Klassische Bluessounds - ohne Voodoo

  • Ersteller Rude Mood
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Niemand würde aber z. B. eine Dean Dimebag Signature, Eine Ibanez aus der RG-Serie, eine Jackson Randy Rhoads oder eine BC Rich als "Bluesgitarre" bezeichnen. Ebensowenig ist ein High Gain Amp ein "Bluesverstärker" und ein Boss MT2 ein "Blues-Verzerrer"
 
Albert King spielt mit einer Gitarre, die mal als Jazz-Gitarre gebaut wurde, heute aber als Hardrock/Metal-Gitarre angesehen wird. Ist das jetzt Blues, was er spielt bzw. darf er das? :eek: Soll das einem Einsteiger weiterhelfen? Ich finde, dass es darauf ankommt, was/wie er spielt, womit ist mir ziemlich egal, aber vielleicht bin ich da einfach zu altmodisch! :rolleyes:
 
Klar, Albert und seine Flying V...übrigens auch Bluesrocker Lonnie Mack, Lance Lopez und gelegentlich auch Billy Gibbons. Die Flying V ist eigentlich ein gutes Beispiel für eine klassische E-Gitarre. Ich denke, dass viele Metal-Gitarristen sie in erster Linie wegen der ausgefallenen Form spielen. Ihr Grundcharakter ist der der Les Paul eigentlich ähnlich.
 
Naja, vielleicht nicht bezeichnen. Aber spielen kann man ihn auf jeder Gitarre!

Um 'mal aus dem Nähkästchen zu plaudern: meine 1. gute E - Gitarre war eine Fender Strat. Zunächst gespielt über einen Transistorverstärker namens HH VS Musician 212. Danach über einen Fender Twinreverb. Dann kam eine Hamer Sunburst dazu, nach dem Twin gespielt über einen Soldano Hot Rod 50 (den man doch getrost als High Gain Amp bezeichnen) darf. Irgendwann vor ein paar Jahren habe ich den Soldano verkauft und die Suche begann, obwohl ich eigentlich damals schon wußte, was ich wollte. Fender Blues Junior (ein größere Unterschied zum Soldano ist kaum denkbar! Deshalb hat er mir wahrscheinlich auch nach kürzester Zeit nicht mehr gefallen), Line 6 Pod, H&K Tubemeister 18 waren alles kurzzeitige Fehlversuche. Dann habe ich mir den Amp geholt, den ich schon vor 20 Jahren haben wollte: Peavey Classic 30, bespielt mit einer Haar Telecaster, einer Hohner Revelation, nach wie vor der Hamer und einer Sebring ES 330!

Ich schreibe das nur, um darzustellen, dass das ziemlich unterschiedliche Gitarren sind, die über ziemlich unterschiedliche Amps gespielt wurden. Gespielt habe immer Blues, 'mal mehr Blues Rock 'mal weniger. Und ich behaupte, dass es immer ziemlich gleich geklungen hat, obwohl ich natürlich hoffe, dass ich mich im Laufe der Jahre ein wenig verbessert habe!

Ich gebe natürlich zu, dass eine BC Rich im Totenkopfdesign mir für Blues auch etwas exotisch erscheint. Aber wenn nur eine Gitarre da ist, nehme ich auch die.
 
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Klar, Albert und seine Flying V...übrigens auch Bluesrocker Lonnie Mack, Lance Lopez und gelegentlich auch Billy Gibbons. Die Flying V ist eigentlich ein gutes Beispiel für eine klassische E-Gitarre. Ich denke, dass viele Metal-Gitarristen sie in erster Linie wegen der ausgefallenen Form spielen. Ihr Grundcharakter ist der der Les Paul eigentlich ähnlich.

Ne die V hat einfach nen eigenen Ton, viel fieser als ne LP, genauso die EX.
Aber ich bin auch der Meinung das mit jeder Gitarre der Blues geht.
Mit den Amps sieht die Geschichte anders aus. ;)
 
Klar, das bestreite ich nicht...aber es lässt sich nicht verleugnen, dass sie nach dem Gibson-Rezept gebaut ist.
 
Bei Thomann gibts ja zu jeder Heavygitarre ein Bluesbeispiel.
Scheint also auch mit Dean, BC Rich, Jackson, ESP usw. zu funktionieren und hört sich gar nicht schlecht an:)
 
Ich fand es schön zu lesen und gerade für Anfänger sicher eine gute Orientierungshilfe. Gerade der Tipp, dass viele Bluesgitarristen eher stärkere Saiten (11-49er o. 11-50er) spielen, und damit dem Ton die richtige Formung geben, ist denke ich der mit Abstand wertvollste Hinweis im Eingangspost.

Was mir weniger gefallen hat ist, dass bei den Amps gleich solche Kracher-Boutique-Hersteller wie Dr.Z, Tone King usw. erwähnt werden mussten. Zweifelsohne die so ziemlich besten Blues-Amps die man für Geld kaufen kann, aber für kaum einen Anfänger jemals im engeren Kreis der Auswahl, da einfach zu teuer. Gerade da ja zuvor erwähnt wurde, es geht um vernüftige Budgets und es kommt nicht auf teures Voodoo-Gedöns an.
 
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Wom ich gerade was über Saitenstärken lese.... .
Das habe ich vorhin glatt vergessen: auf alle den unterschiedlichen Gitarren habe ich über die Jahre auch unterschiedliche Saitenstärken gespielt. Auch da war kein Unterschied zu hören. Deshalb spiele ich jetzt seit Jahren nur noch 9er!
Ich habe auch nichts gegen 11er oder 12er. Nur: es gibt mindestens genauso viele Bluesgitarristen, die dünne Saiten bevorzugen, ohne dass das große Auswirkungen auf den Sound hat. Der wichtigste Unterschied hinsichtlich der Saitenstärken ist nach meiner Meinung der Saitenzug. Und bei dem gibt es nunmal unterschiedlich Vorlieben!
Und der TE weiss es natürlich als SRV - Fan. Man sagt allgemein, dass die Gitarren von ihm für andere Spieler so gut wie unbenutzbar waren, weil er Drähte wie Stahlseile mit einer Mördersaitenlage spiele, was obwohl ein Halbton tiefer gestimmt, immer noch ganz üble Saitenzüge bedeutete! Aber er fand es gut und für ihn war es ideal.

So sind denn auch die legendären 7er von Billy Gibbons oder 8er für Walter Trout für diese beiden ideal. Und "dünn" klingen deren Sounds nun ganz bestimmt nicht!

Ich mache es mir seit einigen Jahren zunehmend bequemer. So bin ich auch auf meinen Akustikgitarren mittlerweile komplett auf 11er umgestiegen, habe mir gerade ein paar EXP 10er - Sätze günstig besorgt und werde die jetzt durchprobieren.

Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass man unterschiedliche Saitenstärker durch spieltechnische Maßnahmen oder Verstärkereinstellung leicht ausgleichen kann.

Kurz: jeder muss für sich herausfinden, was gut für ihn ist. Es gibt keine allgemeingültige Regel, aber es gibt Spieltechniken, die einen Anfänger auf 11er - Saiten in den Wahnsinn treiben können, die er aber mit 9ern locker hinkriegen würde.

Das sollte man auf jeden Fall berücksichtigen.
 
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Hallo,

Ich finde diesen Thread nicht uninteressant, ein typisches Popcorn-Thema. Der TE gibt gute Denkanstöße, über die es sich lohnt, einige Augenblicke nachzudenken. Solche kritischen Reflexionen sind mir gerne Willkommen und daher danke ich dem TE.

Es wurde bereits erwähnt, dass es zu dogmatisch klingt, was der TE hier verlauten ließ, der TE hat jenes aber bereits relativiert. Hier jedoch ist mein erster Kritikpunkt, ohne auf die Inhalte des Eingangspost einzugehen. Wir befinden uns im Einsteigerbereich!

Dieser Thread ist definitiv hier nicht gut aufgehoben. Wer sich fragt, warum das so ist, dem sei folgendes Zitat empfohlen:

Ich fand es schön zu lesen und gerade für Anfänger sicher eine gute Orientierungshilfe. Gerade der Tipp, dass viele Bluesgitarristen eher stärkere Saiten (11-49er o. 11-50er) spielen, und damit dem Ton die richtige Formung geben, ist denke ich der mit Abstand wertvollste Hinweis im Eingangspost.

Wollen wir hier Anfängern wirklich empfehlen, sich Saitensätze aufzuziehen, die eventuell sogar erfordern, den Sattel nacharbeiten zu lassen, um dann als Ergebnis die totale Frustration zu erfahren, dass solche Dinge, wie Ganztonbendings einfach nicht klappen wollen?

Was soll das?

Und ist es nicht kontraproduktiv, wenn die erfahrenen Benutzer hier im Anfängerbereich sich die Finger wund schreiben, um die Anfänger davon zu überzeugen, dass man mindestens etwa 300 € anlegen sollte, um sich den Einstieg in die Welt der E-Gitarre zu ermöglichen, andererseits hier aber als „Workshop“ geschrieben wurde, dass das Mindestniveau für „Blues“ bei einer MiM-Strat und einem Verstärker, der noch über dem Preis dieser MiM-Strat liegt, zu finden ist? Bei den gängigen Marktpreisen sind das 1000 €, ohne Zubehör.

Nichts für ungut, ich sehe den Beitrag von Rude Mood als einen guten Anstoß, allerdings mit einer unglücklichen Überschrift im falschen Unterforum.

In diesem Sinne, lasst die Anfänger Anfänger sein, das ist ihr gutes Recht. Wenn sie dann keine Anfänger mehr sind, dann können wir immer noch um die Details streiten!

Alles Liebe,

Enno
 
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Wollen wir hier Anfängern wirklich empfehlen, sich Saitensätze aufzuziehen, die eventuell sogar erfordern, den Sattel nacharbeiten zu lassen, um dann als Ergebnis die totale Frustration zu erfahren, dass solche Dinge, wie Ganztonbendings einfach nicht klappen wollen?

Diese Frage hat mich ebenfalls beschäftigt und nach reichlichem hin und her überlegen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich die Idee mit den Saiten sogar eigentlich befürworten würde.

Mein Gedanke bei der ganzen Geschichte ist einfach, dass man als "Anfänger" sich auch ein bisschen mit dem Instrument als solches auseinander setzt. Und einem somit auch geholfen wird, die einzelnen Komponenten kennen zu lernen. Und ich muss auch sagen, dass ich bei meinen Gitarren, bis auf bei einer Ausnahme, noch nie den Sattel bearbeiten musste. Also ich habe in meiner Laufbahn als Gitarrist zwischen 9-XX 10-XX und aktuell 11-50/52 hin und her gewechselt und es hat immer geklappt.

Was ich an dem Ausgangspost in Frage stellen würde wäre auch eher die Equipment Wahl. In dem Titel heisst es ja "Bluessounds ohne Voodoo" und trotzdem wird als Anfänger Besteck z.B. eine Fender MIM (klingt für mich nach hauptsache Fender - totaler Voodoo) empfohlen. Ich z.B. habe die Erfahrung gemacht, dass die Squier 50s und 60s Geschichten da den günstigsten Mexikos zum Teil, ich sage bewusst zum Teil, den Rang ablaufen. Und ne richtige Gurke habe ich bei denen auch noch nicht gesehen. Das würde ich dementsprechend wohl an deinem Post ändern Rude Mood.
 
Also das mit der Saitenstärke ist schon ein gute Frage. Soundmäßig macht das IMO schon eine Menge aus. Als ziemlich blutiger Anfänger bin ich recht bald bei Light Top/Heavy Bottoms gelandet (10-52) weil das clean gespielt sehr voll und mächtig klang. Aber als ich mich dann jedoch dem Solospiel zu gewendet habe, kam ich damit einfach nicht klar und bin zu normalen 09ern gewechselt. Heute spiele ich ausschließlich 10er und das ist IMO für einen Hobby Gitarristen ein guter Kompromis: Man muss auch hier schon "trainieren" um bei bendiglastigen Stücken noch Spaß zu haben, aber das ist machbar. Aber so ein Stacheldraht wie 11er oder gar 12er Saiten, da tut man sich keinen Gefallen, auch wenns dann nochn Tick drahtiger klingt.
 
@ Ennito
Du hast insofern recht, dass es frustrierend sein kann, als Anfänger gleich 11er Saiten aufzuziehen.
So war es auch nicht gemeint von mir, wenngleich ich meinen Post nochmal lese, es durchaus so zu verstehen ist. Vielmehr wollte ich sagen, dass die meisten Bluesgrößen mit stärkeren Saiten spielen. Ausnahmen wie Reverend Willy G. (Billy Gibbons) :D gibt's natürlich immer.

Ich kann nur für mich sprechen, aber die Sättel all meiner Gitarren musste ich noch nie nacharbeiten, selbst bei Verwendung eines 11-52er Satzes nicht. Dass die Saitenlage, gerade wenn sie sehr niedrig für 9er o. 10er eingestellt ist, ggf. nachjustiert werden muß, steht außer Frage. Ich für meinen Teil, spiele eh nicht unbedingt sehr niedrige Saitenlagen, von daher ist der Wechsel auf verschiedene Saitenstärke problemlos machbar.
 
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Erst einmal danke für die vielen Beiträge, freut mich wirklich.

Nun zu Euren Einwendungen:

Ich denke zunächst, dass das Thema hier im Einsteigerbereich bleiben sollte. Gerade Einsteiger sollten am Anfang möglichst viel über Equipment lernen. Nicht nur über verschiedene Marken, Modelle und Konstruktionen, sondern vor allem auch darüber, wie sich ein entsprechender Sound mit den zur Verfügung stehenden Mitteln reproduzieren lässt. Das ist für E-Gitarristen ebenso wichtiges Wissen, wie die Spieltechnik an sich. Gerade die Diskussion um die optimale Saitenstärke, die hier geführt wird, kann den einen oder anderen Einsteiger dazu bewegen, über einen - m. E. sehr wichtigen - Faktor bewusst nachzudenken und kann ihm von dem Irrweg abbringen, dass die Qualität bzw. die Stärke der Saiten Nebensache ist. Ich denke, dass ein Einsteiger, der Eure und meine Argumente sorgfältig gelesen hat, nun imstande sein wird, Vor- und Nachteile der einzelnen Saitenstärken gegeneinander abzuwägen.

Hinsichtlich der Empfehlung bezüglich der MiM-Strats muss ich im Nachhinein zugeben, dass es dieser Rat war, bezüglich dessen ich am meisten Bedenken hatte, als ich den Eingangspost erstellte. Der Preis ist schon nicht unerheblich, da muss ich Euch beipflichten, aber ich bin immer der Ansicht, dass es aus die Dauer preiswerter ist, in längerfristigen Investitionen zu denken. Einige MiM-Strats sind wirklich gute Instrumente, und ich kenne viele Gitarristen, die ihre Exemplare schon seit etlichen Jahren - nicht nur als Backup-Gitarre - nutzen und nicht wieder hergeben möchten. Dagegen kenne ich nur wenige, die so an ihrer Squier hängen.

Mit der EMpfehlung, mal einen Tone King oder Dr. Z anzutesten, wollte ich keineswegs sagen, dass Anfänger einen solchen Amp brauchen. Ich wollte sie nur dazu ermutigen, mal den Test teurer Amp - einfachere Gitarre und danach sehr teure Gitarre - schlechter Amp zu machen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben, um zu sehen, wie entscheidend der Sound vom Amp abhängt.
 
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Moin!

Ja, das mit der Saitenstärke. Ich finde gut, dass sich der TE dieses Themas angenommen hat und es möge jeder Anfänger auch einmal eine andere Saitenstärke ausprobieren. Der Sattel wird wohl meistens nicht das Problem sein, ich hatte zumindest bisher keine, Ihr anscheinend auch nicht. Dass man die Gitarre eventuell neu einstellen muss und sich des Halsstabes annehmen muss, ist gar nicht einmal ein Nachteil, mit diesen Sachen kann man sich nicht früh genug beschäftigen, und wer sich nicht gerade teletubbig anstellt, wird wohl keinen Totalschaden fabrizieren. Ob der Saitenwechsel wirklich etwas bringt, muss dann jeder für sich selber entscheiden, Wunder sollte man nicht erwarten.

Deshalb spiele ich jetzt seit Jahren nur noch 9er!

Vor dem Hintergrund dessen, was man von emptypockets in diesem Thread bisweilen hört, ist die Frage, ob stärkere Saiten notwendig sind, eigendlich schon überfällig.

Aber egal, Bendings, H-O/P-O oder Vibratos sind mit stärkeren Saiten schwieriger zu realisieren. Es kommt jetzt darauf an, wie ein Anfänger damit umgeht. Natürlich wird man gezwungen, mehr zu investieren, um ein sauberes Ergebnis zu erzielen. Das ist auf den ersten Blick ein Vorteil, aber dieser Vorteil kann schnell zu einem Nachteil werden. Es wird dann ein Nachteil, wenn der Spieler den erhöhten Ansprüchen, die ein stärkerer Saitensatz mit sich bringt, dadurch ausweicht, indem er es an sauberem Spiel mangeln lässt.

Gerade Vibratos und Bendings sind für den Blues sehr wichtige, aber für den Beginner auch sehr schwere Elemente. Es kommt auf den Einzelfall an, aber ich denke, dass die meisten Anfänger möglichst schnell brauchbare Ergebnisse erzielen wollen, um dementsprechend auch motiviert zu sein. Ein brauchbares Ergebnis bedeutet, dass z.B. ein Ganztonbending eben ein Ganztonbending ist und kein 3/4tel-Tonbending. Auch mit einem 9er-Saitensatz wird es am Anfang nicht ganz einfach sein, solche Bendings hinzubekommen. Wenn man die Koordination und die Kraft entwickelt hat, dass Bendings gelingen, dann ist das Ohr das wichtigste. Man muss ein Gefühl dafür entwickeln, wo der Zielton ist. Die Konzentration auf diesen wichtigen Aspekt sollte nicht dadurch abgelenkt werden, dass man die Zähne zusammenbeißt und unter Schmerzen mit einem 12er Satz ein Eineinhalbton-Bending am zweiten Bund der G-Saite versucht.

Ich halte es für einen wichtigeren Erfolg, ein Bending auf einer 9er-Saite ins Ziel zu führen, als auf einer 11er-Saite 15 Cent vor dem Ziel schlappzumachen.

Die Spieltechniken und die Skalen sind nur Mittel zum Zweck. Ich sehe die Gefahr, dass wenn man sich die Sachen erschwert, schnell den Zweck aus den Augen verlieren kann. Ich hatte ganz am Anfang auch mit Saitenstärken experimentiert und bin für mich zu dem Ergebnis gelangt, dass mir die Kontrolle über mein Instrument wichtiger ist, als ein vermeintlicher Gewinn im Klang, aber das muss jeder für sich selber herausfinden, eine allgemeingültige Wahrheit wird es nicht geben.

Neben dem Popcorn noch etwas, was vielleicht im Sinne des Threads ein hilfreicher Punkt für Anfänger sein sollte und im Eingangspost vielleicht etwas unterging:

Auch hier gilt übrigens: die richtige Verwendung der Lautstärke- und Klangregler Deiner Gitarre kann Wunder bewirken.

Ich habe mich als Neuling immer gefragt, wer eigentlich die zwei bis vier seltsamen Potis an der Gitarre braucht, wenn man doch alles an seinem Amp regeln kann. Aber egal ob Modelling oder Röhre, diese Potis verdienen etwas mehr Aufmerksamkeit. Für einen Blueston gebe ich mittlerweile dem Verstärker ein wenig mehr Gain als nötig und etwas mehr Offenheit als erforderlich und suche mir dann mit den Reglern an der Gitarre die Sweet-Spots. Das gelingt (mir persönlich) nicht nur schneller, sondern auch besser, als stundenlanges Herumgeschraube am Amp.

Alles Liebe,

Enno
 
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Die Wahl der Saitenstärke ist wohl ein Dauerbrenner-Thema unter Gitarristen. Wohl deswegen, weil sich viele der Bedeutung für den Sound und für das Spielgefühl bewusst sind. Allerdings sollte man bedenken, dass das Argument "Gitarrist XY spielt leichte Saiten" nur mit Vorsicht zu genießen ist: großartige Gitarristen haben nicht zwingend einen großartigen Sound. Ich bewundere z. B. Johnny Winter - der ja bekannterweise auch sehr leichte Saiten spielt - über alles und sehe ihn als einen meiner Heroes an. Trotzdem muss ich leider sagen: sein Sound ist für mich im Vergleich zu dem von SRV oder Robery Cray nicht überragend, und trotz des oft hohen Grades an Verzerrung, der extremen Lautstärke und der Humbucker, die er verwendet, hört man eigentlich, dass der Klang seiner Gitarre - wohl wegen der leichten Saiten - eher wenig muskulös ist. Das gleiche gilt selbst (bitte sieht mir diese Majestätsbeleidigung nach) für den großen James Burton. Du solltest Dir also immer die Frage stellen, ob Du das Spiel des jeweiligen Gitarristen bewunderst oder auch seinen Sound.
 
Du solltest Dir also immer die Frage stellen, ob Du das Spiel des jeweiligen Gitarristen bewunderst oder auch seinen Sound.

Aber da stellt sich genau die Frage, ob das so einfach zu trennen ist. Sound und Spielen (können) sind einfach eng mit einander verbunden.

Johnny Winter ist natürlich auch ein interessanter Blues Interpret. Ich find dessen Sound auch nicht so toll, bin aber überzeugt, dass er das genauso haben will und dieser Gedanke bringt mich dann auf etwas was man im Rahmen dieser Diskussion auch mal überlegen sollte: Viele Gitarristen geben sich unheimlich viel Mühe (und Geld aus), um Signature Sounds zu 1000% zu kopieren. Die folgende Frage finden jetzt viele bestimmt ketztrisch, aber ich stelle sie dennoch : Doch wozu das? Für einen professionellen Top-40 Gitarristen ist es bestimmt wichtig, authentisch zu Covern, ok; "Fans" hängen sich auch die Poster ihre Idole auf, warum nicht auch sich deren Sound basteln. Aber Musiker, die sich selbst ausdrücken und verwirklichen möchten, beginnen nicht nur irgendwann selbst zu komponieren, sondern auch ihren eigenen Sound zu kreieren. Darum finde ich es gut und wichtig, zu wissen, wie man Sounds macht, es ist aber letztlich eigentlich gar nicht soooo erstrebenswert, wie ein SRV oder Robert Cray zu klingen.

Man möge diesen Einwurf nicht "schwarz/weiß" lesen. Jeder Gitarrist orientiert sich soundmäßig und auch spieltechnisch an Vorbildern und das bringt einen auch weiter, aber für mich (und da muss ich mich häufig genug, selbst "besinnen") lohnt es sich, da auch gedanklich offener und freier zu sein. (...und dann müssen es z.B. auch nicht unbedingt die doppelt so teuren Signature PUs sein... ;))
 
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Mmh, ich bin mir auch noch nicht ganz im Klaren,
ob dieser Thread für Einsteiger so hilfreich ist.

Einerseits ist es sehr oberflächlich: welchen Tele-Sound meinst du? 2x Humbucker, Singlecoils? Genauso bei den Amps: Nach welcher "Marshall-Rezeptur"? EL84, EL34 oder KT's? Ein- oder Mehrkanaler?

Was meiner Meinung nach viel wichtiger für Anfänger wäre: Wie erreiche ich diese Sounds bzw. was ist dafür nötig! Wer benutzt z.B. einer eher mittigen Sound, wer nicht? Wer benutzt Amps nach mit bestimmten Charakteristika (Endröhren etc.)
Das wäre auch universeller, weil man ja die meisten Amps so einstellen kann bzw. auch die Gitarren.

Wenn du hier jetzt auch auf verschiedene klassische Konfigurationen eingehst spricht für mich auch nichts dagegen, gleich mal ein paar konkrete Beispiel-Setups zu nennen.
 
Ich halte es trotz allem für wichtig für Anfänger, den Sound von ihren Idolen zu "kopieren"...
So sammelt man die Erfahrungen und kann am Ende dann wirklich entscheiden, ob einem der Sound auch wirklich gefällt! =)
 
Klasse. Gefällt mir, dass du dir so eine Mühe gemacht hast um Anfängern zu helfen und ihnen viel Frustration zu ersparen.

Das wichtigste im Blues ist, das man ihn fühlt, denn er kommt aus den Fingern.

Dann geht das auch mit jedem Amp und jeder Gitarre.
 

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