Hallo Konsumlump,
einen echten Fender erkennt man oft daran, dass er aus erstklassigem Material besteht, das aber zweitklassig verarbeitet wurde. Als DasUrks fragte, ob die "rustikale Lackierung" der Halstasche bei einem 70s Preci richtig sein könne, war das für mich eher ein Echtheitsbeweiß.
Wenn Lacke zu dick oder zu dünn aufgetragen sind, in alle möglichen Farbrichtungen umschlagen, Risse bilden, platzen, großflächtig abblättern ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es ein echter teurer Fender ist.

Auch das Makellose Anbringen der Decails hat God Leo nie interessiert. Da gibt es die lustigsten Positionen - und wenn zuviele Aufkleber produziert wurden, wurden sie auch mal drei Jahre länger eingesetzt als die Seriennummer es anzeigt. Ob das Decail "unsichtbar" unter einer ebenen Fläche liegt oder 0,3 mm rausschaute mag einzelne Arbeiter interessiert haben.
Für tolle Arbeit am Decail haben sie aber eher Lohnabzüge oder Streit mit dem Vorarbeiter bekommen, wenn sie das Soll nicht erfüllten (keine Tatsache, sondern reine Vermutung!!!).
Wenn dann noch der Klarlack mal so angemischt war, dass er unterschiedlich auf Holz und Decail nachdunkelte sah's ganz doof aus.
Dass alte Fender Instrumente vom Bau (nicht den Komponenten!) her Spitzenprodukte menschlicher Handwerkskunst sind ist mMn ein Märchen verblendeter Fender Fans - bzw. Mythos unter den Leuten, die sich eben nicht so genau auskennen.
(Fast) Perfekte Instrumente bekam man vom Gitarrenbaumeister, aber nicht von Fender.
Das macht aber auch den Charme der Fender Instrumente aus - und je mehr kleine Fehler man endeckt, desto sympathischer werden die alten Fender Instrumente.
Gruß
Andreas