War es nicht so, daß das woran die Saiten schwingen (Hals, Korpus) möglichst steif sein sollen für das Sustain. Wenn der Korpus selbst mitschwingt, dämpft er ja die Energie der Saiten -?
Wg der Steifigkeit wird ja auch gelegentlich mit Stein, Graphit und Alu experimientiert.
Ich könnte mir höchstens vorstellen, daß die Obertöne irgendwie komosch klingen oder auch garnicht.
Das Holz soll natürlich nicht so weich sei, das es Frequenzen schluckt, aber auch nicht so fest sein, das es gewisse Bereiche überbetont. Das
ganze Instrument soll die Schwingung der Saiten unterstützen, aber keine Eigenresonanz entwickeln. Der Hals muss aufgrund der Länge schon aus festem Holz sein. Hmm, schwierige Aufgabe.
Deshalb gibt es auch noch im 21. Jahrhundert Instrumente aus Holz, und zwar aus den unterschiedlichsten Arten, um eben gewisse Charakteristiken zu haben. Sonst könnte man ja
ein hochfestes Material aus der Raumfahrt für alle nehmen und gut is.
Warum bringt eine Viertelpfund-Bridge mehr Sustain - weil sie die Schwingungen der Saite direkter auf den Body bringt und das Gesamtschwingungssystem darauf reagiert.
Du hast völlig recht, dass feste Hölzer besseres Sustain liefern, jedoch können diese auch unerwünschte Obertöne (über-)betonen, was wieder im Extremfall zu einem harschen, kalten Klang führen kann (Musicman oder Fender gibts ja mit Ahorn- oder Palisandergriffbrett, das ist schon ein hörbarer Unterschied). Alles in allem eine Wissenschaft für sich...
Allerdings ist der Musiker an sich ja auch manchmal ein konservatives Wesen und steht Neuerungen skeptisch gegenüber. Wir als "Elektriker" vielleicht weniger, aber ein Geiger mag nunmal keine Geige aus Plastik - und wohl auch nicht in hundert Jahren. Und - Holz ist warm: ich hatte in den 80ern einen Kramer mit Aluhals, der brauchte im Winter einen ganzen Gig, bis er warm wurde.
Ich stehe rein optisch schon nicht auf Eiche; die ist gut fürs Parkett, rustikale Bauernmöbel und Särge.