hobz biz-zejt
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Es gibt diesen Gedanken, dass man einen Text oder ein Lied toll findet und dann sagt, "das hätte ich gern selber so geschrieben" oder "sowas würde ich gern mal hinkriegen".
Der folgende Text ist anders.
Er ist so, wie ich Texte eigentlich eher nicht so gut find: Etwas lang, ein bisschen schwatzig, ein paar sprachliche Extrarunden drehend, am Schluss knapp an der Grenze zum "billig" sein.
Trotzdem stolpere ich immer wieder drĂĽber, lese ihn und stelle fest, dass ich ihn sehr mag.
DafĂĽr mag es unterschiedliche GrĂĽnde geben:
Von Anfang an hatte ich einen eingängigen und natürlichen Fluss im Ohr, so dass ich die ganze Geschichte trotz ihrer Länge mir gern selber gedanklich vortrage.
Ebenfalls ganz am Anfang gab es diesen Moment, wo ich als Auslöser wirklich dieses Schild vor Auge hatte und aus einem ersten Gedanken dann sehr schnell eine Geschichte entstand und ich deswegen sehr konkrete Bilder zu den Textzeilen im Kopf hab.
Mich interessiert, wie es auf andere wirkt.
Kommt das, was ich versucht hab zu beschreiben, warum es fĂĽr mich funktioniert, auch fĂĽr andere rĂĽber?
Oder eben nicht. Dann wär es ein Stück, das in meiner Welt seinen Platz hat, wenn es daraus heraustritt, aber verliert, was einerseits schade, auf eine eigene Art aber auch wieder faszinierend wäre.
Soweit zur Vorrede, hier also der Text...
Das Schild
Sein Schild hing leicht schräg
und war doch vorher nie so
weil er Dinge stets sah
und gerade zog
und es nie hätt geschafft
einfach weiterzugehen
und den Makel von irgendwas
nicht zu erspähen
Allen anderen war klar
dass irgendwas anders war
vielleicht anders gemacht
vielleicht anders geputzt
vielleicht von der Putzfrau
was anderes benutzt
Doch wahrscheinlich doch nichts
was bedeutsam war
und ganz sicher nicht das
wovon man morgen noch sprach
In der Luft lag ein Duft
als wär anders geputzt
Weit hinten im Garten
lag seine Lieblingshecke
Dort sah man am Abend
ihn manchmal sich strecken
Versteckt vor den Blicken
entspannt und ihn Ruh
öffnete kurz sich die Tür
und ging dann schnell wieder zu
Jetzt blieb er aus
und das Schild wie es war
und anders als sonst
und auch sonst sonderbar
war ein Zweig jener Hecke
ihrer Form entkommen
und länger als sonst
wurde nichts unternommen
Kein ordnender Geist
lief mit strammem Schritt
Keine Hand griff zur Schere
fĂĽr den akkuraten Schnitt
Und spätestens da
wurde mehr und mehr klar
dass irgendwas anders war
weil es ganz anders war
nicht nur anders gemacht
oder anders geputzt
in der Luft lag ein Duft wie abgenutzt
Irgendwann kam Gewitter
und ein Wind zog durchs Haus
und das Schild hing nicht schräg nur
sondern sprang ganz heraus
aus dem Rahmen zu Boden
und dann lag es da
Jemand wagte zu klopfen
weil den Grund er nun sah
Wie war noch der Name?
Ach, da stand er ja
Doch eine Antwort blieb aus
selbst nach Drängen und Fragen
Und so wurde entschieden
nach Tagen des Tagens
das Schild zu nehmen
und wieder aufzuhängen
Akkurat gerade
wie es sich gehörte
wie es vorher stets war
und endlich niemand mehr störte
In der Luft lag ein Duft
wie ganz leicht verschmutzt
vielleicht anders gemacht
vielleicht anders geputzt
vielleicht von der Putzfrau was anderes benutzt
Doch wahrscheinlich doch nichts
was bedeutsam war
Und ganz sicher nicht das
wovon man morgen noch sprach
Der folgende Text ist anders.
Er ist so, wie ich Texte eigentlich eher nicht so gut find: Etwas lang, ein bisschen schwatzig, ein paar sprachliche Extrarunden drehend, am Schluss knapp an der Grenze zum "billig" sein.
Trotzdem stolpere ich immer wieder drĂĽber, lese ihn und stelle fest, dass ich ihn sehr mag.
DafĂĽr mag es unterschiedliche GrĂĽnde geben:
Von Anfang an hatte ich einen eingängigen und natürlichen Fluss im Ohr, so dass ich die ganze Geschichte trotz ihrer Länge mir gern selber gedanklich vortrage.
Ebenfalls ganz am Anfang gab es diesen Moment, wo ich als Auslöser wirklich dieses Schild vor Auge hatte und aus einem ersten Gedanken dann sehr schnell eine Geschichte entstand und ich deswegen sehr konkrete Bilder zu den Textzeilen im Kopf hab.
Mich interessiert, wie es auf andere wirkt.
Kommt das, was ich versucht hab zu beschreiben, warum es fĂĽr mich funktioniert, auch fĂĽr andere rĂĽber?
Oder eben nicht. Dann wär es ein Stück, das in meiner Welt seinen Platz hat, wenn es daraus heraustritt, aber verliert, was einerseits schade, auf eine eigene Art aber auch wieder faszinierend wäre.
Soweit zur Vorrede, hier also der Text...
Das Schild
Sein Schild hing leicht schräg
und war doch vorher nie so
weil er Dinge stets sah
und gerade zog
und es nie hätt geschafft
einfach weiterzugehen
und den Makel von irgendwas
nicht zu erspähen
Allen anderen war klar
dass irgendwas anders war
vielleicht anders gemacht
vielleicht anders geputzt
vielleicht von der Putzfrau
was anderes benutzt
Doch wahrscheinlich doch nichts
was bedeutsam war
und ganz sicher nicht das
wovon man morgen noch sprach
In der Luft lag ein Duft
als wär anders geputzt
Weit hinten im Garten
lag seine Lieblingshecke
Dort sah man am Abend
ihn manchmal sich strecken
Versteckt vor den Blicken
entspannt und ihn Ruh
öffnete kurz sich die Tür
und ging dann schnell wieder zu
Jetzt blieb er aus
und das Schild wie es war
und anders als sonst
und auch sonst sonderbar
war ein Zweig jener Hecke
ihrer Form entkommen
und länger als sonst
wurde nichts unternommen
Kein ordnender Geist
lief mit strammem Schritt
Keine Hand griff zur Schere
fĂĽr den akkuraten Schnitt
Und spätestens da
wurde mehr und mehr klar
dass irgendwas anders war
weil es ganz anders war
nicht nur anders gemacht
oder anders geputzt
in der Luft lag ein Duft wie abgenutzt
Irgendwann kam Gewitter
und ein Wind zog durchs Haus
und das Schild hing nicht schräg nur
sondern sprang ganz heraus
aus dem Rahmen zu Boden
und dann lag es da
Jemand wagte zu klopfen
weil den Grund er nun sah
Wie war noch der Name?
Ach, da stand er ja
Doch eine Antwort blieb aus
selbst nach Drängen und Fragen
Und so wurde entschieden
nach Tagen des Tagens
das Schild zu nehmen
und wieder aufzuhängen
Akkurat gerade
wie es sich gehörte
wie es vorher stets war
und endlich niemand mehr störte
In der Luft lag ein Duft
wie ganz leicht verschmutzt
vielleicht anders gemacht
vielleicht anders geputzt
vielleicht von der Putzfrau was anderes benutzt
Doch wahrscheinlich doch nichts
was bedeutsam war
Und ganz sicher nicht das
wovon man morgen noch sprach
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