Bob Dylan, Desolation Row - Interpretation

von Rageagainst'em, 17.03.08.

  1. Rageagainst'em

    Rageagainst'em Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.08   #1
    Hey, ich wollt mir mal die Aufgabe setzen und das schöne Desolation Row von Herrn Dylan interpretieren, weil ich es einfach nur super schön finde, aber noch nie auf den richtigen Sinn dahintergekommen bin..

    Wollte erstmal so vorgehen, dass ich mir die einzelnen Funktionen der einzelnen Personen, die im Lied vorkommen, aufschreibe und dann versuche aufeinander zu beziehen..
    Desweiteren frage ich mich: Was ist die Desolation Row? (Wohl ein fiktiver Ort?) Gibt es überhaupt einen tieferen Sinn, oder hat er einfach 'n paar bekannte Personen genommen, in nen Mixer getan, einmal durchgeschüttelt und alles mit schöner Poesie versehen..?

    Würd' gern mal euer Meinung zu dem Lied / der Aussage dahinter hören :)
     
  2. jayminor

    jayminor Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.08   #2
  3. DaniArrow

    DaniArrow Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.04.09   #3
    Ich glaub ja der Bob setzt sich da immer hin, erfindet irgendwelche sinnlosen Geschehnissen in fiktiven Plätzen und reiht sie so unmöglich wie möglich anneinander damit die Leute es nicht verstehen (denn was man nicht versteht findet man ja immer genial) ^^
     
  4. bernie49

    bernie49 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.05.09   #4
    Ach Dani, ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber selbst wenn man die englische Sprache versteht und sich etwas in der englischen/amerikanischen Literatur auskennt, kann man vieles zwar nicht direkt "verstehen" im landläufigen Sinne, aber doch assoziieren, wenn man genug Phantasie hat! ;)
    Das ist Dylan's Geheimnis, es bleibt so vieles offen, jeder denkt sich dabei das, was ihm selbst dazu einfällt, um es mal leicht verständlich zu erklären.
    Dylan ist halt nicht tauglich für den breiten Allgemeingeschmack.
    Und das ist gut so! :D
     
  5. Gast75843

    Gast75843 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.09   #5
    Desolation Row = Die Straße der Trostlosigkeit?
    Analog zu John Steinbecks "Die Straße der Ölsardinen", dieses Buch heißt im Original Cannery Row
    Könnte aber auch sein, dass es anders gemeint ist :)
    Wer einsehen will, dass sich aus Dylan niemals richtig schlau werden lässt, kann es auch mal mit diesem Film versuchen:
    http://www.amazon.de/Im-Not-There-C...ef=sr_1_1?ie=UTF8&s=dvd&qid=1243414540&sr=1-1
    Hier wird er von mehreren Darstellern gespielt, darunter einm farbigen Jungen und einer Frau (Cate Blanchett), und er er heißt auch ständig anders, niemals Bob Dylan. Die Geister scheiden sich an diesem Streifen, ich meine, die Art, die Story aufzurollen, ist sehr passend für Bob Dylan!
     
  6. stier

    stier Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.06.09   #6

    perfekte Antwort bernie49,ist ja auch gut so.Dylan war ein König,ist ein König und

    wied es immer bleiben............:great::great::great:
     
  7. MayAmelia

    MayAmelia Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.07.09   #7
    mhh, den gleichen Ansatz hab ich auch gewählt und bin bei "Dr. Filth" auf nen ziemlich interessanten Link gestoßen: http://expectingrain.com/dok/who/f/filthdoctor.html

    in dem text deutet der Autor an, dass das Lied als Kritik an/ Verurteilung von der Shoah verstanden werden könnte... das ganze hab ich bestätigt gefunden als ich Informationen über Ezra Pound und T.S. Eliot gesucht habe. Pound hat sich nämlich zum Faschismus bekannt und Eliot wird vorgeworfen Antisemistisch zu sein. Was haltet ihr denn von der Interpretation? Hat da sonst noch jemand was zu gefunden? Klingt nämlich irgendwie plausibel...
     
  8. Mowmow

    Mowmow Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.09   #8
    Ich bin ja an sich ein großer Fan surrealer Lyrik, aber was Bob Dylan angeht, kommt es mir teils ebenso vor wie jayminor. Wobei ich seine Texte auch nur vom Hören kenne, wirklich drauf eingegangen bin ich noch nicht. Gibt für mich auch letztendlich wichtigeres an seiner Musik.
     
  9. bernie49

    bernie49 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.09   #9
    alle seine Texte findet man auf bobdylan.com. Im übrigen siehe mein Post #4.
    ... und zwar was genau?
    Ich frage nur mal so aus Interesse, denn seit 40 Jahren habe ich praktisch alles von Dylan gesammelt, ebenso massenhaft Live shows. Ich kenne keinen anderen Musiker, der so viele verschiedene musikalische Wandlungen durchgemacht hat, sich praktisch immer "neu erfunden" hat. Oft sehr zum Unwillen der "treuen" Anhänger. Er wurde früher des öfteren ausgebuht, in England 1966 sogar als "Judas" beschimpft! :D
     
  10. saitentsauber

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    Erstellt: 12.07.09   #10
    Paul Simon?
     
  11. ike clanton

    ike clanton Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.09   #11
    ich hab ein album, dass bob dylan zusammen mit johnny cash aufgenommen hat.
    das war meine erste begegenung mit bob dylan. und ich sagte mir damals - vor 25 jahren - never ever again!
    heute spiel ich viele seiner frühen songs, wenn auch eigenständig interpretiert, dennoch dylan im kern. und ich denke bob dylan ist ebenso ein genialer musiker, wie es johnny cash gewesen ist.
     
  12. janosik

    janosik Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.09.09   #12
    Für mich löst sich eigentlich alles auf in der letzte Strophe. Da kann man ja natürlich jetz auch gegenteiliger Meinung sein, aber für mich ist's ziemlich klar:
    "all the people that you mention, i know them they are quite lame,
    I had to rearrange their faces, and give them all another name"
    auf Deutsch:
    "All die Leute, die du erwähnts hast (im Brief)
    Ich kenne sie, sie sind ziemlich lahm (lahme Ente, Versager)
    Ich musste ihre Gesichter ein Bisschen zurechtrücken
    und Ihnen alle einen anderen Namen geben."

    Das heisst für mich nichts anderes, als dass all die Romeos, Cinderellas, T.S. Elliotts, Phantoms of the Opera, Schmutzdoktoren mit Krankenschwester, Einsteins etc. nur Du und ich sind, eben die Leute nach denen gefragt wurde. Und alle stecken wir im gleichen surrealen Scheiss, wie er halt auf der "desolation row", der Trostlosigkeits-Allee, zu finden ist.

    Und jetzt lese ich wirklich nicht mehr gut
    Schick mir ja keine Brief mehr,
    es sei denn du sendest sie vom Postbüro
    02534 Trostlosigkeits-Allee
     
  13. Capablanca

    Capablanca Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.03.12   #13
    Hallo

    Menschen wollen immer alles verstehen, das ist sinnvoll und teil der weiterentwicklung. vieles bei dylan hat aber keine einzige wahrheit, ist aber einfach deshalb sehr interessant, weil es nicht ein schwarz-weiss gibt, aber viele schattierungen. genau wie in einer schachpartie nicht immer nur ein zug stark ist sondern mehrere, das mach schach interessant....... dies macht dylan einzigartig in seinem musikumfeld.

    capablanca
     
  14. willybaer

    willybaer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.08.12   #14
    Komisch, hab das Stück heute mal wieder gehört (Live auf der Isle Of Wight-CD vom Festival 70 oder so, eine der besten Versionen überhaupt, finde ich) und mich
    das auch jetzt wieder gefragt. Früher war die Sache für mich klar: Dylan (oder wer immer I ist) sitzt in einer Klapsmühle und begegnet dort den gängigen Leuten, die
    dort sitzen, weil sie sich für Einstein, Casanova, Romeo etc. halten. Also (Mental) Desolation Row, für diese Interpretation sprach immer die letzte Strophe, mit dem Brief,
    den er nicht lesen kann und den door knob, der nicht funktioniert. I (Dylan) befindet sich in einer völlig isolierten Lage (räumlich und kommunikativ) und wollte das
    mit dem Song sagen. Also ist es Ausdruck seiner Befindlichkeit und nicht eine Aussage über die Welt draußen (Tagespolitik,Geschichte usw.)
    Ich habe natürlich die Links gelesen. Vieles ist für mich sehr stimmig, aber meine Interpretation ist für mich deshalb noch nicht reif für den Gelben Sack, oder doch?
     
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