Kompletter Irrsinn ist es (ich hätte jetzt auch Schwachsinn schreiben können), sich 200 Standards draufzuschaffen.
Niemand von den hilfreichen Postern hat das empfohlen, sondern der OP hat das selbst ins Spiel gebracht.
@McCoy hat eine Liste von 100 Standards verlinkt, da kann sich der OP ein zwei raussuchen.
Genauso hat niemand behauptet, es sei sinnvoll, diese Standards einfach nur durchzuspielen.
Es geht darum, typische Akkordfolgen und Motive zu erkennen und die dann gezielt zu üben.
Wenn der OP ausschließlich einen anderen Musikstil spielen möchte, kann man doch auch etwas aus diesem Bereich nehmen. Man analysiert und übt am besten etwas in dem Stil, den man dann auch spielen will.
Nach meinem Eindruck ist Tom theoretisch schon recht weit, aber es fehlt an der Brücke zur Praxis. Vieles von den theoretischen Dingen ist mir erst beim Spielen, Analysieren und drüber Nachdenken wirklich klargeworden.
Es geht ja nicht nur darum, die richtigen Skalen zu kennen. Dann geht es eigentlich erst los mit motivischer Arbeit, also welche Töne aus diesen Skalen spiele ich in welcher Reihenfolge, mit welchen Rhythmen, Sequenzen, Variationen, damit es Musik wird und nicht Tonleitern hoch und runter.
Und dazu kann man eben auch mal Stücke anschauen, die einem vielleicht nicht "gefallen", in dem Sinne, dass man sie selbst aufführen möchte. Es geht ums Lernen. ZB wenn Du Dir mal ein Thema von Charlie Parker hernimmst, da steckt oft ein beispielhafter Umgang mit Motiven drin. Welche Skalen, aber auch wie geht er mit approach tones um, wie invertiert er Akkorde, wo sind Pausen, wie wird phrasiert usw. Das wäre jedenfalls was ich machen würde, auch wenn ich vielleicht nicht der ganz große Bird-Fan bin. Das geht ja auch bei anderen Standards.
Ist eine ziemliche steile These den Namen Standard darauf zu begründen.
Solche Sätze machen es halt wirklich ein bisschen schwierig, mit Dir zu diskutieren. McCoy hat ja nun wirklich um Größenordnungen mehr Ahnung als Du und ich, und wenn er sagt, Standards heißen so, weil sie standardmäßige == typische Chord Progressions benutzen, dann würde ich das entweder glauben oder vorsichtig nachfragen. "Steile These" ist ziemlich überheblich. Ist jetzt nur ein Beispiel, es meinen ja alle gut hier mit Dir, aber so denke ich stehst Du Dir da manchmal selber im Weg.
View: https://www.youtube.com/watch?v=7L9-Ht4STM8
Ganz anhören und besonders den Satz bei 2:11 beachten.
Super! Danke