Diese "gewonnene" freie Zeit (Quatsch) wiederum zu füllen, ist manchmal ganz schön anstrengend, Ich bin (Luxusproblem für coronafreie Bundesbürger) "überfordert"...
Das ist interessant. Bei mir ist das anders. Die ersten Tage war ich auch eher auf der Couch mit dem Laptop, vor dem Fernsehen oder beides auf einmal und habe die Situation verflucht mit all ihren Einschränkungen.
Nach ein paar Tagen habe ich die Situation ganz anders gesehen:
Natürlich ist die ganze Situation mit der Pandemie lästig und unangenehm.
Natürlich vermisse ich meine Freizeitaktivitäten. Meine Musik, meinen Sport, meine Veranstaltungen und vor allem meine persönlichen sozialen Kontakte.
Andererseits bin ich bei weitem nicht mehr so eng durchgetaktet. Ich habe plötzlich genug Zeit um nach und nach so alles mal zu erledigen was ansteht.
Und ich mache mir kein schlechtes Gewissen wenn ich nach Feierabend einfach mal eine Stunde bei dem traumhaften Wetter in der Hängematte liege. Habe ja Zeit!
Die letzten Wochen war ich auch ausgiebig bei uns in der Gegend spazieren und habe viele der Wanderwege und Trampelpfade neu entdeckt. Normalerweise nimmt man sich eine Stunde Zeit und dreht seine feste Runde. Aktuell ist es egal ob es 2 oder 3 Stunden dauert. Habe ja Zeit!
Es gibt was zu Reparieren, Basteln bauen? Ich nehme mir Zeit. Der normale Druck ist raus. Wenn es heute nicht fertig wird mach ich halt morgen weiter. Ich habe Abends keine Termine mehr.
Ich fühle mich so langsam richtig schön entschleunigt.
Der Himmel ist auch sowas von extrem klar bei uns, das ist auch traumhaft.
Aber ich freue mich selbstverständlich auch wieder wenn die Normalität endlich einkehrt. Vielleicht habe ich ja dann meine Einstellung zum Leben und was wichtig ist soweit geändert das ich in Zukunft die echten wichtigen Prioritäten sehe und auch lebe.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.