Wird mal Zeit, dass ich mich hier einbringe.
Raybeeger ist die lautmalerische "Verenglischerung" meines Nachnamens.
Geboren wurde ich 1962 im Osten der Republik. Musikalisch bin ich mit Schlager, Klassik und Chansons meiner Eltern aufgewachsen. Die Erweckung geschah in Berlin, als ich im Radio CCR hörte. Danach hörte ich, bei Abwesenheit meiner Eltern, die Rockmusik der 60er und 70er im Radio, Ost wie West. Aber die Gitarre hatte mich schon lange fasziniert. Anfänge mit einem grottigen akustischen Instrument verliefen im Sande. 1977 habe ich dann konsequent autodidaktisch begonnen die Gitarre zu erobern, nur für mich selbst und ohne das Ziel auf einer Bühne stehen zu wollen.
Als ich dann 1980 ZZ Top im Rockpalast sah, war es komplett um mich geschehen. Genau das wollte ich auch! Diesen rauhen lauten, bis ins Mark drückenden Rockblues. Es fehlte: alles! Keine guten Instrumente und als Amp ein geborgter Regent 30 (immerhin Vollröhre mit EL34), Effektpedal: Fehlanzeige.
Fuzzpedalselbstbau in einer hölzernen Zigarrenschachtel, ging, klang aber immer irgendwie seltsam...
Die erste Schülerband folgte. Sie hielt bis zum ersten Auftritt. Wir spielten Lucky Man und da sich die anderen "Mitglieder" der Band nicht auf die Bühne trauten, spielte und sang ich es allein - es gab höflichen Applaus...
In der Lehre ergab es sich, dass einige Leute eine Band gründen wollten. Nachdem das weder musikalisch noch nach den Fähigkeiten der Mitmusiker erkläglich erschien, habe ich das gelassen und für mich selbst, komplett nach Gehör geübt, bis der Arzt kam. Mein Lehrer für Statik und Festigkeit war Drummer in einer angesagten Rockband und hat mich zu seinem Geburtstag in Magdeburg ins Cafe' Impro (der erste Jugendclub der DDR) eingeladen. Der Abend nannte sich: "Musikerabend" und es spielte eine geladene Band mit Gästen befreundeter Bands (eimal monatlich, Mittwoch).
Das hat mich dann vollends angefixed!!
Danach eine längere Phase als "Lead"-Gitarrist in einer Blues-Rock-Band, mit wechselnden Besetzungen. Wir hatten den Status: Obererstufe, was nicht ganz so schlecht war.
In der DDR mußte jede auftrittswillige Band eine Einstufung über sich ergehen lassen. Das erreichte man durch Vorspielen vor einem Kulturausschuß, mit Bewertung der musikalischen Fähigkeiten, der Texte und des Gesamtauftrittes. Es gab die Grund-, Mittel-, Ober- und Sonderstufe. Profis erhielten einen Berufsausweis und hatten auch richtig studiert. Mit der Sonderstufe konnte man auch als Einzelmitglied in einer Profiband spielen.
Nach Zerwürfnissen über die musikalische Ausrichtung bin ich wieder eigene Wege gegangen und habe den Bands nur noch zugehört.
Dann kam ich als Ersatzgitarrist in eine Rockband mit Ausrichtung auf frühe 70er Jahre Rockmusik und konfrontierte mich mit sehr unterschiedlichen musikalischen Einflüssen. Das nahm ein jähes Ende, als der Urgitarrist wieder auftauchte. Wieder lonesome guitar wolf... Aber ich hatte die Stones für mich entdeckt.
Zwischendurch immer mal als Sessiongitarrero mitgemischt, aber fleißig an mir selbst gearbeitet. Aufnahmeprüfung zur Musikschule in die "Tanzmusik"-Klasse. Als mein Dad davon erfuhr, marschierte ich für 1,5 Jahre zur NVA und der Plan Profi zu werden war dahin. Ja, er hatte diesen Einfluß...
Bis zur Wende haben wir dann mit einer Band recht lustig durch die Lande ge-muggt. Da könnte man Geschichten erzählen... Ich hatte dann schon eine DDR-Stratocaster, die mir in Magdeburg ein Gitarrenbauer einigermaßen hergerichtet hatte. Der Amp war zu der Zeit ein Vermona Regent 50 mit 2x12" und eine Volltranse. Einen Verzerrer hatte ich mir aus der Sowjetunion besorgen lassen, mehr brauchte ich nicht.
Nach der Wende habe ich mein Leben komplett auf Familie und Beruf ausrichten müssen. Ich lebte in Berlin, München, Bad Oldesloh und Neuburg an der Donau. 1996 bin ich zurück nach MD und in meine heutige Coverband eingestiegen. Nebenher habe ich alles aufgeholt, was der Geldbeutel hergab.
Marshall* Valvestate 8040, Kramer Gitarre, Gibson Les Paul Classic 1960, Stratocaster Jeff Beck, JEM, Stratocaster AM 1962 RI, Gibson SG Robot Guitar,
Marshall* TSL 601, H&K diverse. Aufnahme- und Effektgeräte ohne Ende. Ich fing an mich mit Homestudioaufnahmen zu beschäftigen und entdeckte dabei auch eine große Liebe zur Technik und Technologie. Ja, auch ein Helix wohnt bei mir.
Liebste Teile: Mesa Boogie Lonestar Classic 2x12", Effektrode Black Bird Preamp und Les Paul Classic.
Wieder ein Stop Over bei der Coverband wegen Streitigkeiten zwischen allen und insbesondere der musikalischen Rangfolge der beiden Gitarristen.
Vor zwei Jahren bin ich dann wieder zurück in die Band, denn es war nur noch der Schlagzeuger anwesend. Heute eine Altherrenband im Ost-West-Mix paritätisch, die Rock, Blues, Soul und andere Sachen spielt. Und wenn sich ein Auftritt ergibt, sind wir dabei. Um Geld und Ruhm geht es dabei schon lange nicht mehr. Die Fähigkeiten sind altersentsprechen solide.
Equipment ist heute auch kein Problem mehr und ich werde nur noch von technischen Forschungen in diesem Bereich vom Üben abgelenkt. Das Studio wird gerade überholt und ist hoffentlich ab Januar wieder einsatzbereit.