Ja, was sich bewegt, gehört geschmiert.
Was mich von den Duesenberg-Dingern bis auf Weiteres abhalten wird: Die gibt es nur mit Niederdruckrolle. Ok, ich hab eine Gitarre mit einem B70 und eine mit einem B60, also beide Male Lizenzbigsbys aus derselben Preisklasse wie Kluson seine (die ein B50 hat). Der Unterschied zwischen 60 und 70 ist so dermaßen groß, daß ich mir denke, die beste realistische Rolle - oder sogar die Beste, die man sich vorstellen kann - kann garnicht so leicht gehen wie keine. Da kann man verarbeiten, was man will, wenn das Grundkonzept schon verkehrte Stellen enthält, ist das irrelevant.
Wenn die Lagerachsen bei sowas nicht übereinstimmen, läßt es sich i.A. überhaupt nicht bewegen, weil es dabei verformt werden müßte. Mit der Leichtgängigkeit gibt es bei beiden überhaupt keine Probleme, also auch dementsprechend wenig Verbesserungspotential. An der Verarbeitung allgemein seh ich nichts auszusetzen, und das Rauffummeln der Saiten ... das mach hundertmal, wenn ich dafür diese scheiß Rolle los bin! Die kommt, auf die eine oder andere Weise, langfristig sowieso weg... Die Saiten obendrüber geben (in meinem Fall) immernoch genug Druck auf die Brücke, evtl schneid ich das ganze Geklüngel einfach weg - und hab ein fest fixiertes, aber rollenloses Bigsby. Klingt in meinen Ohren nicht nach etwas Bereuenswerten...
Hebel ist wirklich ein Punkt, aber da gibt es Verschiedene zu kaufen, und evtl läßt sich da auch etwas selbst anfertigen. Da bin ich mit dem Überlegen noch nicht fertig, ich komm mit dem häßlichen Brotmesserhebel ganz gut zurecht...
Rein optisch gefallen mir die Bigsbys auch irgendwie besser, die Duesenberg-Dinger schauen so modern aus... Also ich würde dann wohl zu den Ablehnern gezählt, aber das würde auch auf B5, 7, 50, 70, 12 und was weiß ich was noch alles gibt, ausgedehnt - Vibrato mit Rolle kommt mir nicht mehr in Frage.
Die Federn mit verschiedenen Längen sind zur Anpassung der Nullage und/oder Anpassung an verschiedene Saitenstärken - je dicker die sind, umso doller tunse ziehen, umso näher an die Decke kommt der Hebel. Evtl darf dann mal was druntergelegt werden, oder ne Längere verwendet. Die entspannte Länge hat mit der Federsteifigkeit erstmal nichts zu tun, die ist ... ich hab die Formel gerade nicht komplett im Kopf, aber ... Anzahl der Windungen steht unter dem Bruchstrich (mehr Windungen macht weicher - geht mit ^-1 rein), Drahtstärke geht ^4 rein, Windungsdurchmesser ^-3. Windungsdurchmesser ist nahezu fest, der Außendurchmesser steht fest, davon die Drahtstärke abgezogen ist der Windungsdurchmesser.
Die entspannte Länge ändert also nur die Nullage. Drahtdurchmesser und Windungszahl sind hier die einzigen sinnvollen Ansatzpunkte, da Federdrähte i.A. keinen großen Unterschied im Schubmodul aufweisen. Damit kann man die Gesamtsteifigkeit im Gleichgewichtspunkt variieren, wobei allerdings die Federkraft vom Saitenzug abhängt, und der von deren Stärke. Nur ist mit einer weicheren Feder weniger Kraft zur Änderung notwendig ... effektiv gesehen haben wir hier 6 stabförmige Zugfedern - die Saiten - mit einem Hebelarm an der Welle drehen, und die Druckfeder mit einem Anderen, andersherum, und da, wo die Momente der Saiten und das Moment der Feder identisch sind, bleibt das Ding stehen. Dünnere Saiten mögen auch einen Unterschied machen, aber in solchen Zugfedern geht nur die Querschnittsfläche der zugbelasteten Teile ein, also bei den blanken Saiten deren Querschnitt, bei den Umwickelten der ihrer Seele.
Wie auch immer - die Reverend-Feder ist schonmal ne schöne Wahl, damit ist Einiges getan. Probier die, und ... schau mal, ob sie dir gefällt. Ich mag sie jedenfalls.
Smoother ... Bigsby ohne Rolle ... oder alle Lager mal begutachten, ob sie exakt und leichtgängig sind. Und unter der Feder mindestens auf einer Seite irgendwas schmieren, da die ja ihre Enden gegeneinander verdreht, wenn sie zusammengedrückt wird.