Manchmal ist es an der Zeit, tschüss zu sagen ... nach fast 20 Jahren, unzähligen Proben, vielen Gigs und einigen Hass- und Liebesattacken habe ich nun am Wochenende meinen 1974er Twin Reverb verkauft. Zu laut? Nö. Aber groß, unhandlich, bei Transporten immer wieder nur eine winzige Nachlässigkeit vom nächsten Hunderter beim Tech entfernt ... und irgendwann kannte ich alles, was er konnte, rück- und vorwärts. Trotzdem geht da irgendwie eine Ära zu Ende. Und: Ich bin jetzt nur noch einen Champ davon entfernt, hier nicht mehr mitreden zu dürfen. Auch das fühlt sich komisch an
Genug geweint, jetzt wird es offtopic: Wie es der Zufall wollte, und wie es der alte Silberrücken vielleicht nicht mögen wird wenn er es mitbekommt, floss die Ablöse für den Twin quasi direkt und ungefiltert in den Neuen. Ich will nicht sagen, dass er besser aussieht. Aber er ist deutlich jünger, nämlich Jahrgang 1997. Wiegt mal eben 25 Kilo weniger (ok, ist auch kein Speaker drin) und der Schock: Ist, anders als zumindest dieser Twin, wirklich eine kompromisslose "Clean Machine". Ein Fender ist er nicht, obwohl man seine Bedienungsanleitung heute bei Fender herunterladen kann. Den Abschied vom Dicken versüßt mir heute dieser Groove Tubes Soul-o 45:
Ein interessantes Stück Technik, und in seiner ganzen Machart ein echter Boutique-Amp. Nur eben keine Kopie von irgendwas, sondern ganz was eigenes. So wie auch ein Silverface Fender, dessen Sound er übrigens erstaunlich gut nachahmt ... aber eben nicht nur den.