Irgendwie muß ich ja immer lachen/lächeln, wenn ich solche Dinge lese: Das Griffbrett klingt besser/schlechter als ...
Wie will jemand das testen? Wenn ich zum Beispiel eine Strat nehme. Die klingen nie gleich auch wenn sie aus einer Serie mit den identischen Ausstattungsmerkmalen stammen.
Klar ist, dass Holz ein natürliches Material ist und du auch als Instrumentenbauer einen schlechten Tag haben kannst. Aber bei relativ identischem Holz, z.B. aus einem Stamm bzw. einem Vegetationsgebiet und vergleichbarem Alter, kannst du die Unterschiede schon recht gut deutlich machen. Abgesehen davon gibt es durchaus Instrumentenbauer, die sehr geringe Serienstreuungen haben, sogar über die Jahre hinweg. Fender gehört nicht dazu, hier gibt es einfach zu viele Serien, ebensowenig aber auch manche Gitarrenbauer, die höchst individualisierte Instrumente in Handarbeit bauen.
Also müßte ich für einen Test zumindest jeweils den einen Body nehmen. Dann ist die Einpassung des Halses aber auch nicht immer identisch. Geschweigen denn das Material und die Qualität des Halses etc. pp.
Ich persönlich glaube bei all den Faktoren die Einfluß auf ein Instrument haben ist das Griffbrett noch am wenigsten relevant. Da spielen Tonabnehmer, Material und Qualität des Bodies, Spielweise und Spielvermögen des Gitarristen eine größere Rolle.
Für mich ist die Verwendung von verschiedenen Hölzern eher von praktischer bzw. optischer Natur.
Aber ich lasse mich da gerne belehren.
Nix für ungut
Ich stimme dir insofern zu, wie natürlich viele Faktoren auf den Klang Einfluss haben. Der Tonabnehmer gehört bei akustischen Instrumenten vielleicht nicht dazu ;-), aber andere Faktoren schon. Allerdings konnte man vor einigen Jahren sehr schön auf einer Larrivee-Tour sehen, wie allein das Bodyholz den Klang beeinflusst. Die Decken aller 12 Instrumente kamen vom gleichen Stamm, die Korpushölzer waren verschieden. Die Klangunterschiede waren deutlich. - Ich habe mehrere Instrumente eines einzigen Gitarrenbauers, die im Verlauf von ca. 5 Jahren gebaut wurden. Die Unterschiede im Korpusholz hören in der Regel auch Nichtmusiker im a/b-Vergleich und diese Unterschiede sind größer als die der Korpusform. (Breedlova macht aktuell eine ähnliche Tour hinsichtlich verschiedener Decken.)
Bei aus Sperrholz gebauten Balginstrumenten (Bandonions) haben wir feststellen können, dass die Verwendung von Knochenleim gegenüber Weißleim den Klang hörbar beeinflusst. Ansonsten wurden die Instrumente in CNC-Technik mit höchster Wiederholgenauigkeit gefertigt, so dass auch hier ein a/b-Vergleich möglich war. Gleiches galt auch für das Material der Stimmzungen. => Von daher gehe ich mal davon aus, dass der Unterschied zwischen Ahorn- und Palisandergriffbrettern auch bei akustischen Gitarren hörbar ist.
Damit ist nicht gesagt, dass das eine unbedingt "besser" oder "schlechter" klingen muss. Nur anders. Und letztendlich ist ein Instrument nur als Ganzes zu bewerten. Allerdings kann man schon sagen, dass man eher Fichten- oder Zederndecken favorisiert, Mahagoni-, Palisander- oder Ahornkorpusse oder was auch immer.
Interessant in diese Zusammenhang, dass die Preisunterschiede bei fertigen Instrumenten deutlich größer sind als die im Holzeinkauf. Das kann man gut bei den Holzhändlern sehen, beispielsweise bei stewmac.com