Wender in C/E.

von Torquemada, 09.08.19.

  1. Torquemada

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    Erstellt: 09.08.19   #1
    Salü! Hering stellt Wendermundharmonikas in C/G und in C/E her (und vielleicht noch andere, keine Ahnung). Die in C/G verstehe ich. Wofür aber sind die in C/E da? Für welche Musik sind die gedacht? Im Internet habe ich bisher nichts dazu gefunden.

    Ich kann ein paar Vermutungen aufstellen, aber vielleicht weiß es ja auch jemand. :-)
     
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  2. Lisa2

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    Erstellt: 09.08.19   #2
    Diese Kombination hatte ich als Wender so noch nicht in der Hand. Auch auf der Kreuzwender nicht. Auf der sind C-D-F-G-A-B montiert.
    Kannst Du bitte einen Link zur Kanzellenbelegung posten oder die Kanzellenbelegung aufschreiben, damit ich mir ansehen kann, ob und wenn ja wie der Tonraum der beiden Harps gegeneinander versetzt ist? Ich würde dann gerne mit spekulieren. :-)

    Kennst Du die C/F-Kombination? Die ergibt völlig andere Möglichkeiten, als die C/G-Kombination.
     
  3. Torquemada

    Torquemada Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.08.19   #3
    Ich habe hier vor mir eine kleine (2x32, nur acht Kanzellenblöcke pro Seite statt je zehn). Das ist eine ansonsten normale Oktavmundharmonika.

    Auf der einen Seite janz normal C-Dur (ich hab die Tonnamen runteroktaviert, um die ganzen Striche zu sparen):

    EGcegc'e'g'
    GHdfahd'f'
    Auf der anderen Seite ganz normales E-Dur, eine große Terz höher:

    GisHegishe'gis'h'
    Hdisfisacis'dis'fis'a'
    Nee, kenne ich nicht. Müsste doch völlig identisch sein mit einer C/G, nur alles eine Quarte höher.
     
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  4. Lisa2

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    Erstellt: 10.08.19   #4
    Das habe ich früher auch gedacht. Jedoch stehen die Tonleitern anders zueinander. C ist die Haupttonart und F die Ergänzung. Damit lassen sich ganz andere Melodien realisieren, als mit der C/G Kombination.

    C/G - Tonika + Dominante
    C blasen e g c1 e1 g1 c2 e2 g2 Tonika mit Umkehrungen
    C ziehen g h d1 f1 a1 (h) d2 f2 Dominante und Subdominantparallele

    G blasen g h d1 g1 h1 d2 g2 h2 Dominante mit Umkehrungen
    G ziehen a d1 fis1 a1 c2 e2 (fis2) a2 Subdominantparallele mit #4 und Tonikaparallele

    Es gibt Melodien, in denen zwischendurch zur Tonart der Dominante gewechselt wird. Da taucht dann in C-Dur das Fis auf und man spielt auf der G-Seite


    C/F - Tonika + Subdominante


    C blasen e g c1 e1 g1 c2 e2 g2 Tonika mit Umkehrungen
    C ziehen g h d1 f1 a1 (h) d2 f2 Dominante und Subdominantparallele

    F blasen a c1 f1 a1 c2 f2 a2 c3 Subdominante mit Umkehrungen
    F ziehen c1 e1 g1 bb1 d2 (e2) g2 bb2 Tonika und g-moll

    g-moll lasse ich aus der Betrachtung heraus.
    Interessant ist das a in der Subdominante (F blasen)
    Es gibt eine ganze Reihe Volkslieder, die den Tonraum g a h c d e f g ... haben. Der Grundton sitzt in der Mitte. Da man auf den großen Tremolo oder Oktavmundharmonikas nicht benden kann, um an das a heran zu kommen, wechselt man für das a auf die F-Seite. Auf einer einfachen Wender erfordert das viel Geschick. Auf einer 6er-Kreuzwender muss man über eine Mundharmonika springen, das ist einfacher als die 180°-Wende. Noch einfacher funktioniert die Kombination, wenn man 2 Mundharmonikas übereinander hält (Doppeldecker ;-) )

    C/E - Kombination
    Hast Du das nur für die C-Seite oder für beide Seiten gemacht? Das ist für die Kombination der beiden Mundharmonikas von großer Bedeutung.
    Da Du schreibst
    gehe ich mal davon aus.

    Da muss ich mal drüber nachdenken. Im Moment weiß ich den E-Dur-Dreiklang mit dem gis nur unzureichend einzuordnen. Es gibt Melodien in C-Dur, in denen mittendrin plötzlich ein gis auftaucht. Z.B. "Lobet den Herren, alle die ihn ehren" steht in einer alten Mundorgel. Der Tonraum ist c d e f g/gis a h c d. Wenn ich meine Bluesharps in C und E als Doppeldecker nehme, funktioniert die Melodie in der Kernoktave. Sie klingt aber nicht mit "breiten" Akkorden sondern nur mit sparsam eingesetzten Terzklängen. Einzig für das gis wechsel ich auf die E-Harp. Den Rest ausschließlich auf der C-Harp spielen, klingt an manchen Stellen schräg, wenn man nicht aufpasst und rechtzeitig zum Einzeltonspiel wechselt. Spielt man auf den kompakten Bluesharps, kann man auch noch eine G-Harp dazu nehmen und ausprobieren, bei welchen Wendungen deren Akkorde bzw. Terzparallelen passen. Das habe ich gerade mal ausprobiert.
    Wie dem auch sei, dafür kann die C/E Kombination wohl nicht gedacht sein. Für einen einzigen Ton auf die andere Seite springen ... ? ... Wohl eher nicht.
    Aber vielleicht gibt es andere Melodien, bei denen so ein Wechsel für längere Passagen passt ... hmmm ... meine Datenbank gibt aber nichts her ...

    Wahrscheinlich muss man in eine ganz andere Richtung denken ...
     
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  5. Torquemada

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    Erstellt: 10.08.19   #5
    Nee, für beide, wie du schon richtig erschlossen hast. Die relative Position beider zueinander ist richtig.

    Ja, nicht wahr? :-)
     
  6. Lisa2

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    Erstellt: 10.08.19   #6
    Gerade habe ich mir mal die Webseite von Hering gesucht. Die Schreibweise macht mich stutzig.

    Hering Seductora-64.png

    Warum steht da C-E und nicht wie sonst überall C/x ?
    Alle Wender werden mit der weit verbreiteten C/G Kombination angeboten. Warum dann diese nicht? Und bei einigen gibt es noch eine alternative Stimmung.
    Bb/F wäre dasselbe wie C/G; nur halt eben tiefer.
    Also irgendwie kommt mir das vor, als sei da ein Druckfehler. Denn je mehr ich über die C/E Kombination nachdenke, um so mehr gelange ich zu der Überzeugung, dass die Kombination nur für Sonderfälle taugt, jedoch nicht als regulär zu spielende Wender.
    E-Dur ist eine schöne Tonart für das Zusammenspiel mit Gitarren, aber nicht in so einer Wender-Konstellation. Das müsste dann schon eine E/H oder eine E/A sein.
     
  7. Torquemada

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    Erstellt: 10.08.19   #7
    Welche Webseite? Schreibst du mir bitte mal die Adresse?

    Edit: Ah, ich sehe es; du hast das von der harmonica.ch-Seite.

    Hering stellt natürlich auch C/G-Wender unter dem Namen Seductora her.

    Deshalb habe ich oben Wert auf die Feststellung gelegt, dass das Teil vor mir liege. Die Töne habe ich durchgespielt und danach aufgeschrieben. Mit einem Druckfehler wäre das nicht möglich gewesen.
     
  8. Lisa2

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    Erstellt: 10.08.19   #8
    :-D Das war mir entfallen!
    Das Textlayout auf der Webseite hat mich dermaßen irritiert, dass ich das nicht mehr bedacht habe. :-D
     
  9. Torquemada

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    Erstellt: 10.08.19   #9
    Ich muss zugeben, dass ich, als ich die Mundharmonika schon vor Jahren im Laden liegen gesehen habe, auch dachte, das müsse doch ein Schreibfehler für C/F sein. :-)
     
  10. Lisa2

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    Erstellt: 10.08.19   #10
    Mir kam da eben so eine Idee, ...

    Was mir da in den Sinn gekommen ist, gehört zum Thema "Modulation" oder "Rückung".

    Improvisiere mal auf der C-Harp im flotten Volkstanz-Stil einen 16-Takter, am besten Dreiklänge rauf und und runter mit kleinen Zwischenwegen. Das soll recht munter klingen, als wolltest Du zum Tanz aufspielen. Wenn die "Strophe" zuende ist, wendest Du zur E Seite und spielst auf ähnliche Weise noch einen 16-Takter. Wenn der fertig ist, drehst Du die Harp wieder zurück. Auf diese Weise kann man eine Menge Tanzstrophen hintereinander spielen, ohne dass es langweilig wird, Außerdem bekommt man als Zuhörer / Tanzender die musikalische Gliederung besser mit. Probier das mal. Ich denke, das genau ist der Sinn dieser Kombination. :-) Das klingt auf meinen kleinen Harps jedenfalls ganz gut.

    Du kannst Dir auch eine Art "Battle" vorstellen, bei dem 2 Musiker abwechselnd in verschiedenen Tonarten spielen. Nach jedem 16-Takter wird gewechselt und es kommt eine neue Melodie. Durch die Tonartenwechsel sind die Melodien klar voneinander abgesetzt, obwohl sie zackig aufeinander folgen. Das macht Spaß, so zu improvisieren. :-)
     
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  11. Torquemada

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    Erstellt: 10.08.19   #11
    Das ist eine sehr schöne Idee! Ich habe heute etwas vielleicht Ähnliches ausprobiert: Normale Tanzmusik hat ja meist eine dreiteilige Form AA BB AA CC (und wieder von vorn), wobei B in der Dominanttonart und C in der Subdominanttonart steht. Mich hat deshalb schon lange geärgert, dass das auf einem normalen Wender nicht vernünftig spielbar ist. Denn von der Ausgangstonart zweimal in die Dominanttonart zu hopsen, klingt – bescheiden. (Das war ein wesentlicher Grund, mir den Radwender anzuschaffen.) Heute habe ich das mal mit dem C/E-Wender versucht. Das klingt im Ganzen überzeugender, vielleicht deshalb, weil man gar nicht erst in das »Quintschema« hineinkommt. Es ist so, wie du schreibst: Die Teile erscheinen einfach deutlich gegeneinander abgesetzt.
    :great:

    Ein anderer Gedanke, den ich hatte ist der: Wenn der Wender doch zwei quintverwandte Tonarten hat, wie es ja eigentlich alle Wender haben, dann können das nur die Tonarten E-Dur und A-Moll sein. Das kann man so machen, dass ein erster Teil in Dur steht, und der Nachsatz dann in der Subdominante, allerdings in Moll. Dummerweise erfolgen Wechsel von Dur nach Moll und umgekehrt, so wie ich sie kenne, nie über Quintverwandschaften. Meine ersten Versuche klingen auch tatsächlich nicht besonders überzeugend. Wenn der wirklich dafür gedacht sein sollte, müsste es eigentlich C/Es sein. Scheint mir also auch noch nicht der wahre Jakob zu sein.
    :embarrassed:
     
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  12. Torquemada

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    Erstellt: 23.09.19   #12
    Manchmal steht man sich ja auch selbst im Wege. Nachdem ich heute den halben Abend auf dem Teil herumgetutet habe, ist mir klar, wie das gedacht ist.

    :juhuu:

    Mit dem C/E-Wender spielt man in A-Moll, und zwar nur in A-Moll (und zwar logischerweise ganz überwiegend im Einzeltonspiel, weil sonst wenig geht). Der Wender ist gar nicht zum Spiel in zwei Tonarten gedacht. Die zweite Seite ist dafür da, die fehlenden alterierten Varianten fis und gis zur Verfügung zu stellen (neben unalterierten f und g auf der ersten Seite). Außerdem kann man auf der zweiten Seite auch den Dominantakkord (E-Dur) einblasen, wenn man die ganze Einzeltonspielerei mal mit einem kräftigen Klang auflockern will.
     
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