Warum Silent Stage ?

Für mich als Gitarristen einer Band, die weder InEar noch silent Stage macht, sind die kleinen Locations am herausfordernsten, bei denen die Saiteninstrumente ausschließlich über die Backline spielen müssen und es daher keinen Monitor gibt. Da ist dann auch die Bühne entsprechend klein. Ich höre den Drummer seeehr gut, den Bassisten auch, mich ein wenig und unseren zweiten Gitarristen gar nicht. Der hört mich dann natürlich auch nicht. Zum Glück ist unser Zeug nicht so kompliziert und wir sind gut eingespielt, das geht dann schon, aber richtig toll ist es für uns Musiker in so einer Location eben nicht. Das Gegenteil von silent Stage sozusagen. Da wäre IEM aber ja auch keine Lösung.
 
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wenn der Drummer direkt neben mir in die Becken haut und das einzige was ich vom Rest der Band habe sind Kopfhörer (wo auch noch Drums mitlaufen) ist es für mich als Gitarrist nicht ausgewogen. Dann muss ich den IEM Mix so laut fahren, dass es (m.E.) ungesund wird.
Gute Inears dichten entsprechend ab. Ich würde bei ausgeschaltetem Bodypack die Drums selbst direkt neben mir kaum hören. Definitiv nicht so gut, dass ich dem Takt folgen könnte. Dementsprechend niedrig ist auch der Pegel auf meinem Inear. Wirklich - ohne Untertreibung - Zimmerlautstärke.

Abgesehen davon würdest du auf der Bühne ja nach der Logik auch einfach mit Pegel gegen die Drums kämpfen bis zu einem Gesamtpegel bei dem der Mix aus Gitarre und Drums dann „ausgewogen“ ist.

Selbst schlechte Inears dichten ab. Dementsprechend würde ich sogar so weit gehen, und sagen, dass der Pegel mit IEM aus dem Grund nahezu immer niedriger sein kann/könnte, als mit Wedges.

Bitte geh doch auf meine Zitate in Post 57 noch ein.
 
Ich finde, dass SilentStage bzw. digitale Lösungen mit IEM gerade auch im Probenkontext eine super Sache ist. Sehr viele von uns werden mehr Bandproben als Live-Shows haben und das macht es für alle (Musiker und Nachbarn) deutlich einfacher.

Ansonsten sollten wir einfach mal wieder raus aus unserem Elfenbeinturm. ;) Sind nicht die Shows in einem kleinen Club ohne Bühne mit einer PA, die gerade noch den Gesang schafft und motivierten Zuschauern, die auch noch teilweise hinter dem Schlagzeug stehen müssen/wollen und trotzdem abgehen, die besten Shows? Oder ist das ein Genre-Thema?:rock:
 
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Ich würde bei ausgeschaltetem Bodypack die Drums selbst direkt neben mir kaum hören.
Ja krass!
Weiß nicht was du nutzt, aber ich würde die Drums mit komplett geschlossenen Ohren (Finger drauf) noch sehr gut hören.
Selbst schlechte Inears dichten ab. Dementsprechend würde ich sogar so weit gehen, und sagen, dass der Pegel mit IEM aus dem Grund nahezu immer niedriger sein kann/könnte, als mit Wedges.
Ja niedriger als aus den Wedges, aber nicht niedriger als mit Gehörschutz. Du glaubst doch nicht, dass ich direkt neben den Becken ohne Stöpsel stehe. Das übersteht niemand.

Bitte geh doch auf meine Zitate in Post 57 noch ein
Welche Zitate? Post #57 ist nicht von dir.
 
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Ein Jazz-Schlagzeuger würde ein e-Drum ablehnen. Mag gut sein für Hardrock, aber die Möglichkeiten, die ein akustisches Set bietet, bietet kein E-Drum ... nicht mal ansatzweise. Brushes, Rods, Mallets ... Auf Teilen des Schlagzeugs spielen, die eigentlich ursprünglich nicht dafür gedacht waren (Rim, Kesselrand, Ständer), ...
Die Jazzschlagzeuger, die ich kenne, können aber so leise spielen, dass ich sogar mit der unverstärkten Nylon Akustik daneben spielen könnte.

Selber nutze ich kein InEar, sondern spiele mit dem Modeler in die PA und habe meine Gitarre zusammen mit den anderen Signalen auf dem Monitor. Ich brauche also keinen extra Gitarrenamp, den ich auch noch schleppen müsste.
Allerdings ist usnsere Bühne auch so Silent, dass wir die Percussion nicht auf dem Monitor brauchen und als Trio stehen wir nicht so weit auseinander, dass wir uns auf jeden Fall gut hören. Und der / bzw die Monitore sind so passend eingestellt, dass das zum unverstärkten Sound der Percussion passt.
Bei unseren eher kleinen Locations ist ohnehin noch viel Direktschall im Spiel.

Was richtig nervt sind Bands, bei denen die Bühnenlautstärke so hoch ist, dass die Backline und die Monitore schon eher zu laut sind. Ich hab mal eine Band gehört, da hat der Schlagzeuger so reingedroschen, dass die Becken alles niedergeknüppelt haben - und der Tontechniker hatte die Overheads schon komplett unten.
InEar hat für den Sound schon viele Vorteile, solange auf der Bühne nichts wirklich sehr laut ist. Für das Publikum ist es gleich viel weniger Matsch.
Und wenn es - wie im Eingangspost beschrieben - nicht richtig vorne ankommt, dann ist das kein In-Ear Problem, sondern ein Mischerproblem.
 
Zuletzt bearbeitet:
Volle Zustimmung! 😊
Was ich gerne noch ergänzen würde: Sehr einfache Anpassung an die Lautstärkewünsche des Veranstalters/Auftraggebers 👍
Steht und fällt auch alles mit der Beherrschung der Technik: Einer der wenigen Gigs, die ich (und mein Mitgitarrist) voll digital gespielt habe, war so eine typische Jam-Session, wo eine Gastband (in dem Falle wir…) eingeladen wurde, um ein kurzes Set zu spielen und dann geht es in eine Session über…
Den Mix hat da der „Vereins-Toni“ -gar nicht schlecht- gemacht. Anschließend wurden wir aber von dem Cheforganisator ziemlich angemault, weil sie „schon lange nicht mehr so laute Gitarren auf der Bühne hatten“… :nix:

Weder der eine noch der andere Weg ist hier IMO ein Garant oder Ursache für guten oder schlechten Sound. Es sind einfach unterschiedliche Wege, wo im Falle von Silent Stage und digital, es (am Ende) sehr komfortabel sein „kann“.
Der Weg dahin ist aber auch mühsam und erfordert eine Menge Zeit und Abstimmung, was sich eben IMO nur dann auch lohnt, wenn man regelmäßig Gigs mit entsprechenden Randbedingungen spielt.
 
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Weiß nicht was du nutzt, aber ich würde die Drums mit komplett geschlossenen Ohren (Finger drauf) noch sehr gut hören.
Angepasste Vision Ears.

Ja niedriger als aus den Wedges, aber nicht niedriger als mit Gehörschutz. Du glaubst doch nicht, dass ich direkt neben den Becken ohne Stöpsel stehe. Das übersteht niemand.
Kommt wohl auch drauf an, wie hart euer Drummer reindrischt. Wenn er spielt, wie Asterix mit Zaubertrank, ist das grundsätzlich schonmal eher suboptimal. Das will immer niemand (zumindest nicht die Drummer) hören, aber leiser spielen wäre hier angesagt, ob nun Silent Stage oder nicht. Wenn ihr deshalb mit Gehörschutz spielen müsst, werden die Bühnenpegel ja noch lauter.
Welche Zitate? Post #57 ist nicht von dir.
sorry, #54
 
Ob Silent Stage oder nicht, ist uU. kein so großer Unterschied, wenn alle Instrumente vernünftig abgenommen sind.
Meiner Meinung nach macht es genau dann keinen Unterschied, wenn sich alle Musiker sowie der FOH diszipliniert und professionell verhalten, das ist aber selbst bei (Semi)Profis nicht immer der Fall 😉
Wir fahren seit vielen Jahren mit der Hochzeitsband, mit einer Kirchenband sowie mit einer Musical-Band den Ansatz "Silent Stage" und das hat sich extrem bewährt. Beim InEar-Check ist es für viele im Publikum immer eine witzige Situation, wenn alle mit vollem Einsatz spielen und man von außen nur die Stimmen, A-Gitarre und das Klappern vom E-Drum hört 🤣

IEM ist nicht gleich Silent Stage!
Das ist eine wichtige Klarstellung: IEM geht auch ohne Silent Stage, Silent Stage funktioniert aber nicht ohne IEM. Und dann gibt es bei größeren Veranstaltungen ja auch den Ansatz, klassisches Monitoring mit IEM zu kombinieren. Bei größeren Stadtfesten etc. eine coole Sache.

Da wäre IEM aber ja auch keine Lösung.
Warum nicht? Zumindest die Musiker hätten dann einen ausgewogenen Sound, das hilft schon mal viel! Erfahrungsgemäß ist dann auch die Toleranz für kleine Veränderungen bei Sound und Lautstärke etwas größer, wenn sich jeder selbst erstmal super hört.

Steht und fällt auch alles mit der Beherrschung der Technik
Das stimmt natürlich! Das gilt aber für alle Varianten. Das geht schon viel früher in der Kette los. Ein schwammiger überladener und nicht sauber frequenzaufgeteilter Mix wird bei allen Varianten schlecht klingen 😊
 
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Ich habe mich jetzt nicht durch alle Antworten und Beiträge gelesen aber werde trotzdem meinen Senf dazu geben. (Vielleicht wurde das eine oder andere schon gesagt/geschrieben)

Ich komme aus einer Zeit, da noch mit (mindestens) Halfstacks oder größer gespielt wurde. Kann mich noch gut an einen damaligen Basser erinnern mit 8x10er Boxen.
Inzwischen habe ich deutlich abgespeckt und das hat mehrere Gründe:
1. Der ganze Amp- und Boxenkram bekommt meinem Rücken nicht mehr
2. Inzwischen spiele ich hauptsächlich in Clubs
3. Die Technik ist inzwischen soweit voran geschritten, das ich für gute Sounds keine Stacks mehr brauche

Meine aktuelle "Soundmaschinen" sind (je nach Location) ein Blackstar St. James mit einigen Tretern davor oder ein Kemper Player mit Marshallbox (2x12 oder 4x12) und Effektrack.
Wobei ich immer beides dabei habe. Egal was ich dann einsetzte, ich habe dann immer auch Ersatz (Havarie-Amp).

ABER: Ich habe immer noch einen Amp bzw. Box auf der Bühne. Das Soundgefühl beim spielen über einen Amp ist durch Gitarrensounds die über Monitore zurück kommen nicht zu ersetzen.
Zumal der Sound der vom Mixer zurück kommt nicht meiner ist, sondern der des Mischermanns/-frau.
Wir haben keine "Silence Stage" und wollen sie auch nicht. Wir spielen mit gemischten Monitorsystemen - soll heißen: Drummer, Keyboarder und Sängerin arbeiten mit InEar und Basser und Gitarre mit Floormonitoren.

Wenn der Mischermann gut ist, dann ist das alles kein Problem. Das lauteste ist immer ein Naturdrumset an dem sich der Rest orientieren muss. Dabei ist es egal ob mit Monitoren oder mit InEar gearbeitet wird.
Um die Lautstärke zu reduzieren sollte man auch an der Aufstellung der Amps und Boxen arbeiten - also z.B. nicht so ausrichten, das nach vorne abgestrahlt wird. Mein Amp steht immer (schon seit Jahren) neben mir und strahlt in die Bühne und nicht in den Zuschauerraum.

Ich brauche die Rückmeldung (auch körperlich) von einen Amp bzw. Box neben mir.

Natürlich wird fast jeder Clubbesitzer beim Soundcheck aufschreien "Viel zu laut", aber wenn der Club dann voll ist sind alle zufrieden (manche wollen dann noch lauter).
Manchmal Frage ich mich ob Clubbesitzer nicht lernfähig sind ;o)

Rock on!
 
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Nochmal: Wie genau begründest du diese Pauschalaussage?
Ich sage, dass das Problem beim Silent Stage die Drums sind, weil man akustische Drums nicht leise drehen kann. Gitarren kann man beliebig leise drehen. Das ist keine Pauschalaussage.

Warum? Aus Bosheit? Aus Prinzip?
Meist wird das Drumset doch ohnehin abmikrofoniert.
Warum soll die Gitarre keine akustische Präsenz auf der Bühne haben? Aus Bosheit? Aus Prinzip? :ROFLMAO:

Kommt auf den Mix, und die Kopfhörer an. In meinem Fall mit angepassten Hörern, entsprechender Dämpfung, und einem guten Stereomix: Sehr sehr leise.
Wenn ihr deshalb mit Gehörschutz spielen müsst, werden die Bühnenpegel ja noch lauter.
Du spielst doch auch mit Gehörschutz 👆;)

Noch Mal, zur Klärung:

ich habe nichts gegen IEMs. Ich habe nicht mal was gegen Silent Stage (wenn's den silent wäre). Ich habe was gegen Handlungen ohne klaren Konzept und ich habe was gegen Bands, die Mitgliedern was aufzwingen wollen. Silent Stage macht man in der Regel, damit der Mischer es einfacher hat: wenn alles zu laut ist, dann Pfeifen die Mics, Gitarren kommen über Mics der Sänger durch, die Bass Drum dröhnt und die Becken rasseln wenn der Basser reinhaut etc. Alles sch****. Das Szenario muss man vermeiden. Die Lautstärke muss runter! Es muss aber nicht silent sein. Ein bisschen Bühnenpegel darf schon sein. Bei einer leiser Jazzband macht es m.E. überhaupt keinen Sinn silent zu gehen, außer die Musiker das selbst wollen, weil es eben für sie bequemer ist (weniger zu schleppen z.B. etc.). So. Wenn ich nun aber in einer lauten Rockband spiele und die Band sagt ich (Gitarre) soll silent gehen und der Drummer macht mir mit seinem Akustikset das Leben schwer, dann sage ich halt nein! Aussagen wie e-Drums klingen sch**** ist sehr subjektiv. Ich mag meine Gitarre auch nicht exklusiv auf Kopfhörer haben: finde ich sch***. Und deswegen spiele ich nicht silent stage, wenn nicht alle silent sind. Das ist nicht aus Prinzip: das ist weil das für mich persönlich nicht funktioniert. Und noch zur Info: ich bin derjenige, dem immer gesagt wird, er soll lauter drehen. Ja, sogar von Mischer. Mein Amp ist meist zu mir (meist von der Seite, als Monitor) gedreht und ich möchte mich gerade so hören können, dass ich spielen kann. Zu viel Lautstärke ist nicht das Problem bei mir: wenn's insgesamt zu laut ist, hört man mich aus der Publikumsperspektive i.d.R. noch nicht mal ordentlich. Ich sehe also keinen Grund (für mich) in dem Moment silent zu gehen. Das ist meine persönliche Meinung, und genau danach wurde im Post #1 gefragt. Jeder darf aber wie er/sie will. :prost:
 
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Sehr einfache Anpassung an die Lautstärkewünsche des Veranstalters/Auftraggebers
Prinzipiell ist da was dran. Wenn aber ein Veranstalter ne Live-Band bucht, dann aber Wohnzimmerlautstärke erwartet, soll er sich doch nen DJ buchen oder Vollplayback mit Musiker-Imitaten auf der Bühne. Ich hab da ehrlich gesagt keine Lust drauf.
Und wir sind als Musiker eh so oft die, von denen erwartet wird, am besten noch umsonst für Ruhm und Ehre zu spielen, dass ich in puncto Lautstärke nicht auch noch Zugeständnisse sehe, außer eben nicht zu eskalieren. Aber das sollte eh selbstverständlich sein 😀
Ich sage, dass das Problem beim Silent Stage die Drums sind, weil man akustische Drums nicht leise drehen kann.
Nope, nicht die Drums, sondern die Drummer, die weder adäquat spielen noch stimmen können, und manchmal auch gar nicht wollen. :giggle:
 
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Ich finde hier treffen wieder Extreme voller Ideologie aufeinander. Die eine Fraktion, die sagt Rockmusik muss laut sein und "es muss Luft bewegt werden", und jetzt hier, die Silent Stage Fanatiker.
Ich denke richtig ist ein Mittelweg der für Musiker und Publikum pragmatisch und wo beide sich wohlfühlen.
 
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Oh Mann, was ist nur aus "uns" geworden??? :oops: :cry:
Früher waren voll aufgedrehte 100Watt Marshall Fullstacks völlig normal und heute ist schon eine kleine Gitarrenbox auf der Bühne schon zu laut (ja keine Schallquellen!).... mimimi...

Weswegen macht ihr Musik? Wegen der Leidenschaft, wegen "Ruhm und Ehre", wegen Kohle, vielleicht weil man nach dem Gig eine abschleppen kann, etc... oder warum?

Bei einer professioneller Band, in der die Musiker von der Musik leben kann ich Silent Stage verstehen. Wenn man von der Musik lebt, kann man sich nicht jeden Gig aussuchen; da muß man manchmal halt "Hure" sein . Manchmal sagt der Veranstalter an, ob Silent Stage oder nicht (wobei diese Vorgabe im seltensten Fall vom Veranstalter kommt), bzw. manche Veranstaltungen erfordern Silent Stage (ich mag es nicht abkürzen), Dinner, etc... wo die Leute sich dabei unterhalten wollen und die Band lediglich als Hintergrundbeschallung dient; obwohl es früher ja auch Veranstaltungen ohne Silent Stage und mit leiser Musik gab. Damals konnten die Musiker noch ohne Silent Stage leise spielen, wenn es erforderlich war ;)

Wie ich schon in meinem Eröffnungsthread bemerkt habe, die Zeit der 100Watt Marshall Fullstacks ist vorbei (außer vielleicht Stadtfeste mit einer Bühnenbreite von 8-10 Meter) aber da auch nur wegen der Optik. Guter Sound geht auch mit viel weniger.
Ist es nicht geil, den Schub zu spüren und eine geile Feedbackorgie bei Soli zu abzuziehen??? Ich glaube, mit Silent Stage geht das gar nicht. Das ist wie f. mit Gummi.
Die traurige Wahrheit ist: die Musiker - die einst rebellischen Rocker - sind bequem und faul geworden; das ist meine Meinung ;). Sie denken, daß es dem Publikum eh sch.egal ist, ob und was auf der Bühne tönt; sie checken es ja eh nicht (leider wahr!). Die 1-2% Musikerpolizei kann einem auch egal sein, also warum die Schlepperei?
Ich nehme mich da nicht heraus. Den 100W Marshall + 4x12er nehme ich nur, wenn die Bühne es erlaubt - früher habe ich in jeder Kellerkneipe und in jedem kleinen Club damit gespielt. Mittlerweile spiele ich auch über kleines Besteck, welches aber immernoch reicht, um gegen ein Naturschlagzeug anzustinken.

Wenn aber ein Veranstalter ne Live-Band bucht, dann aber Wohnzimmerlautstärke erwartet, soll er sich doch nen DJ buchen
100% Zustimmung!

oder Vollplayback mit Musiker-Imitaten auf der Bühne.
Schlimm; gibt auch genügend Bespiele dafür! Ich selbst habe mich mal auf sowas eingelassen; hatte eine Boss GT-10 Fußleiste vor mir, die lediglich als "blaues Licht fungierte" und das komplette Programm kam vom Sequenzer. Manchmal sogar die beiden Hauptgesänge. Stolz drauf bin ich nicht.


Die eine Fraktion, die sagt Rockmusik muss laut sein und "es muss Luft bewegt werden",
Unser Drummer sagt, daß ein Drumset hart geprügelt werden muß, wenn es ordentlich klingen soll. Merke: wir reden hier von Rockmusik, 80er Rock/Hardrock, ein bißchen old school Metal.
Er hat es auch vorgeführt. Ja, leise gespielt klingt ein Drumset anders. Nicht nur leiser, sondern ganz anders von der Klangfarbe...irgendwie lahmarschig. Für Rockmusik muß man das Schlagzeug also hart und laut spielen und das gibt schon mal die Grundlautstärke vor. Die anderen Instrumentalisten sind somit gezwungen so weit aufzudrehen, daß sie sich gut hören.
 
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Unser Drummer sagt, daß ein Drumset hart geprügelt werden muß, wenn es ordentlich klingen soll. Merke: wir reden hier von Rockmusik, 80er Rock/Hardrock, ein bißchen old school Metal.
Er hat es auch vorgeführt. Ja, leise gespielt klingt ein Drumset anders. Nicht nur leiser, sondern ganz anders von der Klangfarbe...irgendwie lahmarschig. Für Rockmusik muß man das Schlagzeug also hart und laut spielen und das gibt schon mal die Grundlautstärke vor. Die anderen Instrumentalisten sind somit gezwungen so weit aufzudrehen, daß sie sich gut hören.
ja, schlagzeug ändert den klang, wenn man die härte des schlags ändert.
es gibt einen optimal klang der trommel, schlägt man härter, komprimiert diese.
für meine ohren klingt das nicht schön, aber viele trommler mögen diesen komprimierten ton und schlagen deshalb hart zu.
 
Oh Mann, was ist nur aus "uns" geworden??? :oops: :cry:
Früher waren voll aufgedrehte 100Watt Marshall Fullstacks völlig normal und heute ist schon eine kleine Gitarrenbox auf der Bühne schon zu laut (ja keine Schallquellen!).... mimimi...
Nein! Früher hat eine leise Laute ganz ohne Verstärkung gereicht, um die Holde zu bezirzen. Vielleicht hilft der Hinweis, das ganze Thema nicht so absolut zu sehen, und sich nicht ganz so alt zu fühlen… 😉
 
Das ganze muss IMO auch nicht so schwarz-weiß gesehen werden. So machen wir im Probenraum regelmäßig auch Probenmitschnitt. Da kann heraus, dass mein Gitarrenampmikro schon unschön viel Schlagzeug Lärm einfängt.
Da stelle ich mich nicht hin und maule den Schlagzeuger an, er solle mal E-Drums spielen, sondern habe mir ein DI-Signal mit IR-Loader gebastelt, was nun zusätzlich zum Mixer geht. Ein Problem gelöst.
Es muss auch nicht Silent Stage sein, aber eben auch nicht „ohne Gehörschutz bist du tot“…
 
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Früher hat eine leise Laute ganz ohne Verstärkung gereicht, um die Holde zu bezirzen.

Nicht immer! ☝️

Laute.jpg
 
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Für Rockmusik muß man das Schlagzeug also hart und laut spielen und das gibt schon mal die Grundlautstärke vor. Die anderen Instrumentalisten sind somit gezwungen so weit aufzudrehen, daß sie sich gut hören.
Leise spielen ist einfach auch schwieriger, als laut spielen. Oft liegt es daran, dass der Drummer schlicht leise nicht gut spielen kann.
Ein Naturgesetz ist das trotzdem nicht. Unser Drummer spielt sehr leise und mit dünnen Sticks. Das Set ist voll abgenommen (allein schon fürs IEM). Wir spielen auch Rock, und werden für unseren Gesamtsound schon häufig gelobt. Ich will damit sagen: Pauschal kann man solche Aussagen einfach nicht stehen lassen.

Warum muss es eigentlich immer alles schwarz oder weiß sein? Ist doch alles gut, jeder kann so spielen, wie er eben spielen will? Warum müssen Silent Stage gleich als Warmduscher oder „Classic“-Stager als „Rückständler“ angesehen werden? Warum muss jede Gegenseite immer völlig totargumentiert und die eigene Position als heiliger Gral gesehen werden? Warum die Argumente immer pauschalisieren? Die Wahrheit ist doch fast immer: „Es kommt darauf an“. Auf die Locations, PA, Tontechniker, Wünsche des Musikers, Genre, Instrumentierung, Monitoring, Bühnengröße, Optik, Umbauzeiten,…..

Beide Konzepte sind ok, und können funktionieren. Beide haben ihre spezifischen Vor-/ und Nachteile. Ich PERSÖNLICH finde, dass FÜR UNS die Vorteile einer Silent Stage weit überwiegen, aber als einzig wahre Lösung würde ich es nun nicht sehen. Jeder kann doch schlicht spielen wie er will. :prost:
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Das ist wie f. mit Gummi.
Was ist nur aus den Leuten geworden, solche Spießer, das echte Rockstarleben ist doch ungeschützt… oder nicht? :rolleyes:
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Du spielst doch auch mit Gehörschutz
Korrekt, ich muss aber den Bühnenpegel nicht erhöhen, um trotz Gehörschutz was zu hören.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Warum soll die Gitarre keine akustische Präsenz auf der Bühne haben? Aus Bosheit? Aus Prinzip? :ROFLMAO:
Meine Frage hast du nicht beantwortet? Die Drums sind eben die physikalische Schnittstelle zum Drummer. E-Drums spielen sich da völlig anders. Vermutlich deshalb spielen wenige E-Drums. Ein Amp oder Modeller ist da wesentlich problemloser zu wechseln.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ich sage, dass das Problem beim Silent Stage die Drums sind
Okay, aber wo ist das Problem, wenn die Drums akustisch erstmal lauter auf der Bühne sind, als der Rest, wenn alles beim Publikum passt?
 
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Die traurige Wahrheit ist: die Musiker - die einst rebellischen Rocker - sind bequem und faul geworden; das ist meine Meinung ;). Sie denken, daß es dem Publikum eh sch.egal ist, ob und was auf der Bühne tönt; sie checken es ja eh nicht (leider wahr!). Die 1-2% Musikerpolizei kann einem auch egal sein, also warum die Schlepperei?
Das ist eine mögliche Interpretation.
Eine andere ist, dass das Bewusstsein für gesundheitsgefährdende Schalldruckpegel und die Ansprüche sowohl an den Gesamtsound, als auch an den individuellen Monitorsound gestiegen sind. Der initiale Aufwand für ein gut funktionierendes IEM-System mit Simulationen statt "echter" Amps und Boxen ist aus meiner Sicht deutlich höher, als für den traditionellen Ansatz. So viel weniger wird die Schlepperei nicht, wenn man das IEM-Rack, eigene Mikros und Subcores/Kabel etc. mit berücksichtigt. Meine These ist, dass viele die diesen Weg wählen, es nicht nur tun, weil sie es bequemer haben möchten, sondern weil sie davon überzeugt sind, dass das Ergebnis in Summe besser ist.
Wenn wir dann über Dinge wie Backingtracks, Cues, Click und synchron gesteuerte Lichtsshows reden, ist das mit einem traditionellen Ansatz kaum noch umsetzbar. Auch die Erwartungen an eine Rock-Show entwickeln sich weiter und ebenso das technische Umfeld.

Für mich persönlich hängt der Genuss sowohl als Gast, als auch als Musiker stark davon ab, ob die Lautstärke sich in einem für mich angenehmen Bereich bewegt. Das ist ein sehr subjektives Befinden und mein Wohlfühlbereich liegt meiner Einschätzung nach weiter unten, als bei vielen anderen. Als Mischer tendiere ich auch dazu, so leise wie möglich zu mischen, auch wenn es mir nicht immer gelingt, die Lautstärke auf meinen Zielwert zu senken. Bis auf einen Fall hatte ich trotzdem noch keine Beschwerden, dass es zu leise wäre. Und in diesem Fall gab es realitätsferne Vorgaben zum Schalldruckpegel seitens der Stadt, ich durfte also nicht lauter.

Eine tatsächliche "Silent Stage", also ohne akustische Quellen auf der Bühne (von Gesang abgesehen) habe ich selbst noch nicht erlebt. Meine Erfahrungen mit E-Drums sind auch begrenzt. Auf Basis derer, die ich hatte, sehe ich da aber auch eine deutliche Abweichung im Sound zu einem akustischen Drumset.

Ein Aspekt bei IEMs und Drums scheint mir aber, dass durch deren akustische Isolation die Lautstärke der Drums durch die Drummer selbst schlechter einschätzbar wird und damit die Tendenz besteht, lauter zu spielen. Teilweise baue ich Overheads nur fürs IEM auf, damit die Drummer etwas Rückmeldung darüber bekommen, was sie gerade dem Rest an Lautstärke zumuten.
 
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