Anfängerfragen: Balgprobleme und Wahl des Akkordeons

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Hallo,

seit ein paar Tagen lese ich mich hier durch die Threads zum Thema Akkordeon. Grund: Vor ca. einem Monat habe ich ein älteres Akkordeon von einem Dachboden in der Verwandschaft gerettet. Sicherlich 30 Jahre alt, Akkordeon UNIVERSUM ELEGANGE 48 Bässe. Da ich vor Jahren mal Keyboard gelernt habe und kürzlich einige tolle Hintergrundmusik in Landschafts-Dokus gehört habe, hatte ich gedacht, ich probiere es einfach mal.

Zunächst mal eine Frage:
Ich habe mir die Akkordeon-Schule von Herrn Haas gekauft und bin jetzt dort, wo ich Bass und Melodie zusammenbringen soll (z. B. Seite 35). Mir ist aufgefallen, dass ich den Balg teilweise ziemlich nach links ziehen muss, um nachher das C c c spielen zu können, so dass der Balg beim Zurückfahren nicht viel schneller am Ende ist als die Melodie. Oh mann, schwer zu erklären. Der Balg ist dann beim zurückfahren so schnell wieder total zusammengefahren, dass ich das 2. C c c kaum noch spielen kann. Es geht sehr gut, wenn ich den Balg vor dem Spielen der Melodie schon ein wenig nach links ziehe (natürlich mit Spielen mehrerer Bässe) und dann erst anfange. Das hilft für den Anfang, aber kommt am Ende der Melodie wieder auf's Gleiche raus.
Mir ist klar, dass eine Ferndiagnose schwierig ist, aber vielleicht habt Ihr eine Einschätzung. Liegt es an mir oder am Gerät?

Ich spiele auch mit dem Gedanken, Unterricht zu nehmen. Jetzt habe ich mich aber hier durch die Foren gesucht und mit Begeisterung die Threads zu den Knopfakkordeons gelesen. Wenn ich jetzt aber Unterricht nehmen, möchte ich nicht unbedingt mit dem "falschen" Akkordeon für mich anfangen. Da ich sehr klein bin und auch die kleinsten Erwachsenen-Hände habe, die ich und andere je gesehen haben ;), würde mich so ein Knopfakkordeon natürlich sehr interessieren. Dazu meine Fragen:
- Gibt es irgendwo im Internet eine kleine Einführung, wie sich c d e f g auf einem Knopfakkordeon spielen, also von der Fingertechnik. Wenn ich demnächst mal in ein Geschäft fahre und eins ausprobiere, würde ich halt gerne vorher wissen, wie sich das damit überhaupt verhält. Oder kann mir das jemand für diese Noten im Vorfeld einfach mal kurz erklären? Ich will ja keinen Knopfakkordeon-Kurs, nur dass man halt im Geschäft das so ausprobiert, wie es später auch gemacht werden soll.
- Könnt Ihr mir helfen bei der großen Flut an Akkordeons, die ich im Internet gesehen habe? Ich hätte schon auch gerne eins mit sonem melancholischerem Sound, da mir eher so Soundtrack-mäßige Sounds vorschweben oder melancholischerer Nordischer Folk. Ich denke da an Maria Kalaniemi, wobei ich dieses Niveau natürlich nie erreichen werde. Aber so eine Richtung eben. So Nordfriesischen Seemannslieder ab und an wäre ich auch nicht abgeneigt. Also: Was gibt es da in der Richtung für Anfänger, sei es Knopf- oder Piano-Akkordeon (unter 1500 Euro)?

Ich hoffe auch mal, dass die/der Akkordeonlehrer an meiner Musikschule auch Unterricht für Knopfakkordeon anbieten kann. Oder ist das eher unwahrscheinlich?

Ach ja, kennt jemand Musikgeschäfte im Raum LDK/Gießen/Frankfurt, die ein paar Akkordeons zur Auswahl haben? Ruhrpott und Sauerland (Städte entlang der A45) gingen auch.

So, das war meine Fragenflut. Ich freue mich natürlich auch über Links zu evtl. schon bestehenden Themen hier im Forum!

meeresbrise
 
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Hallo Meeresbrise,

zunächst mal Willkommen hier, von einem Neuling an einen Neuling.

Ich antworte mal, obwohl ich eine wirklich konstruktive Antwort nicht habe, ich habe aber zumindest ein ähnliches Problem ;)

Da ich mit meiner Akkordeonsuche aus Zeitgründen momentan nicht so richtig weiter komme, spiele ich zur Zeit weiter auf meinem kleinen alten 40-Bässer. Ich lerne auch mit dem Buch von Peter Michael Haas, sowie parallel mit dem von Martina Schumeckers, das aber sehr viel schneller voranschreitet, da brauche ich zur Erarbeitung der Stücke deutlich mehr Zeit.

Bei Haas bin ich schon etwas weiter, als Du, auf S. 71. Aber dieses Problem mit dem Balg habe ich halt durchgängig auch, beim Drücken bin ich schneller, als beim Ziehen, bei manchen Stücken sind daher die regelmäßigen Balgwechsel schwierig. Drücke und Ziehe ich gleich schnell, sind beim Zudruck die Töne leiser - aber nur so kriege ich dann auch auf Zudruck die gleiche Anzahl von Takten gespielt, wie auf Zug.

Da ich keinen Lehrer habe, weiß ich auch nicht, ob das an meiner Technik liegt, aber ich vermute, es liegt eher daran, dass der Balg des Akkordeons ausgeleiert ist, er öffnet sich ganz leicht, ist oft schon nach zwei Takten spielen weit geöffnet. Ich denke mal, da dein Instrument auch schon älter ist, dass der Balg einfach auch schon sehr kurzatmig ist. Aber vielleicht wissen die Experten hier ja noch mehr.

Grüße vom Seelchen

Oh, noch ne Ergänzung. Jetzt habe ich gerade mal auf S. 35 in den "Haas" geguckt (hätte ich mal vor meinem Beitrag machen sollen...), und hab gesehen, dass bei den Übungen dort die ersten beiden Takte ohne, die nächsten beiden mit Bass gespielt werden, d.h. für die ersten beiden Takte braucht man weniger Luft, da scheint es mir nicht verwunderlich, dass die vorgegebene Balgeinteilung nicht richtig hinkommt. Vielleicht kommt es ja hin, wenn Du statt zwei jweils vier Takte auf Zug und vier auf Druck machst.
 
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Hallo Seelchen,

vielen Dank für Deine Antwort.

Oh, noch ne Ergänzung. Jetzt habe ich gerade mal auf S. 35 in den "Haas" geguckt (hätte ich mal vor meinem Beitrag machen sollen...), und hab gesehen, dass bei den Übungen dort die ersten beiden Takte ohne, die nächsten beiden mit Bass gespielt werden, d.h. für die ersten beiden Takte braucht man weniger Luft, da scheint es mir nicht verwunderlich, dass die vorgegebene Balgeinteilung nicht richtig hinkommt. Vielleicht kommt es ja hin, wenn Du statt zwei jweils vier Takte auf Zug und vier auf Druck machst.

Ah ok, hatte mir gedacht, es könnte damit zusammenhängen. Hatte mich jetzt auch mal an die Übung auf Seite 37 gewagt. Dort spielt man am Anfang auch Basstöne mit. Das Problem ist dann nicht so ausgeprägt, habe trotzdem das Gefühl, ich müsste den Balg sehr weit nach links ziehen, damit es nachher beim drücken hinkommt und nicht so komisch leise wird.
 
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Hallo meeresbrise,

herzlich willkommen im Musiker-Board!

Zur Balg-Problematik: Es kann an einer falschen Spieltechnik bzw. mangelnder Übung liegen. Genauso gut kann es aber auch am Instrument liegen (es ist nicht gerade hochwertig), oder der Balg ist undicht ("ausleiern" kann er eigentlich nicht ;)):
Stelle das Akkordeon auf den Bassseite (Bassriemen) ab, löse die Balgverschlüsse, und versuche, das Akkordeon vorsichtig am Diskant-Griffbrett hochzuheben ohne eine Taste zu drücken. Wenn der Balg "nachgibt", hat er ein Loch oder die Balgdichtung ist nicht mehr in Ordnung.
 
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Zu deinem Problem mit dem Balg:
Theoretisch sollte natürlich wenn du die gleiche Melodie auf Zug und auf Druck spielst, der Balg am Ende genau wieder zu sein, ohne dass es am Ende nicht reicht. Klar mehr Töne (insbesondere Tiefe Basstöne) brauchen mehr Luft, wenn du also 2 Takte ohne Bassbegleitung auf Zug spielst, und danach 2 Takte mit Begleitung auf Druck wird das sicher nicht aufgehen.
Praktisch kann es gerade bei qualitativ weniger guten und alten Instrumenten schon sein, dass Zug und Druck nicht identisch sind. Auch brauchen bessere/besser erhaltene Instrumente bei gleicher Lautstärke weniger Luft, bzw. sind weniger undicht (d.h. Balg lässt sich nicht (oder nur sehr langsam) öffnen wenn kein Knopf gedrückt ist. Ein bisschen "undicht" ist aber jedes Akkordeon.


Zu deiner Überlegung bezüglich Knopfakkordeon:
- es gibt 2 unterschiedliche Griffschemata für Knopfgriffakkordeons: C-Griff und B-Griff
http://de.wikipedia.org/wiki/Chromatisches_Knopfakkordeon hier findest INformationen dazu, bei den beiden Bildchen ist jeweils das obere Ende das, an dem der Balg ist
- als Anfänger kann spielt man die Töne C,D,E,F,G mit den gleichen Fingern wie beim Klavier am Anfang (C=Daumen, D=Zeigefinger, E=Mittelfinger, F=Ringfinger und G=kleiner Finger)
- ich selbst spiele Knopfakkordeon und finde dass es einige Vorteile hat (zB kann ich fast 3 Oktaven greifen, Dreiklänge haben alle das selbe Griff-Schema...) du solltest allerdings berücksichtigen, dass der Gebrauchtmarkt für Knopfgriff-Standardbassakkordeons weit kleiner ist, als der für Tastenakkordeons, d.h. es wird schwieriger ein preislich passendes Instrument zu finden und falls du es irgendwann aufgibst schwieriger das Instrument wieder zu verkaufen.

Wegen Kaufempfehlungen:
Du schreibst du hast kleine Hände, kann man daraus schließen dass du auch sonst kein Riese bzw. unterdurchschnittlich groß bist? Dann solltest vielleicht deine Körpergröße angeben, denn mit einem zu großen Instrument lässt sich kaum spielen.
Desweiteren nehme ich an du willst beim Standardbass bleiben (Akkorde links) und nicht Melodiebass spielen (Einzeltöne wie rechts)?Es gibt auch Instrumente die sich umschalten lassen (Convertor), das dürfte dann allerdings deine 1500€ überschreiten.

Wegen Akkordeonlehrer: Besser erst nachfragen, davon ausgehen dass ein Akkordeonlehrer Knopfgriff unterrichtet kann man nicht! Evtl. auch in Vereinen fragen, Musikschulen sind für Erwachsene oft auch sehr teuer.
 
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Vielen Dank schon mal für die Antworten.

@Wil_ Riker:
Danke für den Tipp zum Testen des Balgs. Wir haben das vorhin mal ausprobiert und schon bei leichtem Anheben geht der Balg auseinander. Das sollte er, wenn ich es richtig verstanden habe, nicht. (?)

@poorsurfer:
Auch Dir schon mal vielen Dank!
- als Anfänger kann spielt man die Töne C,D,E,F,G mit den gleichen Fingern wie beim Klavier am Anfang (C=Daumen, D=Zeigefinger, E=Mittelfinger, F=Ringfinger und G=kleiner Finger)

Macht man dies nur als Anfänger so oder greift man die Töne auf dem Knopfakkordeon nachher anders?

Du schreibst du hast kleine Hände, kann man daraus schließen dass du auch sonst kein Riese bzw. unterdurchschnittlich groß bist? Dann solltest vielleicht deine Körpergröße angeben, denn mit einem zu großen Instrument lässt sich kaum spielen.

Wie oben schon geschrieben bin ich nicht gerade groß. Ca. 1,58m.
Ich denke das mit dem Convertor ist vielleicht für den Anfang etwas übertrieben. Von daher wäre das mit dem Standardbass ganz gut.

Ich freue mich auf weitere Antworten.

Viele Grüße von der meeresbrise
 
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Wil_Riker
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Hallo nochmal,

Wir haben das vorhin mal ausprobiert und schon bei leichtem Anheben geht der Balg auseinander. Das sollte er, wenn ich es richtig verstanden habe, nicht. (?)

richtig. 100% dicht ist kein Balg der Welt, aber wenn er relativ schnell bzw. leicht auseinander geht, ist er undicht. Evtl. kannst Du sogar deutlich spüren, wo die Luft entweicht.
 
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Hallo,

ich habe auch das gleich Problem.
Also bei mir reicht die Luft beim schließen des Balges auch nicht und es kommen logischerweise dann keine Töne mehr. Das muss heissen das beim öffnen des Balges langsamer bin und beim schließen zu schnell.
Die sache bei mir ist nur das ich ein Neuinstrument habe. Eine Walther Corsar 96 Bass. Der Balg ist dicht.
Habt ihr vielleicht auch einige Tipps für mich? Was könnte ich dagegen tuen?

Lg

Alex
 
Ippenstein
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Moin,

ungleichmäßige Balgbewegung? Die Balgarbeit ist eine nicht zu unterschätzende Leistung, die geübt werden muß. Bei einem Neuinstrument sollte eigentlich kein Fehler vorliegen und man sollte schauen, daß man mehr Balgwechsel macht. Allerdings könnte man auch mal schauen, wie stark der Luftdurchsatz des Akkordeons ist.

Grüße

Ippenstein
 
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waldgyst
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Macht man dies nur als Anfänger so oder greift man die Töne auf dem Knopfakkordeon nachher anders?

Hier haben wir mal ausführlich darüber diskutiert:
https://www.musiker-board.de/akkordeon/300811-fingersatz-knopf-b-griff.html

@alex85
Wenn es ein Neuinstrument ist (Ventile schließen einwandfrei), kann es nur an zwei Faktoren liegen: Entweder du spielst beim Ziehen leiser als beim Drücken oder du hast in den Takten, die du auf Druck spielst, durch Mehrklänge (Zweiklänge, Akkorde) oder tiefere Töne einen höheren Luftverbrauch.
(Oder in den Takten auf Zug kommen mehr Pausen vor...)
Da musst du dir entsprechend die Balgwege anders einteilen.
 
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[...]
@poorsurfer:
Auch Dir schon mal vielen Dank!

Macht man dies nur als Anfänger so oder greift man die Töne auf dem Knopfakkordeon nachher anders?
[...]

Hmm...prinzipiell für alle Fälle allgemeingültige Fingersätze (C immer mit dem Daumen oder ähnliche) gibt es eigentlich nicht. Der von mir beschriebene Fingersatz ist gut für Stücke die nur diese 5 Töne nutzen.
Willst du eine komplette Tonleiter spielen, sieht das ganze etwas anders aus: C(1)-D(2)-E(1)-F(2)-G(3)-A(1)-H(4)-C(5/1)

Die Akkordeonschule nach der ich gelernt habe, sieht für den Anfang 4 verschiedene "Lagen" vor, die jeweils 5 Töne beeinhalten: C-Lage (C-G oben beschriebener Fingersatz), D-Lage (d(2),e(1),f(3),g(4),a(5)), F-Lage(f(2),g(3),a(1),b(4),c(5)) und die anfangs etwas unbequeme G-Lage (g(2),a(1),h(3),c(5),d(4))
durch die häufige verwendung sind diese Lagen für mich intuitiv, d.h. wenn ich mir bei neuen Stücken Fingersätze aussuche dann komme ich oft in diese Lagen zurück, weil ich dabei einfach nicht Nachdenken muss.

Das ganze macht in gewisser Weise auch Sinn: Eine Lage für die ersten 5 Töne der Dur-Tonarten beginnend jeweils auf einem Ton in der äußersten Reihe(C), der mittleren (G) und der inneren (F). Bei größeren instrumenten mit 2 Hilfsreihen könnte man antürlich auch F-Dur mit dem Fingersatz (und gleicher Handhaltung) wie C-Dur spielen, indem man die Hilfsreihen mitnutzt, allerdings geht das auf kleinen Instrumenten nicht und ist mit dem Daumen in der dritten Reihe auch nicht gerade ideal.

Am Ende ist es natürlich praktisch für die Tonleitern Standardfingersätze zu haben, aber leider bestehen Stücke zwar sehr viel aus Tonleiterfragmenten und Dreiklangszerlegungen, aber nicht immer, d.h. im Einzelfall muss man sich eben etwas ausdenken.
Beim ausprobieren/überlegen:
- Daumen möglichst nur in der äußeren Reihe
- Hand sollte nicht allzu abrupt gedreht werden müssen
- keine zwei unterschiedlichen Töne direkt nacheinander mit dem gleichen Finger (eigentlich logisch)
- die Finger sollten möglichst kurze wege machen müssen, trotzdem muss es immer möglichst bequem bleiben
 
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Piano-Gregor
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Das mit zu wenig Luft übrig haben beim Drücken hatte ich anfangs auch. Aber das gibt sich relativ schnell mit einiger Spielpraxis. Bei mir kam hinzu, dass ich ein 48er Bass Akkordeon hatte, was sowieso nicht so viel Luft hat. Der Balg war allerdings sehr gut dicht.

Lösung des Problems bei mir: einfach den Balg etwas öffnen, bevor man den ersten Ton spielt. Wenn das nicht reicht: den Balg *noch weiter* öffnen vor dem ersten Ton. Bei einem 48er Bass hast du natürlich dann das umgekehrte Problem. Also dass du den Takt noch nicht fertig gespielt hast, aber einfach nicht weiter ziehen kannst, weil der Balg schon maximal gezogen ist.

Es kann aber auch daran liegen, dass du unterschiedlich stark drückst und ziehst, wie einige hier auch schon angemerkt haben. Und natürlich auch an der Art des Stückes, wo in einigen Takten einfach mehr Töne (=mehr Luftverbrauch) gespielt werden sollen. Aber bei Anfängerstücken beim Haas sollte eigentlich alles auch auf einem kleinen Akkordeon spielbar sein. Manchmal ist es aber tatsächlich bei einigen Stücken schwierig. Hier hilft dann nur noch, die Balgführung anders einzuteilen. Üblich ist es wohl zu Anfang, alle 2 Takte die Richtung zu wechseln. Wenn das aber bei einem kleinen Akkordeon zu Schwierigkeiten führt, kann man natürlich auch mitten im Takt wechseln. Mir hat das anfangs auch arge Schwierigkeiten gemacht, heute denke ich nicht mehr darüber nach. Anfangs hatte ich mir sogar in die Noten geschrieben, wann ich ziehen und wann ich drücken soll. Aber wie gesagt, das gibt sich relativ schnell. Ich spiele jetzt seit ca. 1,5 Jahren und hab schon lange keine Probleme mehr damit.

Gregor
 
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@Piano-Gregor:
Danke, wenn ich den Balg vorher etwas öffne, geht es eigentlich ganz gut, zumindest bei dem Übungslied, wo man gleich von Anfang an Bässe mitspielt und nicht nur am Ende. Dann bin ich ja beruhigt. Es liegt wahrschl. an diesem Übungslied, bei dem man eben nur am Ende Bässe & Akkorde spielen soll, ein wenig an der Übung und ein wenig am Alter des Instruments.

@waldgyst:
Danke für den Link.

@poorsurfer:
Aaaah, ok. Also zum Ausprobieren eines Knopfakkordeons im Geschäft würde ich einfach heraussuchen, wo CDEFG liegen und dann die gleichen Finger wie beim Piano benutzen. Den Rest müsste man dann nach und nach (mehr oder weniger) einfach erlernen.

@ALLE:
Wenn ich tatsächlich dabei bleiben möchte, hätte ich gerne früher oder später ein neueres Instrument. poorsurfer hatte schon geschrieben, dass es auch von der Körpergröße abhängt. Also: Welche Einsteiger-Instrumente könnt Ihr mir bei Knopf oder Piano empfehlen (Körpergröße 1,58m, ziemlich kleine Hände)? Vielleicht wären 72 Bässe ganz sinnvoll. Zwischen 1000 und 1500 Euro wäre auch gut. Und evtl. mit einer melancholischeren Klangfarbe, falls es in der Preisklasse da schon Unterschiede gibt.
 
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Ippenstein
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Hallo Meeresbrise. Ich weiß nicht, wie das bei Knopfinstrumenten aussieht, aber bei den Piano-Instrumenten gibt es auch die Medium-Tastatur. Die solltest Du Dir mal ansehen.

Von Hohner kann ich (gebraucht) die Pirola empfehlen. Die hatte uns sehr gut gefallen. Bei Weltmeister gibt es v.a. bei den Neuinstrumenten eine interessante Auswahl mit Mediumtastatur.

Was ist eine melancholische Klangfarbe? Du mußt die Instrumente ausprobieren und notfalls gibt es einen Trick. Dazu suchst Du das Forum aber mal nach "tonlagenabhängigem Schallverdeck" ab. Mit einer einfachen dicken Folie kann man das
selbst bewerkstelligen und um einen ersten Eindruck zu bekommen, reicht es, diese entsprechend auf das Diskantverdeck zu legen.

Grüße

Ippenstein
 
meeresbrise
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Was ist eine melancholische Klangfarbe?

Aähm, keine Ahnung. :D Hatte das hier nur auch öfters gelesen und fand das interessant, dass es sowas geben soll. Kann mir jetzt auch nicht so wirklich viel drunter vorstellen und wollte halt mal hören, welche Instrumente Ihr dann da so empehlen würdet, so dass ich mir das mal anhören könnte. ;)
Aha, mit einer Folie? Iss ja'n Dingen. Ich werd hier nachher, wenn ich mehr Zeit habe, mal danach suchen. Und auch nach den Medium-Tastatur-Instrumenten sowie dem von Dir Genannten. Klingt interessant! Vielen Dank schon mal!
 
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[...]
@poorsurfer:
Aaaah, ok. Also zum Ausprobieren eines Knopfakkordeons im Geschäft würde ich einfach heraussuchen, wo CDEFG liegen und dann die gleichen Finger wie beim Piano benutzen. Den Rest müsste man dann nach und nach (mehr oder weniger) einfach erlernen.
[...]
Ja genau. Ich kenne die Schule von Haas nicht. Aber ich nehme mal stark an, dass auch dort die ersten Stücke sich im Fünftonraum (C-G) bewegen. D.h. wenn du da eines kannst, lässt sich das auch recht leicht auf einem Knopfakkordeon spielen, um Klangcharakteristik und Tonansprache zu testen.


Was empfehlungen für Instrumente angeht...das was ich kenne und daher guten gewissens empfehlen könnte, liegt deutlich oberhalb deiner Preisvorstellung (zB Borsini Concertino).
Preislich im Rahmen und außerdem recht häufig auf dem (Gebraucht-)Markt ist zB Hohner Nova II bzw. Nova III. Ich kenne die Instrumente nicht, nehme aber an dass sie gut nutzbar sind. Obs dir klanglich gefällt musst selber prüfen.

Bezüglich Mediumtastatur: Bin grade nicht sicher obs das für Knopfakkordeons auch gibt, dachte aber sowas mal gehört zu haben. Wie auch immer, der nutzen hält sich in Grenzen, da Knöpfe ja sowieso weniger Platz brauchen als Pianotasten. Auch wenn es das gibt, dürfte es insbesondere schwierig bis unmöglich werden ein Instrument zu finden, das alle Bedingungen erfüllt. (Preis, Größe, Mediumtastatur). Wie gesagt, der Markt für Knopfinstrumente (insbesondere reine Standardbass) ist klein verglichen mit dem für Pianotastaturinstrumente.
 
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Hallo!
Ich hab selber vor einigen Monaten mit Knopfakkordeon angefangen. Ich benutze zum Lernen einerseits "Das Accordeon-Buch" von Angelica Paulic, wo man die Fingersätze für C-Griff-Knopfakkoredon findet, andererseits P.M. Haas' "Spiel Akkordeon"-Buch für Pianoakkordeon - da sind wesentlich mehr Übungsbeispiele drinne, als im dünneren Paulic-Buch, und mit den Fingersätzen für Dur- und Molltonraum aus dem Paulic-Buch lassen sich alle Übungen in der ersten Hälfte des Haas-Buches problemlos bewältigen.

Ich hab den Fehler gemacht, und mir "zum Ausprobieren" zunächst ein dreihreihiges Knopfakkordeon mit C-Griff besorgt (ein kleines Pigini) - das ist zwar schön leicht, ABER der große Vorteil des Knopf- gegenüber dem Pianoakkordeon, nämlich die leichte Transponierbarkeit, und die Gleichförmigkeit von Akkordgriffen, ist erst ab 4, noch besser 5 Reihen gegeben.

Ich hab mir deshalb dann ein 5-reihiges Hohner Riviera III geholt, das ist gebraucht häufig zu finden; was mir im Unterschied zu meinem 3-reihigen Pigini aufgefallen ist: beim Riviera sind die Knöpfe kleiner (was ich persönlich als großen Vorteil empfinde), und das Griffbrett ist flach (wie bei den meisten französischen Musette-Knopfakkordeons), nicht gestuft, wie bei vielen neuern Knopfakkordeons (ist mir aber nicht nachteilig aufgefallen, aber dazu bin ich vielleicht noch zu sehr Anfänger). "Melancholische" Tonfarben hat's auch (ist natürlich subjektiv), allerdings ist es nicht ganz leicht (ich spiele aber fast ausschließlich im Sitzen, insofern kein Problem).
 
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@RomanS:
Aus welchem Grund hast Du denn ein Knopfakkordeon gewählt? Hatte jetzt mal so rumgeschaut und auch irgendwas in der Art wie "Musette-Ausführung möglich" (so ähnlich jedenfalls) gelesen. Kannst Du mir sagen was das bedeutet?

Die Sache mit den Medium-Tasten finde ich außerdem noch spannend und habe hier im Forum diesen Thread dazu gefunden:
"Damen-Akkordeon"
Was jetzt für mich mit meiner kleinen Handspanne (nur ca. 15 cm :eek:, mein Mann liegt so bei 23cm) jetzt vorteilhaft wäre, ist eben die Frage. Evtl. fahren wir Ende des Monats zur Musikmesse nach Frankfurt. Dann kann ich ja vielleicht mal das ein odere andere Instrument ausprobieren.
 
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@RomanS:
Aus welchem Grund hast Du denn ein Knopfakkordeon gewählt? Hatte jetzt mal so rumgeschaut und auch irgendwas in der Art wie "Musette-Ausführung möglich" (so ähnlich jedenfalls) gelesen. Kannst Du mir sagen was das bedeutet?

Hallo! Zur Musette-Ausführung: Da geht's wohl um die Tremolo-Stimmung, die auf den typischen Musette-Klang hingetrimmt ist - aber da bin ich kein Experte, da gibt's hier im Forum sicher berufenere Leute, die das besser erklären können!

Zu meiner Wahl des Knopfakkordeons: Ich bin eigentlich Gitarrist, spiele auch in zwei Bands ("Americana", Country, 50s Rock'n'Roll, Folk Rock, und so); hatte immer schon ein großes Faible für den Akkordeon-Sound, egal ob in TexMex, Cajun, finnischem Tango, oder auch osteuropäischer Volksmusik...
Ich hab eine zeitlang mit Pianoakkordeon rumprobiert, aber nachdem ich nie Klavierunterricht hatte, und nachdem man "meine" Musik im Normalfall auch nicht vom Blatt spielt (beim Spiel nach Noten hat das Pianoakkordeon durchaus seine Vorzüge...), bin ich da nie sehr weit gekommen.
Als Gitarrist denkt man einfach in anderen Kategorien - in Akkordgriffen, Licks, "Blues Boxes", Skalen-Schemata - eine sehr grafische Herangehensweise, man merkt sich die Form/den "shape" eines Akkordes, bzw. z.B. einer Pentatonik-Skala, und schiebt das ganze dann je nach Tonart das Griffbrett rauf oder runter;
das geht bei der Pianotastatur NICHT, da muß man je nach Tonart ganz verschieden "Akkordgriffe" spielen, mit unterschiedlichen Kombinationen von schwarzen und weißen Tasten;
beim chromatischen Knopfakkodeon geht das dagegen sehr wohl - man lernt die Fingersätze (wieder als grafisches Schema, wie bei den Gitarrengriffen) für die entsprechenden Skalen oder Akkorde - und die sind in allen Tonarten immer gleich (natürlich gibt es tw. verschiedene alternative Fingersätze für die gleiche Tonart); dann braucht man sich nur noch merken, wo welcher Grundton liegt, und "schiebt" die benötigte Skala oder den gesuchten Akkordgriff einfach dort hin, genau wie bei der Gitarre.
Wie gesagt, ich bin selber noch kompletter Anfänger, spiele gerade erst seit Ende Dezember - hab aber beim letzten Konzert meiner Band schon das Akkordeon als Begleitinstrument eingesetzt (erleichternd kommt natürlich dazu, dass man in einer Band kaum die Bassknöpfe benutzt, da es ja eh einen Bassisten gibt - mit der Kombionation aus Bass- und Melodiespiel kämpfe ich noch am meisten...)
Hier das Beweisfoto:

cs_1526.jpg


(OK, der konzentrierte Blick auf die Tastartur entlarvt den Anfänger... :D)
 
A
alex_85
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Hallo,

danke an alle bezüglich meines Luftproblems mit dem Balg.
Ihr konntet mir weiterhelfen.
Ich teile mir die Balgwechsel jezt besser ein.

Lg

Alex
 

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