Vintage bis zum Abwinken

Getrue dem Motto „Es wurde bereits alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“
Da mach ich mit. :tongue:

stelle ich mal den Link zu einem Interview rein, was ich in der aktuellen Gitarre&Bass gelesen habe:

https://www.gitarrebass.de/stories/thomas-weilbier-im-interview/

Laut dem Herrn geht Vintage bis 1969.

Es gab vor Jahren mal in einem Nachbarforum dir Frage ob die
dreißig Jahre alte Tokai von 1981 jetzt auch Vintage wäre.

Irgendwann schneite dann jemand rein der gebürtig ( und auch geistig :D)
aus den 50ern ist, beruflich im Musikalienhandel tätig ist und meinte:
"Nein, die erlesenen Jahrgänge sind streng festgelegt aufgrund eines Buches
eines Gitarrengurus und sie enden quasi mit dem 31.12.1969... "
:opa:

Darunter fallen halt Fender, besonders aus der Pre-CBS Phase, auch Gibsons,
Gretsch und Rickenbackers.
 
Mir gehts so, dass ich den Hype bei einer Les Paul noch halbwegs nachvollziehen kann, bei Strats dagegen gar nicht.

Einfach deshalb, weil manche Materialien kaum noch zu bekommen sind, wie Honduras-Mahagoni und Rio-Palisander, und weil bei einer Paula einfach viel mehr Fehlerquellen da sind. Das beziehe ich insbesondere auf die Verleimung Decke/Korpus, Hals/Korpus und Griffbrett/Hals. Nicht nur, dass anderer Leim verwendet wurde als bei heutigen Paulas, sondern die Passgenauigkeit war meist besser, weil mit mehr Sorgfalt am Einzelstück gearbeitet wurde.Dazu kommen PUs mit zwei Spulen. Nicht nur, dass jede Spule Varianten für sich aufweist, sondern diese potenzieren sich schon bei einem PU durch die Kombination zweier Spulen.

Ich bin allerdings der Meinung, dass das alles Dinge sind, die man in den Griff bekommen kann. Der Aufwand ist allerdings schon recht groß, weshalb Paulas meist sehr teuer sind, die den alten Gitarren auch für geschulte Ohren nahe kommen. Dass die alten auch manchmal bescheiden klingen, vielleicht weil einer geschludert hat oder das Holz einfach "tot" klingt, geben aber selbst die meisten Vintage-Experten zu. Für mich persönlich ist es im Übrigen so, dass ich speziell bei LPs große Unterschiede wahrnehme, aber durchaus schon recht günstige Exemplare in der Hand hatte, die "es" für mich einfach hatten. Und 6.000 €-CS-Paulas, die ich nach 10 Minuten wieder weggelegt habe.

Wo ich den Hype wirklich null verstehen kann, sind Strats. Industriegitarren, wie sie simpler kaum aufgebaut sein können, im Extremfall aus 2 Teilen Holz ohne eine einzige Leimfuge. Man braucht doch genau genommen nur gut abgelagertes Holz (bei der 50s-Strat keinerlei bedrohte Arten), muss es sauber zuschneiden/fräsen und die Schrauben mit Augenmaß festziehen. Eine saubere Passung ist im Zeitalter der Computerfräse wirklich kein Problem mehr, und einen ab Werk mindestens ordentlichen Fretjob wird ein guter Gitarrenbauer im Regelfall auch auf CS-Niveau heben können, wenn man das denn unbedingt braucht. Nagie? tut mir leid, kann ich da nicht sehen. Und so wundert es mich auch nicht weiter, dass ich für meinen Geschmack in jedem gut sortierten Laden ein halbes Dutzend Strats finde, die ich persönlich richtig toll finde (und da kann dann auch mal ne Mexico drunter sein), aber meist nicht mehr als 2-3 Les Pauls oder ähnliche.

Gruß, bagotrix
 
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Sorry. Was ist das?

Kennst Du den Film "Full Metal Jacket"? Die GI's gaben ihren Gewehren Namen. Same here, ein paar der berühmten LP's haben Namen.

Meine Heritage Paula ist zwar nur eine Pseudo-Gibson und alt ist sie auch nicht, habe mir trotzdem erlaubt sie Roxanne zu taufen ;).
 
@bagotrix: :great: Zustimmung, wohl genau deshalb kosten 59er Les Pauls mit 300.000 - 500.000 $ mehr als die Pre-CBS-Fender, die mit um die 20-25.000 $ gehandelt werden. Wobei ich beide Preise ziemlich absurd finde....^^

Allein bei dem Argument der Passgenauigkeit alter Les Pauls habe ich Zweifel, besser als eine CNC-Fräse kann das wohl kein Handwerker hinbekommen.
 
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Kennst Du den Film "Full Metal Jacket"? Die GI's gaben ihren Gewehren Namen. Same here, ein paar der berühmten LP's haben Namen.
Alles klar. Danke. Meine Gitarren haben noch keine Namen, aber ist ok. Da ich immer nur ein Modell spiele, kann ich sie auch bei ihrer Geburtsbezeichnung nennen. Die "Tele" oder die "Junior" oder die "Strat" :)
 
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Mensch Leute, jetzt veranstaltet doch zum Begriff Vintage nicht so eine Besserwisserkampagne, seit ihr Rockn Roller oder Oberlehrer ? Jeder weis doch, was gemeint ist, der Weilbier sagt halt bis Ende 69, ich würde bei einigen Marken auch die 70er noch mit einbeziehen.
Natürlich waren z.B. die 60er Strats zum Teil übel zusammengeschusterte Gitarren, Handmade halt, aber gerade deshalb gibt es m.A. nach Ausreißer nach oben (und unten) die du bei einer genormten und industriell gefertigten Gitarre mit geringer Streuung nicht mehr finden wirst.
Die Ausreißer nach unten waren keine Keeper, die sind heute schón weitgehend entsorgt, während die nach Oben blieben, also natürliche Selektion über die Zeit.
Heute lagert halt kaum einer noch Holz erst einmal 20 Jahre zum trocknen, es kommt ab in den Trockenofen oder wird Gefriergetrocknet, sprich Cryotuning.
Ich persönlich hatte auch schon einige Vintage Gitarren die ich dann wieder verkauft habe weil sie nicht meinen Erwartungen entsprachen. Betonung liegt auf meine, der/die Käufer sind vielleicht damit sehr happy. So habe ich mal eine sehr schöne 66er Strat weil sie mir zu dünn klang in 2002 für 4000 € verkauft. Heute bekäme ich das dreifache dafür, gefallen vom Klang her würde sie mir trotzdem nicht. Vor kurzem habe ich bei einem Händler eine 56er Fender Esquire gespielt. Das Teil hat einen Sound, da würde ich für die knapp 20.000 Euro die sie kostet sogar fast ne Bank überfallen. andere 55/56/57/58 haben mir überhaupt nicht zugesagt.
Nochmal, nicht alle Vintage Gitarren sind automatisch besser als Custom Shop Instrumente oder welche von der Stange, aber es gibt welche bei denen würde von euch keiner nein sagen wenn er sie kaufen könnte.
 
Sorry. Was ist das?

.

Greeny ist eine der berühmtesten Les Pauls, eventuell sogar die berühmteste und wertvollste Les Paul der Welt. Bekannt/Benannt aufgrund des ersten bekannten Nutzers Peter Green, besonders durch die Art der Pickup-Verschaltung. Die Gitarre war später auch gary Moores Nr 1 und heute gehört sie Kirk Hammett, der sie live z.B. bei Fade to Black spielt.



The Beast ist die Gitarre von Bernie Marsden.

 
Mir gehts so, dass ich den Hype bei einer Les Paul noch halbwegs nachvollziehen kann, bei Strats dagegen gar nicht.

Einfach deshalb, weil manche Materialien kaum noch zu bekommen sind, wie Honduras-Mahagoni und Rio-Palisander, und weil bei einer Paula einfach viel mehr Fehlerquellen da sind. Das beziehe ich insbesondere auf die Verleimung Decke/Korpus, Hals/Korpus und Griffbrett/Hals.

Hide Glue - Gibson Engineer discusses recent changes at Gibson Custom Shop



(Die Untertitel sind wichtig - muss man eventuell aktivieren (CC-Schaltfeld))
 
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(Die Untertitel sind wichtig - muss man eventuell aktivieren (CC-Schaltfeld))
Oh Mann, der Typ war ja schon zu allen Themen "aktiviert" worden :) Aber sehr geile Lache.
Kirk Hammett, der sie live z.B. bei Fade to Black spielt.
Oh krass. Eines meiner Lieblingslieder von Metallica, dann hab ich sie wohl auch schon live gesehen, wenn er sie schon länger hat. Krass. Früher spielte er da immer ne schwarze LP.
 
@Rotor Hier:)



Es fällt ganz gut auf, da der Halstonabnehmer umgekehrt eingebaut ist.


Die Gitarre ging angeblich für 2 Millionen Dollar in Kirks Besitz über:)
 
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sondern die Passgenauigkeit war meist besser, weil mit mehr Sorgfalt am Einzelstück gearbeitet wurde
Mmmh, glaube das kann man auch getrost ins Reich der Legenden verschieben, weil a) mußten die auch in der "Guten alten Zeit" profitabel arbeiten und b) kann man wahrscheinlich noch so sorgfältig arbeiten und wird es doch nicht schaffen präziser als moderne Maschinen zu sein.
Eine saubere Passung ist im Zeitalter der Computerfräse wirklich kein Problem mehr
eben, eben :)
 
Greeny ist eine der berühmtesten Les Pauls, eventuell sogar die berühmteste und wertvollste Les Paul der Welt. Bekannt/Benannt aufgrund des ersten bekannten Nutzers Peter Green, besonders durch die Art der Pickup-Verschaltung. Die Gitarre war später auch gary Moores Nr 1 und heute gehört sie Kirk Hammett, der sie live z.B. bei Fade to Black spielt.




Super, Hammett kauft sich DIE beste Les Paul, die es je gab,
und haut dann live so viel Effekte auf seine Paulas , dass sie so richtig schön billig klingen. :D:D:D

 
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@Dr_Martin Immerhin spielt er sie und packt sie nicht in eine Vitrine oder in einen Safe ;)
 
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@Dr_Martin Immerhin spielt er sie und packt sie nicht in eine Vitrine oder in einen Safe ;)

In dem Video oben ist nicht die Greeny, sieht man am Halspickup.
Aber bei dem Amp-Effekt-Sound auch egal.
Wahrscheinlich hat er die wirklich nur im Safe.

Aber hier der Blues-Honk hat sie mal Live gespielt, höre trotzdem nix besonderes:

 
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Ich find Blues-Honk großartig :D
 
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Ich find Blues-Honk großartig :D

Ich nicht. Ich sag ja auch nicht Metal-Wurst oder Rock-Pfeife zu einem anderen Musiker, nur weil ich ihn nicht mag. Ich bin gerne für Späße etc. zu haben, aber dieses ständige Abwerten anderer Musiker, nur weil man sie evtl. nicht mag, geht mir voll auf den Keks. Vor allem bezüglich Bonamassa oder auch Hammett wird meiner Meinung anch zu oft geschossen.

Außerdem hab ich gerade Hunger und da bin ich immer schlecht drauf:D
 
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Ich glaube, Blues-Honk weil er eben nicht das verkörpert was er vorgibt ? Er ist ein begnadeter Gitarrist, keine Frage. Aber ich kenne "Blueser", die den auch nicht mögen. Aber zum Thema: Ich hoffe Hammet spielt das ding auch live, wäre ja schade drum. Auch wenn mir der Sound von den älteren Live-Dingern und Alben viel besser gefällt, heute ist da alles künstlich, glatt und langweilig, da fehlt irgendwie der Wums im Sound.
 
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