Ich denke
@DirkS hat da einen interessanten Punkt angesprochen.
Es gibt recht viel Gitarren-Nerds, die neu eher sehr teure Gitarre auch gern gebraucht kaufen. Wenn man da mal eine "kritischen Masse" überschritten hat, dann hat man ja auch irgendwann relativ viel Material zum Tausch oder Verkauf. Da verliert man auch gar nicht so sehr viel Kohle, oder es bleibt manchmal sogar irgendwo ein Euro hängen. Manchmal ist man halt der Hund, manchmal der Baum.
Unter dem Strich ist das aber oft weniger dramatisch als man vielleicht annehmen mag.
Klar, die Kohle für das ganze Zeug muss man halt erstmal irgendwo auftreiben. Bei mir ganz persönlich hat es schon der Job möglich gemacht. Sales/Marketing in der IT/TK Branche. Aber ich habe natürlich auch einiges dafür tun müssen.
Tendenziell habe ich insgesamt schon relativ viel für das ganze Zeug ausgegeben. Sicher auch weit mehr als "nötig".
Wir reden hier schon über recht viel "Luxus".
Wenn
@soundmunich die Frage stellt: "Welche für Euch sehr teure Gitarre erfüllt Eure Wünsche und warum?", dann finde ich das auch ganz spannend.
Das mit der reinen Kohle ist ja im Grunde einfach. Wer gerade viel hat, der kann auch mal eher etwas in dieser Größenordnung rausballern, ohne da lange nachdenken zu müssen.
Was war aber der Treiber für manchen Kauf?
Bei meinen akustischen Gitarren war es immer ein bunter Mix aus: Wollte ich schon immer mal ausprobieren und spielen, oder auch, dass mir eine Gitarre spontan einfach extrem gut gefallen hat.
Meine J-45 ist für mich halt auch schon immer so ein Jugendtraum gewesen. Ich liebe sie heute noch.
Meine dicke Larrivee habe ich gespielt und nicht mehr losgelassen. War die Einzige im Laden.
Bei der Collings war das genau so. Andere meiner Gitarre decken eher spezielle Bereiche ab. Von der kleinen Blues-Parlor, über Resos, bis hin zur Corbon-Flitsche.
Insgesamt war ich aber schon immer bestrebt, klanglich einfach mehrere Bereiche abzudecken. Monogam war ich zumindest in diesem Bereich nie. ;-)
Meine heutigen E-Gitarren sind hingegen gar nicht mal alle so superteuer.
Die Silversky hat damals eher mich ausgesucht. Gespielt, gegrinst und mitgenommen.
Meine Frau hatte die eigentlich im Laden entdeckt.
Warum die?
Das Spielgefühl insgesamt, auch der 7,25" Radius und der eher klassische Strat-Sound.
Es gibt halt Gitarren, die spielt man und hat sofort das Gefühl, es passt. Die Farbe (Profilbild) hätte ich mir damals eigentlich eher nicht bewusst ausgesucht, aber egal, es gab gerade nur die Eine und die fühlte sich halt richtig an. Ich mag die aber heute genau so, wie sie ist.
Die Letzte, etwas hochpreisige Gitarre, die Patrick James Eggle Macon, hat mich bereits aus weiter Ferne insgesamt so sehr angesprochen, dass ich sie einfach unbedingt mal spielen wollte. Die hat mich echt angezogen, wie schon lange keine mehr. Erstmal auch rein "vom Bauch her". Da fand ich die Specs und die Pickup-Kombi einfach sehr spannend, aber schon auch die ganze Machart. Außerdem wollte ich klanglich wieder eine leichte "LP artige" Ergänzung, nach dem ich meine Gibsons irgendwann mal verkauft hatte.
Im Gegenzug habe ich dafür aber z.B. auch wieder zwei andere Gitarren abgegeben. Die Macon und ich, wir mussten uns aber schon erstmal ein bisschen aneinander gewöhnen. Höhere Bünde, schon ein sehr kräftiger Hals, ganz anderer Sound. Heute finde ich die aber vielleicht sogar noch spannender als damals beim Kauf selbst.
Warum die?
Es ist halt genau dieser "andere Sound" in der Ecke einer LP, den ich auch sehr mag.
Und am Ende ist da natürlich einfach ganz viel Liebhaberei dabei.
Nicht alle Entscheidungen waren oder sind nur "vernünftig".
Wenn darum geht, was man wirklich "braucht", um gute Musik zu machen und auch gut zu klingen, dann sind wir in diesen Regionen aber doch längst deutlich über dem wirklich "Notwendigen".
Im Zweifel reicht ja auch eine einzige und auch relativ günstige E-Gitarre und jemand, der damit umgehen kann.