Verzerrte E-gitarre zu verminderten Akkorden

von Melanin0707, 11.01.16.

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  1. Melanin0707

    Melanin0707 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #1
    Hallo,

    ich mache schon eine ganze Weile Musik. Normalerweise elektronisch mit Gesang, seit einem 3/4 Jahr bin ich in einer Symphonic-Metalband tätig. Unser Keyboarder übernimmt üblicherweise das Arrangement, trotzdem möchte ich mich gerne ein bisschen in der Richtung weiter entwickeln, sodass ich meine Ideen nicht immer zusammen mit ihm ausarbeiten muss, sondern ihm auch mal ein fertiges Konzept presentieren kann.

    Besondere Schwierigkeiten machen mir dabei die E-gitarren. Ich benutze gerne mal verminderte oder übermäßige Akkorde und frage mich jedes mal, was ich dabei mit den verzerrten Gitarren anstellen soll. Mal davon abgesehen, dass diese bei dem Programm, dass ich benutze sowieso scheiße klingen, ist es besonders schlimm, wenn ich den ersten und dritten Ton des normalen Akkordes einfach als "Powerchord" benutze.
    Wie nennt man also die "Powerchords" für E-gitarren bei solchen Akkorden und klingen die in der Praxis überhaupt?

    Danke schonmal für eure Hilfe :)

    lg

    Mélanin
     
  2. dongle

    dongle Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #2
    Powerchord ist eigentlich 1 und 5 - und klingen eigentlich immer sauber.
    Wegen der Obertöne der Verzerrung ist es bei anderen Kombinationen nicht so einfach, ein matschen oder Krach zu vermeiden.
    Wenn die E-Giattern aber eh nur ein Teil des Arrangement sind, reicht dann nicht der Powerchord (Grundton, Quinte)?
     
  3. Mr. Bongo

    Mr. Bongo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #3
    Das klingt auf Dauer so unglaublich langweilig, dass kein vernünftiger Gitarrist das lange mitmachen wird/sollte.
    Natürlich kann man alle Intervalle auf einer verzerrten Stromgitarre geschmackvoll in einen Song bringen, das funktioniert bloß nicht ständig. Als Übergangsakkorde sind sowohl der verminderte als auch der übermäßige in meiner aktuellen Band sehr beliebt :)

    @ TE: welches Instrument spielst du?
     
  4. Rake5000

    Rake5000 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #4
    Herzlich Willkommen im Board!

    Je mehr Dissonanz ein Akkord enthält, desto weniger verträgt er sich mit Verzerrung.
    Ein Powerchord besteht nur aus Grundton + Quinte, die Terz entfällt => geringstmögliche Dissonanz. Daher auch so beliebt für zerrende Gitarren.
    Beispiel: Cdur = c + e + g
    Powerchord C5 = c + g

    Übermäßige und verminderte Akkorde sind sehr dissonant, da zur Terz auch noch eine übermäßige oder eben verminderte Quinte hinzukommt.
    Beispiel Caug = c + e + g#

    Wenn du daraus zwei Töne wählst, bekommst Du keinen Powerchord, sondern immer noch zwei recht dissonante Töne. Ich schätze da liegt Dein Denkfehler.

    Ein Beispiel, das gut funktioniert, sind Oktaven. Zu einem Caug könnte die E-Gitarre z. B. c' + c'' spielen.
    Generell funktionieren aber auch dissonante Klänge auf der E-Gitarre, vor allem in höheren Lagen und wenn man sie als Akzent einsetzt. c + g# kann so gespielt prima klingen, kommt in einem unserer Songs so vor:

    - - -
    - - -
    10 13 10
    10 10 10
    - - -
    - - -
     
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  5. Mad Maxl

    Mad Maxl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #5
    Auch von mir ein herzliches Willkommen im Board!
    Im Prinzip hat Rake5000 eigentlich schon das Wichtigste geschrieben. Davon unabhängig willst Du ja mit den verminderten und übermäßigen Akkorden eine gewisse Spannung erzeugen, die Du vermutlich dann auch wieder auflöst.
    Das Beste wäre, wenn Du Deine theoretischen Überlegungen nicht mit einer Software sondern mit einer echten verzerrten E-Gitarre ausprobierst. - Am besten mit genau dem Equipment und der Einstellung, die dann später in der Band verwendet wird. Denn verzerrte E-Gitarre ist nicht gleich verzerrte E-Gitarre... ;-)
     
  6. Melanin0707

    Melanin0707 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #6
    Danke für eure Antworten :)

    Ja, Rake5000, diese Dissonanz, die entsteht, wenn ich einfach zwei Töne aus dem vollständigen Akkord nehme und mit der E-gitarre spiele ist das Problem. Auf dem Keyboard klingt das ganze prima, aber die Verzerrung der E-gitarre ist dann doch ein bisschen "too much" Dissonanz.

    Die Idee einfach einen Ton in zwei Oktaven zu spielen klingt gut :D
    Höhere Lagen mit der E-gitarre sind bei uns eher selten. Wir spielen sowieso schon auf drop D. Wegen unserer Bandkonstellation macht das vielleicht auch wenig Sinn, weil der Gitarrist sonst dem Keyboarder in seine Frequenzen spielt. (Wir sind weiblicher sopran-Gesang, männlicher gutturaler und Cleangesang, Bassist, Rhythmusgittarist, Schlagzeuger, Keyboarder und machen symphonic Metal)

    Eine echte E-gitarre habe ich sogar hier stehen, aber wirklich gut klingen tut die nicht ;D

    lg
     
  7. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 11.01.16   #7
    Vermindert und übermäßig wird mit Powerchords eben so dargestellt wie bei normalen (X5) Powerchords - indem die Terz eben nicht gespielt wird:

    E(5) E(b5) E(#5)
    ---------------------------
    ------------------------------
    -----------------------------
    9--------8-----10-------
    7--------7------7-------
    ------------------------------
     
  8. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 11.01.16   #8
    Ich möchte dem schon Gesagten noch ein paar Ansätze hinzufügen:

    1) Für Rhytmusgitarren ist es durchaus eine reizvolle Aufgabe, alleine mit Powerchords rhytmisch ein Feuerwerk zu zünden. Das kann über eher durchgehende Druck- und Schubkraft gehen, das kann aber auch über rhytmisch eigenständige Figuren gehen, die sich über einen eher durchgehenden Rhytmus von drums und Bass erheben oder auch mit der geballten Kraft der ganzen Rhytmusgruppe einhergehen. Hier können auch sehr wirkungsvoll Modulationseffekte wie Flanger oder Phaser eingesetzt werden.

    2) Der Eindruck eines fetten, satten sounds hängt nicht an verzerrten E-Gitarren alleine. So könnten beispielsweise auch die E-Gitarren die verminderten oder erhöhten Akkorde spielen - ein verzerrter Grundbass kann dann für den Eindruck eines insgesamt fetten sounds sorgen. Hier auch noch mal über die Verteilung der Instrumente nachdenken und sich etwas Variationsmöglichkeiten vorbehalten.

    3) Songs arrangieren ist eine Kunst für sich. Neben der Vorstellung eines ausgearbeiteten Arrangements wäre durchaus auch zu erwägen, die E-Gitarren dabei einzubeziehen. Im Moment könnte ehrlich gesagt Dein Wunsch, es Euren Hauptarrangeur gleichzutun auch ein Hindernis darstellen, Wege zu gehen, die vielleicht auch für Eure Band ein gewisses Neuland bedeuten, möglicherweise aber eben auch deshalb für neuen Wind sorgen, indem die anderen Musiker mehr einbezoöen werden. Solange ein Grundgerüst steht, kann man durchaus auch sessionorientiert vorgehen. Ich schreibe dies nicht nur, weil es ein alternatives Vorgehen darstellt, sondern auch deshalb, weil sich nach Deinem Bekunden die E-Gitarren, die Du für das Arrangement simulieren kannst, eh sehr bescheiden anhören. Mit etwas, dass sich auf dieser Ebene schon bescheiden anhört, kann man im Grunde nicht wirklich gut umgehen, es sei denn, man ist schon auf so einer Stufe des Arrangierens, dass man quasi das, wie es sich später anhören soll, schon antizipieren kann, quasi im inneren Ohr hat. Alles andere führt einfach zu Frust.

    4) Vielleicht an dieser Stelle ein Hinweis auf den song Kashmir von Led Zeppelin. Für mich ein sehr eindrucksvolles Stück, das auf verminderten bzw. erhöhten Akkorden aufbaut und richtig fett klingt. Ist natürlich "old school" und vielleicht trifft es nicht das, was Eure Band macht oder machen will - ist aber gleichwohl unter dem Aspekt Arrangement nicht ohne Reiz und es ist symphonisch angelegt - wie gesagt, ohne dass ich weiß, ob es auf das von Euch gewünschte Klangbild abzielt. (Weshalb ich hier auch keinen link reinsetze - auf youtube findest Du aber sowohl den song als auch einige How-Toi-Play-Anleitungen.

    Herzliche Grüße

    x-Riff
     
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  9. ginod

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    Erstellt: 16.01.16   #9
    Verminderte Akkorde sind ja in der Regel Vertreter von Dominantsept Akkorden. Ein Bb° kann auch als A7b9 gesehen werden. In der Regel ist damit kein Bb7#11 gemeint.

    Ich würde mir an deiner Stelle mal klar machen, welchen Dominantsept Akkord dein Verminderter Akkord darstellen soll. Diese Dominante könnte ja die E-Gitarre mal probieren als normalen Powerchord zu spielen. Da diese Dominanten im Kleinterzabstand verschiebt werden können, könnte in unserem Fall der A7b9 auch ein C7alt, Eb7alt oder Gb7alt sein
     
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