Also ich fand den Einwand lächerlich.
Ein Wort ist ein Wort, ist ein Wort. Wer dieses Wort in der Vergangenheit benutzt hat, ist uns allen klar, der Zusammenhang in dem dieses Wortes benutzt wurde, ist allen klar.
Das Wort wurde im Übrigen auch schon weit vor dieser Epoche benutzt ( nicht Autobahn...)
Aber Worte zu katalogisieren und zu meinen, daß diese dann in unserem Wortschatz aufgrund historischer Erscheinungen zu meiden sein müssen, ist wirklich anmaßend. Das hat was vom obersten Historienwächter.
Ich bin auch der Meinung, daß man als Bürger dieses Landes sich der Geschichte dieses Landes bewußt sein soll und die Verantwortung trägt, daß ähnliches nicht mehr passieren darf.
Jedoch empfinde ich zu keinerlei Zeitpunkt Schuldgefühle wegen der Ereignisse ( wie auch? Ich wurde erst knapp 35 Jahre danach geboren ) noch hatte ich jemals Tendenzen, diesem Gedankengut zu verfallen.
Man sollte also bei dem Thema endlich mal etwas runterkommen und nicht bei jedem Wort, daß mal im Zusammenhang mit dem Nazi-Reich gefallen ist, eine Panikattacke bekommen.
Wie gesagt, eine verantwortungsbewußte und feinfühliger Umgang mit der Vergangenheit dieses Landes ist notwendig, jedoch mißfällt mir der Gedanke, wenn indirekt gefordert wird ( und das schließe ich aus solchen Diskussionen um
Wörter ), daß der Schuld
komplex von einer Generation auf die nächste weitergegeben werden soll.
Man sollte lieber schauen, wie das ungezwungene Zusammenleben zwischen Deutschen und Juden besser funktioniert.
Ich habe oftmals einfach das Gefühl, daß man Juden einfach als Juden ( also praktisch als "anders" ) wahrnimmt und nicht einfach als den Mitbürger von nebenan.
Das wär nämlich wirklich mal erstrebenswert, daß die Gesellschaft zu dem Punkt kommt, wo man bei der Begegnung mit jüdischen Mitbürgern, ihren Geschäften, ihren Synagogen nicht als Erstes an die "andere" Religion, Kultur und die Vergangenheit denkt, sondern daß diese als Teil des Alltags nicht mehr bewusst in den Köpfen wahrgenommen werden, sondern mit der Umgebung verschmelzen. Schwülstig ausgedrückt, aber ich denke, ihr wisst, was ich meine. Sowas nennt man dann wohl Integration.
Mit der ständigen Debatte um Schuld, Wortwahl usw. tragt man nicht gerade dazu bei, daß sowas jemals stattfinden wird. Das Traurige daran ist, daß anscheinend von beiden Seiten ( im Übrigen schrecklich, daß es dabei eben zwei Seiten gibt und nicht nur ein Gemeinsames ) bei einigen Leuten das Interesse da ist, dieses "anders sein" aufrecht zu erhalten.
Also:
"Wer ständig nur zurückblickt, wird von der Gegenwart überrollt."