Wie bekommt man den John Lee Hooker Sound

von SebeyBluesFan, 11.03.12.

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  1. SebeyBluesFan

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    Erstellt: 11.03.12   #1
    Hallo!


    Ich bin spiele jetzt seit ca 3 Jahren E Gitarre und möchte mir ein ähnliches Equipment wie das des legendären John Lee Hooker zulegen,denn ich bin in letzter Zeit ein solcher Fan von seiner Musik und seinem Sound geworden,dass ich mir dachte,so musst du mit deiner band auch klingen!

    Ich weiß,dass er viel auf Epiphone,bzw. Gibson semi-akustik Gitarren gespielt hat ! Nur weiß ich nicht genau,welche Verstärker er benutzt hat und wie er sie eingestellt hat! Ich vermute einfach ,dass es Verstärker Modelle waren,die es heutzutage garnicht oder nur noch selten zu kaufen gibt! Aber hat jemand von euch Erfahrungen mit solchen Sounds oder Arten von Verstärkern gemacht? (ich kann mir jedoch gut vorstellen,dass es hauptsächlich Fender Amps waren,bin ich damit richtig?)Außerdem hab ich mich mal umgeschaut und für mein Budget könnte ich mir den Blues Deluxe vorstellen!

    Ist sowas richtig und kann man damit einen John Lee Hooker Sound erzielen?

    Ich würde mich über ein paar Antworten sehr freuen!

    Sebastian
     
  2. Beatler90

    Beatler90 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.12   #2
    Ich würde sagen, dass du mit einem Fender Amp auf jeden Fall auf der richtigen Spur bist. Afaik hat Hooker die meiste Zeit über die typischen Fender Amps gespielt (Twin, Deluxe Reverb etc.). Ergo ja: der Blues Deluxe sollte da eine gute (preiswerte) Wahl sein.

    Ich habe auch mal irgendwo gelesen, dass er seine Amps wohl immer ziemlich weit aufgerissen hat und die Lautstärke mit dem Volume Knob an der Gitarre angepasst hat, sicher weiß ich das aber auch nicht.

    Ansonsten ist das größte Geheimnis seines Sounds wohl seine Spieltechnik ;)

    MfG
     
  3. gidarr

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    Erstellt: 11.03.12   #3
    Also so etwas: http://www.flickr.com/photos/brycej/433136451/ ? ;)

    Epiphone Sheraton und Gibson ES-335, Epiphone Zephyr. Er hatte auch einmal eine Les Paul aus den Anfangsjahren, die er zu seinem späteren Bedauern wieder verkaufte.

    Genau, er benutzte in seinen Anfangsjahren Silvertone Amps (Sears), Fender Deluxe und später Fender Twins.

    Wie immer muss man aber dazu sagen: Es kommt nicht so sehr auf die Marke an sondern auf die Spielweise! Hier in diesem Interviewausschnitt erzählt er etwas über seine Spielweise. Er spielt ohne Plektrum und hält sich meist nicht an das 12-Takt-Bluesschema, bevorzugt mittlere Verstärker-Einstellungen und Semi-Hollow-Gitarren gefallen ihm einfach. ;)
     
  4. SebeyBluesFan

    SebeyBluesFan Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.12   #4
    Cool,danke euch für die schnellen Antworten!!

    Es war mir klar,dass es wirklich an seiner Spielweise liegt!Die ist auch meiner Meinung nach auch wriklich genial!!

    Jedenfalls,danke für die Antworten!
     
  5. Kond

    Kond Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.12   #5
    Hallo SebeyBluesFan!

    Nichts gegen Dein Interesse an JLH. Was Du aber an einer Spielweise genial findest, bei der ganze Songs auf einem einzigen Akkord geschrummelt werden, ist mir nicht klar.:-)
    Mit dem Gitarrensound ist es auch nicht viel besser. Seine Gitarre klang für mich mich manchmal als ob sie nicht richtig gestimmt wäre und immer irgendwie seltsam wie aus einer Dose. Hast Du Dir mal andere Blueser angehört?
    Und nichts für ungut. Ich habe den Wirbel um den guten, alten John Lee nie nachvollziehen können. Dass er zu einer Art Legende wurde, liegt wohl zum grossen Teil daran, dass er zur Garde der letzten lebenden Originale gehörte, die noch aus dem Delta stammten. Was ich eher an ihm genial, weil unnachahmlich, finde, ist sein Gesang.

    Blues Gruss

    Kond
     
  6. Soulagent79

    Soulagent79 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.12   #6
    Vielleicht lag es an den Sears Verstärkern. Das ist ja ein US Versandhaus, das an Instrumenten und Zubehör nur Billigschrott verkaufte. Hinter "Silvertone" verbarg sich Danelectro. Diesen pappigen Sound wird man heute wohl nicht mehr so einfach hinbekommen. ;)
     
  7. hercoflex50

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    Erstellt: 15.03.12   #7
    John Lee Hookers Sound ist hauptsächlich Spieltechnik mit den Fingern und wie er seinen coolen boogie groove spielt und seine unverwechselbare Stimme. ich finde, dass es völlig egal ist, welchen Amp man dazu nimmt. Mit nem Röhrenamp bekommt man sicher eine grössere Dynamik hin vorausgesetzt man kann damit umgehen. Ne Semi-Acoustic Gitarre ist sicherlich hilfreich aber man kann das auch mit ner solidbody Gitarre spielen vorausgesetzt man hat den groove, das feeling und man kann so spielen. ;)
     
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  8. InTune

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    Erstellt: 15.03.12   #8
    Ich denke es ist vermessen, John Lee Hooker an seinen Fähigkeiten als Gitarrist im Vergleich zu einem BB-King, Bomamassa oder Robbin Ford zu messen!
    Selbst BB King war gerade mal 7 Jahre alt als John Lee Hooker als ein Pionier "E-Gitarren Blues" bekannt machte. Das war zu dem Zeitpunkt (um 1933!) so revolutionär war, wie das, was Hendrix in den 70ern veranstalltet hat. Da gab es noch keine Vorbilder!!!

    Sich heute auf diese Wurzeln zurück zu besinnen und sie genau anzuschauen, halte ich für sehr wertvoll, um auch moderne "Heros" verstehen zu können.
     
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  9. blechgitarre

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    Erstellt: 18.03.12   #9
    Vermutlich war er zumindest in seinen frühen Jahren froh sich überhaupt eine e Gitarre leisten zu können. Ich glaube nicht, dass er sich um seinen Sound allzuviele Gedanken gemacht hat.
    kennst du den schon?
    http://www.youtube.com/watch?v=KX9UG8rqRRQ
     
  10. gidarr

    gidarr Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.03.12   #10
    Es hätte auch schlimmer kommen können für die Instrumentenhersteller! Nicht auszudenken, wie bitter es für diese gewesen wäre, hätte sich dieses chinesisch(persisch)-stämmige Instrument im Blues durchgesetzt.
    Altes Beispiel (ab ca. Sekunde 14): http://www.youtube.com/watch?v=jb4tyPjxHdE
    Modernes Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=ZcFpdVzOSe0

    Zum Sound: Beim Spielen von "blue notes" ist eine leichte Unstimmigkeit des Instruments manchmal gar nicht so verkehrt. ;)
     
  11. Kond

    Kond Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.12   #11
    Hallo blechgitarre!
    Mit Sicherheit nicht. Viele der alten Blueser hat das wenig interessiert. Dieser oft (im Vergleich zu heutigen Standards) unschöne Klang kam wie oben schon erwähnt wurde z.T. aus dem nicht sehr hochwertigen Equipment. Letztendlich führte das auch mit zu der Vorstellung Blues müsse "schön dreckig" klingen, was sicher seinen Reiz haben kann. Aber genauso oft sicher auch nicht.;-)
    Eine der schlechtest klingenden Gitarren wurde seinerzeit von Chuck Berry präsentiert. Es gibt eine interessante Episode in dem sehenswerten dokumentarischen Film "Hail, Hail, Rock 'n Roll" über sein Leben, in dem Rolling Stone Keith Richards, der diesen Film wohl produzierte und auch mitwirkte bei einer Probe Berrys Sound kritisierte und den Amp anders einstellen wollte, weil es für ihn so schrecklich klang. Berry verbat sich das erbost mit dem Kommentar, er spiele seinen Amp mit diesem Sound schon immer so und sei zufrieden damit und wolle nichts daran ändern.
    In einem anderen Film von einem seiner Live-Konzerte hatte er eine Begleitband mit einem jungen Gitarristen dabei, der an einer Stelle in schönes Solo mit amtlichem Sound ablieferte. Das hat dann auch den Meister beeindruckt und begeistert, wie an seiner Reaktion deutlich zu sehen war. Aber er wäre trotzdem nie auf die Idee gekommen an seinem eigenen Sound etwas zu ändern.
    Es waren auch andere Zeiten und bei J.L.Hooker als auch CH. Berry handelt es sich um Legenden. Aber ich glaube nicht, dass man heute einen Gitarristen mit einem solchen Sound in einer Band oder auf der Bühne ohne weiteres akzepieren würde.

    Ja, Houndog Taylor ist auch einer der alten Klassiker und spielt imo auch in einer anderen Liga als Hooker. Er ist aber nie so bekannt geworden. Die Zahl der unbekannt gebliebenen guten Blueser aus alten Zeiten ist unvergleichlich grösser als die der bekannt , d.h. erfolgreich gewordenen. Das hatte damals wie heute mit Faktoren zu tun, die ausserhalb des künstlerischen Könnens lagen, Marketing, Beziehungen, Zufälle, Glück und vieles mehr.

    Wer mal tiefer in die Geschichte des Blues und die Stories vom Leben der Musiker einsteigen will, dem sei v.a. das Standardwerk von Paul Oliver, "Die Story des Blues" (dt. Ausgabe) empfohlen.

    Gruss, Kond
     
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  12. blechgitarre

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    Erstellt: 18.03.12   #12
    Hallo Kond,
    Was du schreibst ist sehr interessant,aber
    wie meinst du das mit der anderen Liga??
    Für mich ist Taylor genauso wie Hooker ein Musiker der technisch gesehen wenig kann auf der Gitarre. Beide sind keine guten Musiker, aber trotzdem faszinieren sie mich, ich bin ein Fan von beiden.
    Taylor wurde erst im Rentenalter für Aufnahmen entdeckt. Vorher war er Kneipenmusiker und weder er selbst noch sein Publikum haben sich als Künstler gesehen. Bevor wir (also das weiße studentische Publikum in den 60er Jahren sie entdeckten war ihr Ansehen gering, vielleicht so wie heute das der Musikantenstadlmusiker)
     
  13. heapstar

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    Erstellt: 18.03.12   #13
    Das Gegenteil ist der Fall. Musik ist erst einmal eine Form der Kommunikation. Ein guter Musiker weiß mit wenigen bis einer Note zu überzeugen, Stimmungen zu erzeugen, zu übertragen und Geschichten zu erzählen. Ein Höhepunkt des Minimalismus ist für mich bei John Lee Hooker sein "Tupelo":

     
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  14. heapstar

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    Erstellt: 18.03.12   #14
    Vor über 30 Jahren habe ich zum Leidwesen meiner Umwelt täglich mehrere Stunden mit der Wanderklampfe meiner Mutter von dem Plattenspieler gehockt und mit Hooker 'n Heat gejammt. Mit Canned Heat hat der sehr modernes Zeug gemacht und ist ja auch bis ins hohe Alter mit anderen und "artfremden"
    Musikern aktiv gewesen.

     
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  15. heapstar

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    Erstellt: 18.03.12   #15
    Ein sehr schönes Stück mit John Lee Hooker's - Harry's Philosophy gibt es z.B. von St. Germain mit dem Titel Sure Thing. Auf Youtube habe ich nix in klingender Qualität gefunden, aber das kann man sicher an den üblichen Stellen einmal probehören oder hier den Proxybieger machen:



    Wer übrigens glaubt der Herr Hooker war ein armer Schlucker, der irrt. Er war sehr geschäftstüchtig und ist mit seiner Musik steinreich geworden.
     
  16. gidarr

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    Erstellt: 18.03.12   #16
    Nehmen wir doch mal Bob Dylan. Nicht wenige behaupten, er könne nicht singen und er selbst hält sich bestimmt nicht für den grossen Gitarristen. Aber irgendwas muss es wohl geben, dass die Leute an ihm mögen. Vielleicht ist es einfach seine Musik? ;)
     
  17. Soulagent79

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    Erstellt: 18.03.12   #17
    Da kannst du auch zahllose Punk Bands als Beispiel nehmen. Ich habe mal vor vielen Jahren bei welchen vorgespielt, da wusste der andere Gitarrist nichtmal wie die Akkorde heißen, die wir da gerade spielen - einfachste, offene Akkorde und Powerchords. Der Bassist hat sich optisch an den Griffen des Gitarristen orientiert und die Grundtöne mitgeschrubbt. Die einzige, die Peilung hatte, war die Keyboarderin. :D
    Aber trotzdem klangen die irgendwie gut und auch einigermaßen professionell, hatten eigene Songs und haben relativ viele Gigs gespielt.

    Ich war denen mit meinem "Fachwissen" (das ich damals mit 20 halt so hatte :D) zu intellektuell und so bin ich nicht bei denen eingestiegen.
     
  18. blechgitarre

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    Erstellt: 19.03.12   #18
    Ihre Musik finde ich ja auch toll.
    Ich hab mich schlecht ausgedrückt. Ich hätte schreiben sollen beide sind keine technisch guten Gitarristen. Was sie spielen ist recht leicht nachzuspielen. Beide würden mit ihren Fähigkeiten nicht als Gitarrist in einer guten Coverband bestehen können.
    Widersprecht mir wenn ich danebenliege.
    Beide haben halt Charisma, und einen ganz eigenen Stil geschaffen.
     
  19. heapstar

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    Erstellt: 19.03.12   #19
    Genau wie alle kreativen Musiker (Gitarristen), die ihren eigenen Stil und neue Ideen entwickeln. Deren Mut und Stringenz ihr Ding zu machen schätze ich sehr viel mehr, als sich auf anderer Leute Lorrbeeren auszuruhen. Covernutten langweilen mich als Musiker meist zu Tode.

    ...was noch zu beweisen wäre...
     
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  20. gidarr

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    Erstellt: 19.03.12   #20
    Sei froh! :)
    Das ist wie beim Essen: Ein teures 5-Gänge-Menu beim Sterne-Koch mag ja ab und zu ein grosser Genuss sein, aber auch diese Köche essen am liebsten bei Muttern. ;) Deren biedere Hausmannskost kann man jeden Tag essen, ohne dass man ihrer überdrüssig wird.
    Andererseits ist es manchmal viel schwieriger, mit einfachen Mitteln etwas zu schaffen, das unverwechselbar ist. Das Anspruchsvolle kann auch sehr langweilig sein! ;)
     
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