Übercovert – untercovert

  • Ersteller Martman
  • Erstellt am
Ich kenn´s schon anders, weil wir alle mal so angefangen haben, aber die Erfüllung kann´s nicht sein die Hausband im Jugendzentrum zu sein. Und wer sagt, er sähe keinen Unterschied, ob er vor 10 oder 10000 Leuten spielt, der lügt.
 
Ich kenn´s schon anders, weil wir alle mal so angefangen haben, aber die Erfüllung kann´s nicht sein die Hausband im Jugendzentrum zu sein. Und wer sagt, er sähe keinen Unterschied, ob er vor 10 oder 10000 Leuten spielt, der lügt.

du behauptest aber, dass derjenige, der covert, was ihm gefällt, wird ewig vor 20 Leuten spielen. Das ist einfach falsch.
Wir haben schon immer das gecovert, was WIR wollten und spielen auch teils vor 6.000 Leuten.

Und nu?
 
- die klassischen Coverbands, die sich an der 9865. Version von Totos Rosanna versuchen und wohl die Setlisten untereinander austauschen - die spielen alle das gleiche
Laß mich raten – und die 9865× kläglich am Synthsolo gescheitert sind.

- Alpenrockbands (Troglauer Buam), die eine Art "verrockten Musikantenstadl" spielen (das wird erst ab 2 Promille erträglich)
Das wird erträglich?

- Schrupp-Metaller, die sowas spielen, das ich nicht als Musik bezeichnen würde
Ja, irgendwie scheint der größte Teil des Musikernachwuchses schon aus Imagegründen mit nichts was zu tun haben wollen, was weder "Death" noch "Core" im Namen trägt. Man liest ja schon oft genug, daß cleaner Gesang uncool ist.

und (in letzter Zeit vermehrt) Böhse Onkelz Tribute Bands.
Ach, guck an, inzwischen ist der Markt in Thüringen schon gesättigt, was?

Wir haben schon immer das gecovert, was WIR wollten und spielen auch teils vor 6.000 Leuten.
Es gibt sie zum Glück noch, die Bands, die auf eigene Faust herauszufinden versuchen, worauf das Publikum steht, und die die untercoverten Songs finden, auf die das Publikum trotzdem abfährt. Viele machen es sich ja zu einfach, gehen überhaupt kein Risiko ein (auch wenn sie nicht von der Mucke leben müssen) und spielen grundsätzlich nur und ausschließlich das, was nachgewiesenermaßen immer gut ankommt.


Martman
 
Ich muss zunächst mal loswerden, dass ich die Diskussion hier sehr interessant finde. Es ist wirklich spannend, sich mal die Meinungen von anderen Covermusikern und auch deren Kritikern bzw. die verschiedenen Einstellungen zu dieser Zunft anzusehen. Ich glaube gerade was die Bereitschaft einen bestimmten Song zu spielen betrifft muss man differenzieren.

Ich bin seit etwas über einem Jahr mit meiner ersten Coverband unterwegs. Voher habe ich fast nur Jazz gespielt und naja auf dem ein oder anderem Gig war dann auch mal ne Pop Ballade dabei..
Was treibt einen also dazu Songs wie Summer of '69, Sexy oder auch Let me entertain you zu spielen, die schon tausendfach, und zumindest was meine Combo angeht auch schon zehnmal besser gecovert wurden?

Für mich persönlich ist der Grund einfach: Wenn ich Covermusik mache, dann bin ich in erster Linie Dienstleister. Ich bekomme vom Veranstalter den Auftrag dafür zu sorgen, dass die Leute tanzen und Spaß haben. Und er erwartet von mir - er hat ja schließlich eine Coverband gebucht - das ich das mit bekannten Songs tue, auf die ein möglichst breites Publikum anspringt. Das bedeutet nicht, dass man dabei als Musiker nicht auch Spaß haben kann.

Der größte Spaß für den Musiker einer Coverband besteht doch darin zu sehen, dass das Publikum eine gute Zeit hat und sich amüsiert. Wenn man dann noch seine eigenen Musikalischen Vorlieben etwas weniger elitär gestaltet, behaupte ich, kann man auch übercoverte Stücke mit Spaß und Begeisterung spielen.

Ein kleines Beispiel: von uns wird regelmäßig ein Medley aus "Ein Stern"/"Traum von Amsterdam" und "Sie liebt den DJ" gefordert. Ich persönlich würde mir so etwas privat nicht in hundert Jahren anhören. Aber zu sehen, wie das (meistens etwas ältere, weibliche) Publikum dazu abgeht, ist für mich Spaß genug, um auch bei solchen Songs vollgas zu geben.

Wenn ich was für meinen eigenen - etwas anders gelagteren - Musikgeschmack tun will bleibt mir immer noch das Clubkonzert, oder die ganz entspannte Jam-Session im Probenraum...

Ums auf den Punkt zu bringen: Es kommt nicht drauf an, welches Stück man spielt, sondern WIE man es spielt...

So genug geschwafelt :)

Gruß und bitte fleißig weiterschreiben...ist echt spannend
 
Für mich persönlich ist der Grund einfach: Wenn ich Covermusik mache, dann bin ich in erster Linie Dienstleister. ....Ein kleines Beispiel: von uns wird regelmäßig ein Medley aus "Ein Stern"/"Traum von Amsterdam" und "Sie liebt den DJ" gefordert. Ich persönlich würde mir so etwas privat nicht in hundert Jahren anhören.

Hi,

ich kann das zu 100% unterstützen, was Du schreibst. Es ist ein Unterschied ob das Publikum kommt um Eure Musik (eigene Titel) zu hören, oder zum Stadt- / Dorffest, Karneval, Geburtstag kommt um Spass zu haben. Im ersten Fall sollte man ebend die eigenen Titel spielen und bei den anderen Gelegenheiten muss man sich auf das Publikum einstellen, d.h. auch Sachen spielen die privat nicht euer Ding sind.
Ich persönlich hatte immer Probleme mit Schunkelmusik und Schlagern, aber mit der Zeit wirds besser :D und dem Publikum gefällts. Was will man mehr.

Euer HHC
 
...und dem Publikum gefällts. Was will man mehr.
...mehr Geld für die Scheiße... :great:
Also mal ernsthaft. Ist ja richtig, was Ihr hier schreibt. Als Programmierer von Software erarbeite ich ja auch nicht nur Sachen, mit denen ich mich privat beschäftigen würde. st halt nur die Frage, ob man aufdie Kohle angewiesen ist oder nicht. Wenn nicht, muss ich mir das ja nicht antun, oder zumindest nicht mehr so oft wie früher, wo ich noch auf jede Mark aus dieser Kiste angewiesen war. Ansonsten hilft es nur, sich ein dickes Fell anzugewöhnen, gut Miene zum bösen Spiel und das positive rausziehen.
Und wieder der passende Vergleich zum Programmierer:
Kann ja mal sein, dass Du erkenntnisse aus der Dienstleistung für deine privaten Interessen rausziehen kannst. Also immer schön objektive Sichtweise beibehalten ;)
 
Zitat von Haensi
- Alpenrockbands (Troglauer Buam), die eine Art "verrockten Musikantenstadl" spielen (das wird erst ab 2 Promille erträglich)

Meine Meinung dazu ist, dass die troglauer nicht mit einer normalen coverband verglichen werden können. Sie machen eine super show und stimmung, lassen in die gecoverten songs viel eigenes einfliessen und haben auch viele eigene songs im programm.

PS das mit dem 2 promille stimmt nicht. war ers vergangenen freitag bei nem auftritt und war fahrer, also nüchtern und hatte auch riesen stimmung, so wie der komplette rest der halle.
 
Wir spielen größtenteils sowas ( ich denke undercovert )
Wolfmother . Joker and the thief
Jet - are you gonna be my girl
metallica . Whisky in the jar
Guns n roses - ain´t it fun
und so weiter und so fort . Bisher bekamen wir immer positive Resonanz .Natürlich muss man ein , zwei Klassiker ala Knocking on Heavens door oder She hats me spielen aber das wars dann auch schon .
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben