach Möglichkeit später auf Ihren Wunsch zurück kommen.
    Zusammenzupacken und zu verschwinden war IMHO die schlechteste aller Möglichkeiten.
    Aus meiner Erfahrung (ich stehe seit über 30 Jahren in verschiedenen Formation und Stilrichtungen auf der Bühne) braucht man für eine Silvesterveranstaltung ca. 8 Stunden Programm dass sich vom Standard-Tanz bis zum Twist oder Lambada zieht alles - inclusive auld lang syne und Wiener Walzer. Vielleicht hättest du dich VOR der Veranstaltung besser mit dem Veranstalter abstimmen können.
    Die Agentur wird ihre Provision bei dir einfordern; sie hat ihren Teil der Abmachung erfüllt.
     
  3. gmaj7

    gmaj7 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.01.14   #3
    Das "Abbrechen" halte ich auch nicht für die geschickteste Variante. Ich hätte den Auftritt auch unter schwierigen Bedingungen zu Ende gespielt und versucht es dem Veranstalter so weit möglich Recht zu machen, auch wenn die Ausdrucksweise des Veranstalters nicht in Ordnung war. Die stehen bei einer Veranstaltung aber auch oft unter Stress und Druck und meinen das oft gar nicht so.

    Ich bin auch nicht sicher, ob man alle Hotels verteufeln sollte, nur weil es einmal nicht so gut gelaufen ist.
    Gerade als Alleinunterhalter ist wohl ein breitgefächertes kundenoroentiertes Programm das A und O, Du musst für Dich entscheiden, ob Du das bedienen kannst und möchtest. Ein gemischtes 6 Stunden-Programm ist schon mal eine gute Grundlage dafür.

    Noch was zum Abbruch: Ein Abbruch, der nicht auf ausdrücklichen Wunsch des Veranstalters stattfindet, ist fast schon eine Sabotage der Veranstaltung und könnte sogar Vertragsstrafen nach sich ziehen. Auch aus Eigeninteresse sollte man dann für 2 Stunden noch mal die Zähne zusammen beißen und das Ding beenden. Erstens weil man dann nicht 5 Stunden umsonst gearbeitet hat und zweitens wegen des Rufs und der damit verbundenen Aufträge. Wären zum Beispiel die letzten 2 Stunden nach dem "Anschiss" gut und nach den Wünschen des Veranstalters gelaufen, hättest Du neben Deiner Gage vielleicht sogar eine Entschuldigung und/oder weitere Auftritte bekommen....
     
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  4. jerosguitar

    jerosguitar Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.01.14   #4
    Sabotage hin oder her...Fakt ist, dass ich aus persönlichem Befinden nicht mehr weiter spielen konnte...für mich war das schon eine Art von Sklaventreiberei...

    Na gut, dann werd ich die Provision halt bezahlen und zukünftig jene Auftritte absolvieren, die bis jetzt immer gut angenommen wurden.

    Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und ähnliches...weil eben diese Veranstaltungen schon vorher mit mir persönlich abgesprochen wurden.

    Das mit dem Hotel glich eher einem Blind Date...6 Stunden beste Tanzmusik...was versteht man da aber genau?

    Gestern war von diesen einschlägigen Nummern zuwenig und ein ander mal fehlt dann was anderes...

    Für mich ist das Ganze eher eine Ernüchterung, dass meine musikalische Dienstleistung für Sylvester nicht geeignet ist, außer, man spricht das Programm konkret vorher ab.

    Im diesen Sinne sehe ich diese Ernüchterung als Positiv zur Orientierung meinerseits, was ich eigentlich wirklich will und was ich zukünftig vermeiden sollte.

    LG Manuel
     
  5. MikeMcFly

    MikeMcFly Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.01.14   #5
    Sry, aber ich finde es unprofessionell einen solchen Auftritt wegen Streitereien mit dem Hotelinhaber abzubrechen. Damit bist du vertragsbrüchig geworden und wenn es ganz übel läuft kann man dich noch zu Schadensersatzansprüchen heranziehen. (Beispielsweise drei Stunden wenioger Getränkeverkauf)
    Damit will ich in keinster Weise das Verhalten des Inhabers rechtfertigen. Grade solchen Geistern sollte man nicht noch mehr Munition zum Feuern geben, sondern einfach seinen Part storisch durchziehen und die Stunde, die man früher beginnen musste, saftigst in Rechnung stellen. Ist schließlich ein außervertraglicher Mehraufwand.
    Die Agentur hat übrigends ihren Part erfüllt und wird Ihre Provision zu recht fordern.

    In diesem Sinne Frohes Neues und viel Glück bei deinen nächsten Auftritten.
     
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  6. Mesa1

    Mesa1 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.01.14   #6
    Kann mich da den Vorrednern nur anschließen. Habe in über 30 Jahren so ziemlich alles erlebt, was es gibt.
    Eins ist mir dabei sehr klar geworden: Es kommt immer anders als man denkt. Aber einen Auftritt abbrechen und einfach abhauen, sorry, aber das geht gar nicht.
    Auf jeden Fall muss man den Abend irdendwie bis zuende durchhalten.
     
  7. WilliamBasie

    WilliamBasie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.01.14   #7
    (Zitat und Kommentar gelöscht, da der Ursprungsbeitrag gelöscht wurde)

    Man muß solche Musik nicht machen, aber wenn, dann ist man Dienstleister und der, der bezahlt, hat immer recht! Der Rest läßt sich NACH der Veranstaltung klären.
    Der Threadstarter hatte ja schon in anderen Fäden einige Tipps bekommen, wenn er trotzdem keinen Vertrag zustande bringt, der für ihn taugt, dann ist er schlicht und einfach selber schuld. Bzw. wenn er seinen Vertrag mit der Agentur gegenüber dem Veranstalter nicht durchsetzen kann, dann vielleicht in Zukunft bei Kindergartenveranstaltungen spielen...?!

    Eins ist ganz sicher: Abbrechen geht gar nicht !! Schon gar nicht, weil man beleidigt ist.
     
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  8. jf.alex

    jf.alex Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.01.14   #8
    Ich sehe da keine Erpressung. Geld gibts für die Erfüllung eines Vertrags. Wenn du nicht erfüllst, gibts kein Geld, das ist völlig korrekt. Außerdem hat der Veranstalter das Recht, deine Musik k***e zu finden, auch wenns schwer fällt. Wer nicht erträgt, dass seine Musik nicht jedem gefällt, soll für sich allein musizieren. :gruebel:

    Du wirst gebucht, um als Dienstleister deinen Kunden und seine Gäste glücklich zu machen. Du warst für einen vollen Abend gebucht und hast deinen Vertrag nicht erfüllt. Du hast deinen Auftraggeber und deine Zuhörer allein gelassen. Mit den Konsequenzen musst du leben. :gruebel:

    Wie würdest du dich als Zuhörer fühlen, wenn deine Lieblingsband ihr Konzert abbricht und dich doof da stehen lässt, weil sie mit dem Veranstalter ein Problem hat? Versetz dich in deren Lage, du hast aus kleinlichem Stolz ihren wohlverdienten Silvesterabend ruiniert. Von denen bucht dich keiner mehr. :gruebel:

    Über Tipps wie "Nase brechen" muss ich echt den Kopf schütteln. Wer droht denn hier Straftaten an, wenn man seine Eitelkeit verletzt? :confused:

    Alex
     
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  9. ColdDayMemory

    ColdDayMemory Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.01.14   #9
    Hör einfach auf Musik zu machen wenn du sowas nicht verkraftest. Das scheint einfach das falsche Berufsfeld für dich zu sein.
     
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  10. Mr. Blue Sky

    Mr. Blue Sky Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.01.14   #10
    Hi Manuel,

    2013 ist für dich katastrophal zu Ende gegangen, dafür hast du mein Mitgefühl.:o

    Aber sieh es mal so: du bist verärgert, enttäuscht..aber um eine wertvolle, wenngleich negative Lebenserfahrung reicher.

    Wenn du von dir überzeugt bist und eh schon lang genug dabei bist, dann wirft dich das nicht aus der Bahn. Die meisten Veranstaltungen, Routine hin oder her, sind halt nicht vorhersehbar. Es den meisten recht zu machen, ist wohl immer noch eine Gratwanderung. Edit: Dennoch gilt...Verträge sind natürlich einzuhalten. Da geb ich den Vorrednern Recht.

    Beim nächsten mal wirst du im Umgang mit dem Veranstalter sicher etwas mehr ,Menschenkenntnis' an den Tag legen und den gig professionell zu Ende bringen.

    In diesem Sinne...alles gute für 2014!!

    Gruss,
    Markus
     
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  11. dubbel

    dubbel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.01.14   #11
    So richtig verstehe ich das Ganze nicht:
    1.) dem "Auftraggeber" hat nicht gefallen, was du ohne vorherige genaue Absprache geliefert hast.
    2.) er hat selbst auch nicht erklärt, was er will, sondern nur gemeckert.
    3.) das Publikum hat wieder was anderes gewollt.

    Trifft es das mehr oder weniger?

    Für mich kein Grund abzubauen - das hätte man alles klären können, wenn man genauer darüber geredet hätte, anstatt beleidigt usf.
     
  12. netstalker

    netstalker HCA Funk- und Netzwerktechnik HCA

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    Erstellt: 01.01.14   #12
    Wenn man so eine etwas harschere Kritik bereits als Sklaventreiberei tituliert sollte man nicht im "Dienstleistungsgewerbe" - um nichts anderes handelt es sich hier - etablieren wollen.

    Wenn der Gig im Hotel ein Blind Date war - wer sollte sich dann an der Nase zupfen?
    Ein Telefonat hätte Klarheit über Programmwünsche, Publikum und genaue Auftrittszeiten bringen können.

    Bezüglich der Bemerkungen von Musashi:
    Wenn man keine Kritik verträgt ist Alleinunterhalter der falsche Job; ein gutes Verhältnis zu Veranstaltern und Gästen ist hier Pflicht.
    Mit solchen Sprüchen outet man sich nicht unbedingt als umgänglicher Entertainer!
     
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  13. shootTV

    shootTV Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.01.14   #13
    komplettabbruch war wohl nicht die unbedingt schlaueste reaktion auf die kritik des herrn hotelfuzzis.
    ich hätte einfach durchgezogen und die kohle kassiert, mich noch schön vollgefressen und mit´m edding was auf´m klo gekritzelt.

    solange DU nicht ausgebuht oder mit flaschen beworfen wirst, läuft alles!
    sieh´s sportlich professionell...
     
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  14. Fish

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    Erstellt: 02.01.14   #14
    Ich kann Dich und Deine Reaktion verstehen aber wie meine Vorredner nicht gutheissen. Der Veranstalter muss nur ein paar "wichtige" Leute kennen dann hast Du ein problem mit folgeaufträgen.... .
    Solange es nicht so läuft:


    muss man einfach durch.

    Gruß

    Fish
     
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  15. HaraldS

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    Erstellt: 02.01.14   #15
    Zur grundsätzlichen Situation ist ja soweit alles gesagt...ich habe Sylvester auch am Klavier/Keyboard in einem Hotel verbracht und kann insofern abschätzen, was das bedeutet, einen solchen Auftritt abzubrechen. Noch ein paar Gedanken zu anderen Dingen:

    Dann hast du mit diesem ersten Sylvestergig vermutlich auch die Geschäftsbeziehungen zu dieser Agentur beendet, nehme ich an. Da du von der Agentur bezahlt wirst, hättest du die Entwicklung des Abends und deine Entscheidung unbedingt mit der Agentur abstimmen müssen. Der besagte Gig ist jetzt gelaufen, aber falls du künftig nochmal in so eine Situation kommst und weiterhin für einen Vermittler arbeiten willst, sprich mit ihm, sobald es Probleme gibt.

    Das widerspricht sich jetzt aber..."beste moderne Tanzmusik"<->"ausgemacht wurde leise und gemütlich". Aber wie dem auch sei: um 20.30 will normalerweise keiner tanzen. Das geht so ab 21.00 und aufwärts langsam los. Daher würde ich so eine Vertragsformulierung nicht einfach akzeptieren und unterschreiben.

    Würde ich so auch nicht undiskutiert akzeptieren, an deiner Stelle. Das bedeutet ja 1,5h mehr Livemusik. Das würde ich nur nach Rücksprache mit der Agentur zusagen, denn mit der hast du ja schließlich einen Vertrag über die Zeiten abgeschlossen. Möglicherweise/offensichtlich lässt du dich vor Ort überreden bzw. gibst nach, wenn Wünsche abgegeben und Druck aufgebaut wird. Da muss man in der Branche ganz dringend resistent gegen werden. Wer den offensichtlichen oder vermeintlichen Wünschen ungehindert nachgibt, handelt IMHO fahrlässig. Man muss flexibel sein, okay, aber nicht allen Wünschen nachgeben - vor allem nicht den Wünschen nach allen möglichen Titeln oder nach 1,5h mehr Arbeitsleistung.

    Hast du ihm gesagt, dass laut Vertrag "moderne Tanzmusik" vereinbart war? Man sollte flexibel sein, klar, aber der Wunsch widerspricht doch eindeutig deinem Vertrag, und das solte man IMHO sagen.

    Wirte haben Stress an Sylvester. Möglicherweise warst du ein Blitzableiter für Blitze an ganz anderer Stelle. Das muss man leider aushalten können.

    Mein Sylvestergig lief problemlos, nur gegen 0.30 kam ein angetrunkener Gast, duzte mich, stellte mir einen Campari hin, meinte, das wäre ja keine richtige Arbeit was ich hier machen würde, und ich müsste mal was Schnelles spielen. Sowas mag ich ja besonders: mit "Du" angeredet zu werden (4*-Hotel), ungefragt irgendwelchen Alkohol hingestellt zu bekommen (ich trinke keinen Alkohol beim Gig), die eigene Arbeitsleistung abgesprochen zu bekommen und dann einen Wunsch in der Form "das muss jetzt sein" hingeworfen zu bekommen. Einzig sinnvolle Gegenmaßnahme: lächeln, "Du" ignorieren, Campari zur Seite stellen, ein paar schnellere Nummern spielen und nicht aufregen. Der Rest der Gäste war sehr zufrieden.

    Im Gegensatz zu dem, wie Gäste sich gegenüber Kellnern verhalten, ist das Gästeverhalten uns Musikern gegenüber oft noch sehr harmlos.

    Nimm's als Anlass, deine Dünnhäutigkeit abzulegen und dir ein verdammt dickes Fell zuzulegen. Wir Musiker lassen Kritik gerne nah an uns heran, weil wir ja - auch als Alleinunterhalter - in gewisser Weise musikalisch sensibel bleiben müssen. Aber man muss echt lernen, die Dinge zu trennen, und nicht jede Kritik (vor allem nicht die unflätige) auf das eigene musikalische Tun zu beziehen.

    Übrigens: ich hätte eigentlich gedacht, dass man bei "euch" in Österreich sowieso ein dickeres Fell als musikalischer Dienstleister braucht. Die ganz Popmusikkultur ist doch viel näher an der alpenländischen Volksmusik dran, und da geht's doch eher urig und zünftig zu. Ich würde mal schätzen, dass man auf den Geburtstagen, Hochzeiten etc. von denen du geschrieben hast, mindestens solche Situationen erlebt wie du an Sylvester, oder? Muss man nicht im Lande des Austropops zwischen Falco und Kastelruther Spatzn sowieso was aushoidn kenna?

    Harald
     
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  16. Bell

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    Erstellt: 02.01.14   #16
    Eigentlich haben meine Vorredner schon alles gesagt; du hättest auf keinen Fall abbrechen, sondern den Vertrag erfüllen müssen, aber jetzt ist es eh schon zu spät und ich nehme an, die Agentur wird die Zusammenarbeit mit dir bis auf weiteres einstellen, so wie ich die kenne. Wenn man solche gigs spielen will, muß einem folgendes völlig klar sein: man ist nicht in erster Linie Künstler/Musiker, sondern Dienstleister. Verletzliche Künstlerseelen sind in einem Hotel völlig fehl am Platz.

    Wir hatten letztes Silvester ein ähnliches Problem: den Job hatte uns eine neue, relativ unerfahrene Agentin vermittelt, und schon nach einer halben Stunde Spielzeit wußten wir, daß wir die falsche Band am falschen Ort waren. Obwohl es einem Teil des Publikums immerhin gut gefallen hat, kam die Hotelchefin alle naslang zu uns und hat sich lautstark und ziemlich beleidigend beschwert, daß wir keine "Stimmungsmusik" spielen würden (wir sind ein Latin/Jazz/Soul/World Music/Chanson-Trio ohne Midifile-Keyboard...waren aber als "Stimmungsband" verkauft worden).
    Wir haben den gig zu Ende gespielt, sogar eine Viertelstunde länger als vertraglich vereinbart, und zwei Tage später habe ich die Agentur angerufen, die Lage aus unserer Sicht geschildert und darum gebeten, künftig doch etwas sorgfältiger auszuwählen.
    Aber abgebrochen hätten wir nie. Sowas darf man einfach nicht machen!
    Die vereinbarte Gage haben wir natürlich bekommen und künftig schaue ich bei Hoteljobs selbst auch wieder genauer hin, damit die Musik, die wir spielen, auch wirklich die gewünschte ist.

    - - - Aktualisiert - - -

    Mitunter muß man was aushoidn kenna, ja.
    Zum Beispiel geschehen auf einer Firmenfeier: wir spielen gerade "Dancing cheek to cheek", da kommt der rotgesichtige, angetrunkene Chef zu uns gerannt und ordnet lauthals an: spüd´s endlich amoi an Swing!
    (Es stellte sich heraus: er wollte "Sierra madre del sur" hören :rofl:)
     
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  17. jerosguitar

    jerosguitar Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.14   #17
    Hallo!

    Also danke mal, für die zahlreichen Antworten!

    Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen und habe gehandelt und muss die Konsequenzen daraus ziehen.

    Ich muss nochmals betonen, dass diese Art von Veranstaltung, Art der Gäste (gehobene Gesellschaft/Geschäftsleute) und gestresster Hotelchef für mich ganz neu war.

    An und für sich hatte ich immer positive Erfahrungen gemacht und wurde durch diese neue Situation etwas überrascht.

    Die Aussage, dass ich zukünftig bei Kindergartenveranstaltungen spielen soll, lass ich einfach im Raum stehen.

    Ich habe für meinen Teil schon mit der Agentur gesprochen und natürlich wollen die ihr Geld haben, aber ich habe mich auch bei der Rechtsberatung

    erkundigt und die meinten, dass ich auf jeden Fall für die tatsächlich erbrachte Leistung (4 Stunden) eine Rechnung ausstellen soll.

    Trotzdem liegt bei gewissen Aussagen von euch etwas an Wahrheit...ich werde es in Zukunft vermeiden, in Hotels zu spielen...

    Ich werde mich etwas zurücknehmen und eher bei den altbewährten Veranstaltungen (Vereine, Geburtstage, Hochzeiten...) meine Musik anbieten.

    LG Manuel
     
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  18. saxof

    saxof Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.14   #18
    Sehr schön geschrieben Manuel.
    Du warst wohl etwas überforderert, hast möglicherweise einen Fehler gemacht.
    Aber Du bist einsichtig und lernst daraus - das finde ich am wichtigsten.

    Vielleicht wäre ja jetzt noch ein Entschuldigung bei dem Hotelmanager nicht schlecht? Vielleicht mit einem irgendwie gearteten Angebot einer kleinen "Wiedergutmachung" ?
    Ne Stunde beim Tanztee spielen oder sowas . Sprech doch mal mit der Agentur was die dazu sagen?
    Das liesse Dich wieder gut dastehen.
     
  19. dr_rollo

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    Erstellt: 02.01.14   #19
    Ich denke, Du bist aufgrund der ziemlich einhelligen Meinungen der meisten Kollegen hier, denen ich mich ohne weitere Ergänzungen anschließe, zu dem Schluss gekommen, dass der Abbruch der Veranstaltung in jeder Hinsicht die falsche Entscheidung war. Für die 4 Stunden würde ich kein Geld fordern, denn ich befürchte eher, dass der Hotelbesitzer bei Dir noch eine Konventionalstrafe für Nichterfüllung des Vertrages einfordert. Möglicherweise bringst Du ihn mit Deiner Forderung erst auf die Idee.

    Wir haben übrigens dieses Sylvester auch für ein Hotel gespielt, und ich war eher positiv überrascht, wo ich doch anfänglich ohne große Erwartungen und mit relativ wenig Lust dort hingefahren bin. Der Job kam auch über einen Agentur, und es gab recht wenig Details über den Ablauf des Abends, die Musikrichtung etc. Der Hotelchef war aber freundlich und kooperativ, hat uns die musikalische Gestaltung komplett selbst überlassen. Denn anstatt 6 Sets á 45min zu spielen, haben wir mehrere kurze Sets gespielt, was bei den Gästen sehr gut ankam. Die Tanzbeteiligung war ununterbrochen sehr gut, das Publikum (zwischen 50 und 80!!!) sehr zufrieden.
     
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  20. shootTV

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    Erstellt: 04.01.14   #20
    "naja... wenn die echt tanzen wollen, dann spiel´ ich den käse halt was schneller..."

    zitat eines sog. "barpianisten", der mir auch verriet, das er bekannte sachen einfach rückwärts spielt, wenn ihm die songs ausgehen...
    war ein guter mann: festgewachsen an seinem stuhl, bestimmt ne steinharte leber, kettenraucher. erfüllte jedes klischee und wußte das auch.
    solange er dafür bezahlt wurde, war ihm völlig egal, was er spielen sollte. hauptsache die kohle stimmt.
     
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