Vocal Booth optimieren, umbauen

von Nyne, 02.02.16.

  1. Nyne

    Nyne Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.16   #1
    Aus dem "know how" zur Raumakustik verschoben. MfG. Basselch

    Hallo zusammen, ich bin auf der Suche nach Ratschlägen wie ich aus meinem Equip mehr Qualität rauskitzeln kann.

    hier mal ein Bild der momentanen Situation:
    [​IMG]



    Der Sound kommt mir persönlich etwas unnatürlich vor was sicher an der Grösse der Kabine liegt.
    Was würdet ihr mir Raten? Komplett wegbauen? vergrössern?

    Danke schonmal
     
  2. The_Dark_Lord

    The_Dark_Lord HCA Recording HCA

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    Erstellt: 02.02.16   #2
    Wow, ein worst-case Szenario :)

    Lass mich raten - es klingt dumpf und "eng", es wummert und die Erstreflexionen sind viel zu bald da?

    Was wird denn hier aufgenommen? (sag jetzt nicht Rap, das wär jetzt zu klischeehaft :D)
    Mit welchem Qualitätsanspruch?
     
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  3. Nyne

    Nyne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.16   #3
    ALSO

    Ja dumpf und wummernd, wenn ich dann den EQ nutze wird alles sehr plastisch.

    Anspruch wäre das Maximum aus der Equip rauszuholen. (Shure KSM32 > Goldmike 9844 > MAudio AP 192)

    Es wird nicht NUR Rap aufgenommen aber AUCH, es wird eig. vieles Aufgenommen.
     
  4. Nyne

    Nyne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #4
    Kann mir keiner sagen wie ich einen besseren Sound bekomme?
    Raum in die die Kabine steht bietet viele Möglichkeiten um Ideen umzusetzen.
    Bsp. die Kabinenwände als bewegliche Elemente in den Raum zu stellen usw.
     
  5. TripleK

    TripleK Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #5
    Hallo Nyne,

    Schau Dir mal die Threads zum Thema Gesangskabine/Vocal-Booth im Raumakustik Bereich an. Die sind sehr hilfreich. Und wahrscheinlich auch etwas ernüchternd für Dich. Aber Du willst Dich ja wirklich verbessern, da kannst Du einiges mitnehmen. Wenn Du dann noch konkretere Fragen hast, stelle sie hier;-)

    Viele Grüße, Klaus
     
  6. hairmetal81

    hairmetal81 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #6

    Du hast dir die Antwort wohl schon selbst gegeben:



    ;) :hat:
     
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  7. Nyne

    Nyne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #7
    Ok aber es ist sicherlich nicht sehr klangförderlich in einem nahezu leeren Raum aufzunehmen. Ich dachte z. B. Daran eine der Kabine mit Füßen auszustatten und aus einer 90 Grad Ecke bspw. 2 45grad ecken macht. Ihr wisst schon was ich mein oder. Quasi die Wand in die raumecke und rechte Winkel weg zu bekommen. Aus den anderen Wänden ebenfalls solche Elemente machen die man frei in den Raum stellen kann. An die Decke evtl. ein Tuch hängen das leicht nach unten gewölbt ist. Ich habe da extrem viel Spielraum. In dem Zimmer steht lediglich ein Sideboard.
     
  8. GuywithBass

    GuywithBass Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #8
    Wie sieht denn Dieser Raum aus? Ein Grundriss wäre nicht schlecht. Mit einigen Dämpfungsmaßnahmen wirst Du sicher lich mehr erreichen als mit der Kabine.

    Wenn ich mir so den Noppenschaum so an sehe, dürfte der eine Dicke um die 5 cm haben. Dämpfungswirkung für Frequenzen ist dickenabhängig. Die Dicke des Materials sollte mindestens 1/4 Wellenlänge sein. D.h wenn ich mich nicht verrechnet habe ist das Material erst so richtig wirksam oberhalb 1700 Hz.

    Gemäß Hubert Henle hat eine Gitarre einen Frequenzumfang von 65 bis etwas über 1100Hz.

    Die menschliche Stimme bleibt auch innerhalb dieses Intervalls. D.H. Du bekommst in der Kabine wundervoll viele erst Reflektionen und stehende Wellen hin aber keine Dämpfung in den oben genannten Frequenzbereich. Der wäre aber interessant. ;-)

    ergo

    Um 100 Hz zu dämpfen sind rund 90 cm Materialdicke notwendig. Dann wird es aber in der Kabine etwas eng. :-)
    --- Beiträge zusammengefasst, 03.02.16 ---
    Das kann geändert werden. Dicker Teppich dort wo man spielt und singt, Diffussioren an die Wand, ggf. ein paar bewegliche Wände mit schallschluckenden Material, ...
     
  9. Nyne

    Nyne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #9
    Also es geht mir in erster Linie darum saubere Vocals aufzunehmen. Ich will den Raum auf Sprache abstimmen. Es werden zu 90% nur Vocals aufgenommen. Kann man da spezifische Tipps geben?
     
  10. hairmetal81

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    Erstellt: 03.02.16   #10
    Ein optimierter Raum ist erstmal ein optimierter Raum...

    Fang' erstmal mit der "Basis" an - anschliessend kann man immer noch "spezifizieren".


    ;) :hat:
     
  11. Nyne

    Nyne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #11
    Ok ich werde morgen mal einen Grundgriss vom Raum machen. So weit ich kann
     
  12. The_Dark_Lord

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    Erstellt: 03.02.16   #12
    Dämpfen tust du es auch schon bei 10 cm, die Frage ist halt wie stark. Aber um einen Absorptionsgrad von 0.8 oder höher zu erreichen, sind dann tatsächlich je nach Material wohl >20 cm notwendig.
    Deshalb verwendet man für so tiefe Frequenzen auch keine porösen Absorber (außer in den Ecken wo viel Platz ist, siehe Basstraps), sondern Resonanzabsorber. Plattenschwinger und ähnliche Konstruktionen.
     
  13. GuywithBass

    GuywithBass Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.02.16   #13
    Es kommt auch wesentlich auf die untere Frequenszgrenze an, die ich versuche nachhaltig zu beeinflussen. siehe auch hier

    Zitat: "-> bei 286 Hz ist die Wellenlänge 1.2 m, 1/4 Wellenlänge ist also 30 cm (20 cm + 10 cm Luft)"

    D.h. bei 20 cm Dämmstoff mit 10 cm Wandabstand liegt die untere Grenzfrequenz bei 286 Hz. (der Kammerton a liegt bei 440 Hz). Will ich Frequenzen dämpfen, die wesentlich darunter liegen, muss mein Aufbau dicker werden, oder ich gehe zu andern Arten von Dämpfern über.
     
  14. Nyne

    Nyne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.02.16   #14
    [​IMG]

    Das hier wäre der Raum um den es geht. Alles in cm inkl. Türrahmen


    Mein Gedanke war jetzt folgendes umzusetzen:

    [​IMG]

    Alle gezackten Stellen sind mit Noppenschaumstoff beklebte Holzplatten die an der Wand befestigt werden. Auser die 3 frei stehenden im Raum. Dicken Teppich auf den Boden und eine Stoffplane an die Decke hängen. Sodass eine Art Wölbung des Stoffes entsteht.

    Was sagt ihr zu der Idee?
     
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  15. Laguna

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    Erstellt: 05.02.16   #15
    Noppenschaumstoff ist entgegen der häufigen Benutzung absolut nicht zu gebrauchen.
    Physikalisch benötigt man zur Dämpfung einer Frequenz die halbe Wellenlänge an Absorptionslänge. D.h. deine Absorber müssen mindestens so dick sein.
    Als Beispiel brauchst du für eine Frequenz mit 300Hz ca einen halben Meter Absorptionsmaterial.

    Gängiger Schaumstoff ist ein paar cm dick. Damit bedämpfst du also blos die hohen Frequenzen. Der ganze Mumpf bleibt erhalten und mulmt dann akustisch alles zu.

    Bei den Gegebenheiten würde ich keine extra Kabine zum Aufnehmen bauen, sondern alles in einem Raum lassen. Schau, das der Raum gut wird und du kannst da halbwegs gute Ergebnisse erzielen.

    Mein erster Tipp wäre die Investition in ein Messmikro. Nur so kannst du und auch andere beurteilen, wie dein Raum klingt.
    Dann das übliche Prozedere: Bassfallen/Superchunks in die Raumecken, ggf an die Kanten Wand/Decke. Dann erneutes Ausmessen. GGf behandlung der Erstreflexionspunkte mit Basotect oder anderen "guten" akustischen Materialien. Eierkartons und Schaumstoff sind keine akustischen Materialien.

    So Far...
    Laguna
     
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  16. chaos.klaus

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    Erstellt: 06.02.16   #16
    Also zuerstmal willst du mit deinem Mikro so weit wie möglich von reflektierenden Flächen weg. Das wären zum einen Wände, zum anderen auch dein Micscreen. Der taugt nix. Sorry. Ich weiß das ist blöd sowas zu hören. Leider hat Marketing eben oft nicht viel mit der Realität zu tun.

    Was du willst, ist die generelle Nachhallzeit im Raum zu verringern und zwar über einen breiten Frequenzbereich. Wie die anderen schon richtig angemerkt haben, brauchst du dazu vor allem dickes Material. Noppenschaum ist meißt zu dünn und die Noppen haben quasi null Effekt.

    Du musst eigentlich Schritt für Schritt Messungen mit einem Messmikrofon machen und die Verschiedenen Probleme des Raumes mit passenden Mitteln lösen. Der Bassbereich ist tendenziell am schwersten in den Griff zu bekommen. Eine gängige einfache und preiswerte Methode sind große Säulen aus Steinwolle in den Raumecken. Google mal "Superchunks". Natürlich muss man imer per Messung überprüfen ob man in die richtige Richtung arbeitet. Man kann nicht pauschal sagen was deine Probleme löst.

    Generell kannst du in so einem kleinen Raum nur absorbieren.

    Wenn du die generelle Akustik im Raum unter Kontrolle hast, kannst du mit mobilen Stellwänden dann je nach Anwendung die Akustik noch etwas verändern.
     
  17. Nyne

    Nyne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.02.16   #17
    Wir haben jetzt mal komplett alles umgebaut. So sieht das Ganze bis jetzt aus. Fertig is es noch nicht.
    Der Schaumstoff ist insgesamt 4cm dick. Sollte ich evtl. auf 7cm dicken Schaumstoff oder auf Pyramiden umsteigen?

    [​IMG]

    [​IMG]
     
  18. chaos.klaus

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    Erstellt: 07.02.16   #18
    Nee ... keine Pyramiden ... keine Noppen. einfach nur dicker Schaum oder Steinwolle oder Basotect. 10cm mindestens. Die Holzplatten sind eigentlich nicht nötig.
     
  19. The_Dark_Lord

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    Erstellt: 08.02.16   #19
    Wie bereits gesagt, die Form ist ziemlich irrelevant in dieser Anwendung. 10 cm dicker normaler Schaumstoff ist besser geeignet als 10 cm dicker Noppenschaumstoff, weil bei gleichen Abmessungen deutlich mehr absorbierendes Material vorhanden ist.
    Die Noppenform hat leichte Vorteile bei schrägem Schalleinfall, dies wird aber durch das weniger an Material völlig zunichte gemacht (in dieser Anwendung).
    Also:
    Dicker Schaumstoff / Mineralwolle / ...


    Zu der Sache mit dem gebogenen Tuch an der Decke:
    Schaut zwar nett aus, akustisch gesehen ist das aber absolut irrelevant, da es weder einen porösen Absorber noch eine schallharte (reflektierende) Fläche darstellt.

    10 cm Schaumstoff an die Decke (wir nennen das oft "Cloud Absorber") und passt. Diffusoren welche harte Reflexionen diffuser gestalten zahlen sich erst bei deutlich höheren Räumen aus, da Diffusoren zwingend einige Meter freien Platz brauchen um zu wirken.
    In 3 m hohen Räumen kann das ins Konzept passen, hier ist der Raum schlicht zu klein dafür.
     
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  20. Laguna

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    Erstellt: 08.02.16   #20
    Lies dir bitte nochmal ausführlich durch, was ich in dem Beitrag oben geschrieben habe. Dann kannst du dir selber ausrechnen, wie "wirksam" oder auch nicht 4cm oder 7cm sein werden.

    So Far...
    Laguna
     
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