Warum aktive Pickups (für eine Metal-Produktion mit Amp-Sim)?

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Michael Scratch

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Ich habe mal eine Verständnisfrage:

Ich produziere gerade einen Metal-Song. Ein befreundeter Gitarrist hat mir geraten, Gitarren mit einem aktiven Pickup zu verwenden (mehr Output).

Ich gehe mit der Gitarre in einen HA-73X2 Preamp und von dort ins Interface. Die Sounds mache ich mit ToneX Amp-Sim.

Bevor ich nun in den Laden renne und eine Metal-Gitarre mit aktiven Pickups kaufe (G.A.S.: Schecter Damien oder Demon, ESP LTD EC-1000 o.ä.) mal blöd gefragt: Warum aktive Pickups? Ich kann die Amp-Sim doch auch "heißer" anfahren, indem ich den Gain am Preamp höher stelle, oder nicht?

Ich habe eine Epi Paula (Studio) und eine wunderbare Reverend Buckhot. Ich habe den Eindruck, dass beide am Steg-Pickup eigentlich ganz geile Metal-Sounds liefern, wenn ich eine passende Amp-Sim (z.B. Friedman oder Mesa Boogie Rectifier) nutze.

Hier also nochmal gefragt: Wozu eine Metal-Gitarre und wozu aktive Pickups in diesem Setting?
 
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Weil aktive Pickups für viele Gitarristen gleichbedeutend sind wie: viel Output, Metal-tauglich. Mein Lieblingspickup für Metal wäre auch ein anderer (JB4).

Ich schätze EMGs für ihre Stille.
 
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Ist eine Geschmackssache...ich spiele seit Jahrzehnten Metal, und bevorzuge passive PUs, z.B. Seymour Duncan SH6 oder Black Winter.
 
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Vorsicht mit dem Gain in der ToneX Software. Das ist ein reines "Input-Gain". Damit kann man schon ein bisschen spielen, aber besser in Maßen. Nimm ggf. lieber ein geeigneteres Capture, dass gut passt.

Ich würde da für mich keinen Grund sehen jetzt deswegen extra auf aktive Pickups zu schielen. ;-)
Klar, kann man machen, muss man aber ganz sicher nicht.
 
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EMG 81 oder Seymour Duncan Blackouts zB. komprimieren ein bisschen, so dass für Rhythmus-Gitarren mit vielen Palm-Mute Single-Notes dein Anschlag etwas gleichmäßiger kommt. Gerade bei Wechselanschlag ganz nützlich. Auch der Attack ist etwas definierter, neben dem bereits erwähnten hohen Output. Aber nicht unbedingt mehr als passive Pickups. Meine SH-5 bringen abartig hohen Output.

Aber mit entsprechender Spieltechnik, braucht es keine aktiven PUs.

Der EMG 81 ist mein absoluter Fave PU und für meine Rhythmus-Gitarren-Spuren auf allen unseren bisherigen Aufnahmen das Mittel meiner Wahl.

Bin mittlerweile aber auch auf passive gewechselt und spiele aktuell in der Hauptgitarre einen Tony Iommi Sig PU und auf der anderen ein Warman Stealth.

Edit:
Und Aktive sind weniger anfällig für Störgeräusche.
 
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Geringere Störanfälligkeit und dass das Signal direkt aus der Gitte gebuffert kommt und damit verlustfrei lange Kabel treibt, kann man schon als Argument gelten lassen.

Ich bin ja kein Metaler und werde wohl keiner mehr. Jedenfalls hat mich der Kult ums Gain immer irritiert.
Irgendwann ist halt maximale Kompression erreicht. Und dann? Rechteckwelle?
What's the greater good?

Ich persönlich glaube, dass weniger Gain und Kompression oft besser klingt, sich mehr durchsetzt und weil man noch Attack hört einfach mehr Druckgefühl erzeugt.

Der Metalsong, der mehr Druck und Energie erzeugt als 'Ramble on' von Led Zeppelin ist m.E. nie geschrieben worden. Und das ist ja für heutige Verhältnisse quasi Clean.

Nur als kleiner Exkurs, ob man out-of-the-box und passiv vielleicht überraschende und letztlich bessere Ergebnisse erzielen kann.
 
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Opeth haben ihr letztes Album größtenteils mit einer Tele aufgenommen…

Danke für Euere Antworten. Bewahren mich davor, unnütz Geld auszugeben 😉
 
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Hier mal ein Vergleich von zwei im Metal oft benutzten PUs. Unbedingt auf Kopfhörer oder an vernünftigen Boxen hören. Nicht auf dem Handy.

Finde man hört sehr gut raus, was einige mit EMG 81 und klinischem Sound meinen und warum passive PUs den Ruf haben, organischer zu klingen:


View: https://youtu.be/lvkz-slhDig?si=2nXTkp3aIRty-M6z

Jetzt kann man ja einwenden, der SH-4 klingt wegen dem Alnico-5 mittiger und wärmer.

Hier der Vergleich mit dem leicht gescoopten SH-5 mit Keramik-Magneten.


View: https://youtu.be/o_o_ANuafVM?si=dsT6kEeMzbtHcpTD

Auch hier hört man den Unterschied, wenn auch nicht mehr ganz so krass.

Es kommt auch auf die Richtung an. Für Metal Spielarten mit Downtuning, schnellem Spiel mit vielen Palm Muted Notes und Galopps (Thrash, German Power Metal, Prog Metal, technical Death Metal, Metalcore), kann es schon Sinn machen, aktive PUs zu benutzen. Insbesondere, wenn man mit der eigenen Spieltechnik nicht ganz rum kommt.

Bei Metalarten, wie Sludge, Doom, US Power (nicht Iced Earth), Vintage/Retro Metal, Death Metal, Black Metal usw. würde ich eher mit passiven PUs spielen. Muss aber natürlich auch nicht.

Da hat ja jeder seine Vorlieben.

Unser andere Gitarrist mag aktive PUs überhaupt nicht, weil ihm bei ihnen die Dynamik fehlt. Kommt mit ihnen überhaupt nicht klar. 🤷‍♂️
 
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Thrash, German Power Metal, Prog Metal, technical Death Metal, Metalcore ...
Sludge, Doom, US Power (nicht Iced Earth), Vintage/Retro Metal, Death Metal, Black Metal ...

Mir wäre nur wichtig, dass Keiner die Nase rümpft über Wein- und Whisky Connoisseure, die über Südfrüchte und Kalkboden im Abgang schwärmen.

Da sind ja Jazzer mit ihrer Ausdifferenzierung Chorknaben im Vergleich....

Ich paraphrasiere... "also isch sag's Ihne ganz ehrlisch - wenn dä Lambada ned drin gewese wär, hädd isch's ned genomme..."
 
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Ich hab noch nicht mal alle Sparten aufgezählt. Wollte nur mal grob nen Überblick für das Verständnis geben ...

Screenshot_2026-02-28-18-29-58-678_com.android.chrome-edit.jpg


Ich bin allerdings definitiv kein Ordnungsfetischist, auch wenn das jetzt vielleicht so rüber kommt. 😅
 
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Finde man hört sehr gut raus, was einige mit EMG 81 und klinischem Sound meinen und warum passive PUs den Ruf haben, organischer zu klingen:
Du hast recht, der JB SH-4 gefällt mir bei den cleanen Sounds eindeutig besser als der EMG 81.ei den Zerr-Sounds kommt es imo sehr auf den weiteren Kontext an - könnte mir vorstellen, dass sich der EMG da mehr durchsetzt. Vielleicht eine Combi aus beiden: Eine Gitarre mit dem einen, die andere mit dem anderen.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Mit was für einer denn?
Fender‑Telecaster Custom aus den 1990er Jahren.
Aber die hatte "humbucker in the neck and single-coil in the bridge".

So wie meine Reverend Buckshot :cool:
 
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Eben!
Dann spiele ich mal mit den beiden, die ich habe und dann werden wir mal hören ... :hat:
 
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  • #16
Mich würd interessieren was wohl Mark Knopfer, David Gilmore oder Steve Lukather zu dieser Diskussion sagen würde;)

Ich halts mal so, für Metal braucht man keine Aktiven Pickups, und Aktive Pickups können sooo sooo sooo viel mehr als "nur" Metal.

Ich selber mag den EMG81 sehr, aber würde ihn aber nicht in jeder meiner Gitarre haben wollen. es gibt ihn auch als Splitbare Version, den EMG81TW, und den 89 bzw 89R, diese Kombi habe ich in meiner ESP Eclipse
mit dem aktiven Fishman Fluence hingegen komme ich überhaupt nicht klar, ich finde den Klang irgendwie zu sehr gepresst und kantig, und hat finde ich auch ein etwas seltsames Attack. aber andere wiederum schwören auf die, sonst wären sie auch nicht so extrem populär

und diesen "Urbanmyth" mit dem Output konnte ich nie nachvollziehen, alle meine Gitarren mit EMG Pickups die ich habe oder hatte, hatten durchwegss immer weniger Output als meine Gitarren mit Passiven Pickups.
die "originalen" Emgs haben ja ein Headroom Problem unter 9V, und schneiden deshalb die Pegelspitzen ab, ich fand diesen Soundcharakter aber immer symphatisch, Wer das nicht mochte, Abhilfe hat dann der 18V Mod geschafft, dadurch hatten die verbauten Preamps nun mehr Headroom. bzw hat dann EMG die "X" Serie rausgebracht mit neuem PreampDesign welche auch per 9V nicht mehr clippen.

Und ausserdem, man muß doch immer auch Ausreden finden um sich eine weitere Gitarre anzuschaffen, oder nicht ? :ROFLMAO::evil:
 
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  • #18
@Michael Scratch
Zu Deiner Ausgangsfrage wegen aktiv Pickup
Wurde ja eigentlich schon so gut wie alles gesagt.

Meine Erfahrung:
Das ist natürlich Geschmacksache. Wenn jedoch jemand meint, für Metal bräuchte man zwingend aktive Pickups, dann ist das kein Fakt 😉. Aktive Pickups kann man ungefähr so vergleichen, als hätte man einen passiven Pickup und würde zusätzlich einen Compressor einsetzen.

Ich spiele zu 70–80 % Metal – von Rockmetal über Speed- und Thrash Metal bis hin zu Deathmetal und alles dazwischen. Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Entscheidend sind der Verstärker und die Box.

Mit einem Rosewell-Pickup in einer Harley Benton oder einer Harley Benton mit einem Tesla-Pickup hole ich ähnlichen Metal-Sound heraus wie mit meinem ESP/LTD oder verschiedenen Ibanez-Modellen.
Am Amp schrauben ist das entscheidende.

Ich persönlich bevorzuge passive Pickups, da mir die Dynamik besser gefällt. Das sogenannte „Komprimieren“ liegt mir überhaupt nicht, weshalb ich alle meine aktiven Gitarren wieder verkauft habe.

Aber ich kenne in der Tat viele die aktiv spielen, da es halt konstanter ist.
 
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  • #19
Aktive Pickups sind ja aus der Zeit, als Amps noch nicht so viel Zerre hatten, und man versuchte mehr Zerre über den Output der Pickups zu generieren. Passive Humbucker sind da begrenzt. Für mehr Output braucht man mehr Wicklungen in den Spulen. Mehr Wicklungen bedeutet mehr Draht, das bedeutet mehr Widerstand, das bedeutet ein Verlust von Höhen. Der Sound wäre irgendwann als zu dumpf geworden. Um das Problem zu umgehen, hat man halt den Preamp davor gesetzt, um mehr Output zu erzeugen und weniger Wicklungen zu behalten.

Mit dem Fortschreiten der Technologie sind die alten Klischees aber mehr und mehr obsolet geworden. Es gibt passive Pickups mit mehr Output als aktive. Es gibt aktive Pickups mit explizit wenig Output. Selbst tonale Attribute stimmen schon längst nicht mehr pauschal.

Der einzige Vorteil der noch wirklich besteht, ist, dass die allermeisten aktiven PUs weniger Nebengeräusche erzeugen.

Jetzt pauschal loszurennen und eine aktive Gitarre kaufen, ist Blödsinn.

Auch weil:
Ich kann die Amp-Sim doch auch "heißer" anfahren, indem ich den Gain am Preamp höher stelle, oder nicht?
Genau das der Fall ist.

Und grade wenn noch eine Nachbearbeitung dran hängt. Mit einem falschen Dreh am EQ, Limiter etc. kannst du mehr kaputt machen, als man mit einem Pickup je rausholen könnte.
 
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  • #20
Ich halts mal so, für Metal braucht man keine Aktiven Pickups, und Aktive Pickups können sooo sooo sooo viel mehr als "nur" Metal.

Ich spiele seit 1991 Steinberger-Gitarren mit EMG 85, SA, 89. Und was spiele ich damit? Funk, Soul, Disco… und hin und wieder ein bisschen rockiges Material (Toto u.ä.), aber ganz sicher Null Metal. Alleine beim Vergleichen von technischen Daten sollte man ganz einfach feststellen können…

…diesen "Urbanmyth" mit dem Output konnte ich nie nachvollziehen, alle meine Gitarren mit EMG Pickups die ich habe oder hatte, hatten durchwegss immer weniger Output als meine Gitarren mit Passiven Pickups.

… genau. Es gibt haufenweise passive Pickups mit deutlich höheren Output-Pegeln. Die im Kontext mit High-Gain-Amps wunderbare Rechteck-Kurven erzeugen, mehr Overkill als Overdrive :D

Ich mag EMGs für ihre brummfreien, glockigen Clean-Sounds und die Nützlichkeit des Volume-Reglers, den ich ohne Klangveränderung benutzen kann. Und wenn ich's mal verzerrt brauche, dann ist der 85/89 sowohl in Bridge oder Neck-Position ganz wunderbar geeignet, und wenn ich knackige Zerre mit sauberer Anschlagdynamik brauche, dann sogar im Single-Coil-Modus bzw. SA.

Aktiv = EMG = Metal ist ein Klischee, das in meinen Augen viel zu schmalspurig denkt. Außer halt, dass weniger Brumm und Störgeräusche sich auch positiv auf das Klangerleben mit extrem aufgerissenen Vorstufen auswirken :)

Grüße,
Bernd
 
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