Um so gut zu werden wie der Typ in dem Video, brauchst du 1. ne Kamera, 2. gutes Studio-Equipment und 3. eine veranlagung zum Posen vor der Kamera
Im Ernst:
Etwas Können ist nicht gleich etwas können. z.B Hammer On/Pull Off oder kurz gesagt Legato:
Wie sauber spielst du diese: Auf einer Saite, über mehrere Saiten, mit String-Skipping, also überspringen von Saiten?
Wie definiert sind deine Töne? Wie siehts mit Legato ohne Verzerrung aus?
Als Anreiz hierfür empfehle ich Joe Satriani, der meiner Meinung nach, mit am schönsten Legato spielen kann.
Als Song "Always with me, always with you". Nicht scher zu spielen, wenn man mit den Fingern der Greifhand einigermaßen flink ist, aber schwer zu artikulieren, dass es nicht eklig klingt. Und gerade die Legato-Passagen haben es in sich.
Bendings: Wie sauber triffst du den Zielton? Kannst du einen Halbton, einen Ganzton oder gar Gilmoure-Like Anderhalb-Ton weit benden? Vibrato und Bendings verbinden?
Apropo (Finger-)Vibrato: Dies findet sich in deiner Liste von Techniken garnicht, dabei ist es einer der Techniken, die den Sound und Stil eines Gitarristen am deutlichsten prägen! Vergleiche doch mal das Finger-Vibrato von Steve Vai mit dem von BB.King oder Eric Clapton.
Es gibt vieles, was man üben kann, selbst bei den Sachen, die man schon "kann".
Mein Ansatz ist folgender: Ich höre meinen Lieblingsgitarristen zu und versuche ihre Sachen nachzuspielen. Dabei gehts mir aber nicht mehr darum, nur jede Note zu treffen, sondern den Noten auch das Leben einzuhauchen, so wie es meine Vorbilder tun.
So kann ich stunden damit verbringen das Solo aus "Dancing in the Moonlight" von Thin Lizzy zu spielen, obwohl ich die Noten schon längst runterrattern kann. Aber die Artikulation verbessert sich mit jedem mal und mit etwas Perfektionismus, hat man da eine Weile zu tun.
Also: Höre genau hin, wenn du Gitarristen zuhörst, und versuche zu entdecken, was deiner Meinung nach deinem Spiel fehlt.
Um so "gut" zu werden wie der Gitarrist in dem Video, solltest du vorallem auf Sauberkeit achten, also ordentlichen abstoppen der Saiten und genaue Intonation. Der Rest ist nur noch Übung um die Geschwindigkeit auf die Reihe zu kriegen. Das kommt aber mit der Zeit automatisch und muss nicht explizit geübt werden (Es sei denn, du willst Metal spielen, wo Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle spielt).
Noch ein paar Schlagworte, über die du dich, falls noch nicht geschehen, informieren kannst, als Ideen zum Üben:
Tapping, Vibrato, Sweep-Picking, Rakes, Fingerpicking/Hybrid-Picking, (Pinch-,Artificial-,Harp-,Tapped-,)Harmonics
Doublestops.
Anmerkung: Dies sind alles Technische Sachen, um ein vollausgereifet Musiker zu werden, gehts natürlich auch ums Musik machen und nicht nur ums nachspielen. Zu diesem Thema haben meine Vorposter aber schon erstmal genug gesagt.