Improvisieren für Dummies

  • Ersteller Pianoteq
  • Erstellt am
O weh, Maria? Da wär ich mit n paar Keksen dabei. 🙂
 
Bach-Präludien für Klavier gibt es wie Sand am Meer. Allein im WTK1 und WTK2 sind schon mal 48 Stück, dazu kommen etliche aus den kleinen Fugen und Präludien, die Englische Suiten haben Präludien, eine Partita beginnt mit einem Präludium und wahrscheinlich gibt es noch so einige mehr.

Viele Grüße,
McCoy
 
Die 12 kleinen Präl. sind auch wunderschön. Bei Nr 10 hatter sich für mich beim "house of the rising sun" bedient, nur halt mit b's 🙂.
@Pianoteq, wie wärs?
NB: das G-dur Menuett aus dem Notenbüchlein, Schott Querformat Seite 8/9 zitiert übrigens J.M.Jarre. Als Krebs.
Capo
 
Es ging hier im Thread aber nicht darum, welche Stücke Bach alle geschrieben hat, die man auch noch spielen könnte, sondern darum, daß @Pianoteq ein Präludium kann, aber darüber nicht improvisieren kann. Und dabei könnte man ihm helfen, wenn man weiß, welches das ist.

Viele Grüße,
McCoy
 
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Für mich ist das nichts anderes - außer die Zeitschiene.

Da fällt mir ein, dass Steve Lacy gefragt wurde, was der Unterschied zwischen Kompsosion und Improvisation ist:
"In 15 seconds, the difference between composition and improvisation is that in composition you have all the time you want to decide what to say in 15 seconds — while in improvisation, you have 15 seconds." *)
Der Fama nach soll diese Antwort auch 15s lange gedauert haben.

Grüße
Omega Minus

*)
DeepL:
"Der Unterschied zwischen Komposition und Improvisation besteht darin, dass man bei der Komposition alle Zeit der Welt hat, um zu entscheiden, was man in 15 Sekunden sagen möchte – während man bei der Improvisation nur 15 Sekunden Zeit hat."
 
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Wobei mit den 15 Sekunden sicher nicht die Zeit gemeint ist, die man zum Überlegen hat ...

Das Stück geht los, Thema wird gespielt, die Band schaut zu Dir ... da hat man eher 0,15 Sekunden ;)

Hübsch finde ich auch, was Mark Twain zum Thema spontaner Vortrag gesagt hat
“It usually takes me more than three weeks to prepare a good impromptu speech.”

Zur Frage, was spielt man denn nun ...
Ich kann die Akkorde, da habe ich schon alles durchgespielt und fühle mich auch sicher, aber mir fehlt immer der Anfang für die rechte Hand.

Es geht Dir hier quasi um den Schritt von "Ich kann die Technik" zu "Ich mache Musik".

"Den Anfang" an sich gibt es nicht - man kann mit allem möglichen anfangen.
Ein Ton, ein Rhythmus, ein kurzes Motiv.

Versuch doch mal, ein bekanntes Stück, was eine einfache Struktur hat, als backing track laufen zu lassen und dazu etwas zu singen oder zu pfeifen.
Entweder ein kurzes Motiv, was Du Dir vorher ausgedacht hast (vorbereitet), oder eines, was aus dem Stück selbst stammt oder aus einem anderen Kontext. Drei bis fünf Töne.
Das variierst Du dann einfach über das ganze Stück. Rhythmus etwas ändern, Töne länger kürzer, doppeln, die Intervalle ändern. Ein zwei Töne vorn oder hinten anfügen. Umspielungen, approach tones.
Mehr braucht es eigentlich nicht.

Wenn man sich zB mal das Thema von "All of me" anschaut

1767694482903.png


Das ist immer wieder das gleiche Motiv, mal andere Töne, mal bisschen der Rhythmus verändert.
So in der Art wird auch eine Impro für den Hörerin interessant - ein Wechsel aus bekanntem und neuem. Das ist besser als Skalengedudel.

Das ist letztliich auch erstmal Handwerk, was man üben kann.
Natürlich geht das alles noch viel viel weiter, man kann ein zweites Motiv einführen, kann Spannungsbögen auf- und abbauen usw. Aber ich halte es für sinnvoll, das grundsätzlich von klein nach groß zu üben.
Also erstmal mit kurzen Abschnitten und Motiven, und sich dann um ein komplettes Solo zu kümmern.

EDIT
Ich kann die Akkorde, da habe ich schon alles durchgespielt ...
Dann bist Du weiter als ich. ;)
Alle Arpeggien? ohne Grundton, mit 9, mit 13? jeweils einen Ton im Arpeggio auslassen (weite Lage)? Akkorde / Begleitung linke Hand?
Akkorde verbinden, dh. Stimmführung? Melodien aus Akkordtönen in Halben, Vierteln, Achteln? Umspielungen der Akkordtöne? zweistimmige Stimmführung?
Alleine daraus könnte man eine quasi unendliche Zahl an Motiven für das Improvisieren generieren.
Und wie sieht es mit den Basslinien aus? ganze, halbe, walking bass? usw.
 
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Alleine daraus könnte man eine quasi unendliche Zahl an Motiven für das Improvisieren generieren.
Und wie sieht es mit den Basslinien aus? ganze, halbe, walking bass? usw.
Ich kann mir aufgrund der bisherigen Beiträge nach kaum vorstellen, dass Pianoteq fortgeschrittenen Stoff meint.

Eine systematische Annäherung an die Beschäftigung mit Akkorden kann man sich in einem YT-Video anschauen. Der Autor ist mir zwar nicht mehr so sympathisch wie einst, für meine Begriffe aber auch ein besonders systematisch arbeitender Lehrer und lässt sich daher selbst im reichen YT-Angebot bei Verweisen auf autodidaktisches Lernen nur schwer ignorieren.

Gruß Claus
 
Ich merke, dass ich eher in Richtung Filmmusik gehe als in Richtung Jazz. Und die meisten Ansätze zum Improvisieren beziehen sich auf Jazz.
Dafür finde ich das Video zwar gut als Übersicht, aber pädagogisch nicht so sinnvoll. Es ist ja, wenn ich das auf die Schnelle richtig gesehen habe, im Prinzip nur ein "nackiger" Akkordtyp pro Woche durch alle Tonarten, mit relativ "jazzigen" Akkorden.

Also nichts gegen die Klaviervideos des Autors, die sind schon gut (bis auf eines). Aber im konkreten Fall für @Pianoteq wäre aus meiner Sicht sinnvoller, weniger Akkordtypen zu nehmen (zB keine drop2, keine Quartalvoicings usw.), aber die Akkorde zu verbinden und Musik daraus zu machen.

Dafür reichen je nach Stil auch schon Dur, Moll, mit 9 und 13, Septakkorde mit b9 - aber eben lernen, wie man die für Impro über ein Stück verwendet.

Ich kann mir aufgrund der bisherigen Beiträge nach kaum vorstellen, dass Pianoteq fortgeschrittenen Stoff meint.
Meine Hinweise kamen, weil er/sie geschrieben hat, dass er/sie schon alles gespielt hat ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ganz genau und nachdem die Katze schon aus dem Sack ist, zeigt das verlinkte Video einen konkreten Überblick mit Übetips, wie @Pianoteq sein Wissen und Können hinsichtlich Akkorden konkret überprüfen und nach seinem Bedarf verbessern kann.

Wie ich in der Beitragsübersicht sehe, ist @Pianoteq seit seinem ersten Beitrag im Forum kaum weitergekommen. Wenn sich das für die Zukunft ändern soll, wären meine Tips:
Eine wirklich überlegte Liste der Wünsche bzw. Ziele für das Können am Klavier
Daraus abgeleitet ein Übeplan, der die Zwischenziele deutlich macht
Bestimmung der benötigten Lernmittel
Methodisches und regelmäßiges Üben mit definierten (Zwischen-)Ergebnissen
Wenn das den Hauptteil des Übepensums ausmacht, würde der kleinere Anteil als musikalischer Freiraum bei der Beschäftigung mit dem Instrument zur Verfügung stehen.

Pianoteq will neoklassischen Stil spielen und improvisieren. Dafür nützt Wissen um Akkordfolgen und Kadenzen sowie Akkorderweiterungen eine Menge, wenn man sich nicht unnötig einschränken will.

Gruß Claus
 
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