Synclavier, die Über-Hybridmaschine

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Die frühen SII hatten (im Audiobus) nur einen Wandler pro Voice, die späteren Stereoversionen (ab PSMT) derer zwei pro Voice. Ebenso kamen noch Wandler für Steuersignale hinzu (z.Bsp. Volume bzw. Panning wurden analog umgetzt). Alte SII konnten auf Stereo umgerüstet werden, indem man die Voice- und Controllerkarten austauschte und eine neuere Software einspielte. Die Karten sind übrigens in Medium Scale Integration realisiert.

Es gibt diverse Offline - Filterfunktionen in der Samplebearbeitung des Signal File Managers, aber keine Echtzeitfilter. Allerdings war mal vorgesehen, externe Filter anzusteuern. Es gibt einen entsprechenden Button und Outputs, meines Wissens wurde das aber nicht weiter verfolgt.
 
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Dürfte ich fragen, wieviel Platz ein solcher Wandler auf einer Platine eingenommen hat? Allzuviel dürfte es wohl doch nicht gewesen sein, es sei denn, ein voll ausgebautes Synclavier hat(te) die Ausmaße einer Moog-Schrankwand.
Ein voll ausgebautes Synclavier PSMT Tapeless Studio nimmt zwei mannshohe 19"-Racks ein.

Wie sieht es eigentlich mit der analogen Nachbearbeitung aus, bei der FM-Abteilung scheinen keinerlei Filter zum Einsatz zu kommen, verfügen die Sampling-Stimmen über solche?
Filter, wie wir sie kennen, hatte das Synclavier nie.

Die frühen SII hatten (im Audiobus) nur einen Wandler pro Voice, die späteren Stereoversionen (ab PSMT) derer zwei pro Voice.
Ich hatte das irgendwie so mitgekriegt, daß jeder Sinusoszillator in dem Ding sofort einen Military-Grade-Wandler dranhängen hat und ab da alles analog arbeitet, damit der Sound nicht zu kalt wird.

Allerdings war mal vorgesehen, externe Filter anzusteuern. Es gibt einen entsprechenden Button und Outputs, meines Wissens wurde das aber nicht weiter verfolgt.
Das VPK (beim ORK bin ich mir nicht sicher) hat definitiv einen CV-Ausgang für ein externes Filter. Leider genau 1, also ist Paraphonie angesagt, und bezüglich Modulierbarkeit vom Synclavier aus bin ich mir auch nicht sicher.

Was das Filtern an sich angeht, muß man sich folglich umgucken bei Moog, Sherman, Schippmann, Mode Machines (Juno-106-Filter), Waldorf oder den einschlägigen Eurorack-Anbietern.


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Ich hatte das irgendwie so mitgekriegt, daß jeder Sinusoszillator in dem Ding sofort einen Military-Grade-Wandler dranhängen hat und ab da alles analog arbeitet, damit der Sound nicht zu kalt wird.

Ich denke dass man sich damals noch nicht so sehr Gedanken um digitale Kälte vs. analoge Wärme gemacht hat, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie wir das heute zum Teil tun (beispielsweise bei der Diskussion "Analogemulation vs. anaolges Original"). Als man beschloss, die Volume - Steuerung analog zu machen ging es wohl eher um die begrenzte Auflösung beim skalieren von digitalen Daten und darum, das Quantisierungsrauschen gering zu halten. Und separate Wandler pro Voice brauchte man ja eh schon wegen der Pitchsteuerung über Masterclock und variablen Samplerate.

Man kann das auch in dem weiter oben von mir geposteten Schaltbild sehen: Der Modulator steuert digital die Phase des Carriers, der wiederum seine Daten aus einem Wellenformspeicher liest. Ganz am Ende wird dann gewandelt und analog mit dem Steuersignal für Volume skaliert. Das erhöhte später auch die Qualität der Resynthese: Um eine unterschiedliche Lautstärke der Timbre Frames zu erreichen, werden die Voices verkettet und deren Volume - Hüllkurven somit auch. Dadurch hat man vermieden, die Carrier - Wellenform pro Frame digital skalieren zu müssen, was bei leisen Frames zu einer deutlichen Signalverschlechterung geführt hätte.

Nur so war es auch möglich, lediglich mit Softwareupdates die Anzahl der Partials für die Resynthese von den ursprünglichen 24 erst auf 36, dann auf 52 und am Ende auf 128 aufzublasen, ohne das jedes mal eine Wagenladung Hardware dazu gekommen ist. Was beim späteren "Tapeless Studio" so viel Raum nimmt sind vor allem die Winchesterplatten für das Recording. Musik mit dem Schaltschrank sozusagen... *g*
Der FM - Teil fehlt bei denen serienmäßig, kann aber nachgerüstet werden.
 
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Ein voll ausgebautes Synclavier PSMT Tapeless Studio nimmt zwei mannshohe 19"-Racks ein.


Filter, wie wir sie kennen, hatte das Synclavier nie.


Ich hatte das irgendwie so mitgekriegt, daß jeder Sinusoszillator in dem Ding sofort einen Military-Grade-Wandler dranhängen hat und ab da alles analog arbeitet, damit der Sound nicht zu kalt wird.


Das VPK (beim ORK bin ich mir nicht sicher) hat definitiv einen CV-Ausgang für ein externes Filter. Leider genau 1, also ist Paraphonie angesagt, und bezüglich Modulierbarkeit vom Synclavier aus bin ich mir auch nicht sicher.

Was das Filtern an sich angeht, muß man sich folglich umgucken bei Moog, Sherman, Schippmann, Mode Machines (Juno-106-Filter), Waldorf oder den einschlägigen Eurorack-Anbietern.


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Also analoge Filter gab es beim Synclavier durchaus, meines System hatte Lowpass, Highpass, Bandpass (Bandwith In/Out) standardmäßig.
Die mannshohen Racks der 9600er Systeme waren meistens mit uralten Winchester Festplatten bestückt, die ja alleine schon jeweils so um die 8 bis 10 HE eingenommen haben.
Die FM-Klangerzeugung war, soweit ich weiß, kein Zubehör, außer beim 6400, müßte das beim S2, 3200 und 9600 ein Standard gewesen sein.
Die Sample-Unit und Midi gabs allerdings nur als Option, war aber beim 9600 Standard. Eine wirklich feste Konfiguration gab es nicht, die Racks wurden nach Kundenwunsch mit Stimmenanzahl usw. entsprechend bestückt. Ribbon war nur in der 88er Tastatur serienmäßig drin (identisch mit K-250 und T8), die 76er hatte den nur als Option. In meinem System steckten rund 60-70 Platinen drin, allesamt voll mit schwarzen Käferchen ;-) ...

Hatte viele Jahre mit dem Synckavier, K-250+Exp. und Fairlight CIII gearbeitet, das NED war davon über sehr lange Zeit meine Hauptworkstation, denn es gab ja nicht viel so Maschinen mit leistungsfähigen tighten Sequenzern mit Wordclock zum syncen. Außerdem konnte man es gut in SCSI-Umgebungen integrieren und Samples verschieben. Das ist aber auch schon alles wieder eine ganze Weile her.
 
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Also analoge Filter gab es beim Synclavier durchaus, meines System hatte Lowpass, Highpass, Bandpass (Bandwith In/Out) standardmäßig.

Merkwürdig... das wird weder in einem der vielen User Manuals noch in den technischen Dokumentationen oder den Release Notes erwähnt. Da ist immer nur die Rede von den CV Buchsen, um externe Hardware ansteuern zu können.
 
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Merkwürdig... das wder vielen User Manuals noch in den technischen Dokumentationen oder den Release Notes erwähnt. Da ist immer nur die Rede von den CV Buchsen, um externe Hardware ansteuern zu können.

Keine Ahnung, bin kein Techniker, sondern nur ein Anweder, aber soweit ich mich erinnere waren die Filter analog (nagel mich aber jetzt nicht fest, zu lange her). Jedenfalls hatte ich Filter drin, was nur unschwer zu erkennen ist:
Synclavier-38.jpg
ird weder in einem
 
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Ja, ich glaub dir das und ich seh's ja auch. Dieses Panel ist später im Zuge der Einführung des Velocity Pressure Keyboards überarbeitet worden, da gibt es dann nur noch die Buttons "Filter Select", "Cut / Boost" und "FC", wobei das Manual von 1994 zu allen dreien sagt sagt: "Currently not used". Vielleicht war das in Deiner Version / Zusammenstellung ja noch anders.

Zusammengefasst sind die Buttons unter der Rubrik "Multi Channel Out" und man kann keine Modulationen patchen (kein weißer Punkt neben dem Button ist). Daher vermute ich mal, dass hier Trackingfilter für die Voices vorgesehen waren, aber keine dynamische Klangformung im Sinne der subtraktiven Synthese.

NED_Synclavier_VPK_5_of_6.jpg
 
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Das kann gut sein, möchte dir da nicht widersprechen. Hab das System schon einige Jahre nicht mehr hier, es wurde 2009 verkauft, sonst würde ich mal nachschauen. Ich hatte das kleinere S2-System, das jedoch in einigen Bereichen modifiziert wurde. Hier ein paar Bilder:
http://aliens-project.de/blog/2012/10/12/ned-synclavier-s2/
 
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Mit einer gut gewählten Überschrift.

...leider ist der allgemeine Informationsstand zum Synclavier eher nebulös.
Herr "Cyclotron" ist da von allen Postern am nächsten an der Wahrheit.

Vielleicht kann ich helfen, einige Unklarheiten zu beseitigen und die Legendenbildung etwas einzudämmen,
bzw. auf dem Boden der Realität zu gründen.

Filter:
Das Synclavier hatte grundsätzlich zwei schaltbare antialiasing Filter mit fester Kennlinie ("Hi" "Hi/Mid") hinter den Outputs des FM-Synthesizers.
Diese Filter haben nichts mit den Filterknöpfen auf den Keyboards zu tun.

Die Filterknöpfe an den Keyboards sind auf das Konzept des Herstellers NED zurückzuführen.
Das Synclavier ist als offenes und modulares System konzipiert. Alles daran war von Anfang an auf Erweiterbarkeit ausgelegt.
Je nach Software steuern die Filterknöpfe feste Steuerspannungen die an den Filter-CV-Ausgängen anliegen.
Die Steuerspannungen sind mit den Presets "Timbres" speicherbar dadurch können externe, analoge Filter in das Sounddesign integriert werden.
Es war geplant Filter (Analog oder Digital) in den Multichannel-Router zu integrieren und so auch polyphon nutzbar zu machen.
Das wäre theoretisch auch nachträglich immer noch möglich, wurde von NED aber nie umgesetzt,
da der Schwerpunkt des Synclaviers sich mehr gegen Ende der 1980ger immer mehr in Richtung PostProduction und Harddisk Recording verschob.

Das hat letztendlich dann leider auch die Entwicklung des geplanten, High-End 16 Bit Resynthesizers gestoppt.
Allerdings gab es gegen 1991 die sogenannte Synlcavier DSP-Option, welche Mischfunktionen
nebst vollparametrischen Equalizern ala Protools bot (nur etwas früher und erheblich hochwertiger).
Leider ging NED bald darauf pleite.

Wie hier schon korrekt gepostet wurde sind komplexe offline Filterberechnungen nebst Spektralanalyse etc. möglich,
nur leider nicht echtzeitfähig, da die Technologie damals einfach nicht zur Verfügung stand.
Diese Filter wurden recht früh (ca. 1981/82) mit der Mono Sampling Option "Sample to Disk" eingeführt.

Voices und Wandler:
Die Synthesizer Stimmen des Synclavier (der Einfachheit halber im Allgemeinen FM Voices genannt) haben einen 8Bit D/A Wandler pro Stimme.
Die Lautstärke wird, wie hier schon richtig beschrieben, analog über einen digital gesteuerten VCA pro Wandler geregelt und zusammengemischt.
Um 1984 gab es dann die Stereo Option für den Synthesizer. Dafür wurde das Wandlerboard (je 8 Stimmen) gedoppelt.
D.h. jetzt gab es 2 Wandler pro Stimme. Dynamisches Panning wurde über die VCAs realisiert.
Die FM Karten sind so ausgelegt, daß man jede Stimme nach dem VCA abgreifen und auf eine echtzeitfähige routing Matrix schicken kann.
Die polyphonen Sampling Karten ("PolySamplingVoices", "PSV") gab es ab Ende 1984.
Diese sind RAM basiert und lösen den monophonen Harddisk basierte streaming Sampler ab, der jedoch auch weiter verwendet werden konnte.
Die PSVoices sind grundsätzlich ähnlich strukturiert wie die FM Voices.
Hier gibt es pro Stimme 2 höchstwertige 16Bit D/A Wandler mit nachgeschalteten 8 Bit Wandlern zur Lautstärke/Panning Reglung über die VCAs.
Die Wandler sind das Beste was man damals für Geld bekommen konnte und wurden unter anderem auch in Militärischen Flugsimulatoren eingesetzt.
Da die Wandler ICs linear, als lasergetrimmte R-toR Wiederstandsleitern konstruiert sind (nix delta-sigma Schummelei) klingen Sie auch heute noch bombastisch.
Jeder Wandler wird mit seiner eigenen variablen Präzisionstaktung (Vari-Clock) versorgt. Alle Stimmen verhalten sich phasensyncron.
D.H. man kann ein Sample 128mal stacken und es wird dann einfach nur immer lauter und größer klingen!

Die FM Stimmen sind in 8er Schritten und 32er Blöcken, die Sampling Stimmen sind in 4er Schritten und 32er Blöcken auf maximal 128 fache Polyphonie,
in jeder Kombination von FM/Sampling erweiterbar. Das Reguläre Betriebssysstem unterstützt insgesamt 128 Stimmen, aber "nur" maximal 96 Sampling Stimmen.
Da die Systeme (Hardware und Software) aber sehr individuell konfiguriert wurden, gibt es vermutlich auch irgendwo eine OS Variante die 128 Sampling Voices unterstützt.
Hardwareseitig wäre das grundsätzlich kein Problem.

Auch die Sampling Voices lassen sich wie die FM Voices direkt abgreifen und auf die dynamische Routing Matrix schicken.
Die Routing Matrix ist natürlich auch wieder komplett modular und erweiterbar (max. 128 Voices auf 32 Ausgänge).
Damit erreicht man dann vollständig polyphone und gleichzeitig multitimbrale Einzelausgänge.
Das war ein echtes Alleinstellungsmerkmal des Synclavier...und eine ordentliche Hardwareschlacht.
Andere Vari-Clock Sampler konnten nur primitive, fest zugewiesene Einzelausgänge bieten (EIII, Fairlight II, etc.).
Meines Wissens nach gab es das erst wieder zum Nachrüsten bei der letzten Version des Fairlight III kurz vor dessen Ableben
und da dann auch nur eine Nummer kleiner.

Ach ja noch ein interessantes Detail. Der aufwendige 100kHz A/D Wandler ist u.A. von Dan Lavry entworfen worden.
(...genau, das ist der Typ mit den netten goldenen Mastering Wandlern) und Überraschung: Klingt entsprechend.
Hörbeispiel: Dire Straits "On Every Street" wurde komplett darüber aufgenommen.

Verschiedene Synclavier Modelle:

Aufgrund der Modularität und Erweiterbarkeit gibt es eigentlich keine einheitlichen Modelle.
Grundsätzlich lässt sich JEDES Synclavier anhand der vielfältigen Optionen bis zur maximalen Ausbaustufe erweitern.
Synclavier II ist nicht gleich Synclavier II.
Synclavier 9600 ist nicht gleich Synclavier 9600
Entscheidend ist was für Optionen und Karten verbaut wurden. Somit also die Eckdaten des Systems:
Stimmenzahl, Stimmenart, Prozessortyp, welches Keyboard, etc.

Das wird of falsch verstanden und sorgte damals für Schwierigkeiten bei der Vermarktung.
Daher versuchte NED immer mal wieder den Kindern aussagekräftige Namen zu geben,
was dann aber in der Praxis gleich wieder aufgeweicht wurde.
Das 9600 wurde zum Beispiel oft mit 32 Sampling Stimmen ausgeliefert manchmal mit nur 4 Stimmen.
Der Tower war aber groß genug um leicht auf 96 Stimmen erweitert zu werden.
Die FM Synthesizer Option konnte an jedes System gehängt werden.

Das Statement, daß die 9600 Tower aufgrund der großen Festplatten so riesig waren ist Quatsch.
Bei 96 Stimmen und 16 Output - Routing Matrix ist der Tower bis oben hin voll mit Steckkarten.
Die Systemfestplatte nimmt da nur wenig mehr Platz als die Floppy ein.

Beim Direkt-to-Disk Festplattenrecorder nehmen die maximal 8 Festplatten und Backup 8 Tape Drives
schon etwas mehr Platz ein. Das reduzierte sich aber, da die Speichermedien immer State of the Art waren und
entsprechend kleiner wurden.

Klang:

Nach dem ganzen technischen Details möchte ich noch kurz auf das Wesentliche eingehen.
Wie klingt das Ganze?

Der PolySampler klingt wie ein Orchester aus monophonen Samplern.
Bis zu 96 unabhängige, einstimmige, höchstwertige stereo Sampler werden analog summiert.

Man stelle sich einen Oberheim Four- oder Eight Voice, also 4 unabhängige großartige monophone analog Synthis
polyphon spielbar vor. Nun das Ganze als Sampler und multipliziert mit 24. So fett klingt das Ding.

Der FM Synthesizer dürfte ja aus Funk und Fernsehen bekannt sein.
Wenn nicht, "Der Thriller Gong" oder Genesis "Mama" (Chöre) "That's All" (Orgelsolo) anhören.
Laurie Andersons "Home of the Brave" ist da schon interessanter.
Hier wurde fast nur mit dem Synclavier gearbeitet. Auch die Mono Sampling Option ist sehr gut zu hören.
Was den polyfonen Sampler angeht so ist da viel weniger bekannt, obwohl der auf unzähligen Musik, Film,
Werbeproduktionen zu hören ist.
Das Teil klingt richtig eingesetzt einfach so sauber, groß und fett, daß man ihn nicht so einfach
von "echten" Aufnahmen unterscheiden kann. Hörempfehlung: ist Frank Zappa's
Spätwerk "Civilisation Phase III" darauf ist er in Reinkultur zu hören.
Etwas poppiger: Sting's song "Straight to my heart" da ist auch so gut wie alles Synclavier.

Ich hoffe etwas Licht in das Dunkel gebracht zu haben!
 
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Also analoge Filter gab es beim Synclavier durchaus, meines System hatte Lowpass, Highpass, Bandpass (Bandwith In/Out) standardmäßig.

Stimmt so nicht (siehe oben).

Die mannshohen Racks der 9600er Systeme waren meistens mit uralten Winchester Festplatten bestückt, die ja alleine schon jeweils so um die 8 bis 10 HE eingenommen haben.

Stimmt nicht (siehe oben).

Die FM-Klangerzeugung war, soweit ich weiß, kein Zubehör, außer beim 6400, müßte das beim S2, 3200 und 9600 ein Standard gewesen sein.

Das ist leider auch nicht korrekt.
Der FM Synth war immer eine "Option", auch schon beim PSMT und beim Synclavier II.
Beim 6400 und 3200 wurde er regulär zuerst nicht angeboten. Beim 9600 als Option.
Nachrüsten lies er sich aber immer.


Die Sample-Unit und Midi gabs allerdings nur als Option, war aber beim 9600 Standard.

Hmmm, nö.
Die Sample Unit (Ich denke Du meinst den AD Konverter, gilt aber auch für die PSVoices) und Midi war bei allen weissen Towern (3200, 6400, 9600, PPSD, DTDPP) Standard.
Der MonoSampler war bis zum PSMT, PSLT, PSST eine Option, die aber bis zur Einführung des 100kHz "Sample-To-Memory" noch mit den PSVs als standard A/D ausgeliefert wurde. Midi war beim SII eine nachrüstbare Option (C-Prozessor), da es sie anfänglich noch nicht gab. Wurde dann aber bei SII schnell zum quasi Standard, da niemand darauf verzichten wollte externe Synths an den Sequencer hängen zu können.

Ribbon war nur in der 88er Tastatur serienmäßig drin (identisch mit K-250 und T8), die 76er hatte den nur als Option.

...nö.
Es gab nie eine 88er Tastatur. Die 76er Tastatur hatte serienmäßig einen Ribbon Controller und war anfänglich mechanisch mit dem Prophet T8 identisch.
Sie wurde später von NED verbessert. Mit dem K250 hatte sie technisch nie Gemeinsamkeiten.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Zusammengefasst sind die Buttons unter der Rubrik "Multi Channel Out" und man kann keine Modulationen patchen (kein weißer Punkt neben dem Button ist). Daher vermute ich mal, dass hier Trackingfilter für die Voices vorgesehen waren, aber keine dynamische Klangformung im Sinne der subtraktiven Synthese.

Die weissen Punkte lassen eher keine Rückschlüsse auf eventuell geplante Filter Routings zu.
NED hat die Button Panels entsprechend der erweiterbaren Systemkonzeption mehrfach überarbeitet (daher sind sie auch leicht einzeln austauschbar).
So gab es bei späteren Panels zusätzliche weisse "routing" Punkte.
Diese dienten eher als Orientierung und wurden bei späteren software Updates irgendwann nicht mehr aktualisiert.
Wenn man den Knopf einer Modulationsquelle drückt und hält blinken alle für diese Quelle möglichen Ziele auf.

Die drei großen, zusammengefassten Manuals bilden einen alten Softwarestand ab und waren auch schon damals stark vereinfacht.
Dort sind leider eine ganze Reihe von Features nicht dokumentiert. Sie dienen eher als Übersicht um das System schnell nutzen zu können.
Das Ganze ist schon etwas komplexer.
Wenn man es vollumfänglich nutzen möchte sollte man sowohl die älteren Manuals als auch die neueren Software Release Notes zusätzlich studieren.
Du hattest ja schon das Resynthese Manual verlinkt. Das ist ein guter Startpunkt.
 
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Ja, ich hab auch schon gemerkt, dass die drei PDFs relativ viele Fragen offen lassen ... die sind aber als Nichtbesitzer eine der wenigen Quellen, abgesehen von z.Teil widersprüchlichen Anwenderinformationen im Netz, aber das kann durchaus an der beschriebenen Modularität liegen. Jedenfalls vielen Dank für die interessanten Infos!
 
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...nö.
Es gab nie eine 88er Tastatur. Die 76er Tastatur hatte serienmäßig einen Ribbon Controller und war anfänglich mechanisch mit dem Prophet T8 identisch.
Sie wurde später von NED verbessert. Mit dem K250 hatte sie technisch nie Gemeinsamkeiten.
Die Tastatur vom T8 und K-250 ist identisch. Es gab doch eine größere Tastatur, als die 76 Tasten, oder sollte ich mich wirklich so täuschen? Hab ja fast 20 Jahre tagtäglich mit einem customizten Synclavier S2 gearbeitet, ist aber alles schon lange her.
 
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Die Tastatur vom T8 und K-250 ist identisch. Es gab doch eine größere Tastatur, als die 76 Tasten, oder sollte ich mich wirklich so täuschen? Hab ja fast 20 Jahre tagtäglich mit einem customizten Synclavier S2 gearbeitet, ist aber alles schon lange her.

Die Tastatur vom T8 (76 Tasten, optische Sensoren) hat mit der K250 Tastatur (88 Tasten, mechanische Sensoren) technisch nichts gemeinsam.
Kurzweil hat damals eine eigene Tastatur konstruiert. Schau Dir doch einfach mal im Netz Bilder zum Innenleben an. Wie kommst Du denn darauf, es gäbe da Gemeinsamkeiten?

Es gab definitiv nie ein 88 Tasten Keyboard von NED. Wo hast Du denn mal Eines gesehen?
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Was ist eigentlich Dein Hintergrund zum Synclavier? Bist Du ein Ex-Mitarbeiter von NED?

Ich bin seit über 20 Jahren Synclavier Nutzer und habe ein SII und halte mein 9600 Tapeless Studio nach wie vor in Betrieb.
Da beschäftigt man sich zwangsläufig mit den Systemen, seinen Eigenheiten, Optionen und auch mit ex NED Mitarbeitern ;-)
 
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Ich frage mich seit einiger Zeit, ob sich nicht irgendeine Neuauflage des Synclaviers lohnen würde. Vom Fairlight CMI, der anderen legendären Digital-"Wunderkiste" gibt es bereits eine rein digitale 30th-Anniversary-Edition:
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Im Prinzip könnte man etwas Ähnliches auch mit dem Synclavier machen, wobei man alle oder wenigstens die meisten Funktionen mit heutiger Technik in dem Gehäuse unterbringen könnte, das früher nur den Controller beherbergte.
Die Frage ist allerdings, ob sich so etwas heutzutage noch lohnen würde. Harddisk-Recording kann heute jede computerbasierte DAW, auch Sampling läuft überwiegend auf dieser Ebene ab. Lediglich die Kombination aus additiver und (echter) FM-Synthese ist, wenn ich mich nicht irre in dieser Form nach wie vor einzigartig. Aber ob das allein eine "Memorial"-Neuauflage rechtfertigen würde? Wie müsste eine solche beschaffen sein, damit sie sich auf dem heutigen Markt halbwegs gut behaupten könnte? Wäre der Name vielleicht schon verkaufsfördernd genug, wenn die Qualität auch noch passt?
 
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Kann ich dir jetzt auf die Schnelle nicht nennen, aber was sonst wäre damals in der Lage gewesen, so einen Sound zu erzeugen ? ....

Martman

Werfe mal das Fairlight CMI ins Spiel, und verschwinde gleich wieder.
Shit, sehe es erst jetzt, da war einer schneller.

Und nein, man muss das Fairlight nicht neu auflegen.
Da gibt es z.T. aktuell spannendere Crossover Ansätze, von Analog, VA, Mod, ...
 
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Ich bin seit über 20 Jahren Synclavier Nutzer und habe ein SII und halte mein 9600 Tapeless Studio nach wie vor in Betrieb.
Da beschäftigt man sich zwangsläufig mit den Systemen, seinen Eigenheiten, Optionen und auch mit ex NED Mitarbeitern ;-)
Nicht zwangsläufig, denn ich war immer nur Anwender also der Musiker, für alles andere hatte ich da einen Techniker zur Hand, der hat sich auch stets um den Fairlight gekümmert.
Bin eigentlich recht froh, das ich den ollen Kram nicht mehr habe, das ist von den Ladezeiten usw. alles viel zu langsam und hat mehr Mythos als Nutzen.
Mag sein das ich mich mit dem Keyboard tatsächlich täusche, hatte eh nur das kompakte S2er mit ein paar Erweiterungen drin.
 
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Ich frage mich seit einiger Zeit, ob sich nicht irgendeine Neuauflage des Synclaviers lohnen würde. Vom Fairlight CMI, der anderen legendären Digital-"Wunderkiste" gibt es bereits eine rein digitale 30th-Anniversary-Edition:
CMI-30AX

Im Prinzip könnte man etwas Ähnliches auch mit dem Synclavier machen, wobei man alle oder wenigstens die meisten Funktionen mit heutiger Technik in dem Gehäuse unterbringen könnte, das früher nur den Controller beherbergte.
Die Frage ist allerdings, ob sich so etwas heutzutage noch lohnen würde. Harddisk-Recording kann heute jede computerbasierte DAW, auch Sampling läuft überwiegend auf dieser Ebene ab. Lediglich die Kombination aus additiver und (echter) FM-Synthese ist, wenn ich mich nicht irre in dieser Form nach wie vor einzigartig. Aber ob das allein eine "Memorial"-Neuauflage rechtfertigen würde? Wie müsste eine solche beschaffen sein, damit sie sich auf dem heutigen Markt halbwegs gut behaupten könnte? Wäre der Name vielleicht schon verkaufsfördernd genug, wenn die Qualität auch noch passt?

Na ja, die Vorteile des Synclavier und teilweise auch Fairlight ggü. moderner Technik sind ja durch die Integration aufwändiger Hardware bedingt:
Klang, Nutzer Interface, Sequencer Timing.
Wenn man die Hardware mit heutiger Elektronik so nachbauen würde wäre sie immer noch sehr, sehr teuer.
Wenn man bei der Sampling/HD-Recording Seite klangliche Kompromisse einginge würde sich der Nachbau natürlich nicht lohnen,
da die Funktionalität von DAWs heute locker gewuppt wird. Nur eben nicht in dieser Qualität.

Der CMI-30AX kostet ja trotz Vereinfachung auf der analogen Seite richtig Geld.
Die Software/FPGA Seite ist natürlich viel leistungsfähiger geworden.

Eine Software Simulation wäre, da stimme ich Dir zu, wirklich nur für den FM Synth des Synclavier sinnvoll machbar.
Und auch da würde man sich dem Klang des Originals wohl nur annähern können.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
...Ist der Mac auf den Bildern zeitgemäß ?

Damals schon. Der Mac war ja immer nur Bedienoberfläche. Heute hängt das Synclavier an aktuellen OSX Macs.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Nicht zwangsläufig, denn ich war immer nur Anwender also der Musiker, für alles andere hatte ich da einen Techniker zur Hand, der hat sich auch stets um den Fairlight gekümmert.

Na wer hat der kann, wie ;-)
Ganz ehrlich, wenn Du ein Problem mit der Bedienung oder Fragen zur Updates Deiner DAW hast holst Du doch auch keinen Techniker, sondern rufst beim Support an, oder?

Also da habe ich schon den Anspruch mich mit den Werkzeugen die ich so lange nutze auch selber auseinanderzusetzen.
Reparaturen an der Hardware macht dann auch bei mir ein Techniker.

Bin eigentlich recht froh, das ich den ollen Kram nicht mehr habe, das ist von den Ladezeiten usw. alles viel zu langsam und hat mehr Mythos als Nutzen.

Jedem das Seine. Von welchen Ladezeiten redest Du?
Das Synclavier bootet schneller als mein OSX Mac von SSD.
Samples werden von CF Karte oder direkt von der MAC SSD geladen.

Ich sage nicht, daß die alte Hardware keine Nachteile hätte. Aber sie hat eben auch einige Vorteile.

Mag sein das ich mich mit dem Keyboard tatsächlich täusche, hatte eh nur das kompakte S2er mit ein paar Erweiterungen drin.

Du täuscht Dich 100%ig. Is ja nicht ehrenrührig.
Du hast ja geschildert, das Du Dich mit der Technik nicht so auskennst und lieber Musik machst.
 
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