Streichersound programmieren

von Joe P., 18.08.08.

  1. Joe P.

    Joe P. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.08   #1
    Hallo,

    ich würde gerne einen Streichersound auf meinem neuen virtuell analogen Synthi programmieren. Meine bisherigen Anläufe sind kläglich gescheitert ;)... Könnt ihr mir da vielleicht weiterhelfen?

    Danke!
     
  2. Martman

    Martman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.08   #2
    Ich würde so vorgehen:

    Als erstes braucht man zwei Oszillatoren mit Sägezahnwelle, die gleich laut eingestellt sind. Die werden dann leicht gegeneinander verstimmt; wieviel das genau ist, kommt auf den persönlichen Geschmack und den Grundsound des Synthesizers an. Idealerweise wird der eine Oszillator um denselben Wert nach unten verstimmt wie der andere nach oben; beim Virus geht das leider kaum, zumindest beim b, weil OSC 1 nicht verstimmbar ist.

    Durch die Verstimmung entstehen Schwebungen, die allerdings noch zu regelmäßig sind und sich hörbar wiederholen. Abhilfe schafft ein LFO mit Dreieckswelle (Sinus tut's vielleicht zur Not auch, Sägezahn, Rechteck/Puls und Sample&Hold gehen gar nicht, Noise hab ich noch nicht getestet). Dieser moduliert die Frequenz eines der beiden Oszillatoren (nicht beide Oszillatoren mit demselben LFO modulieren!). Geschwindigkeit und Modulationsrate nach persönlichem Geschmack einstellen.

    Das Ganze wird dann in ein Tiefpaßfilter mit 24 dB/Oktave (4-pol) geschickt. Resonanz auf 0, Cutoff voll auf und dann langsam zudrehen, bis es sich gut anhört. Keine Filterhüllkurve anwenden.

    Kommen wir zur Verstärkerhüllkurve. Leichter, aber deutlicher Attack, Decay ist Wurscht, weil Sustain sowieso voll aufgerissen wird, Release auf jeden Fall länger als Attack, aber auch das ist Geschmackssache.

    Falls vorhanden, kann man den Sound mit einem Choruseffekt noch weiter aufdicken. Auch das ist wiederum eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wenn sich der Sound trocken schön vintage anhört, kommt auch ein einfacher Phaser (der im Virus klingt klasse, den von Novation kann man vergessen) und/oder ein Delay (wenn du's zur MIDI-Clock synchronisierst, versuch mal 3/16 als Einstellung) sehr gut.


    Martman
     
  3. Joe P.

    Joe P. Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.08   #3
    Danke! Das klingt schonmal cool! Allerdings hab ich noch nicht raus, wie ich auf dem Xiosynth den LFO nur auf einen Oszillator anwenden kann... Weißt du das zufällig auch?
     
  4. RF-Musiker

    RF-Musiker Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.08   #4
    Hast Du einen Choruseffekt, den Du mit einem Zufallsgenerator modulieren kannst? Noch eine Sache wäre, wenn Du gebraucht einen Wersi Voice bekommen könntest, der hat neben Rotoreffekten genau so eine Stringchorus mit Zufallsgenerator.
     
  5. richy

    richy HCA Soundprogrammierung HCA

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    Erstellt: 18.08.08   #5
    Ich wuerde statt Saegezahn auch mal PWM (Pulseweitenmodulation) ausprobieren.
     
  6. Martman

    Martman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.08   #6
    Im Xiosynth dürfte im Grunde ein ähnliches Herz schlagen wie in der Novation KS-Reihe. Ich nehme an, daß es entweder ein Oszillatormenü gibt, in dem man für jeden Oszillator separat einstellen kann, wie stark er von einem LFO moduliert wird, oder ein LFO-Menü, in dem man einen LFO gezielt auf einen bestimmten Oszillator routen kann. Man bedenke, daß die Novation KS keine Modulationsmatrix haben, weil alles schon verschaltet ist.


    Martman
     
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