the man who sold the world - harmonielehre

von oskopik, 06.07.08.

  1. oskopik

    oskopik Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.08   #1
    hallo,

    ich versuche den song the man who sold the world mittels harmonielehre zu analysieren - also die funktionen den akkorde zu bestimmen, komme aber nicht wirklich weit.

    kann mir da jemand helfen?

    danke,
    otis
     
  2. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 06.07.08   #2
    Woran hängt es denn?
    Hast du schon die Tonart bestimmt? Oder die Akkorde rausgeschrieben?

    Gruß
     
  3. oskopik

    oskopik Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.08   #3
    Hier mal mein Versuch:

    Alle Melodietöne stammen aus F-Dur.

    Aber eben nicht alle Akkorde (sonst wäre es eh einfach):

    Dm - A - Dm
    A - F
    C - A
    Dm - C
    F - Bbm - F
    C - F - Bbm

    Dm ... VI Stufe
    A ... Zwischendominante für Dm Akkord ???
    F ... Tonika
    C ... Dominante
    Bbm ...vermollte Subdominante ???
     
  4. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 07.07.08   #4
    Die Tonart F-Dur ist richtig und auch deine beiden tonartfremden Akkorde stimmen.

    Ich wäre aber von den Grundtönen der Akkorde ausgehen anstatt von der Melodie. Das ist sicherer, da eine Melodie bei Zwischendominanten und der vermollten Subdominante auch von der Tonart abweichende Töne enthalten kann.

    Code:
    Intro/Outro: | A | % | Dm | % | F | % | Dm | % |
    
    Strophe: | A | % | Dm | % | A | % | F | % | C | % | A | % | Dm | % | C | % |
    
    Refrain: | C | F | Bbm | F | C | F | Bbm | => Intro
    Bbm ist die vermollte Subdominante. A die Zwischendominante von Dm bzw. die Dominante der Paralleltonart D-moll.

    Das Lied pendelt zwischen D-Moll und F-Dur. Intro und Strophe könnte man auch in D-moll Analysieren. Der Refrain steht aber eindeutig in F-Dur.

    Gruß
     
  5. oskopik

    oskopik Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.08   #5
    d.h. wenn der Song in D-Moll anfängt wäre der Akkord A an die "moderne" Moll Kadenz angepasste Dominante von Dm?
     
  6. Fastel

    Fastel Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.07.08   #6
    darf ich da mal was zwischenfragen wo ich das grade zufällig lese?

    die dominante von Dm ist C dur oder A dur?
    beschäftige mich grade wieder damit und war monatelang (jahrelang kenne ich es noch nicht :D ) der meinung dass die dominante einer moll tonika = die dominante deren parallele wäre.

    also moll kadenz =
    dm (t) - A dur (D) - dm (t)

    und nicht
    dm (t) - G (D/?) - dm (t)

    was wäre im 2. beispiel das G funktional? paralleldominante? :D
    dabei löst sich der G7 hörbar so schön in dm auf (trugschluss?)

    und ein A7 müsste in diesem beispiel ja wieder zu Dm zurückführen... aber eigentlich ist es doch der dominantakkord zu D Dur?

    irgendwie verwirrt mich das alles...
     
  7. PVaults

    PVaults Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.08   #7
    Richtig. Weil Dm=t ist, ist A die Dominante, C wäre dP bzw. SS, also Doppelsubdominante (wirkt wie eine Dominante, ist auch als C7 Dominantersatz). Wäre F=T, dann wäre A=DP.

    G=S(+), weil ja Dm als T die Referrenz ist. Wäre es F, dann wäre G die DD.
    Das + schrieb ich in Klammern, soviel ich noch in Erinnerung habe, es gibt da diese Schreibweise, um bei einer Moll-Tonika die Dur-Subdominante beschreiben zu können. Normalerweise reicht es aber, das S groß zu schreiben.

    Das G ist in diesem Beispiel eine Subdominante in Dur, sozusagen die Umkehrung von der Moll-Subdominante bei der Dur-Tonika wie z.B. F-Bbm(add6)-C7-F.

    A7 ist sowohl Dominante von Dm als auch von D-Dur. Dafür gibt es zwei Gründe: A7 ist ein Dur-Akkord mit kleiner Septime. Genau das definiert einen Domiantseptakkord, der ihn damit zu 99,99% zu einer Dominante macht - automatisch. Als Außnahme kann hierzu nur die Blues-Septime, die auf allen Funtionen stattfindet, angesehen werden.

    A7 ist aber auch deshalb die Dominante von D-Moll, weil deren diatonische (leitereigene) Dominante, also A-Moll, nicht wie eine Dominante wirkt, sondern ein stabiler Akkord ist. So kamen schlaue Musiker auf die Idee, die Moll-Tonleiter dahingehend abzuändern, daß sie einen Dom7 als Dominante ergab.

    Dazu gibt es zwei Verfahren - H a r m o n i s c h Moll (HM) mit der hoch alterierten Septime und M e l o d i s c h Moll (MM), bei der zusätzlich die Sexte hochalteriert wurde, um den "orientalischen" Charakter zu verringern, der sich durch den 1 1/2-Ton-Schritt zwischen der Sexte und der Septime bei Harmonisch Moll ergibt. Beide Tonleitern werden abwärts nach klassischer Sicht in eine natürliche Tonleiter umgewandelt, in der modernen Harmonielehre nehmen beide Tonleitern ihren eigenen Platz ein und werden nicht mehr zurücktransferiert. MM kann man als eine Mischung von Moll-Tetrachord und Dur-Tetrachord ansehen:

    D - E - F - G - A - H - C# - D
    mmmmmm +ddddddddddd
    Moll ...........+..Dur

    Wenn man genau hinsieht, unterscheidet sich MM nur in der kleinen Terz von der Dur-Tonleiter.


    Da bei beiden Tonleitern, HM und MM, die große Septime verwendet wird, kann ein echter Dominantseptakkord gebildet werden, weil diese Septime genau der Dur-Terz des Dom7 entspricht. Ein Dom7 zeichnet sich durch die Leitwirkung des in ihm enthaltenen Tritonusabstandes zwischen Terz und Septime aus. Leitet er in einen weiteren Dom7, dann tauscht er mit seiner Folgedominante Terz und Septime beim chromatischen Abwärtssteigen, wobei sich Prim und Quinte drehen:

    A7 = A - C#- E - G = 1 - 3 - 5 - 7
    D7 = A - C - D - F# = 5 - 7 - 1 - 3
    G7 = G - H - D - F = 1 - 3 - 5 - 7
    C7 = G - Bb- C - E = 5 - 7 - 1 - 3

    Schaut man sich die Akkorde an, die sich über einer Dur-Tonleiter bzw. einer natürlichen Moll-Tonleiter ergeben, ist der Dom7 der einzige Akkord seiner Art, weil kein anderer Dur-Akkord eine kleine Septime enthält, sondern nur große Septimen, weshalb man diese Akkorde heute zum Tonikatypus zählt.

    So, jetzt haben wir auch nochmal die Dominante mit erklärt...
     
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